Zitat
Original geschrieben von Timba69
Mache dich bitte damit vertraut, wie für eine große Anzahl von Mitarbeiter eine Gehaltsverhandlung geführt werden kann und teilweise auch wird. Der Streik ist das letzte Mittel, und das Mittel gibt es aufgrund dessen, dass Waffengleichheit herrscht.
Das würde ich so sogar unterschreiben.
Nur frage ich mich, was das mit den aktuellen Ereignissen zu tun hat? Schon allein dein Anspruch, dass es das letzte Mittel sei, ist nicht haltbar, wenn man sieht, dass die GDL Angebote ablehnt, ohne sie gelesen zu haben, Verhandlungen und Schlichtungen ablehnt, Kooperationen mit der EVG verweigert, und bei jeder Kleinigkeit sofort zum Streik aufruft.
Ich könnte das alles ja verstehen, wenn die Bahn und die GDL jetzt schon seit Monaten verhandeln würden, die Schlichtungen ergebnislos wären und sich der Arbeitgeber komplett auf stur stellt, ohne auch nur im Ansatz auf die Forderungen einzugehen.
Doch das ist hier nicht der Fall. Die Bahn hat gute Angebote vorgelegt, die die Arbeitsbedingungen (Gehalt, Zeit, usw.) betreffen. Die hat die GDL alle abgelehnt und keinerlei Kompromiss- und Verhandlungsbereitschaft gezeigt.
Vor dem Hintergrund ist all das, was du schreibst, auf den aktuellen Fall nicht anwendbar. Die GDL hat sich in den Verhandlungen bisher kein Stück bewegt.
Streik als letztes Mittel? Gerne. Aber die GDL hat ja schon mit den Warnstreiks losgelegt, bevor es überhaupt zu ernsthaften Verhandlungen kam. Das ist es doch, was hier alle kritisieren. Streiks sollen das letzte Mittel sein, insbesondere wenn damit solche Kollateralschäden verbunden sind. Doch genau das missbraucht die GDL und verhöhnt jeden, der davon betroffen ist.
So, jetzt bist du an der Reihe, dies zu bewerten. 
Ach, noch ein Wort zur "Waffengleichheit": Inwiefern ist die deiner Meinung nach gegeben, wenn eine Mini-Gewerkschaft aufgrund der Tatsache, dass sie nur eine Funktionselite vertritt, ihre Streikkosten durch einen millionenschweren Fonds abgesichert sind, schon mit wenigen Streiktagen (und damit Kosten im unteren sechsstelligen Bereich) Schäden beim Arbeitgeber, der deutschen Wirtschaft und den Bürgern des Landes anrichten kann, die mittlerweile in Richtung einer Milliarde gehen?