Beiträge von Senfdazugeber

    Hallo Welt,


    Da hier ja doch ein paar Forenteilnehmer aus Tübingen und Umgebung stammen, soll dieser Thread die örtliche Situation behandeln.


    Der folgende Artikel aus dem aktuellen Magazin der Stadtwerke Tübingen bzgl. des Glasfaserausbaus gibt Hinweise, wo die Netzbeteriber wohl als nächstes auf LTE aufrüsten:


    Bislang gewährleistet ja nur die Telekom vernünftige LTE-Versorgung in Tübingen. O2 hat zwar auf dem Stahlmasten auf dem Sand LTE2600 installiert, der aber fast nur outdoor versorgt und dazu den Altstadtbereich und die Unigebäude überwiegend nicht erreicht. Vodafone hat dagegen innerorts überhaupt keinen LTE-Standort und strahlt nur aus dem Umland schwach herein.


    Interessant am Artikel ist auch, daß die Stadt Tübingen offenbar eine geringere Sendeleistung vorschreibt, als der Gesetzgeber im Allgemeinen zuläßt. Dies deckt sich mit diversen Beobachtungen, die an anderer Stelle hier im Forum geschildert wurden - so ist in nur 500m Entfernung vom Kelternturm indoor teilweise keine Mobilfunkversorgung mehr gewährleistet. Daß die Strahlungsexposition durch der Tübinger Handys dadurch aber massiv steigt, wird natürlich verschwiegen.

    Zitat

    Original geschrieben von surfmobile
    Warum dauert es eigentlich überhaupt so lange die LTE-Netze zusammenzuführen?

    Weil es kompliziert ist und die Netzausrüstung verschiedener Hersteller oft untereinander inkompatibel ist.

    Da die amerikanischen UMTS-Netze mit relativ wenig Frequenzspektrum und hoher Last kämpfen, sollte man für einen längeren Aufenthalt unbedingt LTE nutzen. Dazu benötigt man einerseits einen entsprechenden Anbieter bzw. Tarif und andererseits ein Gerät, das die amerikanischen LTE-Frequenzen unterstützt, insbesondere die LTE-Bänder 2 (PCS/1900MHz) und 4 (AWS/1700-2100MHz).
    Eine Liste aller verfügbaren Smartphones mit Unterstützung für acht LTE-Frequenzbänder ("LTE-Octaband") findest Du hier:
    http://geizhals.de/?cat=umtsover&xf=145_LTE-Octaband#xf_top


    Beachte, daß "LTE-Octaband" nur als Indikator dient, daß sich unter den acht Frequenzbändern auch Band 2 und 4 befinden könnten. Man sollte sich aber bei jedem Gerät nochmals vergewissern, daß Band 2 und 4 tatsächlich vorhanden sind.


    Das hier wären die günstigsten Smartphones, die sowohl alle aktuellen europäischen LTE-Frequenzen als auch zumindest Band 2 und 4 für die USA unterstützen und sich somit für den Einsatz auf beiden Seiten des Atlantiks eignen:
    ASUS ZenFone 2 ZE550ML ab €260
    Sony Xperia Z Ultra weiß ab €262
    Sony Xperia Z1 Compact weiß ab €265
    Sony Xperia Z1 weiß ab €296
    Sony Xperia Z3 Compact weiß ab €353

    Zitat

    Original geschrieben von flamesoldier
    Man kann schließlich nicht die Anbieter verpflichten, 98 % der Haushalte mit > 50 Mbit/s zu versorgen, wenn aber nur 20-30 % der Kunden das überhaupt nutzen dürfen...

    Doch.

    Wenn Du uns verrätst welchen DSLAM- bzw. Linecard-Typen die FritzBox unter "Vermittlungsstelle" anzeigt, können wir Dir sagen, ob dieser Annex J unterstützt oder nicht.
    Aber wie flashhawk sagt, funktioniert DSL auch mit Annex B ohne Splitter - mit dem kleinen Makel, daß die DSL-Verbindung üblicherweise zusammenbricht sobald ein Anruf über PSTN geführt wird.

    Zitat

    Original geschrieben von Anja Terchova
    Wird vorallem davon abhaengen wie sich die Roamingtarife entwickeln.

    Es gibt schon genug Tarife im In- aber v.a. im Ausland, die Gigabytes an Inklusivvolumen beinhalten, das auch im EU-Roaming gilt und wie erst gestern wieder berichtet wurde, laufen die Bestrebungen in Brüssel dahin, daß man Roaminggebühren ganz abschafft und ich meine 10GB auch im Urlaub verprassen kann.


    Zitat

    Bis jetzt ist es ja so das wer in einer Grenzregion wohnt, haeufig in zwei, drei Laendern unterwegs ist oder im Urlaub auch das Notebook nutzen will eh lokale Karten verwendet.

    Das habe ich auch immer gemacht, aber dank der bei meinem O2 on Business XL enthaltenen 500MB für's Ausland, nutze ich kaum noch ausländische SIM-Karten.


    Zitat

    Und der normale Smartphone-Roamingkunde wird meist mit so 10 Roamingtagen a 25MB auskommen. Der Roamingtraffic der da entsteht ist dann schon beherrschbar.

    Vor zehn Jahren bin ich auch noch mit 50MB im Monat ausgekommen - nur ist die heutige Nutzung einfach kein Maßstab für die Netzplanung für morgen.


    Zitat

    So entsteht der groesste Teil der Latenz eh im Mobilfunknetz bzw. in den Festnetzen durch die DSL und DOCSIS Technik. Die Hops danach bleiben eigentlich bei <3ms pro Hop. Und ob der Ping zu einem Server jetzt bei 38ms oder bei 50ms ist das ist dann eigentlich egal.

    Das ist Unfug. Die Latenz sammelt sich auf allen Streckensegmenten an - das sind einmal die Signallaufzeiten auf den einzelnen Segmenten, was wiederum von deren Länge und Übertragungstechnologie abhängt, zum anderen aber auch die Weiterleitungszeit der Router, die je nach Last auch nochmal 1-2 ms Verzögerung ins Netz bringen. Zudem kann bei Überlast dank MPLS auch ein völlig neuer Pfad aufgebaut werden, sodaß die Pakete tausende Kilometer Umweg nehmen. Und wenn der nächste Hop erst in New York ist, dann hast Du auch mal ganz schnell 100ms Latenz. Deine <3ms-Regel kommt der Behauptung gleich, jede Stadt dieser Welt sei <5 Fahrminuten von mir entfernt.
    Aber da Du hier nur die Latenz berücksichtigst und meinen eigentlichen Einwand offenbar nicht ganz vergegenwärtigt hast, nochmal:
    Die Latenz ist im innereuropäischen Roaming zweitrangig, da sie meist unter 200ms bleiben wird und somit auch bei VoIP- oder Skypetelefonaten nicht auffallen wird. Entscheidend ist aber, daß der Traffic auf Kosten der Netzbetreiber mehrfach kreuz und quer durch Europa geroutet werden muß solange man keinen local breakout nutzt. Und für IPX kauft man keinen billigen IP-Transit für € 0,40/M, die Du per burstable billing (also nur der tatsächlichen Last entsprechend) bezahlst, sondern da brauchst Du dedizierte Layer-2 Verbindungen, die breit genug sind um auch Peaks zu verkraften (man muß also auf das Lastmittel bezogen Überkapazitäten bezahlen). Aus Griechenland kostet eine 10G-Wellenlänge nach Amsterdam oder London bestimmt um die € 4000/Monat und selbst im günstigsten Fall (z.B. im Viereck Amsterdam, London, Paris, Frankfurt) kosten Dich 10G um die € 1000/Monat. Je mehr Kapazität Du brauchst, desto größer wird der finanzielle Anreiz local breakout zu implementieren damit Du diese hohen Kapazitäten eben gar nicht mehr benötigst, sondern nur noch etwas Signalisierungstraffic übrig bleibt.

    Zitat

    Original geschrieben von Anja Terchova
    Wird von T-Mobile und Vodafone denn ueberhaupt Local Breakout beim LTE Roaming genutzt? Spezifiziert ist es zwar, aber ist wohl vom Billing komplexer als normales Datenroaming ueber den Home-APN.

    Wie gesagt: bislang habe ich es noch nirgends gesehen, aber mit steigendem Datenverkehr wird man das aus Kostengründen machen um sich Backhaul-Kapazitäten zu den IPX zu sparen. Macht einfach kein Sinn wenn ein Grieche in Portugal roamt, daß sein ganzer Datenverkehr von Lissabon nach London oder Amsterdam zum IPX läuft und von dort weiter nach Athen und das ganze dann wieder zurück, wenn man den Verkehr direkt in Lissabon in den IP-Transit geben kann. Wenn der Grieche dabei dann auch noch die in Portugal gehostete Website eines portugiesischen Restaurants öffnet, dann wurden die Daten zweimal von Portugal nach Griechenland und wieder zurück geroutet, was an die 20'000km Wegstrecke und sicherlich 200ms Latenz bedeutet.