Beiträge von Felsen2000

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    Original geschrieben von Printus
    ... ist wenn man behauptet "Tschernobyl zählt nicht, da war militärische Nutzung im Spiel." Natürlich zählt es! Menschenleben sind Menschenleben...


    Dazu würde ich wirklich gern noch ausführlich antworten, aber ich möchte den Strang nicht überfrachten. Sind schon die letzten drei Beiträge von mir. :-) Ja, grundsätzlich verstehe ich, warum Tschernobyl zu den Schäden der zivilen Kernkraft gerechnet wird. Ich teile diese Meinung nur bedingt, aber ich verstehe den Gedanken. Sehr interessant wäre das Thema, sehr interessant.


    Aber immerhin einen Gedankenanstoß: wie hoch sind wohl die Opferzahlen der drei anderen großen Energieträger: Wasser und fossile Brennstoffe? Oder, um es noch interessanter zu machen: die Opferzahlen des Energieträgers "Holz" (da würde viele nämlich intuitiv sagen "Äh, keine Opfer?")?

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    Original geschrieben von Printus
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    ...


    **Seufz** Warum gibt es nur so eine Scheu, sich mal mit Originalquellen zu beschäftigen?
    http://www.sozialpolitik-aktue…regierung%2017.9.2012.pdf


    Aber egal, die Zeitungen haben für unsere Diskussion hier zumindest die Zitate nicht verfälscht (was für SPON schon eine Leistung ist). Allerdings fehlt leider der Zusammenhang, weswegen ich dann doch wieder auf das von mir oben angegebene Original gehen muss.


    Es wird also kritisiert, dass der Satz "Die Privatvermögen in Deutschland sind sehr ungleich verteilt." gestrichen wurde. Dieser Satz steht im Abschnitt "III.1 Entwicklung der wichtigsten Indikatoren" und zwar im 4. Entwurf auf Vorseite IX. Davor gibt es eine Grafik, die für die Jahre 1998, 2003 und 2008 die Angaben der Privatvermögen-Verteilung bezogen auf das arithmetische Mittel angibt (aufgeteilt in 50%, 50%-90%, 90%-100%). Diesen Zahlen ist zu entnehmen, dass die oberen 10% ihren Anteil am Privatvermögen von 45% auf 53% steigern konnten.


    So weit die Fakten.


    Die Frage ist jetzt, wie in einen SACHSTANDSbericht eine politische Wertung kommt (SIND SEHR UNGLEICH VERTEILT). Wenn dort gestanden hätte "Ungleichverteilung hat zugenommen", dann wäre das wzar immer noch sehr schwammig gewesen, wie ich gleich erläutern werde. Aber zumindest wäre es eine sachliche AUssage gewesen.


    Aber die Aussage "sind sehr ungleich verteilt" ist schlicht unwissenschaftlich, unsachlich und eine rein politische oder siziale Beurteilung - und hat damit in einem Sachtsandsbericht nichts verloren. Ganz ehrlich: da hat ein überzeugter Linker seine persönliche Meinung in den Sachstandsbericht geschmuggelt und hinterher die Presse aufgewiegelt, als das wieder -berechtigt!- gelöscht wurde.


    Denn: auf welcher Basis wird hier eine "Sehr ungleich"-Verteilung postuliert? Ungleich im Vergleich wozu? Im Vergleich zu Saudi-Arabien stehen wir nämlich extrem gut dar, im Vergleich zum Kommunismus unter Mao Tse tung stehen wir schlecht da in Bezug auf die Gleichtheit der Vermögensverteilung. Wenn aber keine Vergleichbasis genannt ist, dann ist der Satz nur MEINUNG - und hat im Sachstandsbericht nichts verloren.


    Jetzt noch zu der Frage, warum ich grundsätzlich bei der Interpretation obiger Zahlen vorsichtig bin. Die Verteilung der Einkommen ist nämlich seit 10 Jahren praktisch unverändert (von 2000 bis 2005 leicht angestiegen von 0,25 auf 0,28 und seit dem konstant). Gleichzeitig wissen wir, dass das BSP in jedem Jahr leicht gestiegen ist. Es kann also den unteren Schicht nicht schlechter gehen - wenn man eine stabile Gruppe unterstellt. Und da liegt die Krux, vermute ich. Diese Zahlen zur Privatvermögenverteilung leiden schon immer daran, dass die Wanderunsgbewegungen schlecht erfasst sind. Auf den Punkt gebracht: seit Jahrzehnten wandern ständig Menschen in Deutschland ein (die Geburtenquote ist wie bekannt nicht reproduktiv). Die Einwanderer bringen aber kein Vermögen mit! Die Einwanderer können sich nur durch die laufenden Einkommen finanzieren, weswegen die Verteilung der Privatvermögen auf Grund der Netto-Zuwanderung auf jeden Fall "ungleicher" werden MUSS! Das geht gar nicht anders - aus statistischen Gründen.


    Ob damit die ganze Veränderung erklärt ist 8% in 10 Jahren ist schon extrem- weiß ich nicht. Aber zumindest muss man die Zahlen hinterfragen.


    Wie auch immer: der Satz "Die Privatvermögen in Deutschland sind sehr ungleich verteilt." wurde völlig zu Recht gestrichen!


    Die anderen Textpassagen müsste ich dann auch noch in der Originalquelle prüfen, aber da habe ich leider keine Zeit zu. Vielleicht übernimmt das jemand anders.

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    Original geschrieben von Nokiahandyfan
    Aus meiner Sicht, war die Stromerzeugung durch Kernenergie deswegen so günstig, weil der Staat und somit der Bürger Kosten übernommen hat, die der Strombetreiber dann nicht an den Bürger weitergeben musste. Dies umfasst die Entsorgung und Lagerung der radioaktivien Abfälle. Für Schäden durch einen radioaktiven GAU hätte auch der Staat aufkommen müssen, weil keine Versicherung ein Kernkraftwerk versichern will. Außerdem wäre mal interessant, wie viel Geld die Stromkonzerne für die Grundstücke und Gebäude der AKW bezahlt haben.


    Dieses Argument möchte ich aufgreifen, weil es eine der drei Standsäulen der Anti-AKW-Bewegung ist.


    Zunächst muss man mal klären, was eigentlich Kosten sind. Kosten sind ein bewerteter Ressourcenverzehr. Knapp gesagt: Kosten sind betriebswirtschaftlich erforderliche Ausgaben. Wenn man keine Ausgaben hatte, dann hatte man auch keine Kosten. Dieser Kostenansatz wurde dann erweitert, in dem entgangene Gewinne (Opportunitätskosten) berücksichtigt wurden.


    Warum ich das erkläre? Weil Risiken von der Anti-AKW-Bewegung immer mit Kosten gleichgesetzt werden. Das ist aber falsch. Risiken können zu Kosten führen - muss aber nicht. Um Risiken in der Kostenrechnung zu berücksichtigen muss man die Risiken mit der Eintrittswahrscheinlichkeit bewerten - dann kann man mit Hilfe von Rückstellungen Kosten auslösen und so die Risiken in der Kostenrechnung berücksichtigen. Damit ist zum Beispiel klar, dass Fukushima am Risikomanagement deutscher AKWs rein gar nichts ändert - kein deutsches AKW muss gegen einen Tsunami geschützt werden.


    Jetzt im Einzelnen. Selbstverständlich beteiligt sich die deutsche Atomwirtschaft an den Kosten der Endlagerung - wo hast du denn die gegenteilige Information her?


    "Entsprechend dem Verursacherprinzip sind die Erzeuger bzw. Ablieferer radioaktiver Abfälle, z.B. Kernkraftbetreiber , gesetzlich verpflichtet, die gegenwärtigen und zukünftigen Kosten für die Endlagerung (Errichtungs- und Betriebskosten) einschließlich der Kosten der späteren Stilllegung der Endlager zu tragen (§§ 21a, 21b AtG i. V. m. der Endlagervorausleistungsverordnung – Endlager VIV). "
    http://www.bmu.de/themen/atome…/endlagerung/allgemeines/


    Die "Schäden durch einen GAU..." hätte ebenfalls nicht der "Staat" übernommen, sondern selbstverständlich der Verursacher. Ich vermute, du meinst die These, dass die Schäden eines GAUs das Eigenkapital das Verursachers übertreffen könnte. Nun ja, die Energieversorger können zusammen mit der gesetzlich vorgeschriebenen Rückstellungen und dem Atompool der deutschen Versicherungen etwa 35 Mrd Euro in die Waagschale werfen. (Wobei ich im Moment keine Infos über die Anlageform der Rückstellungen habe - das wäre in der Tat mal zu klären).


    Grundsätzlich kann ein Atomunfall diese Summe überschreiten. Das Risiko dafür ist allerdings extrem gering. Aber egal, der Diskussion halber: Extreme Einzelschäden von modernen Technologien gibt es natürlich. Aber Atomkraft hält da nicht die Spitzenposition. Machen wir einen kleinen Test: was glaubst du (! bin ich gut oder bin ich gut?;-) ), welche Energietechnologie den Spitzenplatz an Verlust für Leib und Leben hält (und auch die größte Einzelsumme)? Ein Tipp: es war nicht Tschernobyl.


    Und was sagt uns das? Zunächst mal, dass Energieerzeugung immer riskant ist - das liegt in der Natur der Sache. Und das Risikoabwägung sinnvoll ist - aber das eine emotionale Überbewertung der Risikofolgen zu unökonomischen Konsequenzen führt.









    Lösung:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Banqiao-Staudamm

    Ich war die letzten zwei Tage damit beschäftigt, meine drei Kinder bei der Vorbereitung auf deren Klassenarbeiten zu unterstützen - jetzt schaue ich hier rein und komme kaum nach, die Beiträge zu lesen. Das nur als Erklärung dafür, warum ich bisher nichts geschrieben habe.


    Nur ein Vorschlag: Nomen wie "Geschwätz" sind geeignet, eine Diskussion im Keim zu ersticken. Ich glaube, man kann seine Verärgerung über schwache Argumente auch anders zum Ausdruck bringen. Es dauert vielleicht ein paar Sekunden länger, eine konfliktfreie Formulierung zu finden - aber sollte man sich die Zeit nicht nehmen?

    Zitat


    ...
    In Zeiten, in denen der Wind den Menschen immer rauher ins Gesicht weht und der Armutsbericht der Bundesregierung die - gestrichenen - Passagen von einer gesellschaftlichen Ungleichverteilung enthält,


    Ich hatte schon mal in einem anderen Strang vorgeschlagen, statt einer Betroffenheitsdiskussion eine Sachdiskussion zu führen.
    - Was betrachten Sie als "immer rauer"?
    - Was genau wurde denn bzw. sollte gestrichen werden? Und mit welcher Begründung?


    Zitat


    müsste eine gemäßigte "linke" Partei normalerweise seit Jahren einen bombastischen Höhenflug erleben. Genau das Gegenteil ist aber der Fall


    In Deutschland gibt es eine linke Partei, eine sehr linke Partei und zwei radikal-linke Parteien. Sowie mehrere offen kommunistische Parteien. Es gibt eine halbe liberale Partei und weder eine bürgerliche noch eine konservative Partei. Deutschlands Parteienspektrum ist bei weitem linker als Frankreich, Schweden oder Italien.


    Zitat


    - und zwar deshalb, weil Schröder, Clement, Steinbrück und andere Verräter keine Politik für das SPD-Klientel gemacht haben, sondern für FDP-Wähler und die Finanz- und sonstige Industrie.
    ...
    Auch da: dass die Atomenergie gefährlich ist erkannte man nicht erst nach Fukushima, sondern allerspätestens seit Tschernobyl 1986 ist jedem klar, mit welchen Gefahren man hier hantiert. ...


    Womit wir wieder beim Thema "Ihre Wahrheit"/"Meine Wahrheit" wären. Denn ich halte Kernkraft für die in der Massenproduktion bei weitem umweltfreundlichste Energiequelle und die Risiken für Minimal. Lediglich Wasserkraft ist noch umweltfreundlicher, aber nur begrenzt verfügbar. Und wenn ich Sie nur halbwegs richtig einschätze, dann sind Sie ein "typischer Deutscher" in dem Sinne, dass Sie mir nicht mal zugestehen werden, gute Gründe und vor allem ein RECHT auf eine eigene Meinung zu haben.


    Bis jetzt habe ich kaum einen Kernkraft-Gegner kennengelernt, der nicht derart missionarisch von seiner Idee überzeugt gewesen wäre, dass er/sie alle Kernkraftbefürworter nicht von vorne herein als a) von der bösen Industrie gekauft und b) geisteskrank gehalten hätte.


    Allgemein gesagt (nicht auf sie bezogen) ist der Respekt in Deutschland für Meinungen abseits des Mainstreams unterhalb der Grasnarbe. Eine "falsche" Meinung in Deutschland zu haben, ist in etwa gleichbedeutend mit Mobbing und sozialer Ausgrenzung. Im Moment ist aber "linke" Politik der absolute Mainstream - jede andere Politik sei sie liberal, konservativ oder bürgerlich kann damit nur unter Inkaufnahme extremer persönlicher Angriffe geäußert werden.

    Zitat

    Original geschrieben von Timba69
    ...Wichtig wären Politiker, die die Wahrheit sagen und diese auch umsetzen.


    Wessen Wahrheit? Ihre?


    In Deutschland ist es ja nicht mal möglich, technische und physikalische Aussagen zu akzeptieren, wie die Entwicklung und Politik zur "Energiewende" gezeigt hat. Weder die überwiegend politisch links orientierten Medien noch der überwiegende Teil der Bevölkerung will sich mit so schnöden Dingen wie Fakten beschäftigen. "Das sind doch nur Zahlen", kam es mal in einer Talkshow, "wo bleibt denn da das Herz?"


    Wenn wir also nicht mal in technischen Dingen uns auf eine "Wahrheit" einigen können, dann geht es bei weichen Themen wie "Gerechtigkeit" gar nicht.


    Und wenn uns die Geschichte der Menschheit und die Geschichte der hochgradig emotionalen Deutschen insbesondere eines lehrt dann das: kein Nackenschlag der Realität könnte so hart sein, dass nicht doch die Masse den Nackenschlag noch uminterpretieren könnte. In so weit es zwar richtig, dass die harte Realität Deutschland irgendwann bitter treffen wird - aber viele Menschen werden selbst dann nicht von ihren persönlichen "Wahrheiten" loslassen.


    So ist das Leben.

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    Original geschrieben von sebastianju
    Kind Sorge es gibt viel viel viel mehr Spiele. Wo hast du denn her dass es nur 200 gibt?


    Ich habe in den offiziellen Store geschaut und grob gezählt. Dabei ging ich von der Annahme aus, dass es nix außerhalb des Stores gibt (anders als bei Symbian). Ach ja, und für mich zählen keine Spiele, für die man zusätzliche Hardware wie die XBox braucht.


    only_the_best
    Tja, was ist denn "so ein Telefon"? Sprich: wer ist Zielgruppe? Oder noch deutlicher: ist die mit Abstand kaufkräftigste Consumer-Gruppe (Jugendliche von 15 -20) von vorn herein abgeschrieben?


    Ich hatte schon Mühe meinen Kiddies die X7 schmackhaft zu machen. Aber das hat noch ganz gut geklappt. Wenn meine Kinder die nächste Handy-Generation bekommen, dann sind Spiele nun mal ein wichtiges Argument. Für die jedenfalls deutlich wichtiger als nfc oder Exchange-Kopplung.

    Win phone 8 und Spiele


    Ich hatte mal überlegt, ob das 620 was für meine Kinder wäre. Aber dann musste ich feststellen, dass es bei Win Phone mit den Spielen ja noch düsterer aussieht, als bei Symbian! Oder habe ich da was übersehen? So weit ich das im Phonestore erkennen konnte, gibt es (wenn man WP7 und WP8 zusammenrechnet) kaum 200 Spiele. Davon etwa 150 Dubletten (Angry birds in 15 Varianten...). Und von diesen 200 Spielen gibt es etwa 95% auch für Symbian.


    Oder sehe ich das falsch?

    Siehe Samsung Galaxy S3 mini. Das Ding kann nix; ist technisch ein Desaster. Und das für 250 Euronen. Profitiert aber vom Namen. Ihr dürft nicht vergessen, dass die Masse der Menschen blöd ist - ja, mein Menschenbild ist düster (ich nenne es "realistisch").


    Deswegen ist es eine gute Strategie, ein technisch ordentliches "Flagschiff" herauszubringen (das Galaxy 1 und 2 ist zwar aus meiner Sicht nicht innovativ, aber ganz OK) und dann den Glanz auf die namensgleiche Ramschware zu überragen.