Beiträge von Gallium

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    Original geschrieben von erbes
    Aber gut das du so einen langen Atem hattest.

    Es ging schlicht um die Existenz. Da hast Du einfach keine Wahl.
    Wie ich jetzt damit umgehe weiß ich ehrlich gesagt noch nicht - auf jeden Fall erst mal tief durchatmen ;)


    Kostenübernahme gibt's nur in Höhe der gesetzlichen Vorgaben. Ich hatte mit meinem Anwalt eine darüber hinausgehende Honorarvereinbahrung.
    Die privat bezahlte Zahnbehandlung hätte ich ja nicht machen müssen. Die Kasse ist ja auch bei offenen Forderungen verpflichtet, eine Grundversorgung zu übernehmen. Im vorliegenden Zahn-Fall hätte das aber das Ziehen des Zahnes bewirkt. Ich hatte eine angefangene Wurzelbehandlung, die durch den Beitragsrückstand nicht mehr auf Kassenleistung fortgesetzt werden konnte. Da der provisorische Verschluss des Zahns drohte, undicht zu werden, musste etwas geschehen... ich hänge nun mal an meinen Zähnen :D

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    Original geschrieben von stanglwirt
    die deutschen gesetze sind eigentlich schon so ausgelegt, dass keiner wegen fehlern der krankenkasse insolvent gehen muss.

    dachte ich bisher auch :mad:
    Sicher hätte ich die Möglichkeit in einer zivilen Schadensersatzklage weitere Kosten einzuklagen aber da stehen vermutlich Aufwand und Nutzen in keinem sinnvollen Verhältnis.

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    Original geschrieben von kues
    Das Verwaltungsrecht und hier das Sozialrecht ticken aber ggf. an wichtigen Stellen etwas anders als das Privatrecht. Insbesondere was die oft nicht gegebene aufschiebende Wirkung von Widersprüchen gegen Beitragsbescheide etc angeht, kann das ohne rechtzeitige anwaltliche Hilfe gehörig schiefgehen. So scheint mir das hier auf den ersten Blick auch zu sein...

    Muss ich leider genau so bestätigen :flop:
    Ich kann nur jedem raten, sich sofort an einen Anwalt zu wenden, sobald man auch nur ein einfaches Schreiben zu Beitragsrückständen bekommt. Die Wartezeiten bei Gerichten sind auch bei Eilanträgen wegen Überlastung recht groß. Man steht da mit den unzähligen Hartz IV Widersprüchen in einer Warteschlange.

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    Original geschrieben von BartS1975
    Der von mir zitierte Artikel ist der aktuelle Stand.

    bezieht sich aber nur auf die gesetzlichen Krankenkassen

    Zitat

    Edit: Nun gut, du hast insofern Recht, dass man nicht wieder kündigen kann. Das muss man sich eben gut überlegen, wenn man sich krankenversichert. Aber letzteres muss man als Selbständigen eben nicht.

    Das würde jetzt hier zu sehr OT werden. Mach ein anderes Thema auf oder informier' Dich nochmal.

    Die Überweisungen gehen einerseits gar nicht nach England (Gibraltar ist nicht spanisch). Andererseits gibt es genügend annonyme Zahlungsmethoden....
    Wir reden hier auch nicht von 'ständig' sondern, wie Creditfox es nannte, Backup-Lösung.


    BartS1975
    Ich bin mir jetzt mangels Smiley nicht sicher, wie Du Deine Frage meinst...
    Aber findest Du es in Ordnung, wenn de facto jeder einfache Sachbearbeiter Einsicht in Deine persönlichen Verhältnisse hat :confused: Ich rede hier nicht von durchaus berechtigten Interessen von Steuerfahndern, wenngleich deren Befugnisse immer mehr beschnitten werden - Stichwort Generalamnestie für schweizer Steuerflüchtlinge.
    Übrigens, in Deutschland gibt es eine Krankenversicherungspflicht - auch für Selbstständige.

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    Original geschrieben von Goyale
    Oder eine Bank in Deutschland suchen, welche beim Konto keinen Schufa- Eintrag macht. Ist zwar immer noch pfändbar, aber nur, wenn der Gläubiger davon erfährt...

    Gegen Pfändung gibt's notfalls auch Pfändungsschutzkonten. Ich glaube aber, dass Du da eine unzeitgemäße Vorstellung vom deutschen Bank-Geheimnis hast. Unzählige pupsige Beamte in unzähligen Behörden haben mehr oder weniger Einblick in Deine Konten... und von Krankenkassen etc will ich erst gar nicht wieder anfangen zu erzählen...


    Was die Bareinzahlungen angeht, so kann man immer häufiger nur noch auf Konten der jeweiligen Bank einzahlen. Von einer Bank zur anderen wird das häufig nicht mehr angenommen. Postbank-Verhalten kenne ich in diesem Fall nicht. Commerzbank lehnte bei mir bspw eine Einzahlung über 1000,- ab, da ich kein Konto (mehr) dort habe.

    Goyale

    Zitat

    Original geschrieben von Creditfox
    Ich rate gerade bei Geschäftstätigkeit zu einem Backupkonto. Wenn die Hauptbank einen verarscht, kann man schnell umleiten. Möglicherweise genügt hierzu ein kostenloses Privatgiro bei der Hypovereinsbank.

    Genau das habe ich. Damit ist bei 'Wegfall' des Hauptkontos sichergestellt, dass laufende Zahlungsverpflichtungen nicht ausfallen.


    Stichwort Zinsen:
    Wieviel Zinsen bekommst Du denn auf Dein deutsches Girokonto?
    Bargeld ist in einigen Fällen keine praktikable Alternative.


    stanglwirt
    Früher gab es die Möglichkeit, Bereinzahlungen auf fremde Konten bei der Bundesbank zu tätigen. Das gibt's leider nicht mehr. Freunde oder Bekannte müssen im Zweifelsfall auch nachweisen, woher sie das Geld haben. Gerade unter Selbstständigen kann man seinen Freunden damit 'ne Menge Ärger einhandeln.
    Übrigens, ich war noch nie in Gibraltar ;)

    Da muss man nicht hinfahren und es geht auch nicht darum, dass Kunden dorthin Deine Rechnungen bezahlen. Es geht um die Annonymität Deiner Zahlungen. Das kann genauso gut auch Dein versteuertes Geld sein. Es geht hier also nicht vordergründig um Steuerhinterziehung, zumal diese Konten auch nur bis zu begrenzten Beträgen annonym sind (zumindest meins).
    Ganz ohne bargeldlosen Zahlungsverkehr kommt man heute nicht mehr aus. Bei bestimmten Dingen geht es aber niemanden etwas an, wofür ich mein Geld ausgebe.
    So ein Konto ist von der Annonymität auch nichts anderes als das Bargeld, das Du bspw in Deiner Kaffeekasse sammelst. Theoretisch müsstest Du das auch regelmäßig ins Kassenbuch eintragen.... aber mal ehrlich, wer treibt so einen Aufwand.
    Wenn Dir solche Konten wegen der geografischen Standortgleichheit mit 'Steuerfreiheitszonen' unlauter erscheinen, kannst Du ja auch gern ne PrePaid-Karte an der Tanke kaufen, nur sind dort die Gebühren unverschämt. Die Annonymität solcher PrePaid-Kreditkarten ist aber diesselbe.


    Goyale
    Daueraufträge auf Deinem Girokonto sind aber Zahlungsausgänge und insofern nicht privat oder geschäftlich zuzuordnen, solange man die jeweilige Nutzungsart der dahinter liegenden Kostenstelle nicht kennt.


    Zinsen? - Was ist das? :p :D
    Das ist hier ja wohl kaum relevant :p

    Das hat nichts mit naiv zu tun. Es gibt Ereignisse von denen man glaubt, dass es sie gar nicht geben kann :rolleyes:
    Der Begriff 'Steuer'-Oase lenkt dabei auch vom eigentlichen Ziel ab. Es geht vielmehr um Konten, die noch einem echten Bankgeheimnis unterliegen. Bei den geringen Beträgen um die es in diesem Zusammenhang geht, würde ohnehin kaum Steuer darauf entfallen (wenn überhaupt). Es geht vielmehr darum, dass man damit bezahlen kann, ohne dass sämtliche deutsche Behörden und Ämter sehen, wofür Du Dein Geld ausgibst.

    Ende gut - alles gut?


    Nun ist endlich erst mal ein juristischer Schlußstrich unter diese äußerst belastende Episode gezogen worden.
    Wie einige vllt bemerkt haben ;) , hatte ich zeitweise nicht mal Zeit und/oder Muße, hier im Forum zu schreiben, da so ein unvorhersehbares Ereignis doch einen existenz-bedrohenden Charakter entwickeln kann. :eek:


    Folgendes ist passiert:
    Urplötzlich und ohne zunächst erkennbaren Grund hatte meine Krankenkasse mitten im laufenden Jahr den Beitragssatz auf 560,- (KV ohne Krankengeld) plus 80,- (Pflegeversicherung) erhöht. Dazu kamen Mahnkosten in Höhe von über 130,- (unglaublich aber wahr!!).
    Zuzüglich auflaufender Verzugszinsen kamen so rund 800,- monatlich zusammen. Davon erfahren habe ich zunächst nur durch eine Mahnung zum 'Beitragsrückstand'.


    Die üblichen 'Regulierungversuche' (Telefon, Filial-Besuche) brachten zwar jeweils die Aussage "Wir werden uns darum kümmern", änderten aber nichts. Mit nächstfolgender Monatsmahnung kam der Hinweis auf eingeschränkte medizinische Leistungen und eine Vollstreckungsandrohung. Auf meine Schreiben wurde auch nicht mehr geantwortet.
    Es stellte sich jetzt heraus, dass damals einige meiner Unterlagen wohl nicht richtig abgelegt waren und daher nicht im System auftauchten (die Mitarbeiter sehen alles nur als Scan an ihrem Arbeitsplatz)


    Noch bevor ich mit Klage dagegen vorgehen konnte, wurde kurz vor Weihnachten bei mir die Zwangsvollstreckung durchgezogen. (Ich muss zugeben, dass ich mich zunächst scheute, gegen meine eigene Krankenkasse zu klagen. :rolleyes: )
    Interessanter Fakt war auch, dass die Krankenkasse nicht mal die Rechtmäßigkeit der Forderung nachweisen brauchte!! Befremdlich war auch, dass die Vollstreckungsbeträge mit den bisherigen Forderungen in keiner Weise übereinstimmten und in den Vollstreckungsunterlagen mehrfach handschriftlich korrigiert worden waren. Trotz dieser Unstimmigkeiten ging die große Keule über mir nieder :flop:


    Mit der Vollstreckung einher ging dann die Sperrung und zum Teil folgende Kündigung meiner Konten. Mein Glück war, dass ich über 'nicht-offizielle' Barreserven und ein Konto in Gibraltar verfüge. Sonst wäre ich jetzt vermutlich pleite, bei Hartz IV gelandet und um einen Zahn ärmer. (Behandlung gibt's nicht - nur Extraktion). :mad:


    Nunmehr ist der Spuk schlagartig vorbei und alle Forderungen für gegenstandslos erklärt worden. Vom Anwalts-(Teil-) Honorar und den Kosten meiner privaten Zahnbehandlung abgesehen, bin ich also mit einem blauen Auge davon gekommen.


    Aus solcher Erfahrung heraus wird man sensibel und so ist mir aufgefallen, dass die Mehrzahl der Insolvenzen kleinerer Unternehmen von Krankenkassen forciert werden. Wie oft mag dort ein Irrtum zugrunde liegen?
    Ich hoffe, dass ich mit dieser Schilderung andere Leser hier sensibilisieren kann, für den worst-case vorzusorgen. In meinem Bekanntenkreis wollte zunächst kaum jemand glauben, dass so etwas möglich ist. Mittlerweile komme ich mir gelegentlich schon wie eine Zirkusattraktion vor ;)
    In meinem Bekanntenkreis überlegen wir nun, wie man sich in Zukunft gegen solche und andere unvorhersehbare 'Unwägbarkeiten' solcher Art absichert....

    Zitat

    Original geschrieben von Creditfox
    Ich rate gerade bei Geschäftstätigkeit zu einem Backupkonto. Wenn die Hauptbank einen verarscht, kann man schnell umleiten. Möglicherweise genügt hierzu ein kostenloses Privatgiro bei der Hypovereinsbank.

    Dem kann ich nur beipflichten...
    zur 'Freude' der Bank kann man ja die konstanten Daueraufträge, wie Strom, Grundsteuer, Versicherung etc dort schon mal laufen lassen. Da ist zwischen privat und geschäftlich auch kein wirklicher Unterschied erkennbar.


    stanglwirt
    Creditfox meint Gibraltar o.ä.
    Das hat nicht nur steuerliche Gründe, sondern ist auch eine ganz reale Absicherung gegen spinnende Krankenkassen etc. Wer so etwas nicht hat, ist als Selbstständiger ganz fix in Konkurs - auch wenn sich hinterher rausstellt, das man im Recht war :mad: