Sicher könnte der Netzbetreiber blocken oder warnen. Das ist aber nicht in seinem Interesse, denn er verdient daran mit., wie du schon bemerkt hast. Und wo soll die Warnung anfangen? Bei der Schweiz, die 1000x so teuer ist wie die EU für Daten bei Vodafone CallYa oder bei Premiumservices? Und wenn sie dann blocken, wird auch wieder gemeckert, warum das Roaming nicht geht.
Die Netzbetreiber schicken zu Beginn der Roamingsession eine Mitteilungs-SMS. Wer diese nicht liest oder nicht weiß, wieviel #.##€ per MB ist, wird angeschmiert. Aber wir haben es hier mit unregulierten Tarifen zu tun, auf die weder der nationale Regulierer einen Einfluss hat, als etwa die EU. Die "Hochsee" ist extraterritorial und damit dem Zugriff von außen entzogen. D.h. jeder Anbieter kann machen, was er will - ähnlich wie im unregulierten Ausland außerhalb der EU/EWR.
Weiter möchte ich bestreiten, dass die automatische Netzsuche "Standardeinstellung" ist. Per Werkseinstellung sind mobilen Daten ausgeschaltet und müssen aktiviert werden. Dann ist Datenroaming aus und muss mit einer Warnung aktiviert werden. Hier sind zwei bewusste Vorgänge nötig, die sich das Gerät allerdings merkt und es erst durch den Benutzer zur Standardeinstellung macht. Alle die in Grenzgebieten wohnten zum Ausland (bis Juni) und jetzt zum Nicht-EU-Ausland wohnen (ab Juni) haben auch garantiert Roaming deaktiviert oder die manuelle Netzsuche aktiviert.
Die Falle ist nur größer geworden, da eben genau diese Einstellungen aufgrund von Roam like at home quasi für viele Nutzer zur Standardeinstellung werden. Auch ich habe das bereut, als ich erstmals nach dem Sommer auf einen Flughafen außerhalb der EU zwischenlandete.
Du hast recht: es ist Abzocke! Aber dagegen wird und kann niemand einschreiten, weil keiner ein Mandat dazu hat. Aber der Nutzer kann sich durchaus davor schützen. Das ist deine einzige reelle Chance, denn legal ist der Anbieter leider im Recht und zeigt sehr selten Kulanz, da er ja den Anbieter auch bezahlen muss.