Re: Re: Re: Moxmo erreichbar?
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Original geschrieben von hrgajek
wären die deutschen Mobilfunknetzbetreiber und Paybox damals flexibler gewesen hätten wir heute ein ernstzunehmendes Bezahlsystem.
In der Tat. Ich war auch ein großer "Fan" von Paybox. Das System war einfach und sicher. Der multimodale Zugriff (Web, Voice, WAP/iMode) beispielhaft.
Bei den eigentlichen Transaktionskosten, verursacht durch die 0800-Anrufe bzw. die Rückrufe aufs Handy, hätten die Mobilfunker in der Tat über ihren Schatten springen und dem Unternehmen entgegenkommen müssen!
Aber nein, die wollten ja - wie Du auch schön formuliert hast - ihre eigenen Bezahlsysteme etablieren und Klingeltöne und anderen Scheiß verkaufen.
Sehr enttäuscht bin ich rückblickend von den E-Netzen, die Innovationen in der Regel nicht so scheuen wie die D-Netze.
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Der Start von Moxmo war super holprig, sowas kommt vor (seufz),
Und Du hast Recht: Bei Finanzdingen ist absolute Seriosität erforderlich.
Da habe ich in diesem Zusammenhang nichts hinzuzufügen.
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wir Deutschen erwarten aber von Moxmo, daß sie das Geld in Echtzeit auf das Zielbankkonto überweisen, wovon Moxmo wohl wenig hat.
In "Echtzeit" muß es nicht unbedingt sein, das ist ja auch heute noch nicht der Fall. Ist ja schön, daß eine Banküberweisung inzwischen in der Regel nach einem Werktag ankommt, statt oft mehrere Tage im Transit befindlich zu sein - wobei hier imho auch irgendein Gerichtsurteil nötig war.
Bei einem System, wo man in Echtzeit über Transaktionen informiert wird, ist eine Geldlaufzeit von mehreren Tagen oder gar Wochen aber völlig inakzeptabel und an Seriösität kaum zu unterbieten.
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Idealfall wäre, wenn Zahler und Empfänger ein Konto bei Moxmo hätten. Das werden sie aber so schnell nicht erreichen.
Vielleicht guckt sich Moxmo mal ein bisschen was von paypal ab. Die haben sich gegen dicke Konkurrenz und allen Unkenrufen zum Trotz doch etabliert.
Oder paypal startet mal was richtung mobile payment ... - so viel Dreck auch die am stecken haben mögen, denen würde ich eher eine Chance geben als Moxmo.
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Also warten wir, ob die mit großem Getöse angekündigte simpay.com Initiative mal was zustande bringt (Joint Venture von D1 und D2)
Vermutlich nicht mehr als die unzähligen Micropaymentsysteme, welche vor wenigen Jahren mit eigenen Cebit-Ständen glänzten. Was ist davon heute übrig? Firstgate.
Und selbst da frage ich mich, wie die sich mit ihren hohen Provisionen etablieren konnten. Aber warten wir es mal ab ...
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Die Mobilfunker wollen aber nur Klingeltöne, Logos und solchen Mumpitz verkaufen, aber kein universales Bezahlsystem, dazu müßten sie alle Banken oder die GZS (Eurocard/Mastercard/Maestro) ins Boot holen. Das scheint ein Ding der Unmöglichkeit zu sein (seufz)
Im Moment irren viele kleine Bezahlsysteme im Markt umher, die alle zu wenig Luft und Durchhaltevermögen haben.
Richtig, verstehe das wer will. Wenn ich mich richtig erinnere war die Deutsche Bank seinerzeit treibende Kraft hinter Paybox. Schade, daß sie nicht den Mumm hatten, ihr Kind durchzuboxen.
Die elektronischen Zahlungsmittel der Gegenwart sind
- Maestro/EC-Karte (ohne Geheimzahl, mit Unterschrift)
- Maestro/EC-Karte (mit Geheimzahl)
- Kreditkarten (VISA, Master/Euro, [AmericanExpress, Diners, ..])
Diese Systeme sind etabliert, die Provisionen an die Banken halten sich im Rahmen, ebenso wie der Aufwand für die einsetzenden Unternehmen.
Die Geldkarte hat sich nicht flächendeckend durchgesetzt, vermutlich aufgrund des erforderlichen Aufwands beim Kunden und beim Unternehmen, dem Ei-Henne-Problem und nicht zuletzt aufgrund der relativ hohen Provisionen. Aber immerhin hat sie sich bis heute ihren mehrfach prognostizierten Tod verweigert und in einigen wenigen Nischen halbwegs etabliert (ÖPNV, McDonalds, ?).
Die Mobilfunkbetreiber bedienen schon länger praktisch jeden Bürger, der ein bißchen Geld hat, und schaffen es dennoch nicht, ein gescheites Bezahlsystem auf die Beine zu stellen. Da kommt nur so ein Dreck wie "PremiumSMS" heraus, wo die Provision bei rund 50% liegt.
Die Banken kriegen den Hals nicht voll, und die Mobilfunker sowieso nicht. Wenn die Leute 2€ pro Logo oder Klingelton ausgeben, dann wird ihnen die Dienstleistung "Geldtransfer" auch mehr als nur ein paar Cent wert sein...? Anscheinend nicht! 