Beiträge von Gag Halfrunt

    Ich nehme den ÖPNV aus Überzeugung. Aber wie will man die Menschen überzeugen, wenn man sie mit horrenden Fahrkartenpreisen vergrault?


    Der allergrößte Witz dabei ist, dass der ÖPNV im Rhein-Main-Gebiet ja bereits zur Hälfte aus Steuergeldern finanziert wird. Also kann man auch gleich alles übernehmen.

    Zitat

    Original geschrieben von Bandit137
    Vielleicht sollte man sich auch eher mal die menschliche Natur ansehen. Leute beklagen sich über Verkehrsvergehen der Anderen, während sie gerade und völlig selbstverständlich auch welche begehen. Leute wollen Ruhe haben und ziehen dann in Umgebungen mit großem Lärm, nur um sich direkt danach über den Lärm zu beklagen. Leute ziehen an eine stark befahrene Autobahn, um kurz danach wegen des Lärms vor Gericht zu ziehen.

    Der Schlüssel dazu ist einfach, attraktive Alternativen anzubieten.


    Ich nehme mal als Beispiel den ÖPNV im Rhein-Main-Gebiet, als schlechtes Beispiel. In den Randzonen sind die Fahrtakte zu groß, insbesondere dort, wo mit Bussen gearbeitet wird. Die Fahrpläne sind nicht auf die Verkehrslage abgestimmt. Der Fahrer muss also im Berufsverkehr dieselben Zeiten einhalten wie spät abends um zehn. Die Folge ist, dass man zu Stoßzeiten sämtliche Anschlüsse verpasst, aber spät abends keinen Bus bekommt, weil der Depp 5 bis 10 Minuten früher an der Haltestelle vorbei gerauscht ist.
    Bei schienengebundenen Fahrzeugen läuft das schon besser. Aber hier ist die Preisgestaltung ein schlechter Scherz.
    Für eine einfache Fahrt aus dem Randgebiet in die Frankfurter Innenstadt zahle ich stolze 4,30 Euro. Die Tageskarte gibt es dafür dann immerhin schon für 8,50 Euro.


    10er-Karten oder Wochenend-Karten gibt es nicht, sondern nur ganz klassisch Wochen-, Monats- und Jahreskarten.


    Also statt gerade die Gelegenheitsfahrer mit günstigen Angeboten zu locken, werden sie durch die hohen Einzelpreise abgeschreckt.


    Wenn ein Pärchen also am Wochenende zum Einkaufen in die Stadt will, muss es stolze 17 Euro blechen. 4 Stunden Parkhaus hingegen kosten nur 8 Euro.


    Und da soll mir mal irgendwer erklären, warum man auf Bus & Bahn umsteigen soll.

    Zitat

    Original geschrieben von klausN80X
    Moment mal ich glaube ihr redet da aneinander vorbei.
    Wenn man mit dem E-Auto von zu Hause in die Stadt zur Arbeit fährt, es auf den Parkplatz stell und während der Arbeit nachläd, braucht man doch kein 2. Auto. :)

    Doch, ich brauche dann nach wie vor ein zweites Auto, um meine sonstigen Wege zu erledigen.


    Davon abgesehen gibt es auf dem Parkplatz meines Arbeitgebers keine Steckdosen. Und selbst wenn: Über die steuerlichen Subtilitäten darin (Geldwerter Vorteil!) möchte ich mir noch nicht einmal Gedanken machen.


    Zitat

    Moment mal, es geht sowohl um Abgase als auch um Platzmangel.


    Welche deutsche Stadt leidet akut unter einem Abgasproblem? Und welche unter einem Parkplatzproblem?

    Zitat

    Die Idee mit ÖPNV-reinen-Städten finde ich sehr gut. Bus, Bahn, U-Bahn, keine PKWs oder LKWs und alles betrieben durch alternative Energien.

    Ich wäre dafür, den gesamten ÖPNV über Steuergelder zu finanzieren.


    Zitat

    Noch keine E-Mobile gesehen. Na dann, Augen auf. :)

    Ich habe noch keines gesehen, das eine Reichweite von 500 km hat. Du?

    Zitat

    Auf dem Parkplatz lädst du dein E-Mobile einfach nach. Problem gelöst. Oder du fährst gleich mit ÖPNV. :)

    Okay, also wenn ich 500 km weit fahren möchte, dann fahre ich eine 60-80-km-Etappe, suche mir dann einen Parkplatz, warte vier, fünf Stunden, fahre dann die nächste Etappe, usw.


    Klingt alles sehr durchdacht und praxistauglich.

    Zitat

    Original geschrieben von SAR
    Wie wäre es z.b. mit der Idee, daß das Parken in der Innenstadt mit einem Elektroauto für dich kostenlos wäre ? Sowas wird in anderen Großstädten schon längst praktiziert, warum wohl hierzulande nicht ..hmmm ?

    Das löst aber immer noch nicht das Problem, dass ich dann zwei Autos bräuchte. Eines für diese kurzen Wege, und eines für alles andere. Wie albern ist das denn? Du glaubst, dass ich mit den vielleicht 100 Euro gesparten Parkgebühren im Jahr ein solches Auto finanzieren könnte?


    Was das kostenlose Parken betrifft: Unsinniger geht es doch kaum. In den Städten ist doch heute schon viel zu viel Individualverkehr – und da geht es nicht um die Abgase, sondern schlicht um den Platz. Zu viele Autos auf zu wenig Straße. Ziel sollte es doch eher sein, die Autos möglichst komplett aus den Städten zu verbannen.
    Das praktiziere ich ja auch: Statt mich Zentimeter um Zentimeter von einem Stau zum nächsten zu quälen, fahre ich einfach mit der Bahn – und kann dabei sogar noch lesen.


    Du propagierst Umdenken. Also denke um, und das richtig. Individualverkehr in den Entfernungen unter 40* km sollte mit dem ÖPNV machbar sein. In Ballungszentren ist das in der Regel der Fall.



    So. Und wo sind denn nun die praxistauglichen Elektroautos mit realistischen Reichweiten von 500 km? Wo sind sie?



    *) 40 km ist die Entfernung von meinem Wohnort, die ich mit einem heutigen Elektroauto gefahrlos erreichen kann. Denn schließlich muss ich ja auch wieder zurück und brauche noch eine Reserve.

    Zitat

    Original geschrieben von SAR
    Genau mit dieser Ignoranz hat es Deutschland in kurzer Zeit geschafft das Internationale Schlusslicht zu werden wenn es um Elektromobilität geht, die eigenen Hersteller verdrücken sich ins Ausland damit die Arbeitsplätze erhalten bleiben, alles super!

    Vielmehr haben die deutschen Hersteller frühzeitig erkannt, dass Elektromobilität nicht die Lösung des Problems darstellt.


    Zitat

    Geh mal in D zu einem Autohändler und frage nach Elektroautos, entweder der lacht dich aus oder er rät dir ab. Und jetzt das gleiche Spiel in anderen Ländern versuchen ..

    Ja, und das völlig zu Recht.


    Es ist schön, wenn du andernorten etwas verkauft bekommst, das völlig praxisfern ist.


    Hast du zu dem, was ich schrieb, sonst nichts zu sagen? Wo gibt es denn auf der Welt ein praxistaugliches Elektroauto? Wo bitte? Zeige es mir!

    Das Auto ist hierzulande auch ein Statussymbol.


    Dennoch verkaufen sich Hyundai & Co. wie geschnitten Brot. Denn für den Großteil der Menschen ist es ein Gebrauchsgegenstand. Genauso ist das mit den Smartphones. Denn die lösen ja nach und nach die "klassischen" Mobiltelefone ab. Und genau in diesem Segment sehe ich eine Chance für solche Geräte.

    Zitat

    Original geschrieben von SAR
    Immer schön auf die Probleme fokussieren, dann steht der Kreativität nichts im Wege :apaul:

    Ich bin Realist. Und es ging hier darum, dass angeblich die Industrie die besseren Akkus zurückhalten würden, die das o.g. Problem lösen würden.


    Zitat

    Ganz ehrlich, wieviel Kilometer fährst du so am Tag ? Für die meisten Autofahrer hierzulande würden doch 100-200 km reichen, Werte die längst um ein vielfaches übertroffen werden

    Was man braucht und nicht, steht hier nicht zur Debatte. Denn wenn man danach ginge, dann bräuchten die allerwenigsten Menschen überhaupt ein Auto.


    Und nein, die Werte werden nicht um ein Vielfaches übertroffen. Verstehst du es nicht? Der 80.000 Euro teure Tesla S schleppt ein Viertel seines Eigengewichts – eine halbe Tonne – nur an Akkus mit sich herum und kommt damit im Alltag gerade mal 250 km weit.


    Der i3 von BMW, der momentan der Maßstab für die beste Kompromisslösung aus Akku, Gewicht und Reichweite darstellt (18% des Eigengewichts entfällt auf den Akku = 230 kg), kommt im Alltag gerade mal 80 km weit. Und das wäre für mich schon zu wenig.


    Die heutige Akkutechnik lässt sich nicht beliebig skalieren. Denn je schwerer der Akku, desto schwerer wird auch das Auto, desto höher der Energiebedarf und geringer die Reichweite.


    Um auf das "brauchen" zu kommen: Ich "brauche" mein Auto derzeit aufgrund beschissener ÖPNV-Anbindung leider für den Weg zur Arbeit. Ansonsten "brauche" ich es eigentlich nur für längere Strecken. In meinem letzten Job konnte ich bequem den ÖPNV nutzen. Der Wagen wurde nur für den Großeinkauf benutzt, zum Besuch der in der abgelegenen Pampa wohnenden Schwiegereltern und für längere Strecken.
    Den Großeinkauf könnte ich mit 100 km Reichweite noch bewältigen, aber alles andere nicht mehr.


    Also was will ich damit?


    Wenn ich diese markigen Sprüche lese, dass die E-Autos heute ideal für das urbane Umfeld seien. Ähm... Hallo? Was will ich denn in der Stadt mit einem Auto? Da fahre ich doch lieber mit dem ÖPNV. Und das tu ich übrigens auch. Ich wohne in einem Vorort von Frankfurt. Wenn ich in die Stadt rein will, nehme ich in 9 von 10 Fällen die Bahn, auch wenn die Preise unterdessen ziemlich unverschämt sind. Aber ob ich die teuren Parkgebühren zahle oder ein Tagesticket, nimmt sich am Ende nicht viel.

    Zitat

    Original geschrieben von SAR
    Die Automobilhersteller haben längst vernünftige Akkus während die Technologie hierzulande von der Politik blockiert wird. Schau mal über den Teich was z.b. was Build your Dreams in Kooperation mit Daimler in China auf die Beine stellt. Dort werden E-Autos mitlerweile mit umgerechnet 15.000 Euro staatlich subventioniert, was ungefähr einen drittel vom Kaufpreis darstellt.

    Du verwechselst da etwas: Die Technik wird nicht von der Politik blockiert, sondern von der Realität.


    Wenn etwas staatlich so hoch bezuschusst werden muss, dann zeigt das doch mehr als deutlich, dass es nach wie vor nicht massentauglich ist.


    Zitat

    Und du glaubst ernsthaft das die Technik noch nicht so weit ist ?

    :confused:


    Ähm... Es geht um die Verschwörungstheorie, dass es angeblich leistungsfähige Akkus gäbe, diese aber von der bösen, bösen Industrie unter Verschluss gehalten werden.


    Aber um auf deine Frage zu antworten: Ja, ich glaube es nicht nur, es ist eine Tatsache, dass die Technik noch nicht so weit ist.


    Das Reichweitenproblem ist nach wie vor nicht gelöst. Oder welcher Hersteller hat ein Elektroauto im Angebot, das echte 600 km schafft und danach in 10 Minuten wieder aufgeladen ist? Denn das ist der Maßstab.


    Schön, dass du den Tesla S erwähnst. Das ist ein rollender Akku (eine halbe Tonne wiegen allein die Batterien!), der laut Datenblatt 460 km Reichweite (keine 500!) hat, in der Realtät geht ihm aber schon nach 250 bis 300 km der Saft aus, wie du in unzähligen Tests nachlesen kannst. Und dafür kostet er auch nur mal eben geschmeidige 80.000 Euro. Wer kauft sich sowas?


    Der Vergleich zwischen den USA und Deutschland hinkt übrigens gewaltig, da das Mobilitätsverhalten ein ganz anderes ist.


    Was die Elektroroller betrifft: Ich habe bisher einen einzigen in der freien Wildbahn gesehen. Und es ist mir selber auch ein Rätsel, warum es nicht mehr davon gibt. Ich habe selber schon mal überlegt, mir einen zu kaufen.


    Allerdings schau mal, wer hierzulande Roller fährt: Das sind hauptsächlich Jugendliche. Und die haben einfach nicht die Kohle, sich das teurere Elektromodell zu kaufen.
    Verblüffend finde ich übrigens, dass man z.B. Paris tausende Roller sieht. In deutschen Großstädten? Fehlanzeige! Hier fährt man dann eher mit dem ÖPNV oder mit dem Fahrrad – letzteres übrigens immer häufiger als Pedelec.

    Zitat

    Original geschrieben von Bandit137
    Auch bei den 2016/17 typischen Smartphone Nutzern ?

    Ich hab da schon die schlimmsten Kommentare gehört – von Leuten, von denen man es am wenigsten erwartet. Sprüche wie "Igitt" oder "Nokia, nie wieder", sind da doch an der Tagesordnung.


    Den Nokia-Geräten gegenüber aufgeschlossen sind eher die nicht typischen Smartphone-Nutzer, also diejenigen, die bis zuletzt noch einen alten Nokia-Knochen benutzt haben, der nur SMS und Snake beherrschte.

    Zitat

    Original geschrieben von SAR
    Ganz abwegig ist es nicht. Ein Grund könnte sein das die Akku Technologie (oder was auch immer, gibts dazu einen Namen?) zu gefährlich oder umweltschädlich ist. Das sowas zurückgehalten wird kann doch viele Gründe haben, unter anderem patentrechtliche oder auch wirtschaftliche Das beste Beispiel wie sowas funktioniert ist doch die Automobilindustrie, da gibt es längst Technologien die nicht eingesetzt werden, weil dadurch Arbeitsplätze bzw ganze Industriezweige zusammenbrechen würden.

    Das ist doch Unsinn.


    Die Autohersteller hätten lieber heute als morgen vernünftige Akkus. Dann könnten sie nämlich einfach den Verbrennungsmotor durch einen Elektromotor nebst Akku ersetzen, ohne nennenswert was ändern zu müssen, statt jetzt mit aller Gewalt auf Gewichtseinsparung zu gehen, damit die mickrige Akkuleistung die Kisten wenigstens ein paar Kilometer voran treibt.


    Denn dass der Verbrennungsmotor mittelfristig in der Massenproduktion ausläuft, ist eine unumstößliche Tatsache.


    Und die Arbeitsplätze würden letztlich nur verlagert. Denn der Rest des Autos muss ja schließlich auch noch gebaut werden.