Was mir weiterhin seitens der Gewerkschaften fehlt ist ein Prüfungsmechanismus der betrieblichen Vorgänge und vorallem der die Grundlage bildenden Verkehrsverträge. Unser Verkehrsvertrag ist meiner Meinung nach aus betrieblicher wie wirtschaftlicher Sicht sofort zu überarbeiten, der basiert nur auf Chancen (Begriff aus BWL) also wir liegen sogar über den 39 Stunden, mit 35 Stunden ist das natürlich nicht abzubilden, jetzt muss der Arbeitgeber dir Teilzeit ermöglichen, wir sind damit also über die eigentlich errechenbare Belastungsgrenze des Systems (Maschine und Mensch) schon jetzt hinaus.
Das führt ganz konkret zu betrieblichen Gefahren für Leib und Leben, das hab ich selbst erlebt, statt die Strecke zu sperren für eine Baustelle, das eigentlich nötig wäre, wurde nur ein Gleis gesperrt und auf dem anderen (da die Strecke das ermöglicht) der Betrieb in beide Richtungen durchgeführt. Damit sparte man sich den SEV. Nun, da hätte ich beinahe eine Rotte zusammengefahren - da wären vermutlich eine zweistellige Anzahl an Arbeitern verstorben. Nach dem Unfall in Brühl hatte man eigentlich dafür gesorgt, dass Strecken bei solchen Bauarbeiten nicht mehr befahren werden, das ist so lange her, heutige Planer und Entscheider haben damals wohl noch mit Matchbox gespielt.
Bei uns bricht fast jeden Tag der Verkehr auf drei Linien zusammen, da der Verkehr über eine Strecke abgewickelt wird, die nur im absoluten Planfall diese Fahrerei zulässt, heisst man hat auf dem Papier ein tolles Angebot für die Fahrgäste, das in der Realität fast täglich nicht stattfindet und damit für die Reisenden weniger Verbindungen möglich sind wie früher, wo man einfach eine Linie drüber gefahren hat.
Dass keiner die Eier hat diese Systematik abzubrechen und das neu auf der Grundlage dessen, was wir leisten können, zu berechnen - da müsste die Gewerkschaft mal was beschliessen.