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Original geschrieben von Anja Terchova
Ausserhalb Europa erzeugen Roamingkunden wohl nicht viel Traffic weil die Roamingpreise so horrend sind.
Ja, noch ist das so. Aber bei meinem o2 Business Vertrag gilt mein inklusives Roamingvolumen beispielsweise auch in den USA.
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Und innerhalb Europa sind die Kosten nicht zu hoch, das es wirklich eine Rolle spielen wuerde.
Ja, innerhalb Europa sollte das Home Routing unter 50ms bleiben. Aber wenn wir bald mit (semi-)autonomen Autos unterwegs sind, die ständig sicherheitsrelevante Bewegungs- und Verkehrsinformationen austauschen (sog. floating car data), wird Latenz selbst in dieser Größenordnung aufgrund des Sicherheitsaspekts relevant.
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Bei Google ist die Latzenz nicht so wichtig, weil die Seite ja nicht viele Elemente enthaelt.
Es kommt nicht auf die Anzahl der Dateien einer HTML-Seite an. Da hat man bei rund 500ms Latenz zwar auch eine Verzögerung, weil man zuerst 500ms auf den HTML-Code wartet und der Browser dann mit nochmaligen 500ms Verzögerung erst die Grafiken und anderen per HTML eingebetteten Elemente runterlädt, aber das ist noch verkraftbar. Wirklich ätzend wird solch eine hohe Latenz bei Serverinteraktionen wie z.B. durch Ajax, also beispielsweise die automatischen Vorschläge, die Google beim Tippen eines Suchbegriffs aufführt. Aber auch bei scheinbar regulären Websites kommt heute ganz viel Ajax zur Anwendung um kontextabhängigen Content oder solchen von Drittanbietern nachzuladen (z.B. eine Google Map, die auf einer Seite eingebunden ist).
Aber hohe Latenz macht sich v.a. auch bei Apps bemerkbar, die oft noch mehr als Websites Daten mit entfernten Servern austauschen. Beispielsweise Suchvorschläge bei der Texteingabe oder Kartenkacheln, die Google Maps beim Vergrößern/Verkleinern und Verschieben des Kartenausschnittes nachlädt.
Eine recht eindrückliche Demonstration, wie sich eine hohe Latenz auf diverse Online-Anwendungen auswirkt zeigt folgendes Video von O3b, die eine Satellitenkonstellation im Mittleren Erdorbit (MEO) betreiben, wodurch sie die Latenz gegenüber geostationären Satelliten von rund 600ms auf 120ms senken können:
https://www.youtube.com/watch?v=UVMSp8DkWIA
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Wichtig ist die Latenz vorallem bei Sachen wie Skype, oder auch Websites die sehr viele Elemente (wie kleine transparente PNG-Grafiken als Abstandhalter) haben.
In Echtzeitkonversationen nimmt man Latenz ab ca. 300ms als störend wahr. Bei einem Skypeanruf von Kalifornien nach Hause wird die Latenz - egal ob mit home routing oder local breakout bei rund 200-300ms liegen. Störend würde es aber, wenn ich bei home routing mit einem Gesprächspartner in Kalifornien telefonieren würde - bei dann rund 500ms hat man dann eine spürbare Verzögerung, die irritiert und den Gesprächsfluß hemmt. Da ich regelmäßig mit einer per geostationärem Satellit angebundenen entlegenen Insel telefoniere, kann ich davon ein Liedchen singen.
Das mit transparenten PNG ist aber irrelevant. Erstens waren es transparente bzw. sog. blinde GIFs, die man früher verwendete um Elemente auf HTML-Seiten exakt zu positionieren, zweitens ist dieser Trick schon seit HTML4 (ab 1997) überflüssig (denn da gab es dann <div> mit der Möglichkeit der pixelgenauen Positionierung) und drittens hat man damals immer nur ein und dieselbe Datei (ich habe sie immer blind.gif genannt) verwendet, die dann in derseleben HTML-Datei mehrfach mit verschiedenen height- und width-Werten eingebunden. Die Datei wurde also nur einmal geladen und selbst wenn sie mehrfach geladen würde, ist das unkritisch solange sie statisch in der HTML-Datei eingebunden ist.