Beiträge von Gag Halfrunt

    Im Low-End ist viel mehr Platz als im High-End. Hinzu kommt noch, dass Apple in erster Linie Lifestyle-Produkte anbietet, bei denen die Kaufentscheidung nicht rational sondern eher emotional begründet sind.


    Wie heißt es so schön: Apple hat keine Kunden, Apple hat Fans.


    Das hat bei denen deshalb so gut funktioniert, da sie ja bereits aus dieser Nische kamen. MacIntosh-Rechner waren Exoten und überproportional teuer, so dass sich nur eine exklusive Kundschaft so etwas leisten konnte, die das gleichwohl auch als Statussymbol empfunden haben. Genau diese Strahlkraft hat sich Apple zunutze gemacht, ein Massenprodukt in den Markt zu drücken, das viele schon alleine nur deshalb haben wollten, weil es eben von Apple ist.


    In Sachen Marketing kann man es kaum besser machen.


    Microsoft kommt aber aus einer ganz anderen Richtung – vom Massenprodukt. Daher können sie nicht wie Apple auf den Glam-Faktor bauen.


    Gleiches gilt auch für Google. Das ist auch Massenware. Die 80% Marktanteil der Android-Geräte kommen nicht vom High-End.


    Insofern ist es vermutlich die beste Strategie, das Feld von unten aufzurollen.

    Zitat

    Original geschrieben von mumpel
    Dafür muss aber jemand da sein der einen versteht. Mir hat man am Anfang auch nichts zugetraut.

    Absolut. Aber wenn ich dich richtig verstehe, war ja von deiner Seite auch der Wille da, etwas zu leisten.


    Genau das fehlt heute vielen Jugendlichen aus der problematischen Schulabgängergruppe. Ihnen ist komplett das Gefühl dafür abhanden gekommen (oder nie beigebracht worden), dass jedem Wert ein Gegenwert gegenüber steht. Dass man selber eine Leistung erbringen muss, um eine Leistung dafür zu erhalten. Und dass man in jungen Jahren in Vorleistung treten muss, um es später einmal gut im Leben zu haben.


    Und das wird ja noch schlimmer: Diejenigen, die ranklotzen, um sich etwas aufzubauen, werden auch noch als Streber verachtet, während diejenigen verehrt werden, die durch Glück, Zufall oder eine Modeerscheinung zu Geld gekommen sind.


    Aber wir schweifen ab, das ist ein ganz anderes Thema.

    Zitat

    Original geschrieben von mumpel
    Das mit der Schule ist auch so ein Problem. M.E. sagt die Schulbildung oder ein psychologischer Test nichts über die Eignung in der Praxis aus. Sieht man doch an einigen Studierten, gibt man denen einen Pinsel in die Hand putzen die sich damit die Zähne, überspitzt ausgedrückt. Man muss den Leuten nur die richtige Führung geben, dann ist auch jedes Zeugnis obsolet.

    Da bin ich voll und ganz bei dir. Man bekommt irgendwie den Eindruck, dass das "Mittelmaß" immer mehr wegbricht.


    Gerade im "unteren Bereich" ist das echt problematisch, wenn man die schlechten Noten nicht durch andere Eigenschaften wettmachen kann. Leider ist die Erwartungshaltung bei vielen Hauptschülern und Schulabbrechern eine ganz andere. Fleiß und Leistungwille gehören nicht dazu. Ist ja auch kein Wunder, wenn man es von den Medien vorgelebt bekommt, dass es auch ohne geht, wenn man sich denn nur nimmt, was man will. :rolleyes:


    Für viele von denen ist es ja sogar schon zu viel verlangt, wenn sie morgens pünktlich am Arbeitsplatz erscheinen sollen und sich rechtzeitig abmelden, sollten sie verhindert sein.


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    Mal davon abgesehen muss jemand bei der Bahn arbeiten, sonst gäbe es sie nicht. Ich finde es eine absolute Unverschämtheit jemanden für dumm zu erklären nur weil er zur Bahn geht.

    Damit hast du auch völlig recht. Jeder, der seinen Job verantwortungsvoll ausübt, hat Respekt verdient – egal ob Straßenkehrer oder Hochschulprofessor.


    Zitat

    Original geschrieben von mumpel
    Und auf wessen Kosten?

    Na, dreimal darfst du raten.


    Aber genau so funktioniert eben der Wettbewerb. Den Zuschlag bekommt der günstigste Anbieter. Was bringt es einem Unternehmen, wenn es die höchsten Löhne zahlt, aber dafür keine Aufträge bekommt?

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    Original geschrieben von khaos
    Wenn du jetzt noch erklären kannst wo bei der deutschen Bahn ein globaler Wettbewerb herscht wäre ich dir sehr verbunden.

    War klar, dass das kommt. :rolleyes: Schau einfach, worauf sich die Antwort bezog. Da ging es nicht allein um die Bahn, sondern um das allgemeine Gejammer, dass man ja mehrere Jobs benötige, um leben zu können.


    Und selbst bei der Bahn kannst du z.B. beim Regionalverkehr sehen, was Wettbewerb bedeutet. Da gibt es unterdessen etliche Anbieter, die die Strecken günstiger betreiben als die Deutsche Bahn. Der größte Anbieter ist da z.B. die Transdev (ehemals Veolia, ehemals Connex) – das ist ein französischer Konzern.


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    Aber abgesehn davon habens inzwischen glaube ich alle hier im Forum verstanden das für dich streiken und Gewerkschaften der Teufel sind.

    Wenn man nur in den Kategorien schwarz und weiß denken kann, dann kann sich dieser Eindruck bestimmt aufdrängen.

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    Original geschrieben von CK-187
    Weil das auf Dauer nichts bringt.

    Stimmt. Bildung zahlt sich nicht aus. Also lässt man es lieber gleich bleiben.
    Man kann ja schließlich auch dumm wie Brot sein und Millionär werden. Sieht man jeden Tag auf RTL2... :rolleyes:


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    Außer das die "jetzt" gutbezahlten Jobs früher oder später auch dem Lohndumping verfallen.

    Wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit.


    Zu glauben, dass man sich nur einmal im Leben anstrengen muss und dann für immer ausgesorgt hätte, ist ziemlich naiv.


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    Es kann nicht jeder Chef sein, irgendwer muss auch die Drecksarbeit tun und deshalb haben wir ja auch unser jetziges Bildungssystem.

    Man muss kein "Chef" sein, um für eine gute Arbeit ein angemessenes Gehalt zu bekommen.


    Auch bei "Drecksarbeit" gibt es einen Arbeitsmarkt. Wenn niemand diese Arbeit machen will, dann steigen die Löhne dafür. Aber so lange der Arbeitsmarkt überschwemmt ist mit Leuten, die zu blöd sind, einen Eimer Wasser umzukippen, können sich die Arbeitgeber natürlich die besten davon aussuchen.


    Und ganz ehrlich: Wenn ich so sehe, was für ein intellektueller Sondermüll da von unseren Schulen abgeht (oder gar abbricht), dann muss man sich nicht wundern. Ein Bekannter von mir hat einen Gartenbaubetrieb und hat dort regelmäßig Praktikanten. Denen muss man sogar noch erklären, welches Ende der Pflanze in die Erde gehört.


    Was will ein Arbeitgeber mit solchen Leuten anfangen? Verrate es mir. Zum Hof fegen gibt es mittlerweile Kehrmaschinen, die diese Arbeit schneller und gründlicher erledigen.


    Möchtest du jetzt, dass man sämtliche Kehrmaschinen verbietet, damit solche Leute auch was zu arbeiten haben? Am besten dann auch noch mit 15 Euro pro Stunde, damit sie sich ja ein "angemessenes" Leben leisten können.

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    Original geschrieben von _-=voodoo=-_
    Die Bahn wird, seit Planung der Privatisierung, geführt wie ein Privatunternehmen, Beamte sind dort inzwischen Exoten. Es ist daher völlig irrelevant wer der Anteilseigner ist.

    Das ist Unsinn, da der Eigentümer bei Entscheidungen das letzte Wort hat. Da macht es einen klitzekleinen Unterschied, ob der Eigentümer der Staat ist oder irgend eine Heuschrecke.


    Zitat

    Gleiche Arbeit wird in den wenigsten Unternehmen gleich entlohnt, spätestens mit dem Übergang zu einer außertariflichen Bezahlung hängt es nur noch von Glück, Verhandlungsgeschick und persönlichen Beziehungen ab, was am Ende des Monats auf dem Konto landet - Man könnte es auch freien Markt nennen, denn dort handelt jeder selbst aus.

    Tja, das mag vielleicht daran liegen, dass man im AT-Bereich eben nicht mehr gleiche Arbeit leistet. Die Menschen sind nun einmal nicht gleich.


    Und ja, man könnte es nicht nur so nennen, es ist der freie Markt.


    Zitat

    Warum hat die Bahn ein Problem mit einem Phänomen, welches in anderen Betrieben gängige Praxis ist?

    Wie viele Betriebe kennst du, bei denen es für dieselbe Berufsgruppe zwei oder mehr verschiedene Tarifverträge gibt, so dass man hier von "gängige Praxis" sprechen kann?

    Zitat

    Original geschrieben von CK-187
    Gesetze sind den Speicherplatz den sie belegen nicht wert. Vom Papier das erst aufwändig recycelt werden muss ganz zu schweigen. Die sind im Zweifelsfall schneller geändert als du "Gesetz" buchstabieren kannst.

    Au Backe... :rolleyes:

    Zitat

    Alle noch so tollen Gesetze sind nämlich nichts wert wenn die Arbeiter zwar geschützt, aber nicht entsprechend bezahlt werden.
    So lange es Menschen gibt die neben einem Vollzeitjob noch einen Nebenjob brauchen um ein normales Leben zu führen kann gar nicht genug gestreikt werden.

    Wie wäre es, statt zu streiken, einfach mal zur Schule gehen, was ordentliches lernen und sich einen Job suchen, der entsprechend bezahlt wird?


    Die Verbraucher machen die Preise, nicht die Unternehmen. Denn so lange man eben z.B. das T-Shirt für 3,99 € bei KIK kaufen kann, das in Bangladesh in einstürzenden Fabrikhallen von Kindern zusammengeklöppelt wird, kannst du bis zum Sanktnimmerleinstag für die Textilbranche Löhne erstreiken, von denen man leben kann.


    Der globale Wettbewerb ist Realität, der weder wegzudiskutieren, noch wegzustreiken ist.