Beiträge von Gag Halfrunt

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    Original geschrieben von mumpel
    Naja. Alles eine Frage der Einstellung. ;)

    Nö, es ist eine Frage des Anspruchs.


    Hier herrscht leider allgemeinhin immer eine Schwarzweiß-Denkweise vor. Ganz oder gar nicht.


    Warum?


    Wenn ich 90% des Arbeitsaufwands einsparen kann, dann habe ich 90% eingespart.


    Meine Spülmaschine kann auch nicht alles Geschirr spülen (und ich habe noch Aufwand fürs Ein- und Ausräumen). Meine Waschmaschine kann auch nicht all meine Wäsche waschen. Mit meinem Auto komme ich nicht überall hin. Mit dem Zug auch nicht.


    Ich nutze Technik, um mein Leben zu erleichtern. Ich habe überhaupt nicht den Anspruch, dass mir alles abgenommen wird.


    Du wirst auch bei einem vollautomatischen Zugbetrieb nach wie vor Personal brauchen. Auch Lokführer, die die Fahrzeuge z.B. in die Wartungshallen fahren oder rangieren.


    Aber für die stupide Aufgabe, einen Zug eine gerade Strecke von A nach B zu fahren und dazwischen an definierten Punkten anzuhalten, braucht man kein Personal mehr.

    Zitat

    Original geschrieben von mumpel
    Und damit sind wir wieder bei den Kosten... Das nimmt doch keine Ende. ;)

    Ja, weil die Kosten eben das Entscheidende sind.


    So funktioniert die Natur eben: Welcher Aufwand (=Kosten) steht welchem Nutzen gegenüber? Jedes Lebewesen auf dieser Erde entscheidet nach diesem simplen Kriterium.


    Zitat

    Und was den Staubsauger-Roboter angeht. Den Schrott tue ich mir nicht an. Das dauert noch bis es da etwas wirklich funktionierendes gibt.

    Es funktioniert, sehr gut sogar.


    Aber es ist leicht, etwas als "Schrott" abzutun, das man nicht kennt und man sich nicht damit beschäftigen will. Dann zieht man die hanebüchensten Gründe heran, warum etwas nicht geht, niemals funktionieren kann, und überhaupt.

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    Original geschrieben von mumpel
    Das weiss ich selber. Ich sagte doch nur dass solche Argumentationen immer dann kommen wenn Arbeitnehmer in Deutschland streiken, egal welche Branche. Solange niemand streikt oder Ansprüche stellt interessiert es niemanden ob da ein Lokführer draufsitz oder ein Schimpanse.

    Es ist nach wie vor die Kostenfrage.


    Beispiel aus meinem Leben. Ich hasse staubsaugen und es gibt auch immer wieder Streit deswegen. Also stand ich vor der Wahl, wie ich dieses Problem am einfachsten lösen kann. Eine/en Putzfrau/mann dafür einstellen? Oder einen Staubsauger-Roboter. Ich habe mich für letzteres entschieden. Einmalige Anschaffung und erfüllt in dem von mir/uns gewünschten Rahmen seine Aufgabe bestens.


    Die gleiche Fragestellung hätte ich vor 30 Jahren vermutlich bei einer Spülmaschine und vor 50 Jahren bei einer Waschmaschine gestellt.


    Ach, bevor du die Frage stellst, warum ich es nicht selbst mache: Die Anschaffungskosten für den Staubsauger-Roboter habe ich in wenigen Stunden "erarbeitet". Weit weniger, als ich für die Lebensdauer des Geräts investieren müsste, um es selbst zu machen.

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    Original geschrieben von mumpel
    Ich spreche nicht von den Lokführern, sondern vom Ortspersonal. Früher gab es sehr viel davon, und dieses musste den Zug beobachten. Das müssen wir heute noch. Ich meinte mit dieser Aussage die gesamte moderne Technik bei der Bahn.

    Okay, verstanden.


    Aber du siehst doch irgendwo ein, dass ein Sensor, der schon kleinste Temperaturabweichungen registriert, wesentlich zuverlässiger ist, als die vage Hoffnung, dass ein Bahnangestellter mehr oder weniger zufällig (er hat ja schließlich noch andere Aufgaben, als vorbei fahrende Züge zu beobachten) sieht, wie es aus einem Drehgestell qualmt.


    Übrigens: Ich hab neulich im Fernsehen eine dieser vielen Auf-Streife-Mein-Revier-Blabla-Sendungen gesehen. Dort haben sie gezeigt, dass die Polizei mittlerweile mit Wärmebildkameras die LKW untersucht -- um eben heiß gelaufene Bremsen erkennen zu können.
    Sowas kann man nämlich nicht einfach so erkennen, sondern praktisch erst, wenn es zu spät ist und qualmt.

    Zitat

    Original geschrieben von mumpel
    Ich sehe schon jetzt ein großes Problem in der modernen Technik. Es ist niemand mehr da der die Züge beobachtet. Niemand mehr der schauen kann ob ein Heißläufer, eine feste Bremse oder etwas anderes Brennbares am Zug ist. Wenn soetwas bei einem Propangaszug passiert, mitten in Wohngebieten => wieder ein paar neue Engel. Technik hat auch Nachteile, das könnt ihr nicht abstreiten.

    Nun erkläre doch bitte einmal, wie ein Lokführer während der Fahrt erkennen kann, ob 500 Meter hinter ihm irgendwo eine Bremse heiß läuft. :rolleyes:


    Wenn diese "Heißläufer" so ein großes Problem darstellen, dann würde man einfach an jede Bremse einen Temperatursensor packen -- und fertig ist die Laube.


    Ist ja nicht so, als würde es so etwas nicht geben...

    Zitat

    Original geschrieben von mumpel
    Ich gehe nie ins Theater. Aber nur weil mir dazu die bessere Hälfte fehlt. Und wenn Du jetzt auf Mobil-TV mit dem Mobiltelefon anspielst, soetwas nutze ich nicht.

    Nö. Ich spiele auf etwas viel älteres an: Kino und schließlich Fernsehen.


    Die Technik hat die Notwendigkeit, dass sich dort jeden Tag die Schauspieler auf die Bühne stellen müssen, obsolet gemacht.


    Aus dem Massengeschäft Theater, in dem lustlos Schauspielarbeiter ein Programm runtergeleiert haben, ist ein Nischenprodukt geworden. Von Menschen, die Lust am Spielen haben, für Menschen, die Lust am Theater haben.


    Das Massengeschäft wird durch die Technik bedient. Und jetzt bitte erzähle du mir nicht, dass du keinen Fernseher besitzt und nie im Kino warst. Das wäre lächerlich. ;)


    Das ist nur ein Beispiel von vielem, in dem der bestehende Massenbedarf durch eine Automatisierung rationalisiert wurde.


    Genauso brauchst du auch keine Lokführer, um einen Zug nach Fahrplan von A nach B zu bewegen. In Zeiten, in denen man sogar Flugzeuge vollautomatisiert steuern kann (wir haben hier sogar drei Freiheitsgrade), ist jede Argumentation, dass dies bei einem Zug nicht möglich sei, sinnlos.

    Zitat

    Original geschrieben von mumpel
    Ich habe Dich schon verstanden, lieber Gag Halfrunt.

    Offensichtlich nicht, sonst würdest du nicht wieder und wieder mit dem Argument kommen, dass ein Lokführer auf unvorhergesehene Ereignisse in einer Weise reagieren könnte, die eine Automatik nicht könnte.


    Zitat

    Aber Du mich nicht. Was mich an dieser Argumentation stört ist dass sie die Argumentation von Arbeitgebern ist.

    Nö, ich bin in erster Linie Bahnkunde.

    Zitat

    Ja ich weiss, weshalb sollte man seinen Mitarbeitern mehr zahlen wenn vor der Tür die moderne Technik wartet die nicht mehr verlangt als ein bisschen Strom zum Leben. Genau das ist der Grund weshalb viele Arbeitgeber ihre Mitarbeiter mit solchen Argumenten unter Druck setzen können. Warum auch nicht, sie haben ja viel Erfolg damit. Natürlich kann man es auch umgekehrt sehen, aber der Mensch braucht ist nun mal keine Maschine die sich mit ein bisschen Strom begnügt. Und komm jetzt nicht wieder mit dem Marktwert, diese Määr ist längst ausgeträumt.

    Die Ironie an der Geschichte mit der "Mär" vom Marktwert: Viele neiden höheren Angestellten ihre Gehälter. Diese Gehälter werden jedoch nicht durch starre Tarifverträge festgelegt, sondern durch freie Verhandlung auf dem Arbeitsmarkt.


    Dann wundert es mich doch sehr, warum dann der "kleine Mann" nicht ebenfalls frei über sein eigenes Gehalt verhandeln will.


    Nein, eigentlich wundert es mich nicht. ;)


    Und bei deiner Abhandlung über die Technik kannst du dir mal eben an die eigene Nase fassen. Beantworte mir bitte ehrlich folgende Frage: Wie oft gehst du ins Theater?

    Zitat

    Original geschrieben von oleR
    Bei der Bahn wird es irgendwann dazu kommen. Sicher. Aber die paar Kröten mehr oder weniger der GDL machen es dann nicht fett. Was meint ihr denn, wie viel Prozent der Kosten einer ICE-Fahrt von Hamburg nach München auf die 6 Arbeitsstunden des Lokführers entfallen, der mit seiner Arbeit im Schnitt vielleicht 300 Fahrgäste befördert?

    Du vergisst in der Rechnung die Streikkosten und das permanent bestehende Erpressungspotenzial.

    Also nachdem ich mich durch diesen undurchsichtigen Wust mal durchgearbeitet habe, komme ich zu folgender Erkenntnis:


    Man schließt mit "Care Energy" einen Vertrag ab, deren Dienstleistung besteht dann daraus, einen mit tollen Energiespartipps (=Werbung) zu belästigen und sie einem anscheinend auch die passenden Geräte dafür andrehen wollen.


    Zusätzlich gibt es dann noch so Tüddelchen wie dieses Plug-In-Solarmodul, das einem im Zweifelsfall die Wohnung abfackelt, da die laut Expertenmeinung zwingend vorausgesetzte elektrische Prüfung des Hausstromnetzes nicht erfolgt.


    Das erinnert mich irgendwie an die sang- und klanglos untergegangenen Firma von Ex-Premiere-Chef Kofler, die einem auch so "Energieberatung" verkaufen wollten und sich dann von einem Teil des von dir eingesparten Stroms finanzieren wollten.


    Tatsache ist jedoch, dass sich in Privathaushalten kaum Strom einsparen lässt. Auch die Geschichte mit den "smarten" Stromzählern hat sich ja als Flop erwiesen.