Beiträge von wolfbln

    Da stimme ich überall zu. Aber die "normal residence"/"stable links" sind für die Anbieter auch sehr schwierig zu handhaben. Bei Verträgen mit Wohnsitz und Bankverbindung kann ja davon ausgegangen werden.


    Bei Prepaid werden zwar in manchen Ländern Ausweisdaten aufgenommen. Das ist aber nicht zwangsläufig ein Hinweis. Die BEREC-Guidelines sagen ausdrücklich, dass der Anbieter konkret vorher angeben muss, wie er diese "stable Links" nachgewiesen bekommen möchte:
    " BEREC finds that all customers should be given a non-exhaustive list of possible documentary evidence, announced in advance (for example, in the operators’ website), from which they could choose, should any proof be deemed necessary."


    Bisher ist mir noch keine AGB zu Gesicht gekommen, wo ein Anbieter dies spezifiziert hätte. Ich halte diese FUP für rechtlich sehr schwer umsetzbar. Beispielsweise gibt man in Deutschland immer eine lokale Adresse an bei Registrierung. Wenn man einen Pass vorzeigt (der keine Adresse hat), kann man irgendeine angeben. Hier wäre der "Willkommensbrief", wie ihn einige Provider verschickt haben, vielleicht ein Weg. Aber ob es den noch nach Abschaffung der bisheringen online Registrierung im Juli überhaupt noch gibt, weiß keiner.


    Ich halte diese FUP nur für praktikabel, wenn irgendwie ein "Missbrauch" festgestellt wurde z.B. durch Dauerroaming. Dann könnte der Anbieter nachfragen, aber er dürfte ja auch nach (2-)4 Monaten gleich Aufpreise erheben. Dann hat er den Ärger nicht und es kommt aufs gleiche raus. Warten wir mal ab, ob einer die Option wirklich zieht. Nach der Menge von "Touristen SIM-Karten", die Anbieter in vielen Ferienländern rausgeben, werden Touristen sicher nicht per se ausgeschlossen, weil sie keine stabilen Bindungen haben. Der Aufpreis ist jetzt auch nicht so der Hammer: bisher haben wir Angebote unter inkludierten RLH so von 3-10€/GB und mit Aufpreisen dann von knapp 10€/GB. Deswegen also der ganze Aufwasch?


    Ich denke aber, dass man die Roamingtipps für Touristen in der EU im prepaid WIKI unformulieren kann. Bisher wurde ja geraten, möglichst in jedem Land eine lokale SIM zu kaufen oder eine bestimmte Roaming-SIM wie die CallYA. Ich würde jetzt sagen: Besucher, die in die EU kommen, sollten sich im ersten Land eine kaufen und wenn sie nicht ewig bleiben, können sie die in allen anderen Ländern günstig benutzen. Bewohner der EU können im Regelfall ihre eigene SIM benutzen. Ausnahmen: langer Aufenthalt, hohe Datennutzung und einige Billigländer - dann lohnt vielleicht weiter eine lokale SIM.

    Zitat

    Original geschrieben von tele_snail
    Es gibt eine kleine Hoffnung für die Schweiz-Reisenden, zu finden in der ALDI-TALK FAQ:


    Dann kann man also in der Schweiz die EU-Pakete auch nach Inkrafttreten der EU Roaming Verordnung weiter nutzen.


    Sehe ich auch so. Aldi macht es wohl wie Telefónica. Die Schweiz wird als kleines Leckerli in den eigenen Roamingpaketen außerhalb des geregelten EU-Tarifs weiter relativ günstig angeboten, während sie beim geregelten EU-Tarif rausfällt.


    Besser wäre gewesen, man hätte aus den Paketen reine "Schweiz-Päckli" gemacht, denn in den Rest-EU lohnen die sich nicht und nun läuft das Volumen auch weiter, wenn man die Schweiz nur als Transit-Land kurz durchquert, bevor der EU-Tarif dann wieder in Italien gilt.


    Mit 500 MB für 5€ in der Schweiz und 5 GB für 15€ in der EU (wenn nicht noch eine FUP kommt, denn für den Preis müssten sie nur etwa 3,5 GB im Roaming rausgeben laut Verordnung) wäre Aldi Talk für Roaming besser aufgestellt als CallYA oder Lidl Connect. Bei CallYA kosten 5 GB in der EU mehr als das Doppelte und die Schweiz kostet über 2000 € für 500 MB!!!


    Ich wäre mir da aber nicht so sicher, ob von AldiTalk nicht noch eine FUP kommt, denn offiziell gibt es ja weiter die Internet-Tagesflat mit 1GB für 1,99 €, wenn jetzt auch gekoppelt an den AldiStick. Diese müssten sie voll auch im Roaming weitergeben ohne FUP.

    Zitat

    Original geschrieben von peterdoo
    Ganz unabhängig von den FUPs und den AGBs darf jeder Anbieter, der feststellt, dass seine SIM Karten organisiert außerhalb des Landes verkauft wurden, alle solche Karten sofort sperren. Kauft man beim Besuch eines Landes eine SIM, sollte diese Gefahr nicht bestehen. Beim Onlinekauf (oder auch in einem Shop in Deutschland) einer SIM, die sich nicht an die Einwohner Deutschlands richtet, sollte man jedoch bedenken, dass wenn solcher Verkäufer genug Karten verkauft und beim Anbieter auffällt, die SIM ohne Vorwarnung deaktiviert werden kann.


    Na, von allen FUPs, die sich die EU zum "Schutz" der Provider ausgedacht hat, halte ich diese für am wenigsten anwendbar. Die meisten Provider sprechen auch nicht von "Sperren" bei organisierten Wiederverkauf, sondern werfen sie in die "Missbrauchskategorie", wonach geringe Aufpreise genommen werden dürfen.


    Bei einem Händler, der in Cluj oder Timisoara SIM-Karten verkauft und dann noch nebenbei ein paar an Freaks übers Internet: wie soll denn da der Provider ausgerechnet die SIMs sperren können, die "missbräuchlich" an Ausländer wiederverkauft wurden? Das ist doch leeres Getöse!


    Wenn ich mir die ganzen FUPs ansehe: Realistisch angewendet werden sicher die Obergrenzen auf Datenpakete, falls sie kommuniziert werden; auch die (2-)4 Monats-Regel wäre durchführbar und vielleicht noch die Abfolgeregel, wenn man beim gleichen Betreiber in einem Registrierungsland bleibt. Das hat immerhin zur Folge, dass viele Angebote rausfallen für Anwendungen in Deutschland.
    Nehmen wir mal an, die 15€ für 5GB von Aldi bleiben die Referenz in Deutschland auch für EU-Roaming, weil von Aldi keine FUPs mehr kommen, dann müssten die Angebote schon deutlich unter 3€/GB liegen, damit dieses Angebot von anderswoher interessant wird. Das sehe ich bisher nur in sehr wenigen Fällen, auch wegen der ganzen FUPs. Diese gilt es aber zu finden.... :-)

    Bei den Preisen in Rumänien ist zu beachten, dass da noch Mwst. dazu kommt. Preise ohne Mwst. in der EU anzugeben, so wie in den USA üblich, ist eigentlich hier verboten. Dies wird aber in Rumänien "kreativ" durch die Umrechnung in LEI, das immer noch dortige Landeswährung ist, gemacht. Man "addiert" die Steuer in der Umrechnung. Also 8 € sind plus 24% Mwst. zu verstehen, d.h. sind effektiv 9,92 €. Nun 10 € für 2 GB Roaming sind zwar billiger als in Deutschland, aber jetzt noch nicht so der Hit. Fragt sich auch, ob Orange und Vodafone ganz ohne FUP für Dauerroaming dort auskommen.

    Dieses Problem haben wir alle paar Monate hier im Forum. Mit Roam like at Home wird es sicher dann fast täglich erscheinen.


    Alle Betreiber in den UK akzeptieren nur in Großbritannien herausgegebene Kredit- oder Debitkarten. Ähnliches gilt für Schweden, viele italienische Provider, einige spanische Provider und selbst deutsche nehmen nicht alle.


    Es gibt 3 Möglichkeiten, dies zu umgehen:
    (1) man kauft Ladebons im Land oder lässt sich durch Freunde welche kaufen oder man fragt lokale Freunde von ihrer Kreditkarte aufzuladen.
    (2) man benutzt Aufladeagenturen. Im Fall von UK gibt's aber nur wenige wie top-up UK usw. Diese verlangen in der Regel heftige Gebühren von 10-20% des Ladebetrags.
    (3) man besorgt sich eine lokale Debitkarte wie z.B. eine Revolut-MasterCard. Die ist kostenlos und wird als UK-issued akzeptiert.


    Andere Möglichkeiten gibt's nicht. Vielleicht wird die EU mal einen Riegel gegen dieses Geo-referencing der Zahlung einführen. Aber für UK ists dann zu spät.


    Mit der Revolut sollte es aber gehen. Mal mit verschiedenen Adressen rumgespielt? Sie muss es aber wirklich geben.

    Was Frankreich betrifft wäre ich mir da nicht so sicher. Free mobile hatte ich vergessen. Sie geben aber nur 5 GB als Cap heraus. Der Figaro-Artikel bezieht sich auf forfaits, so wird postpaid in Frankreich genannt. SFR bewirbt weiter den 15.6. als offiziellen Abschafftermin: http://www.sfr.fr/sfr-et-moi/v…national/abolish-roaming/ und Bouygues Télécom ermöglichte auf seiner prepaid La Carte schon bisher kein Roaming.
    Bestätigt sind klar Orange und Free - auch noch nicht so klar sind dort die Reseller. Allerdings sind die Tarife von Prepaid in Frankreich so hoch, dass höchstens Verträge von Free (andere bekommt man als Deutscher nicht) einen Sinn machen. Sonst besser eine deutsche SIM nach Frankreich schaffen als andersrum, außer wer im 3-Ländereck CH/F/D wohnt: bei Free und Orange (und wohl auch später SFR) ist die Schweiz mit in der EU-Zone.


    Spannend bleibt weiter Polen. Dort beschäftigt die Weigerung von 3 Anbietern RLH herauszugeben jetzt schon das Parlament: https://www.telecompaper.com/n…-like-home-rules--1197710

    Hier jetzt mal eine kleine Übersicht, über diejenigen Provider in den wichtigsten EU-Urlaubsländern, die Roam like at home vorgezogen haben und jetzt (29.5.) schon deutlich vor dem 15.6. ohne Grenzen für alle ihre Tarife anbieten:
    Frankreich : Orange, Free (FUP: 5GB)
    Spanien : Vodafone (inkl. USA)
    Italien : Tre, Wind und TIM (inoffiziell)
    Niederlande : Vodafone, KPN
    UK: Three (mit FUP inkl. 10 weiterer Länder) und Vodafone (inkl. Türkei)


    In Deutschland haben wir Roam like at home aktuell im Prepaid bei Telekom (auf Inlandspakete, bei Daten auch in der Schweiz), Vodafone (auf Inlandspakete), O2 (auf Inlandspakete), bei den meisten Vodafone-Resellern (auf Inlandspakete, kein LTE) und ab 6.6. bei Blau.

    hi Darkhalf.
    Die Mehrfachnutzung von SIM-Karten in Abfolge, als "Missbrauch" die EU-Roamingregelung halte ich auch für eine ziemlich abwegige Sache. Sie steht aber in den Bestimmungen und Guidelines nun mal so drin. Die Provider hatten wohl Sorge, dass wenn sie 4 Monate (oder auch kürzer) RLH zulassen müssten, diese 4 Monate im Endeffekt unendlich ausgedehnt werden könnten, wenn man sich immer eine neue SIM-Karte nacheinander zulegt. Dies dürfte in Grenzgebieten oder für Grenzpendler auch nicht so schwierig sein.


    Um dies aber effektiv zu beschränken, müssen bestimmte Vorraussetzungen gegeben sein:
    1.) die SIM-Karte muss ordnungsgemäß registriert sein (das geht also nur in den Registrierungsländern)
    2.) der Nutzer müsste auch alle seine SIM-Karten beim gleichen Provider registrieren


    Dennoch ist das ja kein Fall für den Staatsanwalt. Du wirst dadurch nicht kriminell. Es handelt sich um Roam like Home, was dann nach Definition der EU "missbraucht" wird. Damit darf der Provider dir auf eine 2. SIM-Karte unter gleichen Namen, nachdem bei der ersten RLH voll ausgeschöpft wurde, RLH verweigern. Das ist schon legal. Die EU schreibt den Providern ja vor, RLH herausgeben zu müssen (außer sie sperren Roaming total). Dann kann sie es ihnen auch vorschreiben, wann sie es nicht (mehr) müssen. Manche Provider übernehmen auch nur diese Vorschriften in ihre AGB oder FUP-Definitionen, um sie später bei Bedarf anwenden zu können. Ich halte es aber fragwürdig, ob es überhaupt zur Anwendung kommt.


    Aber nehmen wir mal einen Provider in Polen, denn nur 1 von 4 geben dort RLH raus: 15GB gibts für 6€ im Inland. Da zahlt der Provider im Roaming sicher drauf. Da in Polen SIM-Karten registriert sind, könnte dann RLH bei einer weiteren SIM auf dem gleichen Namen verweigert und gleich der Aufpreis von 0,95 Cent pro MB verlangt werden. Sowas ähnliches habe ich übrigens vor, auch demnächst mal zu testen, ob sie es wirklich machen.

    Zitat

    Original geschrieben von 3g_handy


    Edit: In den AGB zu der Option steht:
    ZITAT: Niet inbegrepen zijn roaming en betaalde service- en informatienummers.


    Das widerspricht aber den oben genannten Text das man Daten und Minuten mitnehmen kann. Eventuell ist dieser Text einfach veraltet da er schon da stand als die neue Regel nicht galt. Denn da konnte man kein Paket mitnehmen.


    Dein Niederländisch ist durch die Benutzung von holländischen SIM-Karten noch nicht perfekt. Die "bezahlten Service- und Informationsnummern" beziehen sich auf sog. Premium-Angebote wie Telefonauskunft und Servicenummern. Die sind nie bei der EU-Regelung inkludiert. Immerhin scheint Lebara ja die Pakete auch im Roaming freizugeben. Die Kollegen von Lyca wollen das ja (erstmal) nicht.


    Lebara NL hat RLH seit 17.5. umgesetzt: 10GB für €35 könnte auch in Deutschland Interessenten finden. Berichte bitte auch, wie lange das klappt mit dem Roaming. Ähnlich wie auch die KPN-Flat. Ich habe auch gehört, dass die Aktivierung der Nummer (eine Registrierung findet ja nicht statt) zwangsläufig im holländischen Netz erfolgen muss. Dann kann man sie nicht so einfach aus den Niederlanden beziehen.


    In Holland werden alle (bis auf Lycamobile) RLH ohne Limits umsetzen. Nur die neuen "unlimited" Flats in Tele2 und T-Mobile-Verträgen bekommen eine Obergrenze.


    In Italien bestätigen jetzt auch die ersten Reseller wie Coop Voce, Fastweb oder PosteMobile RLH ohne Grenzen. Da sind auch schöne Tarife als Urlaubsmitbringsel dabei (z.B. PosteMobile 10GB für 15€). Nur Lycamobile will auch dort keine Pakete im Roaming herausgeben:
    https://www.google.ru/url?sa=t…f_V1wCvxX5N8-7jS3ezZguFsw
    http://www.mvnonews.com/2017/0…nte-ue-solo-tariffa-base/

    Jedenfalls müssen wir abwarten, wie die Betreiber das umsetzen. Bei deutschen SIM-Karten wird diese FUP wohl meist nicht angewendet werden. Darum betrifft wahrscheinlich in Deutschland die von Dir gezeigten Fälle nur wenige. Ich gebe dir recht, unter bestimmten Voraussetzungen könnte sich die Zeit bis zur Erhebung von Aufschlägen von 4 auf 2 Monaten bei Dauerroaming verkürzen. Allerdings bleibt die Frage offen, ob ein "Beobachtungsfenster" für Roamingnutzung schon aufgemacht werden kann/darf/wird, wenn noch überhaupt gar keine Roamingnutzung vorliegt oder Roamingverbrauch dann eine Rückbetrachtung der Nutzung zur Folge haben kann. Das ist auch immer mit Aufwand verbunden.


    Für Zuschläge bereits nach einem Tag muss man schon ziemlich die Fälle konstruieren. Entweder man nutzt seine heimische SIM länger im Roaming, dann könnten 50% Aufenthalt bereits nach 2 Monaten in einem 4-Monats-Fenster erreicht sein, oder man bringt eine neue SIM ins Roaming mit, dann geht ein Aufschlag erst nach 4 Monaten, weil sonst das Fenster ja gar nicht auf ist.


    Wir werden wohl erst in den nächsten Monaten erfahren, wie konkret die Betreiber diese Beobachtung umsetzen. Selbst unter dieser FUP kann man von 2-4 Monaten Dauerroaming ohne Zuschlägen ausgehen. Bei neuen SIM-Karten, die z.B. nur kurz bei einem Trip in einem Nachbarland gekauft, dort aktiviert und mitgebracht wurden, kann man aber von mind. 4 Monaten weiter ausgehen. Wir dürfen auch nicht vergessen, dass diese Zuschläge zumeist sehr gering ausfallen, per MB berechnet werden und selten die deutschen Inlandspreise groß überschreiten, also geradezu ideal dafür sind, Restguthaben auf einer SIM-Karte zu verbrauchen, bevor sie dann eingeschläfert wird.


    Manche ausl. Provider haben diese FUP fast wörtlich übernommen, besonders wenn sie draufzahlen. Hier mal ein Beispiel aus einer Preisliste:
    Wir benutzen eine FUP um dem Missbrauch von Roaming vorzubeugen. Dieser besteht bei (1) Nutzung von Roaming für anderes als vorübergehende Reisen (2) eine lange Inaktivität der SIM, die dann nur zu Roamingzwecken benutzt wird (3) die Nutzung mehrerer SIM-Karten von einem Kunden (4) der organisierte Wiederverkauf and Nicht-Bewohner des Landes. Der Aufenthalt in der Roamingzone wird beobachtet. Es können Aufschläge erhoben werden, wenn der Nutzer für einen Zeitraum von 4 Monaten mindestens die Hälfte in der Zone war oder mehrere SIM-Karten fürs Roaming benutzt: 0,956 Cent pro MB (=9,56€/GB).
    P.S.: Der Anbieter verkauft sonst 15GB für 6€ im Inland, wird von mir getestet werden und werde berichten, was passiert. Im Missbrauchsfall zahle ich halt auch nur deutsche Preise.