Beiträge von Gag Halfrunt

    Zitat

    Original geschrieben von Pitter
    Natürlich gibt es keinerlei Zusammenhang zwischen nach aussen erfolgsabhängiger Vergütung und in der Realität offensichtlich nicht stattfindender Koppelung, zumindest für die oberen Chargen. ;)

    Ja, zumindest für dich. Und zu dem Rest, den ich schrieb, hast du nichts zu sagen? Dann betrachte ich dies dann mal als stillschweigende Zustimmung.


    Zitat

    Ansonsten ist das mit der Risikoverknüpfung für normale Mitarbeiter, die ihre Arbeit tun aber keinen Einfluß auf die Weichenstellungen im Unternehmen haben, so ein Sache.

    Wieso forderst du dann, dass sie am Gewinn beteiligt werden, wenn sie doch gar keinen Einfluss haben?

    Zitat

    Die tragen schließlich das volle Risiko des Arbeitsplatzverlustes, während der Manager sich im Zweifel mit dem goldenen Handschlag zum nächsten Unternehmen davonmacht.

    Ach, herrjeh... Der "goldene Handschlag"... Noch so eine Plattitüde. Als ob es für andere Angestellter keine Abfindungen gäbe. :rolleyes:


    Darüber hinaus hat jeder von ihnen dasselbe Risiko des Jobverlusts. Der gemeine Arbeiter muss sich genauso etwas neues suchen wie der leitende Angestellte. Der Hauptunterschied besteht aber darin, dass der Angestellte wenigstens Arbeitslosengeld bekommt, während der Geschäftsführer leer ausgeht. Der muss sofort weitermachen, da er keine andere Wahl hat. Aber das soll hier nicht das Thema sein.

    Zitat

    Original geschrieben von Ma-Dai
    Irgendwie ist das hier doch eine recht platte "Die da oben", "Der einfache Mann" und "Konzerne sind gewissenlos und böse" Argumentation, in die hier immer wieder zurückgefallen wird. Jedes Unternehmen, das allein auf Gewinnmaximierung aus ist, ist nach ein paar Jahren Geschichte. Personal muss langwierig herangezogen UND motiviert werden, sonst läuft der Laden nicht. Genauso müssen auch Anlagen regelmäßig gewartet werden, wer daran spart, zahlt später erheblich drauf.

    Unternehmensführung im speziellen und der Markt im allgemeinen ist eine sehr komplexe Angelegenheit. Deshalb neigen viele eben zu Vereinfachungen, damit sich das in ihr Weltbild fügt.
    Um mehr Geld zu rechtfertigen, reicht eben das klassische Schubladendenken von den bösen Bonzen und den unterdrückten Arbeitern. Würde man in diese Überlegung noch all die anderen Aspekte mit einbeziehen, wie die Marktlage, die eigene Leistung, usw., dann wird das schon viel, viel schwieriger.


    Es ist halt viel bequemer, wenn man sich in einer anonymen Masse einer Gewerkschaft verstecken kann und von dort aus mit archaischen Mitteln einen Kampf gegen die Oberen zu führen.


    Als es noch keine Gesetze hab, die die Arbeitnehmer geschützt haben, war das durchaus ein probates Mittel, die elementaren Dinge durchzusetzen. Aber heute geht es nur noch ums Geld und eher "Luxusproblemen", ob man eben bei seinem sechsstelligen Gehalt selbst für den Vorruhestand vorsorgen muss oder ob der Arbeitgeber einem das noch on top gibt.


    Wenn man überlegt, woher das Streikrecht kommt, ist das eigentlich eine einzige Beleidigung derjenigen, die in der Vergangenheit für die Arbeitsrechte gekämpft haben.

    Zitat

    Original geschrieben von Ma-Dai
    Eigentlich könnte ja auch jeder Mitarbeiter eines AG, der eine AG ist ( :D ), Aktien kaufen und sich so selbst am Unternehmenserfolg beteiligen. Nur würde es etwas dauern, bis man genug Anteile aufgebaut hat, dass die Dividende wie eine Bonuszahlung aussieht. Dennoch würde man dann in gewissem Maße "für sich selbst" arbeiten.

    Viele börsennotierte Unternehmen bieten ihren Angestellten zudem ja auch Aktienoptionen, etc. an.

    Zitat

    Original geschrieben von Brainstorm
    Und wieviel Anteil hat ein Werkmitarbeiter am Unternehmenserfolg? Der muss tun, was ihm von Oben befohlen wird.

    Dann klopp dich bitte mit "Pittler", der ja moniert hat, dass die Unternehmensgewinne angeblich stärker als die Gehälter gestiegen sind. ;)


    Falls du des Lesens mächtig sein solltest, dann wäre dir sicherlich nicht entgangen, dass ich oben auch schrieb, dass ich einen leistungsbezogenen Bonus befürworte.



    Zitat

    Die Chefs, die die Fehlentscheidung getroffen haben, bekommen eine Prämie, und dürfen beim nächsten Unternehmen weitermachen. So sieht doch mal die Realität in großen Unternehmen aus.

    ... zumindest die "Realität", die dir die "BILD", dein Stammtisch oder ähnlich seriöse Quellen vorspiegelt. ;)

    Zitat

    Original geschrieben von Ma-Dai
    Es gibt ja bereits viele Firmen, die entsprechende Bestandteile in allen Gehältern fixiert haben. Beispielsweise zahlt Volkswagen jedem Tarifmitarbeiter, egal ob Werker oder Ingenieur, den gleichen Bonus als Erfolgsbeteiligung, bedingungslos. Prozentual aufs Jahresbrutto gesehen erhält ein Werker damit sogar einen deutlich höheren Bonus als die höheren Entgeltstufen.

    Ja, und so etwas befürworte ich auch. Dann wären die Diskussionen von wegen "die da oben scheffeln sich die Taschen voll" vom Tisch. Geht es dem Unternehmen gut, denn profitieren alle davon.


    Zusätzlich bin ich auch für Boni, die von der persönlichen Leistung abhängen. Dann hat es auch jeder einzelne selbst in der Hand, wieviel er am Jahresende bekommt.

    Zitat

    Original geschrieben von Pitter
    Klar, da gibt es ja zahlreiche Beispiele wie das mit der "Verantwortung" aussieht, die für exorbitante Einkommenssteigerungen herhalten muss. Komischweise drückt die sich weniger in Gehaltseinbussen als in einem goldenen Handschlag aus.

    Der Tatsache, dass die Antwort in keinem erkennbaren Zusammenhang zu meinem obigen Beitrag steht, entnehme ich dann mal, dass dir dazu sonst nichts weiter einfällt.

    Zitat

    Original geschrieben von Pitter
    Und das soll "verhandeln auf Augenhöhe" sein? :confused:

    Ist es denn so abwegig, dass man die Verantwortung für sein Handeln übernimmt?


    Die Gewerkschaften wollen doch etwas. Dann sollen sie bitte auch die Konsequenzen dafür tragen.


    Oder erkläre du mir bitte, warum ich als Unbeteiligter einen finanziellen Schaden hinnehmen soll, nur weil eine Handvoll Angestellter eines Verkehrsunternehmens ihr Gehalt aufbessern wollen.


    Zitat

    Um das so zu sehen muss man schon einen gehörigen Knick in der Optik haben, bei dem Höhenunterschied, der sich dann ergeben würde.

    Ich würde es eher als den Blick fürs Wesentliche bezeichnen. Jeder ist für sein Handeln verantwortlich.


    Zitat

    Dir ist schon klar, was in so einem Falle alles an Schäden aufs Tablett kommen würde. So einen Streik gäbe es allerhöchstens 1 mal. Danach wären alle Gewerkschaften und alle Arbeitnehmer vom "Streikvirus geheilt". Und genau das willst du ja auch erreichen.

    Nein. Es würde die Gewerkschaften dazu zwingen, mit dem Streikrecht verantwortungsvoll umzugehen und nicht selbstgefällig zehn- bis hunderttausende Unbeteiligte in ihre private (!) Auseinandersetzung mit einem Arbeitgeber hinein zu ziehen.


    Zitat

    Die Masse der Arbeitnehmer soll allerhöchsten um bessere Entlohnung betteln dürfen, den Mund halten und sich mit dem, was man ihnen gnädigerweise zugesteht, zufriedengeben.

    Das hast du richtig erkannt. Denn betteln bedeutet, dass man eine Leistung ohne Gegenleistung erhalten möchte.


    Zitat

    Die Entwicklung der Arbeitnehmergehälter in den letzten Jahren hierzulande im Vergleich zu den Unternehmensgewinnen hast du/habt ihr noch nicht registriert. Und das trotz der allgegenwärtigen "Erpressung" durch Streiks durch die bösen Gewerkschaften.

    Hast du dich für die Senkung der Löhne und Gehälter genauso leidenschaftlich eingesetzt, als die Gewinne vor ein paar Jahren erheblich eingebrochen sind? ;)


    Und wieso setzen sich die Gewerkschaften denn nicht dafür ein, dass die Gehälter einen vom Unternehmensgewinn abhängigen variablen Anteil erhält, so wie das in den oberen Gehaltsklassen ja auch üblich ist?
    Da liegt doch der Hase im Pfeffer: Man will immer mehr, aber keinerlei Risiko übernehmen.

    Zitat

    Original geschrieben von mumpel
    Du verstehst anscheinend nichts. Wenn die Firmen sparen wollen sollten die vielleicht dort anfangen wo es sich lohnt, nämlich bei den Spitzenlöhnen. M.E. ist kein Mensch 30-Millionen Euro pro Jahr wert, selbst wenn er noch soviel für die Firma tut. 200-tausend Euro würden auch reichen. Für die Ersparnis könnte man neue Arbeitsplätze schaffen, die vielleicht sogar den Umsatz steigern helfen. Würden die selbsternannten Top-Manager nicht so viel bekommen/nehmen wäre vielleicht auch der Neid bei den kleinen Arbeitnehmern geringer.

    Ohjeh... Und ausgerechnet du sprichst hier von "nichts verstehen"?


    Kein Manager bekommt in Deutschland 30 Mio. Cash. Das sind die von BILD & Co. zusammengebastelten Summen, die sich aus dem tatsächlichen Gehalt und den Vergütungen in Form von Optionsscheinen, etc. ausrechnen lassen. Und wieviel davon an Steuern und anderen Abgaben noch weg fließen, wird auch gerne unterschlagen.


    Wo hast du überhaupt diese Phantasiesumme her? Ich hab mal gerade gegoogelt. Besagtes Boulevard-Blatt hat z.B. für den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Post ein Gehalt von 5,6 Mio im Jahr errechnet (natürlich Brutto und inklusive nicht umittelbar als Geld ausbezahlten Teile). Nur mal so als Tipp, damit du dir der Größenordnungen bewusst wirst: Bekäme er tatsächlich 5,6 Mio als Jahresgehalt, würden nach Steuern und Abgaben davon 2,7 Mio übrig bleiben, also weniger als die Hälfte.


    Klar, man könnte diesem Mann auch nur 100.000 Euro zahlen. Dann könnte man jedem Mitarbeiter der Deutschen Post 1 Euro im Monat mehr zahlen. Applaus.


    Und nochmal: Die Vergütung im oberen Management bestimmt der Markt. Kein Unternehmen der Welt zahlt freiwillig sechsstellige oder siebenstellige Gehälter. Sie müssen es aber tun, weil sie sonst niemanden für diese Jobs bekommen. Die Bruttogehälter sind auch so riesig, weil mehr als die Hälfte davon abgeht.


    Millionengehälter zahlen gerade mal die handvoll obersten DAX-Unternehmen, und das auch nur ihren Spitzenangestellten. In Deutschland haben wir jedoch irgendwas um die 3 Millionen Unternehmen. Also worüber reden wir hier überhaupt?

    Zitat

    Original geschrieben von mumpel
    Aber bei den ganz großen Firmen ist das eben anders, da geht es um jeden viertel Cent.

    Tja, warum mag das nur wohl so sein?


    Vielleicht, weil sich diese Unternehmen im internationalen Wettbewerb befinden? Dass vielleicht eine Verteuerung der Stückkosten um einen Viertelcent die Wirtschaftlichkeit am Standort Deutschland gefährdet?


    Du und die anderen sollten sich mal von diesen naiven Vorstellungen trennen, dass alle "großen" Unternehmen so wie Apple sind, einen großen Geldspeicher im Untergeschoss haben, in denen die Manager allesamt jeden Morgen ein Bad nehmen, während in den Fabrikhallen sich reihenweise die Arbeiter umbringen, weil die Bezahlung und die Arbeitsbedingungen so mies sind.

    Zitat

    Original geschrieben von Brainstorm
    1. Die Gewerkschaft zahlt allen Streikenden Streikgeld. Dieses Geld druckt die Gewerkschaft auch nicht selbst. Also geht auch einer Gewerkschaft irgendwann die Luft aus.

    Wenn die Gewerkschaft auch die durch den Streik verursachten Schäden Dritter tragen müsste, dann wäre es gerecht.


    Denn darum geht es hier ja: Dass Leuten wie Wesselsky für ihren perfiden Machtkampf die Leute da draußen einfach scheißegal sind.


    Es ist eben etwas anderes, ob in einer Schraubenfabrik die Arbeiter ihre Arbeit für ein paar Tage nieder legen, oder ob eine Mini-Gewerkschaft großflächigen Schaden durch Sabotage der Verkehrsinfrastruktur anrichten.