Re: Re: Was ist eigentlich Sicherheit?
Zitat
Original geschrieben von rainbow
Aber dir ist schon klar, dass eventuell einige wenige Anschläge, wenn sie erfolgreich sein würden, eine ganze Gesellschaft ins Chaos stürzen können.
Einige Flugzeuge abgeschossen, einige Bomben in Bussen oder sonst wo explodiert und du denkst, dass das keine Auswirkungen haben wird.
Auch wenn's zynisch klingt:
Flugzeuge werden leider immer wieder mal vom Himmel fallen und auch an die letzten Eisenbahn- oder Schiffs-Toten kann ich mich noch gut erinnern. Die wenigsten allerdings gehen dabei auf Terrorismus zurück. Trotz vieler hunderter Toter bei solchen tragischen Ereignissen, ist in keinem der betroffenen Länder die Gesellschaft im Chaos versunken.
Auch in den USA sehe ich keine Gesellschaft im Chaos, obwohl jedes Jahr immer wieder irgendwelche kriminellen Spinner in Schulen, Kinos oder Einkaufszentren Amok laufen.
In der Mehrzahl sind das übrigens selbst Amerikaner.
Noch zahlreicher sind die Todesfälle, die erst gar nicht in den Medien erscheinen, weil sie zu unspektakulär sind.
http://de.wikipedia.org/wiki/Todesursache#Statistiken
Warum fürchten wir uns also nicht vor dem Autofahren, dem Reisen mit Schiff, Bahn oder Flugzeug, dem Genuss von Alkohol und Tabak usw. obwohl wir uns dabei tatsächlich einem gewissen Todes-Risiko aussetzen?
Das nennt man selektive Wahrnehmung
Ein Beispiel:
Obwohl du eigentlich durch Krankenhausinfektionen (ca.30.000 Tote p.a.) oder Straßenverkehr (ca 4000 Tote p.a.) tatsächlich in Deutschland einer nennenswerten Gefahr ausgesetzt bist, fährst Du selbstverständlich mit dem Auto ins Krankenhaus.
Du nimmst das Risiko in Kauf, weil Du im Gegenzug geheilt wirst.
Dein Verstand wägt zwischen Risiko und Nutzen ab.
Diese Vernunft-Abwägung soll im Falle des Terrorismus-Arguments außer Kraft gesetzt werden, weil der Aufwand in keinem sinnvollen Verhältnis zum vorgeblichen Nutzen steht:
Seit 2001 sind in ganz Europa 249 Menschen durch Terrorismus um's Leben gekommen. Ggf auch weniger; je nach Definition dessen, was als 'terroristisch' gilt. (manches wird auch erst im Nachhinein auf Terrorismus getrimmt )
Im Gegensatz dazu sei daran erinnert, dass die NSA viele Terroranschläge nicht verhindert hat, obwohl sie davon wusste.
Ganz im Gegenteil! NSA & Co verkünden laufend neue, nutzlose Terrorwarnungen (z.B. Schließung von Botschaften) und schüren damit Angst und Panik. Wo ist da die viel beschworene Geheimhaltung, um mögliche Täter zu fassen?
Gleichzeitig verwanzen sie aber das EU-Parlament oder die Vereinten Nationen.
Die einzige Schlußfolgerung, die sich daraus ziehen lässt:
Es geht bei der Überwachung überhaupt nicht um Terror-Abwehr!
Zitat
Das finde ich aber auch naiv.
Ich verstehe nicht, wie so immer alles hop oder top sein muss.
Durch die Überwachungsmaschinerie sind erhebliche neue Gefahren entstanden. Naiv wäre, zu glauben, dass man als unbescholtener Bürger nichts zu befürchten hat. Das ist nicht hop oder top, sondern kann jeden treffen, der sich nicht schützt: Ein Beispiel