Beiträge von wolfbln

    Die Telekom wird immer verworrener. Jetzt scheinen sie nur noch deutsche Adressen zu akzeptieren:

    "Last week I've bought a Telekom prepaid SIM card. I've tried to activate it online - my EU passport was verified and everything looked fine, but after an hour I received an e-mail, that my SIM card could not be activated (no reason mentioned). I went to a Telekom Shop in a shopping center nearby and they told me, that they need my German ID to activate my SIM card. Obviously I'm no German and don't have a German ID, so they told me to call customer service. When I called customer service, they told me, that I must have a German ID or a German passport to activate any Telekom SIM card in Germany. Neither videochat consultant, nor customer service, nor Telekom Shop seller told me anything about having a German address. I've lost 10 EUR and some time. No I'm going back to nearest shopping center to buy and activate a Vodafone prepaid SIM card. Wish me luck!"


    Dass bei einer solchen Vorgehensweise die Leute sich vera*scht fühlen ist irgendwie verständlich. Wenn sie wirklich nur noch Deutsche mit Ariernachweis nehmen, sollen sie es klar sagen.


    Hier scheint sogar zunächst der Pass akzeptiert worden zu sein (wohl ohne Adresse) durch den Online ID-Anbieter, dann aber im Verifikationsprozess wieder gesperrt worden zu sein. In den T-Punkt-Läden wird inzwischen wohl ein "deutscher Ausweis" verlangt. Damit hätten wir aber nun einen deutlichen Verstoß gegen EU-Regeln. Wenn der Customer Service sagt, man bräuchte einen "deutschen Pass" zum Aktivieren, sagt er aber auch nur die halbe Wahrheit, denn genau damit wurde auch ich abgelehnt.


    Im Thread hat jemand gefragt: Warum soll man Ausländer vor der Telekom warnen? Genau, weil sich solche Fälle wie der da oben gegenwärtig häufen. Offenbar ist immer noch keine klare Linie bei der Telekom zu sehen bei allen die keinen deutschen Personalausweise haben, geschweige denn, dass diese mal publiziert wird.

    Re: Abwarten, Tee trinken


    Zitat

    Original geschrieben von leonardo2
    Mein französischer Kollege meinte, hinter Free stünde ein Unternehmer, der schon immer den Telefonmarkt in Frankreich durcheinandergewirbelt hat.
    Der hatte schon ein innovatives Netz in Frankreich betrieben, als man in Deutschland noch nicht mal wusste was Internet ist.


    Wie drücker schon schrieb, etwas ist da dran, aber nicht alles. Free mobile bzw. die Muttergesellschaft Iliad ist sicher der "disruptive Player" in Frankreich der durch Billigpreise Marktanteile gewinnen möchte. Ob das jetzt so innovativ ist, bleibt dahingestellt. Die Abdeckung erinnert dabei mehr an Telefónica/O2 hierzulande, aber deren Preise und einen entsprechenden Marktauftritt haben wird hier nicht. Das hat aber auch zur Folge, dass alle 4 Netzbetreiber in Frankreich Verluste schreiben. Iliad hat jetzt die 4. Netzlizenz in Italien bekommen nach der Fusion von Tre/Wind und wird dann dort 2018 wohl starten unter einem anderen Namen. Die Marke "Free" ist bereits geschützt in Italien und die dortige Presse schreibt von "Ho Mobile" als Marke. Zumindest hat es jetzt schon dort den Effekt, dass die italienischen Preise von Tim, Vodafone und Wind/Tre im freien Fall sind.

    Könnten wir bei den Betrachtung der Möglichkeiten mal das Gesamtbild nicht vergessen!


    Zitat

    Original geschrieben von rmol
    Die 4 Monate stehen nur in der ersten der oben zitierten FUP-Konstellationen - in der zweiten steht gar keine Frist und sie kann theoretisch früher greifen (je nachdem wie man das Wort prolongé = verlängert interpretiert). Plausibles Beispiel wäre in meinen Augen jemand kauft eine free-Sim in FR und nutzt sie dort kaum oder gar nicht, schlägt aber gleich beim Roaming-Volumen zu.


    Das ist zwar richtig. Free setzt hier nur die EU-FUP um. Wie sie das konkret machen, müssen wir abwarten. Diese 4 Monate sind das Minimum des Normalfalls auf der Grundlage: Kauf der SIM-Karte in Frankreich und danach bald permanentes Roaming z.B. in Deutschland. Es sind allerdings auch Fälle denkbar - aber sehr unwahrscheinlich -, wo die 4 Monate dann kürzer werden können, wie du beschrieben hast. Bei einer Vertragskarte für 19,99€/Monat wie dieser ist es aber doch sehr unwahrscheinlich, dass man die erstmal monatelang ungenutzt irgendwo rumliegen lässt, was dann beispielsweise dazu führen könnte.


    Während du jetzt wirklich etwas unwahrscheinliches, aber nicht undenkbares, konstruierst, ist er voll auf dem Ego-Trip:

    Zitat

    Original geschrieben von mac.horst
    Wenn so eine Nachricht kommt, nutze ich die Karte einfach nicht mehr und lass sie auslaufen. Die 25 GB benötige ich sowieso nicht, max so 4- 6 GB.


    Also fassen wir mal zusammen: Da bietet ein Betreiber XY im Ausland einen Tarif mit 25GB Roaming. Er schreibt die Zeit-FUP für Roaming in die AGB rein. Man schließt einen Vertrag ab, der nur schriftlich zum Monatsende zu kündigen ist oder verlängert prepaid von Monat zu Monat. Der Anbieter gibt dir möglicherweise 15 Tage Zeit, bevor er das Roaming abschalten darf (weshalb man im Regelfall als Deutscher in Frankreich die SIM kauft und wir sprechen jetzt nicht von der Urlaubsnutzung in Frankreich ohne Verlängerung) und dann sagen: "Wo ist denn das Problem?" - das ist schon etwas mehr den User hier für dumm verkaufen.....


    Ich gehöre wirklich nicht zu den Leuten, die wie im anderen Thread hier diesen Tarif verteufeln, obwohl mir hier in diesem Thread wieder mal zu viel von 4G gesprochen wird und dabei nicht gesagt wird, dass es eben kein LTE-Roaming gibt, dagegen aber jedes Land aufgezählt wird;


    aber genauso blauäugig ist es doch von seinem eigenen Fall als Norm auszugehen und dann allgemeine Aussagen zu machen. Ja, man hat beim Vertrag französische Schreibarbeit mit der Kündigung und es könnten schlimmstenfalls etwa 1/2 Monat d.h. ca. 10€ verloren gehen und man muss dann auch wieder nach Frankreich für eine neue SIM fahren, die auch wieder 10€ am Automaten kostet. Das wäre dann aber auch schon wichtig dazu zu sagen, auch wenn es für einen persönlich aus irgendeinen Grund nicht zutrifft. Denn das eine oder andere könnte für den einen oder anderen doch schon ein Problem sein ohne diese jetzt völlig zu konstruieren.


    Was schön ist, wir haben einige Beta-Tester hier und werden wohl bald erfahren, ob Free mit den 4 Monaten ernst macht oder man doch länger roamen kann.

    Zitat

    Original geschrieben von mac.horst
    Was soll da ins Auge gehen? Diese Bedingungen haben auch andere zB o2. Du bekommst eine Benachrichtigung und dann kannst du die Karte immer noch auslaufen lassen und kaufst dir eine neue. Generell denke ich, in ein paar Jahren/Monaten lachen wir darüber, zumindest in Europa.


    Sehe ich ein bisschen anders. Free/Iliad ist einer der kleineren Player in Europa. Sie haben in keinen anderen Land (bald in Italien) ein eigenes Netz. Für 25 GB Roaming müssen sie gegenwärtig bis zu (7,70€/GB) das sind 192 € plus Steuern zahlen. Es ist anzunehmen, dass sie in einigen Ländern billigere Bedingungen herausgehandelt haben, aber mancher Betreiber dürfte auch an dieser Obergrenze liegen. Man sieht ja auch, dass kein deutscher Betreiber bei Free in Frankreich roamt. Da ist dann auch nichts gegenzurechnen.


    Daher gehe ich sehr stark aus, dass alle Betreiber, die jetzt die Mengen-FUP der EU ganz knallhart durchziehen, auch die Zeit-FUP umsetzen werden. Und jene, die weit mehr billiger geben, dann erst recht, wenn sie keine Eigennetze wie Vodafone haben. Will sagen, z.B. für Telekom- und viele Vodafone-Tarife aus Deutschland ist Dauerroaming kein Problem. Die nennen nicht mal die Bedinugungen, aber Free wird dabei garantiert draufzahlen.


    Wir müssen abwarten, denn die ersten "Abmahnungen" kann es erst Ende Oktober nach 4 Monaten der neuen Regulierung geben. Dann gibts aber schon ein Problem, dass die Gefahr besteht, 1/2 Monat draufzuzahlen. Man kann nur zum Monatsende kündigen und die Vorwarnfrist beträgt 15 Tage, so dass 15 Tage dazwischen verloren gehen können.

    Die Frage dahinter bleibt ja bestehen, was das alles soll???
    Auf der Metaebene haben wir die Diskussion, ob die SIM-Registrierung wirklich zu mehr Sicherheit führt, oder nur zu mehr Überwachung und Einschränkung von Rechten. Dies wird von Usern, Regierungen, Experten usw. sehr strittig gesehen. Das können wir hier nicht auflösen und dafür ist es in Deutschland jetzt zu spät.


    OK. Nehmen wir mal an, die Sicherheit wird damit erhöht und die Staatsorgane (wo auch immer) missbrauchen diese Informationen nicht. Dann gibt es bestimmte Vorraussetzungen, z.B. dass alle mitmachen müssen, die hier roamen, dass alle Bestandskarten registriert werden müssen usw.


    Es müssen natürlich auch alle anderen Betreiber mitmachen, wenn WebID und PostID online, Vodafone und O2 in den Läden alle eine mündlich gegebene Adresse akzeptieren und "verifizieren", wenn sie nicht im Ausweis steht oder gar keine Adresse wollen (wie bei mir z.B. WebID mit Reisepass).


    OK. Nehmen wir mal an, das kommt alles noch, obwohl wichtige Regierungen wie in den USA oder GB dem negativ gegenüberstehen. Und irgendwann die Bundesregierung auch die alten SIMs registrieren oder sperren lässt.


    OK. Welche Daten sind dann maßgeblich? Name, Vorname, Ausweisnummer, vielleicht Geburtsdatum und -ort, wenn nicht Deutschland, dann auch Nationalität. Von Deutschen eine Meldeadresse zu nehmen, hat vielleicht noch den Sinn, dass diese in der deutschen Sicherheitsarchitektur verankert ist. Nur: erschließt sich die für die Strafverfolgungsbehörden nicht auch aus den anderen Angaben? Ist diese Info nicht so redundant, wie das Geschlecht bei Thomas oder Ingrid zu erheben? Da würde ich noch eher verstehen, Fingerabdrücke zu nehmen.


    Bei Ausländern, insbesondere aus Ländern ohne Meldewesen, eine amtl. beglaubigte Übersetzung einer Meldebescheinigung zu verlangen, ist einfach absurd. Die bringt nichts. Entweder ist sie für deutsche Behörden bzw. den Registrierer völlig nutzlos, außerdem ist sie nicht irgendwie überprüfbar. Und das Sicherheitssystem vieler Länder ist darauf überhaupt nicht aufgebaut. Zudem erfordert sie einen Aufwand, der in keinem Verhältnis zum Nutzen steht.


    Ich habe gerade eine Anfrage eines US-Amerikaners hier, der nun wissen will, welche Unterlagen er für eine Telekom-SIM braucht. Weder die Telekom noch irgendeiner hier im Forum kann diese Frage bisher irgendwie beantworten. Er bekommt keine Meldebestätigung von irgendeiner Behörde, da es in den USA kein Meldewesen gibt. Ich habe schon von einem gehört, der die Kopie seiner Stromrechnung dafür verwendet hat. Nur die schleppt man nicht unbedingt mit sich rum. Ein Engländer hat die Adresse im Führerschein benutzt, wo er vor 15 Jahren mal gelebt hat. So lächerlich ist das inzwischen geworden. Und mit diesen "Ersatzpapieren" dann natürlich auch völlig einfach fälschbar.


    Wenn die Telekom diese Adressprüfung wirklich so ernst nehmen würde, müsste jeder Prepaid-Nutzer ja folglicherweise jeden Umzug d.h. Verlegung seines Wohnsitzes an die Telekom melden. Von Deutschen ergibt sich die Meldeadresse zwingend aus Name, Vornamen und Ausweisnummer - das ist so wie Autokennzeichen ergibt Halter. Bei Ausländern ergibt eine "Anschrift" (im Ausland) nicht mehr Sicherheit.


    Wenn also nicht Sicherheit Sinn dieser Maßnahme der Telekom sein kann, dann darf die Frage erlaubt sein: welchen hat sie dann? Vielleicht will man den Prepaid-Markt künstlich klein halten oder möglichst wenig Kurzzeitnutzer haben. Nun dann sollte man das Prepaid-Produkt völlig einstellen oder an Reseller weitergeben. Wie Lebara im gleichen Netz. Dort wird der Ausweis per App in den Registrierungsstellen vom Registrierer eingelesen. Wenn die App was falsch liest, dann kann das händisch nachgetragen/korrigiert werden wie bei mir z.B. die Umlaute. Genauso bei ausländischen Ausweisen, wo der Registrierer einfach die Daten händisch aufnimmt. Mehr sage ich jetzt nicht dazu...


    Hier haben wieder mal einen Fall. Man kann ja durchaus über die Grundidee verschiedener Meinung sein. Aber Gesetzgeber, BNetzAG und insbesondere ein Anbieter agieren so dermaßen sinnentleert (es ging mal um mehr "Sicherheit" für uns), dass sich die beabsichtige Wirkung ins Gegenteil verkehren muss, weil man im Endeffekt bestimmte Personen zwingt, sie zu unterlaufen, wenn sie eine Prepaid SIM in Deutschland wollen: Entweder indem sie nun zu einem Anbieter gehen müssen, der es eben nicht so genau nimmt oder es anders sieht oder halt irgendwo im Ausland sich eine SIM fürs Roaming kaufen, dort wo überhaupt nicht nach irgendwas gefragt wird.


    Ich persönlich kann nicht verstehen, warum bei den Befürwortern der Telekom-Politik hier im Forum und den Verantwortlichen diese Folge, die ja absehbar ist, eigentlich so begrüßt wird - denn sie muss doch gegen eure Grundinteressen nach "Sicherheit" sein, um die es euch doch geht. Oder ist es Euch im Endeffekt lieber, die in Deutschland genutzte SIM wird überhaupt nicht registriert? Man kann durch solche blödsinnigen Anforderungen auch Ausländer produzieren "die die Gesetze umgehen", damit sie einem dann wieder ins politische Bild passen.

    Zitat

    Original geschrieben von kofferroland
    Warum soll man bitte vor der deutschen Telekom warnen ??


    Na das Prepaid Data Wiki ist ja für Ausländer geschrieben, die irgendwo als Tourist oder Besucher eine SIM kaufen wollen. Also auch für dich, wenn du in Übersee eine SIM brauchst, weil Roaming etwas teuer werden würde. Welche Anbieter gibt es? Was kosten die? Was ist zu beachten?


    Warnung vor der Telekom? Ganz einfach darum. Weil es in der EU bei 28 Ländern und durchschnittlich 3-4 Netzanbietern also so knapp 100 Netzanbietern insgesamt (plus Reseller -wenn man jetzt die einzelnen Länder extra rechnet, konkret sind es ja weniger Unternehmen) keinen Anbieter gibt, der das gerade so restriktiv handhabt. Mir fallen momentan nur Indien und Südafrika ein, wo man so auf eine Adresse beharrt und bei Postpaid natürlich.


    Da kann man den Leuten doch nur sagen, geht da nicht hin, da bekommt ihr ohne Anschrift im Ausweis keine SIM. Ein Belgier hat z.B. keine Chance: im Pass steht sie nicht drin und im Perso ist sie dort nur elektronisch hinterlegt und nicht ohne Gerät lesbar.


    Etwa die Hälfte der EU-Länder hat weiter keine SIM-Registrierungspflicht. D.h. mit Roam like at home ist es damit für viele einfacher eine SIM im EU-Ausland zu kaufen und sie dann in Deutschland zu nutzen. Wenn es denn In Deutschland eine sein muss, dann Vodafone und O2. Wenn es denn unbedingt das Telekom-Netz sein muss, dann Lebara, (dann halt ohne LTE).


    Ich weiß nicht, wie man nicht ganz offensichtlich auf diese Hinweise aufgrund der unterschiedlichen Handhabung kommen muss. Ob das jetzt eine Warnung ist, ist Auslegungssache. Was würdest du denn einen Engländer sagen (ohne Meldepflicht und Adresse im Dokument), der gewohnt ist, die SIM im Supermarkt vom Regal zu nehmen, außer: bei der Telekom brauchst du es gar nicht erst versuchen?


    Was türkische Anbieter einschl. Vodafone dort angeht, steht im Wiki ein Hinweis zur Zensur und Überwachung, was insbesondere für die IMEI-Registrierung dort gültig ist. Auch hier ist es dir überlassen, ob du das jetzt als Warnung oder was anderes ansiehst.

    Zitat

    Original geschrieben von horstihorsthorst
    Offtopic: Warum zensiert du deinen Namen, lässt aber den vollen Namen des Verfassers des Schreibens im Text? :confused:


    Das ist ein eigenes Thema. Zweifelsohne hat mein Name hier keine Bedeutung.

    Der Herr von der Rechtsabteilung spricht allerdings für die BundesNetzAG. Das ist bekanntlich eine Bundesbehörde mit weitreichenden Befugnissen voller Beamten. Ich habe das nicht als private Kommunikation verstanden, sondern als eine mir noch mal persönlich dargelegte juristische Auslegung von Seiten des Fachreferats dieser Behörde. Damit hat der Antwortende durchaus für mich eine vollziehende Funktion. Ich wüsste auch nicht, was an dieser Mitteilung nun vertraulich ist, interpretiert sie doch zweifelsohne die Haltung der Behörde. Der Mitmensch ist ja auch nur in dieser Aussage und Funktion von mir zitiert worden.


    Aber du hast recht, ich habe streng genommen nicht das Recht, diese persönliche Darlegung aus einer Email-Kommunikation ohne seine Genehmigung in einem öffentlichen Forum zu posten. Darum habe ich den Nachnamen jetzt unkenntlich gemacht. Auch für ihn gilt der Persönlichkeitsschutz.


    Ein Polizist muss in vielen Bundesländern mit Namensschild für seine Handlungen gerade stehen, ein Jurist einer Bundesbehörde für seine Äußerungen dagegen nicht, da er diese streng genommen nicht öffentlich gemacht hat. Dass diese Haltung nicht ganz unumstritten ist, sieht man in den Kommentaren. Man könnte nach seiner Darlegung sogar die Praxis von Vodafone und O2 als illegal erachten, denn sie "verifizieren" die Anschrift nicht, auch nicht WebID oder PostID, wenn man z.B. einen deutschen Pass vorlegt.


    Zitat

    Original geschrieben von ws12377
    Du solltest vielleicht mal das Justizministerium anschreiben, denn was der Herr da behauptet stimmt schlicht nicht mit der Gesetzeslage überein.


    Das sehe ich auch so. Gerade der Zusatz "soweit die Daten in den vorgelegten Dokumenten oder eingesehenen Registern oder Verzeichnissen enthalten sind." schränkt ja die Verifizierungspflicht auf jene Daten ein, die im Ausweis stehen. Darum sind für mich WebID, PostID, Vodafone und O2 auf der sicheren Seite.


    Aber der juristische Streit hilft uns da nicht weiter. Die Telekom erfindet Zusatzanforderungen, die obwohl sie gesetzlich offenbar nicht sein müssen, von ihr damit begründet werden und von der BNetzAG dann als "unternehmerische Freiheit" verstanden werden. Was sie nicht kapieren ist, dass sie damit alle Menschen ohne deutschen Wohnsitz ausschließen, während Vodafone und O2 munter weiter genau jene registrieren auf der gleichen Gesetzesgrundlage, die die Telekom hernimmt, sie ihnen vorzuenthalten.

    Nachdem ja die Prepaid-Registrierung von den Providern unterschiedlich gehandhabt wird und auch Ausländer je nach Registrierungsweg unterschiedliche Dokumente nachweisen müssen, wollte ich nochmal die Registrierung der Telekom genauer untersuchen.


    Die Telekom will ja in ihren T-Punkt-Läden und bei der online Registrierung immer einen Nachweis der Meldeadresse sehen. Das führt dazu, dass z.B. alleine der deutsche Reisepass nicht ausreicht und man eine amtl. Meldebescheinigung braucht. Diese gibts auch nur bei den Meldeämtern gegen Gebühr. Ich selbst - wurde als Deutscher - mehrmals die Registrierung verweigert.


    Dies führt insbesondere bei Ausländern zu Problemen, da viele Länder keine Meldeadressen kennen und sie auch in den Pässen nicht drinstehen. Gegenwärtig lehnt die Telekom Ausländer massenhaft ab (im Gegensatz zu ihren Reseller Lebara) mit dem Verweis auf die fehlende Meldeadresse. Die Praxis von Vodafone und O2 und auch WebID bzw. PostID ist dagegen, dass auch vorläufige Adressen wie Hotel, B&B, Verwandte usw. als Adressen ungeprüft übernommen werden und Ausländer willkommen sind.


    Diese Diskrepanz kommt aus der verworrenen Gesetzeslage. Nach dem alten TKG muss die "Adresse" aufgenommen werden. Nach dem neuen Gesetz müssen mit Ausweis die aufgenommen Daten verifiziert werden. Die Telekom konstruiert daraus eine Pflicht der Adressenverifikation, während die anderen Betreiber darauf verweisen, dass nur diejenigen Angaben zu verifizieren seien, die auch im Ausweisdokument enthalten sind.


    Ich habe bei der Bundesnetzagentur nach der Legalität dieser Maßnahme gefragt und nach Monaten folgende Antwort erhalten:


    Sehr geehrter Herr #######
    Ihre Anfrage wurde mir zur Bearbeitung weitergeleitet. Sie schildern darin, dass in einem T-Punkt-Laden für den Abschluss eines Prepaid-Vertrags eine Meldebescheinigung verlangt wurde. Ihrer Ansicht nach ist dies nicht zulässig und berufen sich dabei auf die Mitteilung der Pressestelle der Bundesnetzagentur gegenüber Teltarif.


    Hierzu erlaube ich mir folgende Anmerkungen:
    Der Gesetzgeber hat mit der detaillierten Regelung der Verifizierungspflicht beim Vertrieb von Prepaid-Karten die Unternehmen zur Prüfung der Kundendaten anhand eines der im Gesetz aufgeführten Ausweisdokumente verpflichtet. Der gesetzliche Regelfall ist dabei die Vorlage des Ausweises im persönlichen Kundenkontakt (face-to-face). Der Ausweis dient dabei zur eindeutigen Identifizierung des Kunden. Gemäß § 111 Abs. 1 Nr. 2 TKG ist jedoch auch die Anschrift des Anschlussinhabers zu erheben. Soweit die Anschrift nicht aus dem Ausweis hervorgeht, hat der Diensteanbieter auf andere geeignete Weise zu verifizieren, dass die erhobene Anschrift korrekt ist. Eine Möglichkeit zur Verifizierung ist beispielsweise, die Vorlage einer Meldebescheinigung zu verlangen. Auf welche Weise die Verifizierung der Anschrift erfolgt, hat der Gesetzgeber jedoch nicht vorgegeben. Es verbleibt insofern in der unternehmerischen Freiheit, für welche Art der Verifizierung der Anschrift sich das Unternehmen entscheidet.


    Da insofern kein Verstoß gegen die gesetzlichen Bestimmungen besteht, sehe ich keine Möglichkeit für ein Tätigwerden.


    Ich hoffe, Ihnen mit diesen Informationen weitergeholfen zu haben.
    Mit freundlichen Grüßen
    Im Auftrag
    Markus ########
    Sachbearbeiter Referat Z21 Allgemeine Rechtsangelegenheiten, Datenschutz, Rechtsfragen zu Teil 7 des TKG


    Die Deutsche Telekom ist somit der einzige Anbieter in Europa, der für einen Prepaid-Vertrag zwingend eine "Meldeadresse" (vorzugsweise in Deutschland) fordert. Die BundesNetzAG hält das für ihre "unternehmerische Freiheit". Inwieweit das Sinn macht oder gegen EU-Bestimmungen verstößt, damit potentiell alle Ausländer ohne deutschen Wohnsitz oder Meldeadresse auszuschließen, müssen wohl andere klären. Es konnten sich in den letzten Monaten durchaus noch einige Ausländer registrieren, wenn sie etwas amtlich aussehendes mit ihrer Heimatadresse vorweisen konnten. Das hing aber immer von der Registrierungsperson und seiner Auslegung ab.


    Was ist eigentlich aus unserem weltoffenen Land geworden, wenn inzwischen selbst die Türkei und Russland liberaler bei ihrer SIM-Karten-Registrierung als wir sind? Damit muss ich nun leider Ausländer im Prepaid Data Wiki vor der Telekom aus verständlichen Gründen warnen. Deutschland wird damit endgültig als bisher einziges europäisches Land eingestuft, wo Ausländer grundsätzlich Probleme haben können, eine Prepaid-SIM (allerdings nur der Telekom und ggf. Congstar) gegen Ausweis zu kaufen.