GSM ermöglicht nicht nur Telefonie und SMS, sondern inbesondere auch paketorientierte Datenverbindungen (von Nokia auch "Paketdaten" genannt) nach GPRS oder EDGE, die den Internetzugang ermöglichen. Insofern hast Du bei GSM-Empfang grundsätzlich immer auch paketorientierten Internetzugang solange nicht wichtige Infrastruktur wie GGSN oder SGSN ausfallen.
SMS wird übrigens nicht über ein paketorientiertes, sondern über ein verbindungsorientiertes Verfahren übermittelt. Paketorientiert sind bei GSM ausschließlich die beiden - ausschließlich für den Internetzugang verwendeten - Verfahren GPRS und EDGE.
Deine Einschätzung mit Fax per GSM erhöhe man die Verfügbarkeit gegenüber eine internetbasierten Fax-to-Mail Lösung, kann ich nicht teilen. Gründe hierfür sind:
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[*]Faxverbindungen sind instabiler (die Gegenstelle bricht normalerweise nach drei Sendeversuchen die Sendung ab; gerade bei schlechtem GSM-Empfang oder gestörten Richtfunkverbindungen ist nicht auszuschließen, daß entsprechende CSD-Verbindungen zu hohe Fehlerraten aufweisen als daß ein Fax, v.a. wenn es mehrseitig wird, vollständig übertragen werden kann. Ist das Fax dagegen von einem Server empfangen worden, lagert es langfristig im eMail-Postfach und man kann unzählig viele Versuche unternehmen es abzurufen. Hinzu kommt die höhere Fehlerresistenz von TCP/IP gegenüber V.32 oder V.34)
[*]Beim Empfang von Faxen per CSD erfolgt die Übertragung mit maximal 14,4 Kbit/s. Ein vom Server empfanges Fax, das anschließend per eMail abgerufen wird, wird dank GPRS oder EDGE deutlich schneller (57,6-236,8 Kbit/s) übertragen. Damit wird auch die Zeitspanne, während der die Kommunikation auf der Luftschnittstelle (zwischen Handy und Basisstation) fehlerfrei bleiben muß, verkürzt und folglich die Wahrscheinlichkeit eines Scheiterns gesenkt. Dieser Umstand gemeinsam mit dem vorigen Punkt machen Fax-to-Mail schon einmal viel zuverlässiger als Fax per GSM.
[*]Beim Ausfall des verwendeten Mobilfunknetzes kann man mit einer Fax-to-Mail Lösung immer noch Faxe empfangen wenn man sich anderweitigen Internetzugang verschafft (z.B. über einen alternativen terrestrischen Netzbetreiber oder aber per Satellit - Globalstar Sat-Fi dürfte Dir ja inzwischen bekannt sein)
[*]Da Fax per GSM mangels Nutzer zusehends in der Bedeutungslosigkeit verkommt, steigt die Gefahr, daß die erforderliche Netzinfrastruktur diesen Dienst nicht mehr korrekt unterstützt. Da die Netzbetreiber meist Netzkomponenten verschiedener Ausrüster verwenden, können derartige Einschränkungen auch nur regional vorliegen, sodaß man auch bei regelmäßigen Testläufen keine Sicherheit hat, daß der Dienst überregional zur Verfügung steht.
[*]Schon heute gibt es Flecken, die ausschließlich per LTE versorgt sind. Per LTE kann man aber keine leitungsorientierten Faxverbindungen nach V.32 oder V.34 aufbauen, sodaß Du mit einer Fax per GSM Lösung schon heute Gefahr läufst trotz Mobilfunkversorgung nicht faxen zu können.
[*]Spätestens nach der Neuvergabe der 900MHz-Lizenzen im Jahr 2016 werden die Netzbetreiber ehemals für GSM genutztes Frequenzspektrum großteils für LTE umwidmen, wie es auf 1800MHz bereits geschieht (Telekom und eplus verwenden einen Großteil ihres 1800MHz Spektrums nur noch für LTE). GSM wird zwar wegen der zahlreichen M2M-Anwender nicht so schnell ganz abgeschaltet werden, aber die GSM-Kapazitäten werden deutlich reduziert werden. Folglich wird es schneller zu Überlastungen kommen und gerade bei Großschadensereignissen ist zu befürchten, daß Faxsendungen per GSM mangels Netzkapzität scheitern.
[*]Mit Fax-to-Mail könnte man die Leitstelle mit auf den Verteiler setzen, sodaß sämtliche Faxe dort in Kopie auflaufen und deren wesentlicher Inhalt notfalls fernmündlich per Tetra übermittelt werden kann.
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