Beiträge von Felsen2000

    Da die AfD nicht im Bundestag ist, ist jede Auseinandersetzung darüber ja ziemlich akademisch. Trotzdem haben Sie ein interessantes Argument gebracht, dass es zu beleuchten lohnt.



    Zitat

    Original geschrieben von saintsimon
    ...Ebenso von humorlosen Oberlehrern, die diese Partei auszeichnen. Auf die weibliche Wählerschaft wirkte das schon mal abtörnend.


    Also mal ganz abgesehen davon, dass zumindest Lucke und Petry, die ich beide persönlich kenne, ausgesprochen humorvolle Menschen sind - aber Sie dürfen natürlich gern Ihre eigene Art von Humor pflegen. Passt schon. Adam ist dagegen wirklich ein sehr ernsthafter Mensch, aber jeder Jeck ist anders, nicht war?


    Aber zurück zu Ihrem Argument: was sagt die Wählerstruktur über eine Partei aus?
    Alter: Die AfD hat praktisch keinen Rückhalt in der wichtigen Wählergruppe ab 60. Hier räumt die CDU praktisch alles ab, ein paar wählen noch die SPD. In der Gruppe der jungen Wähler ist die AfD dagegen stark und wäre locker in den Bundestag eingezogen, wenn es denn noch in relevanter Zahl junge Wähler gäbe. Da aber der Deutsche an und für sich ausstirbt wachsen auch kaum noch junge Wähler nach - schlecht für die AfD.


    Beim Geschlecht wählen etwas mehr Männer als Frauen die AfD. Das trifft auch auf die FDP zu, so dass man feststellen kann: Themen wie Finanzwirtschaft, Kredite, Wechselkurse scheinen für einige Frauen kein sexy Thema zu sein. Während das Mein-Freund-der-Baum-Thema der Grünen für Frauen ziemlich sexy zu sein scheint, denn die Grünen werden von mehr Frauen als von Männern gewählt.


    Bei den Berufen stellt man fest, dass Arbeitslose und Renter kaum Interesse an der AfD haben. Naja, bei den Rentnern ist das klar: wir haben schon festgestellt, dass 60+ kaum Interesse an der AfD hat. Interessant ist, dass Arbeiter ein hohes Interesse an der AfD haben. Sie werden bestimmt ein paar abqualifizierende Attribute für die Arbeiter finden um zu erklären, warum die die AfD wählen.


    Diese Informationen kann man noch mit der Wechselbewegung kombinieren. Die AfD hat einen hohen Zustrom von der FDP; das war zu erwarten. Direkt danach kommen aber schon Wähler aus dem politisch linken Lager. Bemerkenswert ist auch, dass in keinem einzigen Bundesland die NPD Stimmen an die AfD abgegeben hat. Was lernen wir daraus? Das die AfD nicht mal ansatzweise eine rechte Partei ist. Weder das Wahlprogramm (Zuwanderung, mehr Rechte für Asylbewerber, Volksabstimmung), noch die Wähler haben auch nur eine Spur "Rechts". Statt dessen kann man das vorherrschende Motiv der AfD-Wähler so beschreiben: "Ich habe mir mühsam einen bescheidenen Wohlstand erarbeitet und will den jetzt auch behalten"



    Zitat

    Original geschrieben von saintsimon
    Mein klares Sachthema ist die Diskrepanz zwischen Ihrer liberalen Darstellung der Parteiziele und der Erwartung der tatsächlichen Wähler dieser Partei, die gemäß Ihrer Aussage ja vornehmlich von den Medien belogen worden sein sollen, und nun folglich falsche Erwartungen haben. Ehemalige Wähler der Linkspartei passen da nicht so richtig zu den Programminhalten.


    Möglicherweise passen Ihre simplen Vorstellungen vom typischen linken Wähler nicht zu den realen Menschen mit deren komplexen Zielen und Wünschen? Wie auch immer; dass die Politiker und Medien gelogen haben, muss ja nicht heissen, dass die AfD-Wähler das auch geglaubt haben. So weit ich das in Gesprächen und Diskussionen mitgenommen habe, war das Gegenteil der Fall: die Sympathisanten der AfD sind Menschen, die den Sprüchen vom "braunen Mob" in der AfD nicht (mehr) geglaubt haben. Deswegen gibt es auch keine Diskrepanz zwischen der Wählererwartung und den Parteizielen.


    Allerdings hat -meiner Meinung nach- die Schmutzkampagne bei Menschen ihre Spuren hinterlassen, die ansonsten in Erwägung gezogen hätten, die AfD zu wählen. Wenn jemand wie Schäuble von der AfD als "undemokratischer Partei" spricht, dann hinterlässt das Spuren. Das ich persönlich Schäuble für solche Lügen verachte, brauche ich kaum zu erwähnen. Erwähnen sollte man aber noch, wie heutzutage im deutschen politischen Spektrum mit bürgerlich-liberalen Parteien umgegangen wird: es gab viele tätliche Angriffe auf Politiker und Parteimitglieder AfD; Wahlplakate wurden zu Tausenden abgerissen; Sachbeschädigung ohne Ende (zerstörte Autos, Wahlstände); auf die Webseiten der AFd gab es mehrere Angriffe, einige dabei ziemlich kriminelle - erwähnenswert zum Beispiel ein Versuch, eine Spendenseite zu torpedieren, in dem mit gefälschten Kreditkarteninformationen Spenden vorgetäuscht wurden, die nicht echt waren.


    Demokratische Toleranz scheint in einigen politischen Lagern Mangelware zu sein. Aber wer weiß, vielleicht reden Sie sich solche SA-Methoden auch schön, so im Sinne von "Trifft ja die richtigen"?

    Anstatt, dass sich die Diskussionsteilnehmer hier in bizarren Versuchen überbieten, die vermeintlichen Motive von Millionen Wählern aus dem Kaffeesatz zu lesen, hätte mal einer auf das Argument eingehen können, dass das Wahlprogramm der Linke und das Wahlprogramm der SPD nicht kompatibel sind. Aber wozu mit Fakten beschäftigen, wenn man so schön fabulieren kann, gell?

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    Original geschrieben von Timba69
    In Foren duzt man sich überleicherweise. Ist Standard. Alles andere ist unhöflich.


    Werter Timba69,
    wir wissen beide, dass wir im realen Leben einen Bogen umeinander machen würden. Ihre und meine Einstellungen sind unvereinbar. Ich kann im Internet genau dann mit Ihnen diskutieren, wenn Argumente im Spiel sind. Gute Argumente führen dazu, dass ich Sie ernst nehme; fehlende Argumente führen dazu, dass ich das Gespräch abbreche. Gute Argumente Ihrerseits werden ganz sicher nicht dazu führen, dass ich meinen Wertekanon aufgebe. In so weit ist für mich hier jede Diskussion akademisch. Aber ich schätze den Austausch von Gedanken und die Möglichkeit, etwas zu lernen.


    Aber deswegen werden wir nicht Freunde. Das Duzen in Foren ist für mich der Versuch, eine künstliche Proletaisierung einzuführen und wird, so meine Erfahrung, auch nur von politisch links eingestellten Diskussionsteilnehmern gefordert. So als Vorstufe zu "Genossen und Genossinnen, wir sind uns einig, dass....".


    Sie können mich weiterhin Duzen. Aber für mich ist der höfliche und sachliche "Sie" die Chance, mit Ihnen auf der Sachebene zu bleiben. Das "Sie" fördert allgemein die Höflichkeit und verhindert das abgleiten in die kleinen Spitzen und Beleidigungen, die sich im Internet so schnell einschleichen (und die sich auch bei mir einschleichen).


    Ich hoffe, ich konnte das klären.

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    Original geschrieben von Timba69
    Felsen2000:
    Das ist Quatsch. Sorry.


    Ob Sie es glauben oder nicht: ich habe mir das Wahlprogramm der Linke angesehen, bevor ich das schrieb. Entmündigung, Sozialismus und Planwirtschaft durchziehen jedes einzelne Thema. Darf ich davon ausgehen, dass auch Sie das Wahlprogramm der Linke gelesen haben? Wie können Sie dann von "Quatsch" sprechen?


    Ich nehme nur einen einzigen Punkt raus -und Sie und ich wissen, dass es DUTZENDE weitere Punkte gibt:


    http://www.die-linke.de/wahlen…okratischewissenschaften/


    "Damit neue Forschungserkenntnisse allen zugutekommen können, müssen Forschung und Lehre durch finanzielle Unabhängigkeit vor einseitigen wirtschaftlichen Interessen geschützt werden. Wir wollen die Grundfinanzierung des öffentlichen Wissenschaftssystems gegenüber Drittmittelforschung deutlich stärken und so die eigenmotivierte Forschung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unterstützen. Die Exzellenzinitiative wollen wir zugunsten der Hochschulförderung in der Breite ersatzlos auslaufen lassen.


    Die Forschungs- und Innovationsförderung des Bundes muss auf das Ziel sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit orientiert werden. DIE LINKE will Entscheidungen über die milliardenschweren Förderprogramme demokratisieren ...


    Wir unterstützen alle Initiativen zur Verankerung von Zivilklauseln in den Hochschulgesetzen sowie in einem zu schaffenden Bundesforschungsgesetz: Forschung soll ausschließlich friedlichen und zivilen Zwecke dienen...


    Die Beratungsgremien und die Adressaten der Förderprogramme der Bundesregierung wollen wir um Nichtregierungsorganisationen, Beschäftigtenvertretungen und Gewerkschaften sowie weitere zivilgesellschaftliche Akteure erweitern...


    Urheberrechtlich geschützte Werke sollen im Rahmen einer Ausnahmeregelung für Zwecke der Bildung, Forschung und Lehre nutzbar gemacht werden....


    DIE LINKE fordert eine verbindlich sanktionierte Quotierung in Wissenschaftseinrichtungen, die einen Mindestanteil von 50 Prozent für Frauen auf jeder Karrierestufe gewährleistet."


    Das ist die Rückkehr zu den "Sozialistischen Wissenschaften" der DDR. Die Freiheit der Wissenschaft soll eingeschränkt und durch zentral gesteuerte, ideologisch gewünschte Wissenschaft ersetzt werden. Im ersten Schritt dadurch, dass die staatlichen Mittel nach ideologischen Vorgaben vergeben werden. Daneben wird die Vertragsfreiheit der Wissenschaftler wie auch die der wissenschaftlichen Institute abgeschafft, auch gleich noch das Urheberrecht weitgehend abgeschafft. Statt Eigenverantwortung und wissenschaftlicher Freiheit werden Räte eingesetzt, die über die Forscher, deren Arbeit und deren Mittel entscheiden.


    Und auf irgendwelche Sophistik wie "das schreiben die zwar im Wahlprogramm, aber das meinen die nicht so" lasse ich mich gar nicht erst ein. Doch, das meinen die so. Und das ist sogar schon die weichgespülte Variante, denn in Interviews lassen Vertreter und Mitglieder der Linken noch ganz andere Sachen vom Stapel. Wenn die Linke etwas zu sagen hätte, dann ist die Freiheit der Wissenschaft erledigt. Schon heute werden in Deutschland Forscher und Forschungen im Bereich der Fusionsforschung, Gentechnologie, Biochemie, Chemie, Genomforschung, Raketentechnik massiv behindert und gemobbt. Von den politisch gesteuerten Exzessen im Bereich der Klimaforschung ganz zu schweigen. Aber all das wäre Kindergarten im Vergleich zu dem, was die Linke mit der Wissenschaftsgemeinde anstellen würde.


    Meine Eltern sind 1953 aus der DDR über die damals noch grüne Grenze geflohen, weil Sie die menschenfeindlichen Verhältnisse nicht mehr ertragen haben. Das wir unseren seit Generationen im Familienbesitz befindlichen Hof dabei verloren haben, ist die eine Sache. Die andere Sache ist, dass mein Großvater zwei Monate in den Kellern der Stasi "behandelt" wurde, um endlich die richtige "sozialistische Grundhaltung" zu lernen. Mir wird körperlich übel, wenn ich das Wahlprogramm der Linke lese.

    Zitat

    Original geschrieben von saintsimon
    Was erzählt ihr nun den erwartungsvollen Wählern, welche euch anhand eben dieser "Lügen" gewählt haben? Vor allem den Überläufern von der Linken? "Sorry, Ihr habt euch in der Tür vertan"?


    Und was sagt uns Ihre mangelnde Ernsthaftigkeit und Ihr Unvermögen, sich mit Sachthemen zu beschäftigen über Ihren Charakter? Ach, ich lasse das mal offen.

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    Original geschrieben von Timba69
    ...Die SPD begreift scheinbar, im Gegensatz zum mündigen Bürger, einfach nicht, dass, wenn sie linke Politik machen will, dass nur mit den Grünen und den Linken zusammen machen kann.
    Die linke Politik ...


    Sie glauben, Sie könnten für "die Bürger" sprechen? Und das versuchen Sie wenn Sie unterstellen, dass Sie wüssten, das "der mündige Bürger eine linke Politik mit Grünen und Linke machen will".
    Wie, werter Timba69, können Sie ernsthaft für sich in Anspruch nehmen, die Ziele und Wünsche von Millionen Wähler zu kennen. Lesen Sie eigentlich ab und an auch mal, was Sie selber schreiben?


    Was glauben Sie, bekämen wir für eine Antwort, wenn wir einen typischen SPD-Wähler oder SPD-Mitglied fragen würden, ob er sich als "Links-Demokrat" oder "Sozial-Demokrat" betrachtet?


    Sie postulieren ständig, es gäbe ein gemeinsames Verständis von "linker Politik", einen gemeinsamen Grundkatalog und die Parteien SPD, Gründe und Linke hätten sich einfach nur darauf spezialisiert, jeweils Teile dieses gemeinsamen Wertekanons in der Wahl zu vermitteln. Aber das ist nicht richtig. Die Linke will die "Systemüberwindung" und sagt das auch ganz offen. Das Wahlprogramm der Linken ist voll von Planwirtschaft, Enteignung, Entmündigung und Intoleranz.


    Das Wahlprogramm der SPD ist mit dem Linke-Ziel der "Systemüberwindung" nicht vereinbar. Da gibt es keine relevante Schnittmenge. Die einzige Möglichkeit einer "Zusammenarbeit" bestände darin, dass man Teile der SPD davon überzeugen könnte "Die meinen das ja nicht so. Die wollen zwar die Bundesrepublik Deurtschland in ihrer jetzigen Form abschaffen, aber das sagen die nur aus Spaß. In Wirklichkeit sind die mit zwei Prozent Grenzsteuersatz zufrieden und dann geben die Ruhe".

    Zitat

    Original geschrieben von hjanss
    Diese Bundestagswahl wurde von der Presse manipuliert .
    ...Als Krönung kurz vor der Wahl wurden die Grünen noch mit
    der uralten Kindersex Geschichte abgeschossen.


    Heul doch. Die Geschichten waren alt, aber immerhin wahr. Bei der AfD wurde gelogen, dass die Balken sich so bogen, dass die Enden sich berührten.

    Zitat

    Original geschrieben von Timba69
    ...Dazu gehörte die Rente mit 67 genauso wie eine Mehrwertsteuer-erhöhung um drei Punkte auf einen Schlag. DAS war DAS, was die Wähler ihr nicht verziehen haben. Der Verrat der linken Politik.


    Das ist der Preis für die herbeigebrüllte "Solidarität". Wenn Deutschland die Länder Griechenland, Portugal, Irland, Spanien und Zypern für die nächsten 20 Jahren finanzieren soll, dann muss das Geld dafür irgendwo herkommen. Da müssen die Deutschen schon mal in den sauren Apfel beissen. Den Kuchen verschenken und gleichzeitig behalten geht nun mal nicht.

    Zitat

    Original geschrieben von Timba69
    Sie ist Lichtjahre von Leuten wie Kohl, Schmidt und Brandt weg, von denen man(n) halten kann, was man will. Aber alleine den (möglichen) Vergleich mit denen zu ziehen, halte ich für sehr gewagt.


    Zustimmung. Ich wette wir finden hier keinen einzigen der in dr Lage wäre zu sagen, für welche Vision oder Politikrichtung Merkel überhaupt steht.

    Zitat

    Original geschrieben von Timba69
    Was soll das für ein BEweis sein? Eine Umfrage auf der Süddeutschen? Wir richten uns hier seit Seiten nach dem vrl. amtlichen Endergebnis. Und das sieht RRG vorn.
    ...


    Ich weiß nicht, ob es hier schon mal gesagt wurde: eine Partei, speziell eine Volkspartei, besteht immer aus Flügeln. Eine Partespitze muss nicht nur auf den vermuteten Willen der Wähler eingehen, sondern darf auch nicht die eigenen Mitglieder und Funktionsträger vergraulen. Und auch, wenn manche das nicht einsehen wollen: es gibt nicht "die linke Politik". Die Sprüche von der Partei Die Linke von wegen Sozialismus, Planwirtschaft, Enteignung und Überwindung des Systems sind vielleicht noch bei den Mitgliedern der Grünen vermittelbar. Aber große Teile der SPD finden die Ideen und die Funktionsträger bei der Partei "Linke" zum kotzen.


    Die SPD geht deswegen nicht mit den Kommies zusammen, weil die SPD-Basis das nicht mittragen würde.



    Zitat

    Original geschrieben von Timba69
    Die SPD,Grüne, Linke sind auf dem Bodensatz angekommen. Bei einer Neuwahl wird es eher mehr für die, nicht weniger. Weniger wird es für die CDU, weil die FDP garantiert wieder drin wäre und genau weiß, was sie zu tun hat. Kamp für Bürgerrechte und Steuersenkungen. Beides passt Merkel nicht.
    ...


    Alles offen. Genau so gut könnte die AfD dauerhaft die FDP als bürgerlich-liberales Korrektiv beerben.