Zitat
Original geschrieben von Printus
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**Seufz** Warum gibt es nur so eine Scheu, sich mal mit Originalquellen zu beschäftigen?
http://www.sozialpolitik-aktue…regierung%2017.9.2012.pdf
Aber egal, die Zeitungen haben für unsere Diskussion hier zumindest die Zitate nicht verfälscht (was für SPON schon eine Leistung ist). Allerdings fehlt leider der Zusammenhang, weswegen ich dann doch wieder auf das von mir oben angegebene Original gehen muss.
Es wird also kritisiert, dass der Satz "Die Privatvermögen in Deutschland sind sehr ungleich verteilt." gestrichen wurde. Dieser Satz steht im Abschnitt "III.1 Entwicklung der wichtigsten Indikatoren" und zwar im 4. Entwurf auf Vorseite IX. Davor gibt es eine Grafik, die für die Jahre 1998, 2003 und 2008 die Angaben der Privatvermögen-Verteilung bezogen auf das arithmetische Mittel angibt (aufgeteilt in 50%, 50%-90%, 90%-100%). Diesen Zahlen ist zu entnehmen, dass die oberen 10% ihren Anteil am Privatvermögen von 45% auf 53% steigern konnten.
So weit die Fakten.
Die Frage ist jetzt, wie in einen SACHSTANDSbericht eine politische Wertung kommt (SIND SEHR UNGLEICH VERTEILT). Wenn dort gestanden hätte "Ungleichverteilung hat zugenommen", dann wäre das wzar immer noch sehr schwammig gewesen, wie ich gleich erläutern werde. Aber zumindest wäre es eine sachliche AUssage gewesen.
Aber die Aussage "sind sehr ungleich verteilt" ist schlicht unwissenschaftlich, unsachlich und eine rein politische oder siziale Beurteilung - und hat damit in einem Sachtsandsbericht nichts verloren. Ganz ehrlich: da hat ein überzeugter Linker seine persönliche Meinung in den Sachstandsbericht geschmuggelt und hinterher die Presse aufgewiegelt, als das wieder -berechtigt!- gelöscht wurde.
Denn: auf welcher Basis wird hier eine "Sehr ungleich"-Verteilung postuliert? Ungleich im Vergleich wozu? Im Vergleich zu Saudi-Arabien stehen wir nämlich extrem gut dar, im Vergleich zum Kommunismus unter Mao Tse tung stehen wir schlecht da in Bezug auf die Gleichtheit der Vermögensverteilung. Wenn aber keine Vergleichbasis genannt ist, dann ist der Satz nur MEINUNG - und hat im Sachstandsbericht nichts verloren.
Jetzt noch zu der Frage, warum ich grundsätzlich bei der Interpretation obiger Zahlen vorsichtig bin. Die Verteilung der Einkommen ist nämlich seit 10 Jahren praktisch unverändert (von 2000 bis 2005 leicht angestiegen von 0,25 auf 0,28 und seit dem konstant). Gleichzeitig wissen wir, dass das BSP in jedem Jahr leicht gestiegen ist. Es kann also den unteren Schicht nicht schlechter gehen - wenn man eine stabile Gruppe unterstellt. Und da liegt die Krux, vermute ich. Diese Zahlen zur Privatvermögenverteilung leiden schon immer daran, dass die Wanderunsgbewegungen schlecht erfasst sind. Auf den Punkt gebracht: seit Jahrzehnten wandern ständig Menschen in Deutschland ein (die Geburtenquote ist wie bekannt nicht reproduktiv). Die Einwanderer bringen aber kein Vermögen mit! Die Einwanderer können sich nur durch die laufenden Einkommen finanzieren, weswegen die Verteilung der Privatvermögen auf Grund der Netto-Zuwanderung auf jeden Fall "ungleicher" werden MUSS! Das geht gar nicht anders - aus statistischen Gründen.
Ob damit die ganze Veränderung erklärt ist 8% in 10 Jahren ist schon extrem- weiß ich nicht. Aber zumindest muss man die Zahlen hinterfragen.
Wie auch immer: der Satz "Die Privatvermögen in Deutschland sind sehr ungleich verteilt." wurde völlig zu Recht gestrichen!
Die anderen Textpassagen müsste ich dann auch noch in der Originalquelle prüfen, aber da habe ich leider keine Zeit zu. Vielleicht übernimmt das jemand anders.