Beiträge von Gag Halfrunt

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    Original geschrieben von mumpel
    Nicht nur das. Die moderne Technik mag zwar schneller und sicherer sein. Aber sie nimmt dem Menschen nicht das Denken ab. Keine Technik kann voraussagen ob eine neben dem Gleis stehende Person vor den Zug springen will oder nur fotografiert. Das wird die Technik in 40 noch nicht können. Verhaltensmuster lassen sich nunmal nicht so einfach in eine Software einpflanzen.

    Sag mal: Wie oft denn noch?


    Ein Lokführer kann auch nichts ausrichten. Was glaubst du denn, warum die Selbstmörder vor Züge springen? Weil die alle rechtzeitig bremsen können, oder was? :mad:

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    Original geschrieben von oleR
    Das Eisenbahnsystem ist riesig groß und teuer, verdammt auf Sicherheit bedacht, die Teile sehr voneinander abhängig und alles sehr langlebig gebaut. Deshalb wird die GDL die Kostenfrage sicher nicht zu ihren Ungunsten beantworten. Punkt.

    Schon wieder so eine Schwarzweiß-Denkweise.


    Je teurer der Betrieb mit (streikfreudigen) Lokführern wird, desto eher lohnt sich eine Investition in Alternativen.


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    Nur als Denkanstoß: Automatischer Zugbetrieb bringt Abhängigkeiten zur Sicherungstechnik. Die DB betreibt hier selbst auf Hauptstrecken teilweise noch mechanische Stellwerke aus Vorkriegszeiten, bei denen die Stellwerker an Seilzügen zu den Formsignalen ziehen. Betriebszeit wird hier mit allgemein mindestens 80 Jahren kalkuliert. "Fernsteuerung" ist hier nicht. Wenn gerade kein auf genau diesem Stellwerk ausgebildeter Mitarbeiter vor Ort ist, ist die Strecke zu und kein Zug darf fahren.


    Das Teilnetz von ein paar Kilometern der Nürnberger U-Bahn, das heute automatisch gefahren wird, ist vor dem Umbau schon 1-2 Menschengenerationen jünger gewesen und deutlich übersichtlicher. Da fährt ja nur ein Zugtyp.

    Es sollte innerhalb dieser Diskussion eigentlich jedem klar sein, dass die Bahn nicht von heute auf morgen das gesamte Streckennetz automatisieren kann. Davon redet ja niemand.


    Da jedoch auch die Bahn Neubaustrecken hat, wie z.B. die diversen ICE-Trassen, ist eine schrittweise Umstellung durchaus realistisch.


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    Kann man. Ihr überseht in der Diskussion hier komplett die gesellschaftliche Komponente. Bei einem Eisenbahnunfall gehen nicht 200 REWE-Joghurtbecher flöten oder es gibt n kleinen Auffahrunfall im Stadtverkehr mit 3 Verletzten. Bahnunfall heißt im Zweifel > 100 Tote. Das ist etwas mehr als ne Randnotiz im Polizeibericht. Vielleicht gerade deshalb ist man im Bahnbereich im Zweifel übelst vorsichtig. In letzter Zeit eher noch zunehmend.

    Richtig. Deshalb lässt man jemanden vorn im Führerhaus sitzen, der zwar auch nichts ausrichten, aber man ihn wenigstens vor Gericht stellen kann. :rolleyes:

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    Original geschrieben von mumpel
    Die Schuld bekommt aber trotzdem immer die Bahn.

    Versicherungsfall.


    Dafür müssen keine traumatisierten Lokführer psychologisch betreut oder frühverrentet werden. Denn das finde ich immer noch am schlimmsten bei den "Springern", dass sie ja praktisch noch das Leben des Lokführers mitreißen.


    Denn das ist ja genau das Problem: Er kann es nicht verhindern. Genau deshalb leiden die ja so darunter, wenn ein Unfall oder ein Suizid passiert ist. Sie hocken da vorn in ihrem Führerhaus und müssen dabei zusehen, weil es physikalisch überhaupt nicht möglich ist, den Zug so schnell zum Stillstand zu bekommen.


    Okay, wäre es schon.


    Aber dann hätte man hunderte Verletzte im Zug.

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    Original geschrieben von mumpel
    Das wichtigste Gegenargument sind doch eher die Kosten. Die Machbarkeit ist längst bewiesen.

    Die Kostenfrage ist die GDL ja gerade dabei zu beantworten.


    Genau das ist doch der Ausgangspunkt der Diskussion gewesen.

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    Original geschrieben von hottek
    ich meine den Typ der auf den Zug zurennt um einzusteigen obwohl der Zug gerade anfährt. Ein Unfall der vorkommt aber auch oft im letzten Moment verhindert wird.

    Ja und? Wenn der so dämlich ist, dann rennt er halt mit Vollgas gegen eine Wand. Denn die Türen sind ja schon lange geschlossen, wenn der Zug anfährt.


    Zur Erinnerung: In Nürnberg fährt seit Jahren eine Ubahn autonom.

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    Original geschrieben von Ma-Dai
    Ich glaube, es geht im Beispiel eher um das Anfahren am Bahnhof: Mensch rennt zum Zug, schafft es, seinen Arm in die Tür zu stecken, Rest bleibt draußen und Zug fährt los. In dem Fall könnte ein Zugführer leben retten.


    Zumindest wenn man außer acht lässt, dass die gleiche Situation bei jedem Fahrstuhl entstehen kann, welche auch seit Jahrzehnten keine Fahrstuhlführer mehr brauchen. Dafür gibt es Lichtschranken, Drucksensoren, Panik-Knöpfe, etc.

    Ja, daher völliger Humbug. Notabschaltung, Türsensoren, usw. Das ist ja wirklich "Rocket Science" und noch nirgendwo im Einsatz... :rolleyes:


    Ach, halt... Moment... Da war doch diese Ubahn in Nürnberg. ;)


    Das einzige Argument, das ich hier immer lese, sind irgendwelche Hindernisse auf den Schienen. Doch genau da kann eine Sensorik schneller als jeder Mensch reagieren – und eben auch im Dunkeln "sehen".

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    Original geschrieben von Ma-Dai
    Ein automatisierter Zug wird die Passanten zum einen deutlich früher erkennen (Radar/Infrarot/Laserscanner vs. Auge) und hat zum anderen keine nennenswerte Reaktionszeit.

    Vor allem auch nachts, wo die meisten Unfälle passieren.

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    Original geschrieben von hottek
    Glaubst du die Versicherung der Bahn oder des Lieferanten des Triebwagens reagiert anders wie die BG wenn es um das Regulieren eines Schadens geht der "Vermeidbar" war ?

    Wie macht sie es denn momentan? ;)


    Achja, richtig. Man kann ja den Lokführer zum Sündenbock erklären und vor Gericht stellen. "Menschliches Versagen" heißt es dann.


    So gesehen erfüllen die dann wohl doch ihren Zweck. :rolleyes:

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    Original geschrieben von hottek
    vorrausschauend. Der sieht den Typ auf der Treppe in Richtung Zug rennen und stellt sich vor was der Typ vorhat.

    Ich glaube, du hast keine Vorstellung davon, was für einen Bremsweg ein Zug hat. :eek:


    Ausweichen kann er auch nicht.


    Egal, was der Typ auf der Treppe macht, der Lokführer kann es nicht verhindern.


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    Wie ich heute morgen den Radfahrer gesehen habe wie er auf den Kreisverkehr zugefahren ist und ich mir gedacht habe "Der Trottel nimmt mir sicher gleich die Vorfahrt" und schon mal so gefahren bin dass ich bremsen konnte. So etwas kann kein Computer voraussagen. Die Blödheit von Menschen kann nur durch Erfahrungen von Menschen vorhergesagt werden die diese auch nur haben weil sie selber mal solche Fehler gemacht haben ;)

    Völlig richtig. Nur mit dem Unterschied, dass du mit einem modernen PKW aus 50 km/h nach 10 bis 15 Metern stehen und ausweichen kannst.


    Ein Zug braucht mehr als die 20fache Strecke und fährt geradeaus weiter.


    Bei 100 km/h steht der PKW nach 35 Metern, der Zug erst nach 700 Metern.


    Also was bitte soll der Lokführer hier noch groß entscheiden?

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    Original geschrieben von hottek
    also ich habe mit recht viel Erfahrung mit Automatisierungstechnik in der Industrie und kenne die Auflagen die man hat wenn irgendwo eine Bewegung vollautomatisch gestartet werden soll, das ist brutal an was man dabei alles denken muß. Man muß den größten "Trottel" in der Planung integrieren der es schaft durch die Lichtschranke zu gehen und hinter der Lichtschranke z.B. mit einem langen Gegenstand den Knopf drückt um die Lichtschranke wieder zu aktivieren und die Bewegung durch den Startknopf zu starten usw... Also muß der Schalter so angebracht sein dass das nicht geht oder zusätzlich ein Flächenscanner her etc...

    Du weißt aber schon, dass das "nur" die UVV-Auflagen der BG sind? Hier geht es allein um Versicherungs- und Schadenersatzfragen. Die BG zahlt nicht, wenn kein Zaun um den bösen, bösen Roboter gebaut ist.


    Das ist der einzige Grund, warum da so ein Zampano drum gemacht wird.


    Würde man denselben Anspruch auf die übrige Welt anwenden, dann dürfte es keinerlei Kraftverkehr mehr geben – zum Zugverkehr mal ganz zu schweigen.