Also mal halblang. Microsoft lässt gewiss nicht aus Spaß an der Freude Features weg. Ich hatte es schon einmal geschrieben, aber ich habe den Eindruck, dass manche hier eine ziemlich naive Vorstellung von Software-Entwicklung haben.
Windows Phone ist ein völlig neues System und hat mit Windows Mobile nichts gemein. Also müssen auch die Funktionen neu entwickelt werden.
Hinter Windows Phone steckt eine neue Systemarchitektur und ein restriktives Zugriffsmodell. Da kann man nicht mal eben so tiefe Systemfunktionen an die Anwendungsschicht bringen. Jede App läuft in einer Sandbox, um zu verhindern, dass sie auf sensible Bereiche des Systems zugreifen kann.
Bei älteren Systemen war das alles easy. SMS-Verifikation einer Benutzeranmeldung? Kein Problem, man konnte direkt aus der Anwendung heraus SMS versenden und empfangen. Oh, hups? Die App hat 1000 SMS an einen kostenpflichtigen Mehrwertdienst verschickt? Oder sie hat die mTAN von der Bank abgefangen? Ja, schade.
Das hat alles nichts mit "weniger ist mehr" zu tun, sondern hat knallharte Sicherheitsaspekte. Was für eine Scheiße getrieben wird, sieht man ja bei den "gerooteten" Androiden.
Ach, und nebenbei: Beim iPhone ist sowas alles auch nicht möglich, aber dennoch verkauft es sich wie geschnitten Brot. Die Bluetooth-Implementation dort ist übrigens noch rudimentärer.
Dem Anwender ist das letztlich alles egal. Da geht es nicht um Verzicht oder Featurismus.
Dieser Zwang, möglichst viel Features zu bekommen, betrifft nur eine kleine Gruppe an Nerds, die einfach alles haben wollen. Dem Großteil der Leute ist das egal. Die wollen Photoshop nicht haben, weil es 100 Funktionen hat, sondern weil es Photoshop ist. Genauso wie sie das iPhone haben wollen, weil es das iPhone ist (und man Flappy Birds drauf spielen kann).