Beiträge von Gag Halfrunt

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    Original geschrieben von blackdragon4
    Das ist alles durchaus korrekt, aber auch ein ziemliches Totschlagargument.

    Es soll kein Totschlagargument sein. Ich wollte damit nur zeigen, welche Auswirkungen solche Privatkriege (!) auf den Rest der Bevölkerung haben können und warum es gerechtfertigt ist, sie in die Schranken zu weisen.


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    Deiner Argumentation folgend müssten wir unter jeden Umständen versuchen, Störungen des Verkehrsnetzes zu vermeiden, weil immer direkt Menschenleben auf dem Spiel stehen würden.

    Ja, genau das sollte man.


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    Bei jedem Fußballspiel, Ferienbeginn, Weihnachten etc. wird das Verkehrsnetz bundesweit aber ebenso an seine Grenzen gebracht wie beim Bahnstreik. Verbietet man deshalb bei Fußballspielen die Anreise mit dem Auto?

    Solche Ereignisse sind planbar und lokal begrenzt und lassen sich daher durch zusätzliche Einsatzkräfte abdecken (und wird auch so getan).


    Im Berufsverkehr hast du jedoch überall bis in die kleinste Landstraße plötzlich ein erhöhtes Verkehrsaufkommen. Das lässt sich nicht mehr abdecken.


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    All das zunichte zu machen, weil ein einzelner Streik aus dem Ruder läuft, ist purer Aktionismus und viel zu kurzfristig gedacht. Ich bleibe dabei: Ohne die Fehlentscheidung der Politik zur Privatisierung müssten wir jetzt auch nicht an Grundrechten herumbasteln.

    Eine gesetzliche Regelung würde die Tarifverhandlungen, bei denen die Rechte nicht missbraucht werden, nicht tangieren.

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    Original geschrieben von Mozart40
    Merkst du was?

    Ja: Dass viele Menschen mit Umkehrschlüssen überfordert zu sein scheinen.


    Die Anzahl der Rettungsmittel ist auf den Normalzustand austariert – also dass sowohl die angrenzende Autobahn, als auch der Rest versorgt werden kann. Wenn du also die Autobahn "ausschaltest", wird der Rettungswagen dadurch nicht schneller beim Opa sein, da ja bereits ausreichend Mittel bereitgestellt sind.


    War aber zugegebenermaßen ein netter Versuch.

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    Original geschrieben von blackdragon4
    Ärzte haben hier eine Sonderstellung. Verweigern diese ihre Arbeit, stehen sofort Menschenleben auf dem Spiel. Eine derartige Gefahr sehe ich bei der Bahn nicht.

    Auch dort, wenn auch nicht unmittelbar. Nicht umsonst gelten schwere Eingriffe in den Bahn- und Straßenverkehr als Straftaten.


    Auch wenn es absurd klingen mag und es darüber sicherlich keinerlei Aufzeichnungen gibt: Jede größere Störung unseres Verkehrsnetzes kostet Menschenleben.


    Warum? Sobald das Verkehrsaufkommen auf den Straßen steigt, geht unweigerlich auch die Zahl der Verkehrsunfälle nach oben. Das muss dann noch nicht einmal etwas besonders schlimmes sein, aber jeder Unfall bindet Einsatzkräfte -- je nach Schwere des Unfalls von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst.


    Einsatzkräfte, die an anderer Stelle dann fehlen, denn das Leben geht "draußen" ja weiter. Dein Opa, der dummerweise während eines Bahnstreiks morgens zwischen 7 und 9 oder abends zwischen 16 und 20 Uhr einen Herzinfarkt erleidet, wird nicht mehr in der Geschwindigkeit in die nächste Klinik gebracht werden können, wie zu sonstigen Zeiten. Weil dummerweise die beiden Rettungswagen aus deiner nächstgelegenen Rettungswache auf der Autobahn A42 stehen, um dort die beiden Leichtverletzten zu versorgen. Also muss der nächste freie Rettungswagen von der nächsten oder übernächsten Wache anfahren. Das vorgegebene Zeitfenster von 10 Minuten kann der natürlich nicht mehr einhalten.


    Dummerweise sinkt die postklinische Überlebenswahrscheinlichkeit eines plötzlichen Herztods (die häufigste Form eines Herzinfarkts mit eintretendem Kammerflimmern) mit jeder therapiefreien Minute nach dem Eintritt um 10%, so dass der Rettungswagen, der weiter als 10 Minuten von deinem Opa entfernt ist, eigentlich erst gar nicht kommen braucht.


    An den Haaren herbeigezogen?


    Leider nein. Das ist die brutale Realität.


    Für jedes Großveranstaltung, die ein erhöhtes Aufkommen von Rettungseinsätzen provoziert, müssen die Veranstalter zusätzliche Rettungsmittel bereitstellen, damit die Versorgung außerhalb dieses Veranstaltungsorts weiterhin aufrecht erhalten werden kann.


    Bei einem bundesweit stattfindenden Streik ist so etwas nicht möglich, da es kein örtlich begrenzten Veranstaltungsraum gibt, den man mit zusätzlichen Rettungsmitteln versorgen könnte.


    Natürlich können solche Fälle wie oben jederzeit passieren, durch Massenunfälle und dergleichen. Der Unterschied ist jedoch, dass es sich dabei um nicht geplante Unglücke handelt.


    Ein Streik, der diese Folgen provoziert, ist jedoch geplant.


    Leider taucht dein verstorbener Opa nicht in der Statistik "Streiktote" auf, sondern ist einfach nur an den Folgen eines Herzinfarkts verstorben. Warum der Rettungswagen nicht rechtzeitig da sein konnte, wird nicht erfasst.


    Es zeigt, wie fragil unsere öffentliche Ordnung ist. Eine kleine Störung kann in dem System große Auswirkungen haben, weshalb man jede vorsätzliche Störung tunlichst vermeiden sollte. Aber da in diesem Land ja jeder sich der nächste ist, auch wenn gewisse Gewerkschafter sich dreist "Solidarität" auf die Fahnen schreiben, interessiert es ja niemanden, welche Folgen ein solches Handeln hat. Sieht man ja, wie der Vorsitzende der GDL diejenigen verhöhnt, die unter den Streikfolgen zu leiden haben.

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    Original geschrieben von rasputin
    Und dazu sind dann ale Mittel recht? Im Lichte solcher Aussagen bliebe ja nur zu hoffen, dass die Streikkasse der GDL bald leer ist und sich diese Gewerkschaft endgültig ruiniert hat. :rolleyes:

    Das wird bedauerlicherweise so schnell nicht passieren, denn die GDL kann auf den Streikfonds des Deutschen Beamtenbunds zugreifen.


    Angesichts der mittlerweile dreistelligen Millionenschäden, die die GDL allein der Bahn angerichtet hat, ist das ein Witz. Von den Schäden, die der deutschen Wirtschaft und den Privatleuten entstehen, will ich erst gar nicht anfangen.
    Wer hier noch ernsthaft behauptet, dass das verhältnismäßig sei, der leidet unter fortgeschrittenem Realitätsverlust.

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    Original geschrieben von blackdragon4
    Meiner Meinung nach gehören die Lokführer und anderes, dringend benötigtes Personal (z.B. im Stellwerk) verbeamtet.

    Warum? Es gibt schließlich auch noch andere Berufsgruppen, die zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung, der Infrastruktur und Versorgung verantwortlich sind. Die müsste man alle dann verbeamten.


    Ärzte sind auch keine Beamten. Wenn die ihre Arbeit verweigern, dann ist das sogar eine Straftat. Ähnliches (wenngleich auch nicht als Straftat) wäre auch für andere Berufe denkbar.


    Ein Vorschlag wurde ja bereits genannt (und ist auch in der Politik angekommen): Einschränkung der Arbeitskampfmaßnahmen mit vorgegebenem Schlichtungsverfahren, so dass eben nicht so leichtfertig wie jetzt die Infrastruktur eines ganzen Landes lahmgelegt werden kann, nur um die Allmachtsphantasien einer kleinen Spartengewerkschaft zu befriedigen.


    Das wäre rechtlich alles drin, müsste eben nur als Gesetz verabschiedet werden. Die gesetzliche Vorgabe eines geregelten Schlichtungsverfahrens würde auch nicht in die Tarifautonomie eingreifen.

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    Original geschrieben von archie83
    Natürlich. Irgendein Zeichen muss man ja setzen, dass man mit der Ausbeutung durch beliebige Ausweitung von Arbeitszeiten nicht einverstanden ist.

    Genau... Man muss "ein Zeichen setzen".


    Das sagte die RAF damals auch immer -- und der IS heute.

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    Original geschrieben von Pitter
    Klar merke ich was. Du vergleichst die Inanspruchnahme durch die Verfassung garantierter Rechte mit Straftaten. Eine feine Ideologie hast du dir da zurechtgelegt. :flop:

    Oh, es ist eine Straftat, dass ich bei meiner Bank um den Sparzins verhandle? Das ist mir neu.

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    Original geschrieben von Martin Reicher
    Wie ich bereits erläutert habe, sind HOA/FBOA längst Stand der Technik. So primitiv wie du Eisenbahnen gerne darstellst, sind sie nämlich nicht

    Du sprichst mit dem falschen.


    Nicht ich habe behauptet, dass es notwendig sei, Personal vorzuhalten, das diese möglichen Defekte "beobachtet".


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    Original geschrieben von mumpel
    Ich sehe schon jetzt ein großes Problem in der modernen Technik. Es ist niemand mehr da der die Züge beobachtet. Niemand mehr der schauen kann ob ein Heißläufer, eine feste Bremse oder etwas anderes Brennbares am Zug ist. Wenn soetwas bei einem Propangaszug passiert, mitten in Wohngebieten => wieder ein paar neue Engel. Technik hat auch Nachteile, das könnt ihr nicht abstreiten.


    Ich habe lediglich darauf geantwortet, dass dies kein Argument sei, da man dies mit Sensoren zuverlässiger erledigen könne. Wenn dies bereits passiert – umso besser. Denn ehrlich gesagt kann ich mir nicht vorstellen, dass man sich bei solch offensichtlich sicherheitsrelevanten Teilen allein darauf verlässt, dass irgend ein Bahnangestellter am Bahnhof was qualmen sieht.


    Also wende dich bitte mit deinen Vorwürfen an denjenigen, von dem diese Behauptung kam.

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    Original geschrieben von Pitter
    Deine Anklage wegen des Streiks richtet sich ausschliesslich gegen die GDL (und da auch nochvollkommen irrational gegen den Vorsitzenden dieser Gewerkschaft), der mindestens 50%-ige Anteil des Bahnvorstands am Streik fällt komplett unter den Tisch.

    Ich gebe dir einen Tipp: Gehe Montag mal bei dir im Ort zur Sparkasse und verlange, dass sie dir ab sofort 10% Zinsen auf dein Sparbuch geben.


    Wenn sie darauf nicht eingehen, machst du eine Sitzblockade vor dem Eingang und lässt niemanden mehr rein.


    Dem Ermittlungsrichter kannst du dann ja versuchen glaubhaft darzustellen, dass die Sparkassenleiter zu mindestens 50% daran schuld sind, da sie sich ja schließlich geweigert haben, auf deine Forderungen einzugehen.


    Merkste was?


    Ach, was frag ich überhaupt.

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    Original geschrieben von Martin Reicher
    Das war nun der Beweis dafür, dass du keine Ahnung davon hast was ein Heißläufer ist.

    Hey, wow... Du hast den Beweis erbracht, dass ich nicht weiß, was ein Heißläufer ist.


    Und was heißt das im Zusammenhang dieser Diskussion? Also ich meine, außer dass du dich jetzt wie ein Brötchen freuen kannst, dass ich einen Fachbegriff aus der Bahnwelt nicht kenne?


    Denkst du nun, dass meine Aussage dazu, dass man mit Temperatursensoren solche Defekte nicht zuverlässiger und früher erkennen kann, nun nicht mehr gilt?


    Du bist mein Held. :rolleyes: