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Original geschrieben von Printus
Speziell die Lufthansa traut sich im Rahmen des berühmt-berüchtigten DLR-Tests zu, insbesondere auch charakterlich zum Konzern passende Kandidaten auszusieben. Okay, da geht es nicht speziell um die Gesundheit sondern mehr den Charakter. Aber man bildet sich eine Meinung über die Persönlichkeit des Bewerbers.
Ich denke, dass du durchaus in der Lage bist, den Unterschied zu erkennen, ob man einen Bewerber ablehnt, oder einen fertig ausgebildeten Piloten aus seinem Beruf entfernt.
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1. Aha, man ist im Falle von Kinderschändern also durchaus der Meinung, die psychische Situation eines Probanden von außen beurteilen zu können. Bei Piloten heißt es "geht nicht". Ja was denn nun?
Ist das so schwer zu verstehen? Ein bereits auffällig gewordener Straftäter wird untersucht, inwieweit es gerechtfertigt ist, ihn weiterhin seiner Bürgerrechte zu berauben.
Du forderst ein "Massenscreening" unauffälliger Personen und eine Prognose, ob diese jemals auffällig werden könnten. Das erinnert mich irgendwie an "Minority Report".
Denn wieso sollte man das denn nur auf Piloten beschränken? Jedes Jahr werden hunderte Menschen durch von Tätern mit psychischer Disposition getötet oder verletzt. Was ist mit all denen? Die muss man doch auch beschützen.
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2. Ich kenne keine genauen Zahlen, aber zu untersuchen wäre, bei wievielen es denn wirklich schief geht. Du hörst von den Fällen, wo es tatsächlich zu Rückfällen kam, nicht aber denen, wo nichts mehr passiert ist. Wäre mal interessant zu erfahren, welche Trefferquote hier erzielt wird.
Es ist irrelevant, bei wie vielen es schief geht. Einer reicht, damit das Geschrei wieder groß ist.
Was würdest du sagen, wenn die Lufthansa pro Jahr soundsoviel Piloten aus dem Dienst entfernt, aber dann irgendwann doch einer, der "durchgerutscht" ist wieder einen Anschlag verüben kann? Was dann? Zig Karrieren sinnlos zerstört und den einigen wahren Täter übersehen.
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Neben dem aktuellen Fall weiß ich spontan von Egypt Air 990, einer 737 von Silk Air, in Afrika gab's kürzlich einen vergleichbaren Fall. Man müsste auch hier mal googlen. Es mag nicht alltäglich sein, aber es ist auch kein einzigartiger Sonderfall.
Du hast meine Aussage nicht verstanden.
Es gibt keine genauen Zahlen, aber pro Tag sind rund 100.000 Flugzeuge in der Luft und befördern irgendwas um die 8 Millionen Menschen.
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Nein, damit darf man sich nicht abfinden! Das Ziel muss sein maximale Sicherheit anzustreben.
Ich nehme an, du fährst deshalb auch kein Auto, verlässt das Haus auch nur mit Schutzhelm und schusssicherer Weste?
Aufwachen! Es gibt keine "maximale Sicherheit". Das gesamte Leben ist ein einziges Risiko.
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30% aller Menschen erleben im Laufe ihres Lebens eine psychische Erkrankung. Dafür darf man niemanden ächten und derjenige muss seine sozialen und beruflichen Standards halten können. Aber es ist inakzeptabel, dass andere Menschen ihr Leben dafür zur Disposition stellen sollen, dass man Verantwortlichen ganz lapidar vertraut weil man glaubt, dass es anders nicht geht.
Nochmal: Jedes Jahr sterben allein in Deutschland mehr Menschen im Zusammenhang mit dem Suizid eines Dritten, als dort in der Maschine saßen. Vielleicht sollte man hier erst einmal anfangen.
Ich weiß, dass die Vorstellung schwer erträglich ist, aber du verantwortest dein Leben jeden Tag an vielen Stellen anderen an. Der Busfahrer, die anderen Verkehrsteilnehmer, dem Architekten, der das Haus gebaut hat, in dem du dich aufhältst, der Elektriker, der den Lichtschalter angeschlossen hat, den du vorhin benutzt hast.
Es gibt so unzählige Gefahren, wo überall man durch einen psychisch gestörten Menschen zu Schaden kommen könnte.
Was du forderst, ist purer Aktionismus, der von einer unangenehmen Wahrheit ablenkt.
Es gibt keine maximale Sicherheit.