Beiträge von Felsen2000

    Re: FDP-Politiker spricht nicht positiv über Röslers vietnamesische Herkunft


    Zitat

    Original geschrieben von pithein
    ...Sind jetzt die möglichen Wähler schuld, die Dr. Rösler nicht "mögen", um sich wie Herr Hahn zu äußern ?


    Ist das jetzt deine Aussage oder ist das ein Zitat? Denn wenn es deine Äußerung ist, dann frage ich mich, auf welcher Grundlage du zu diesem Schluss kommst. Frage: hast du überhaupt mal die Originalaussage von Hahn gelesen? Ich helfe gern:


    "Bei Philipp Rösler würde ich allerdings gerne wissen, ob unsere Gesellschaft schon so weit ist, einen asiatisch aussehenden Vizekanzler auch noch länger zu akzeptieren."


    Niemand kann in dieser Aussage eine rassistische Aussage gegen Rösler herauskratzen. Die Kampagne der Zeitungen war nichts anderes als böswillige Verleumdung. Jetzt bringst du eine andere Variante ins Spiel: Durfte Hahn so etwas überhaupt sagen? Wir sind wahrscheinlich einig, dass im Originalzitat die "Wähler" nicht erwähnt sind, sondern von der "Gesellschaft" die Rede ist. Aber Schwamm drüber.


    Auf welcher Basis könnte Hahn so eine Vermutung äußern?
    a) Ist die deutsche Gesellschaft so über jeden Zweifel erhaben, dass rassistische Gedanken nie und nimmer vorkommen könnten? Diese Annahme ist offen sichtlich absurd.


    b) Ist hier ein Kampagnensturm losgebrochen, weil die "Falschen" des Rassismus angeklagt wurden? Wer könnten diese "Falschen" sein? Möglicherweise die politischen Gegner der FDP - allen voran die Linken?


    Das klingt für mich schon logischer. Die Linken wollen den moralischen Zeigefinger für sich pachten. Selbst mit dem Vorschlaghammer austeilen aber selbst sakrosant. So meine Wahrnehmung. Hm, schauen wir uns das mal sachlich an: warum könnte Hahn zu so einer Vermutung gekommen sein? Das Rösler in der linken Presse gern als "Fremder" oder "Exot" bezeichnet wird, ist ja noch fast zu verschmerzen. Die Zeitungen würden sich sowieso damit rausreden, dass die Titel so nicht gemeint gewesen wäre. Ja, schon klar, abgehakt. Aber Bekannte erzählen, dass Rösler auf Wahlveranstaltungen gern auch mal als "Fidschi" oder "Schlitzauge" bezeichnet wird.


    Aber ohne (gesetzlich leider verbotenes) Tonprotokoll glaubt ihr das sowieso nicht.

    Zitat

    Original geschrieben von shelter
    Das, was Schavan da an dieser Stelle gemacht hat, ist schon für Hausarbeiten ein grenzwertiges und dann auch noch unnötiges Vorgehen. Aber halt einfach.


    Mir ist der gemeinsame Fehler bei der Quellenangabe auch aufgefallen. Aber das ändert nichts an meinem Zweifeln, ob diese Stelle selbst bei "großzügigem Maßstab" als Betrugsabsicht zu werten wäre. In dubio und so weiter.


    Mir ist klar, dass es keine objektiven Bewertungsmaßstäbe gibt! Es ist absolut denkbar, dass Frau Schavan bei einem anderen Doktorvater mit dieser Arbeit nicht durchgekommen wäre. Aber das ist hier nicht das Thema. Das Thema ist, ob wir, 33 Jahre später, so OFFENSICHTLICHE UND GRAVIERENDE Mängel finden, dass man gar nicht anders kann, als Betrugsabsicht zu unterstellen.

    Zitat

    Original geschrieben von oleR
    Ich habe die Auflistung bei Schavanplag gesehen.


    Hm, ich hatte gehofft, du würdest uns eine tiefere Kostprobe bezüglich deiner Urteilsquellen geben, als einen Internetlink.
    Aber gut, ich mache mal einen Versuch. Wir wär´s werter oleR, wollen wir mal einen Versuch machen, ernsthaft zu diskutieren? Mal als Angebot.
    Du hast also "die Auflistung" gesehen. Hast du dir denn die Fälschungsbehauptungen auch mal angesehen? Ich habe mir mal vier angeschaut - zu mehr habe ich leider nicht die Zeit.
    Ich greife mal folgende heraus: "S. 100 (Vortäuschen einer C.G.-Jung-Rezeption)".



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    Schavan: Bereits in seinem ersten großen Werk “Wandlung und Symbole der Libido” setzt sich C.G.Jung 1912 vor allem durch sein Verständnis der Libido als psychischer Energie schlechthin deutlich von seinem Lehrer Freud ab.


    Nowak: Noch weiter als A. Adler entfernte sich C. G. Jung von S. Freud. Das zeigte sich schon in seinem ersten großen Werk “Wandlung und Symbol der Libido” von 1912, in dem er sich deutlich von Freud absetzte. Jung versteht unter Libido die spezifische psychische Energie schlechthin [...].


    Bewertung von Schavanplag:
    Typ: Verschleierung.
    Die Verfasserin erwähnt Nowak (1978), von dem sie ihre Aussage bezieht, im gesamten Unterkapitel über C.G. Jung nicht. Richtig lautet der Titel des Werkes Wandlungen und Symbole der Libido.
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    Ich kann der Bewertung von Schavanplag nicht in dieser Form zustimmen. Richtig ist, dass die AUSSAGEN der beiden Quellen ähnlich sind. Aber das allein macht kein Plagiat aus. Schon gar kein Plagiat mit Betrugsabsicht.
    Eine AUSSAGE kann auch dann ähnlich sein, wenn beide Autoren schlicht zur gleichen Schlussfolgerung gekommen sind. Wenn man besonders pingelig sein möchte, dann müsste man noch würdigen, ob eine Aussage in einem Fachbereich ausreichend Konsensfähig ist, um ohne besonderes Zitat auszukommen.
    Beispiel: wenn ich in VWL erläutern wollte, dass sich Keynes in seiner Bewertung der Oppertunitätskosten der Geldhaltung von den Klassikern unterschiedet, dann brauche ich das nicht in jedem Fall zu zitieren. NATÜRLICH hat auch diesen Gedanken mal irgendwan jemand das erste mal gedacht.
    Aber die Feststellung ist gewissermaßen trivial - man kann dieser Aussage zustimmen, ohne sie gesondert zitieren zu müssen. Anderes Beispiel: in der Mathematik muss auch nicht jedesmal zitiert werden, wer die Axiome der natürlichen Zahlen entwickelt hat. NATÜRLICH hat auch hier jemand diesen Gedanken zum ersten mal gedacht. Aber die Aussagen haben inzwischen einen derartigen Konsens erreicht, dass ein Zitat oft nicht erforderlich ist.


    Kommen wir jetzt zur obigen Primärquelle bezüglich Schavans unterstelltem Plagiat. Wenn ich obiges richtig interpretiere, dann hat Schavan Nowak sehr wohl zitiert - nur nicht hier. Zu bewerten wäre also, ob die Aussage, dass sich Jung von Freud absetzt hat, hier so spezifisch ist, dass zwingend ein Zitat geboten wäre. Nun, ich bin auf dem Gebiet der Geisteswissenschaft eher wacklig. Mein Urteil könnte also falsch sein. Aber nach meinem Gefühl ist die Aussage, dass sich Jung von Freud in diesem Werk absetzt nachgerade trivial - und erfüllt damit die Kriterien, dass ein Zitat nicht zwingend geboten ist. Schavan ist schlicht zum gleichen Schluss gekommen - dass auch Nowak diesen Schluss zu Jung gezogen hat, ist bei einer trivialen Aussage kaum verwunderlich.


    Schavanplag zitiert obige Quelle wie folgt:
    "Eine Auswahl von Passagen, bei denen es sich m.E. auch beim Anlegen eines großzügigen Maßstabs um eindeutige Plagiate handelt, finden Sie hier:"


    Wenn DAS, werter oleR, ein Beleg für ein trotz "großzügigem Maßstab eindeutiges Plagiat" handelt, dann weiß ich, was ich von den anderen 60 Plagiatsbehauptungen zu halten habe.
    Meine vier Stichproben belegen keineswegs, dass Schavans Arbeit den Kriterien zur Vergabe eines Doktortitels genügt. Aber zumindest zeigen mir meine vier Stichproben, dass ich in meiner Beurteilung zu keineswegs einer so eindeutigen, über jeden Zweifel erhabenen Veruteilung von Schavan komme, wie die üblichen Qualitätsmedien das tun.


    Jetzt habe ich dir eine Kostprobe gegeben, oleR, was ich unter einer faktenbasierenden Diskussion verstehe. Du bist ernsthaft eingeladen, meine obigen Schlussfolgerungen zu widerlegen oder mit anderen Plagiatsbehauptungen zu anderen Schlussfolgerungen zu kommen. Wenn ich deinen Argumenten zustimmen kann, dann werde ich das auch zugeben.



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    Ich kann da keinen Widerspruch erkennen.


    Ich schon. Aber das kann ich jetzt nicht erläutern - Arbeit ruft.



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    ...frage ich mich, auf welcher Basis du zu deinen weitreichenden Aussagen kommst, ...


    oleR, es ist schwierig dir zu antworten, wenn du Pauschalaussagen obigen Kalibers verwendet. Was sind meine "weitreichenden Aussagen" (man beachte den Plural)? Zu Schavan habe ich keine "weitreichenden Aussagen" geäußert. Meinst du meine Beurteilung des Kommunismus? Oder bezog sich das auf die eine Aussage (man beachte den Singular) zu Gysi, die du zitierst? Zu beidem darf ich leider nicht antworten, weil schon mehrere Beiträge weiter oben ein "Offtopic" bemängelt wurde.

    Zitat

    Original geschrieben von oleR
    Ich weiß ja nicht, welchen Personenkreis du meinst.


    Die "Personenkreise" kommen vor dir. Ich hatte gehofft, du würdest erläutern, wer deiner Meinung nach welche Personenkreise meint.



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    Es geht bei Schavan nicht um Primärquellen. Was soll diese Suggestivfrage?


    Primärquellen in Bezug auf die Vorwürfe. Unter Umständen kann man da auch Schavanplag gelten lassen. Also, was genau sind die Vorwürfe? Jetzt mal im Ernst, werter oleR und ohne (all zu viel) Angriff: Du scheinst Schavan zu verurteilen. Auf welcher Basis bist du zu deinem Urteil gekommen? Das ist doch keine unlautere Frage. Auf der Basis von Zeit und Spon - oder ist da mehr Substanz? Und wenn da mehr ist - dann beschreibe dein Wissen doch mal hier. Wie ich bereits schrieb: ICH habe keine Recherche betrieben - weil mir das Thema tatsächlich nicht auf den Näglen brennt. Deswegen kann ich zu den eigentlichen Vorwürfen Schavan gegenüber nichts sagen. Ich habe lediglich angemerkt, dass Spon -oder von mir aus auch Zeit online- KEINE ausreichende Quelle sind. Dafür habe ich einfach zu oft übelste Verleumdungen und Verdrehungen in diesen Schmutzblättern lesen müssen.


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    ...Die Uni ist ganz offensichtlich der Überzeugung, dass Schavan einige Literatur verwendet hat, die nicht angegeben wurde.


    Wie gesagt: ich habe keine Recherche gemacht. Aber so aus dem hohlen Bauch vermute ich mal, dass da was dran ist. Aber dir ist schon klar, dass die Aberkennung des Titels nicht darauf beruht? Die Aberkennung erfolgte mit der Begründung der BetrugsABSICHT.

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    Ne, hinter dieser Auflistung in einem Kontext wie hier steht mehr als eine Vorstellung. Selten war das aber bis jetzt eine, die ich besonders erquicklich oder auch nur einigermaßen differenziert fand.


    Du magst Vorurteile? OK, da hast du eins: ich behaupte mal, du würdest dich mit Händen und Füßen dagegen wehren, wenn man von dir verlangen würde, beim Nationalsozialismus zu "differenzieren". Ich behaupte du würdest sagen: bei einer Ideologie mit solcher Menschenfeindlichkeit und und solcher Brutalität ist nix mehr zu differenzieren. Bis zu dem Punkt könnten wir uns sogar einig sein. Der Unterschied mag sein, dass ich alle brutalen Diktaturen ablehne - auch den Kommunismus.

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    Original geschrieben von oleR
    Es ist bemerkenswert, wie die Verfehlungen bestimmter Personenkreise relativiert werden ("ein paar Zitate geschludert" - mit Verlaub, diese Aussage ist selbst bei wohlwollender Betrachtung schlicht falsch)


    Wohlwollende Betrachtung. Hm, so so. Personenkreise. Interessant. Wer genau hat noch mal hier die Taten von "Personenkreisen" verharmlost? Ich habe da wohl was überlesen. Oder sollte das nur eine ääh... kreative Auslegung von Beiträgen gewesen sein?


    Und außerdem bin gespannt wie ein Flitzebogen. Die obige Aussage ist ja extrem selbstsicher; ich gehe also davon aus, dass du umfangreiches Faktenwissen hast. Und nicht etwa nur die Studenten-Bild (Spon) nachplapperst.
    a. Wie ist die Sachlage bei den Primärquellen, was genau hat Schavan falsch gemacht? Gegenüberstellung der Zitate und der Originalquellen? Wieviel Prozent der Doktorarbeit betrifft das? In wie weit zerstören die unterlassenen Zitate den Wert der restlichen Arbeit?
    b. Auf welcher Faktenlage wird Schavan eine Betrugsabsicht nachgewiesen?


    Bisher habe ich mir nicht die Mühe gemacht, das selbst zu recherchieren. Aber jetzt kann ich mich ja ganz bequem aufschlauen, denn du kennst dich ja aus. Danke für die Nachhilfe. :)



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    Wenn die Alternative nach deinen Vorstellungen aussehen sollte, ist das vielleicht nicht die schlechteste Variante.


    Dir ist schon klar, dass obiger Satz deine Vorurteile offenbart, denn "meine Vorstellungen" kannst du nicht kennen - ich habe hier nichts dazu geschrieben. Ah - mit einer Ausnahme: dass ich Kommunismus als menschenfeindliches, diktatorisches und prinzipiell funktionsunfähiges Regime erkannt habe, das habe ich tatsächlich schon mal in einem Beitrag geschrieben. Ist es das, was du mit "meinen Vorstellungen" meintest?

    Schavan - Gysi


    Bemerkenswert ist auch, dass hier immer noch im Schavan-Strang rumpalavert wird, aber niemand ein Wort zu Gysi verliert. Gysi wird vorgeworfen, mit einem menschenfeindlichen System zusammengearbeitet zu haben. Ihm wird vorgeworfen, antidemokratische Ziele verfolgt zu haben und seine eigene Karriere darauf aufgebaut zu haben, über buchstäblich Leichen gegangen zu sein (denn mit der Stasi zusammenzuarbeiten bedeutet, andere Leben zu schädigen und zu vernichten).


    Schavan hat ein paar Zitate geschludert - Gysi ist ein Verbrecher. Übrigens, nur nebenbei: wer sich mit Gysis Promotion beschäftigt, weiß was das für ein Typ das ist. Gysi ist nicht nur ein übler Opportunist, sondern auch ein Feind der Demokratie.


    Aber auf dem linken Auge sind viele Deutsche blind.

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    Original geschrieben von malinfo
    Nun ja, es ist nunmal so, daß so gut wie alles, was sie in ihrem leben erreicht hat, auf diesem betrug beruht.


    Das interessante ist, dass du selbst vermutlich wirklich daran glaubst. Für mich ist das reine Spekulation; und sieht man sich die gewundenen Lebensläufe der etwa 80 Millionen derzeit lebenden Deutschen an, dann ist die Empirie auf meiner Seite. Abgesehen von extremen Ausnahmen (wie zum Beispiel dem deutschen Praktizierungsverbot ohne abgeschlossenes Medizinstudium [aber nicht etwa dem "Doktor" wie viele fälschlich glauben]) gibt es fast nie etwas, was ein Leben tatsächlich bis ans Ende vorbestimmt.


    Und eine politische Karriere mit einem 33 Jahre alten Doktortitel zu verbinden, ist eine extrem einseitige Sichtweise. Das grenzt an religiösen Determinismus. Vielleicht denkst du mal darüber nach, ob du das WIRKLICH glaubt - oder jetzt nur sagst, weil du Schavan (aus welchen Gründen auch immer) nicht leiden kannst.


    Es kann immer wieder zu überraschenden Ergebnissen führen, seine eigenen Vorurteile zu überprüfen. Ich zum Beispiel habe das Vorurteil, dass Menschen, die in Foren grundsätzlich alles klein schreiben, auch sonst im Leben wenig exakt sind und gerne aus dem Bauch heraus argumentieren. Vielleicht hilfst du mir, mein Vorurteil zu revidieren? :)