Beiträge von Gag Halfrunt

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    Original geschrieben von Printus
    Bei einer Brötchenverkäuferin sehe ich gelassen und finde richtig, wenn die eine psychische Erkrankung zur Vermeidung persönlicher Nachteile stillschweigend behandeln lässt.


    Ein Pilot trägt aber Verantwortung für tausende Menschen - in seinem Flugzeug, in anderen Flugzeugen und auch am Boden. Dass man im Falle psychischer Krankheiten einfach nur auf dessen Krankheitseinsicht und Integrität setzt, ist mir ehrlich gesagt zu dünn.

    Gebrochene Knochen kann man auf einem Röntgenbild sehen. Stoffwechselerkrankungen im Blutbild. Psychische Erkrankungen hingegen lassen sich nicht zuverlässig diagnostizieren. Man darf hier nicht vergessen, dass Piloten überdurchschnittlich intelligent sind -- ja sein müssen. Das bedeutet auch, dass die meisten von ihnen fähig sind, sich auf Psychotests so weit vorzubereiten, dass sie sie trotz vorhandener Erkrankung mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit bestehen.


    Psychologische Diagnostik funktioniert nur, wenn der Patient mitmacht.


    Wir haben doch alle naselang diese Debatten von irgendwelchen Kinderschändern oder sonstwelchen Triebtätern, die nach zig Jahren Knast entlassen werden, weil ein psychologisches Gutachten belegt hat, dass derjenige keine Gefahr mehr darstellt. Und kaum ist er draußen, geht das Spiel weiter.


    Psychologie ist keine präzise Wissenschaft. Du kannst den Geisteszustand nicht mit einem Ölpeilstab messen*.


    Und was ist mit Fehldiagnosen? Was passiert, wenn der Proband nur einen schlechten Tag hatte und der Psychologe ihn als "krank" stempelt?


    Lasst uns doch mal realistisch sein: Seit wie vielen Jahren gibt es Passagierluftfahrt? Wie viele Piloten gibt es? Und wie viele Unglücke dieser Art sind bisher vorgekommen?


    Irgendwo muss man sich einfach mal damit abfinden, dass überall dort, wo Menschen in Schlüsselpositionen sitzen, Unfälle und Unglücke passieren, die auf menschliches Versagen oder Vorsatz zurückzuführen sind.


    Jedes Jahr sterben mehrere hundert Menschen in Deutschland im Zusammenhang eines Selbstmords eines anderen. Und jetzt, wo einmal ein Pilot durchgedreht ist, verfällt man in Aktionismus?



    *) Wer die Anspielung auf ein Filmzitat errät, bekommt von mir ein Glas Orangensaft.

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    Original geschrieben von CK-187
    Es wäre schon mal ein kleiner Schritt wenn Krankmeldungen automatisch beim Arbeitgeber landen.
    So ein System sollte doch gerade heute recht unkompliziert machbar sein.

    Was wäre damit erreicht? Dann würde derjenige einfach gar nicht zum Arzt gehen und komplett unbehandelt weiter an seinem Arbeitsplatz aufkreuzen.


    Aber genau das hatte Frank oben schon einmal geschrieben.

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    Original geschrieben von drueckerdruecker
    Informieren oder interessieren sich denn nichtmal explizite Kölnfans trotz Entfernung (Effzeh) im voraus?

    Da der durchschnittliche Fanshop-Kunde selten einen IQ oberhalb der Raumtemperatur hat, ist das schon arg viel verlangt. ;)


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    Und wer als Ortsfremder zum - zentralst gelegenen, kaum übersehbaren und einfaichst mit dem Dom verklammerbaren Dom - Hauptbahnhof will, der ist doch in der Regel auch schon am Hauptbahnhof angekommen. Dinge gibt's, und Leute...

    Also ich hätte jetzt nicht gewusst, dass der Hbf. in der Nähe des Doms ist, muss aber auch zugeben, dass ich noch nie in der Kölner Innenstadt war.

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    Original geschrieben von archie83
    Laut DRK werden auch diese Kleiderspenden weiterverkauft, wenn sie nicht mehr benötigt werden.

    Sollen sie die nicht verwendbaren Klamotten besser wegwerfen?


    Der Unterschied ist, dass die Vorsortierung vor Ort erfolgt. Was nicht zu gebrauchen ist, wird der Verwertung zugeführt und landet dann mit einer hohen Gewissheit auch nicht in Afrika, sondern eher als Flickenteppich bei IKEA oder Putzlumpen in der Industrie.

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    Original geschrieben von drueckerdruecker
    Oder eben ein Passagierpilot, der Passagiere zu befördern hat. Könnte natürlich auch Lokführer, Busfahrer oder Schiffskapitän sein.

    Korrekt. Das ist eben einer der vielen Faktoren die dafür sprechen, dass das öffentliche Interesse höher wiegt als die schutzwürdigen Interessen des mutmaßlichen Täters.


    Dieses Merkmal allein würde m.E. aber nicht ausreichen. So wirst du vor dem Presserat z.B. nicht durchsetzen können, den vollen Namen eines Sportlehrers veröffentlichen zu dürfen, der sich an seine Schülerinnen rangemacht hat.


    Kommen da noch ein paar andere Faktoren hinzu, dann könnte das wieder anders aussehen. Also angenommen, es wäre nicht irgendein Sportlehrer, sondern der Trainer der Bundesliga. Oder es wäre ein Missbrauchsfall in 8127 Fällen, usw.


    Es bleibt eben immer eine Abwägungssache. Das jeweilige Presseorgan tut sehr gut daran, diese Abwägung eher konservativ zu führen.

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    Original geschrieben von beesdo77
    Seit wann legt eine Staatsanwaltschaft die Schuld oder Unschuld einer Person fest. Ich dachte immer das dürfen nur Gerichte und keine Ermittlungsbehörden.

    Da denkst du schon richtig, ist aber für die von mir oben geschilderte Abwägung nicht relevant.


    Es gibt hier zwei Aspekte. Der eine ist die Benennung des Täters bzw. Tatverdächtigen. Die darf ab dem Moment erfolgen, wenn der Tatverdacht erheblich ist, ein besonderes öffentliches Interesse vorliegt, er sich selbst offenbart oder es sich um eine Person des öffentlichen Interesses handelt. Wichtig ist dabei stets, dass das öffentliche Interesse größer ist als der Schutz der Interessen des Betroffenen.


    Der andere Aspekt ist die Schuldzuweisung selbst. Du darfst ihn dann als Täter bezeichnen, wenn er die Tat gestanden hat, sie öffentlich begangen hat oder eben verurteilt wurde.


    Hier gibt es leider kein schwarz und weiß, sondern sehr, sehr viel grau dazwischen. Und gewisse Boulevard-Medien nehmen für sich in Anspruch, die Hürden da sehr niedrig anzusetzen, um eine möglichst fette Schlagzeile liefern zu können.


    Im aktuellen Fall hätte die große Zeitung aus Berlin (nicht Hamburg) ihn daher maximal als mutmaßlichen Amok-Piloten betiteln dürfen.

    Man kann den Sammelcontainern – auch den vom DRK – leider nicht immer von außen ansehen, ob die gespendeten Kleider in die (lokale) Kleiderkammer oder zum Verwerter wandern. Das DRK macht übrigens beides.


    Wer also sicher gehen möchte, sollte die Sachen direkt zur nächstgelegenen Kleiderkammer bringen.


    Übrigens: Wenn die Klamotten in Afrika verkauft statt verschenkt werden, haben die lokalen Händler wenigstens noch eine Chance, damit zu konkurrieren. Und die Einheimischen haben eine andere Wertschätzung den Sachen gegenüber, was der Verschwendung vorbeugt. Es geht den Hilfsorganisationen dabei überhaupt nicht darum, mit dem Verkauf Geld zu verdienen.