Beiträge von wolfbln

    Hallo. Deine Frage kommt zu früh. Und sie ist sehr kompliziert. Denn wir werden wohl die 2. Hälfte des Jahres damit beschäftigt sein.


    Theoretisch kannst du dir eine billigere SIM zulegen z.B. in Österreich und damit dauerhaft in Deutschland und Frankreich roamen. Aber die EU und die Provider wollen genau das verhindern.


    Zunächst gibts einige praktische Hürden. Fast immer geht nur Prepaid, Verträge bekommst du als Ausländer nicht. Die meisten Länder in der EU haben inzwischen Registrierpflicht und du musst sie vor Ort kaufen. Auch braucht man für einige Provider bestimmte lokale Zahlungssysteme.


    Die günstigsten Pakete aus Polen, Baltikum, Skandinavien usw. werden gekappt. D.h. unter einer FUP müssen nur Teile des Datenvolumens zu Inlandspreisen im Roaming herausgegeben werden.


    D.h. man muss sich jeden Provider und seine Pakete einzeln ansehen. Es wird bessere Angebote geben. Z.B. verkauft in Frankreich Sosh Verträge mit 40GB für 25€ ungekappt im Roaming, Free mobile dort gibt immerhin 5GB für 20€ im Roaming heraus. Sosh bekommt man als Deutscher nicht, Free schon. Aber wenn du bi-national bist, könntest du da vielleicht was über die Verwandschaft drehen.


    Noch sind nicht alle Roamingtarife bekannt, geschweige denn die FUPs, die eingesetzt werden. Hier werden wir sicher viele Urlaubsmitbringsel in diesen Sommer mal auf ihre Inlandstauglichkeit testen. Du darfst nicht vergessen, eine solche SIM eignet sich eher als Zweit-SIM oder reine Daten-SIM, da sie ja als ausländ. Nummer nur sehr teuer von Deutschland aus angerufen werden kann.


    Über allem hängt noch die Möglichkeit, dass jeder Anbieter nach 4 Monaten Dauerroaming Aufpreise erheben darf. D.h. ob der eine oder andere Vorschlag dann als langfristige Lösung funktioniert, wissen wir erst am Ende des Jahres. Aber du kannst gerne mal mithelfen. Wenn Du diesen Sommer wegfährst, dann hast du zwar Roam like at home auf deine deutsche SIM, aber könntest trotzdem eine ausländische kaufen, wenn sie die Leistungen günstiger rausgibt. Wir werden dann sicher einen Thread haben, wo wir konkrete Angebote testen und bewerten. Momentan sind wir hier erst am sammeln, was in Frage kommen könnte.

    Hallo Peterdoo. Da muss ich dir jetzt ausnahmsweise mal widersprechen, denn das steht in den BEREC-Guidelines zur Roamingverordnung etwas anders (ab Seite 8):
    Punkt 26: Der Provider darf missbräuchliche Nutzung nur durch definierte Kontrollmechanismen beruhend auf objektiven Kriterien feststellen.
    Punkt 27: definiert diese Kriterien: entweder überwiegenden Aufenthalt bzw. Nutzung im Roaming oder lange Inaktivität mit ausschließlicher Roamingnutzung oder Mehrfachnutzung verschiedener SIM-Karten im Roaming
    Punkt 28: definiert das erste Kriterium mit der überwiegenden Roamingnutzung/Auslandsauftenhalt, das nur kummulativ erhoben werden darf.
    Punkt 30: schreibt vor, dass die kummulative Erhebung über einen Beobachtungszeitraum von zumindest 4 Monaten erfolgen muss.
    Punkt 31: stellt klar, dass über 50% im Roaming verbraucht sein muss bzw. Anwesenheit gegeben sein muss, damit der Missbrauchsfall eintritt
    Punkt 33: definiert klar diesen 4-Monatszeitraum als "safe habour" für den Roamingkunden
    Punkt 34: BEREC sagt, dass Provider zwar an einem beliebigen Tag feststellen können, ob eine überwiegende Roamingnutzung vorliegt, aber die Provider müssen den gesamte Beobachtungszeitraum von 4 Monaten in Betracht ziehen. Daraus folgt, dass der Roaminganbieter, wenn er den Kunden von der Anwendung der Aufpreise informiert, in der Lage sein muss, zu zeigen, dass weder überwiegende Inlandsnutzung, noch überwiegender Inlandsaufenhalt vom Roamingkunden in den letzten 4 Monaten oder länger vorlag. Kein kürzeres Beobachtungsfenster ist für die Anwendung von Aufpreisen zugelassen.


    frei übersetzt aus den Guidelines des Head-Regulierers BEREC Seite 8 und 9:
    https://www.google.es/url?sa=t…0JBkYyQOaHFNLBRxsVnMuHCjw
    Ich sehe da nicht, wie ein Provider nach weniger als 4 Monaten überwiegender Roamingnutzung bereits Aufschläge erheben dürfte.

    Da Three UK ja hier viele Freunde für Roaming bisher gewonnen hat, mal die Neuigkeiten etwas konkreter von denen. Es werden weitere neue Länder zu den UK-Preisen angeboten mit Singapur und Brasilien, also zwei Staaten, die es bisher auf europ. SIM-Karten noch niemals billig gab. SIMs in Singapur sind die teuersten in Asien als Starter und Brasilien ist wirklich schwierig vor Ort zu kaufen, wenn man die Sprache nicht spricht.


    Für die EU/EEA übernehmen sie nun auch die Gespräche und SMS in alle Drittländer zu Inlandspreisen, also auch neu nach Deutschland. Das müssen sie ja nach den EU-Regeln, waren aber bisher nur im Roamingland und nach UK drin.


    Schließlich kappen sie das EU-Roaming bei allen Paketen auf max. 9 GB pro Monat, also auch bei dem 1 TB "all you can eat" Paket. Missbrauch/Abuse wird jetzt auch erst nach 120 Tagen Dauerroaming gesehen, dann wird 0.73p pro MB gezogen. Etwas kryptisch ist der Satz, wonach man nun auch den persönlichen Hotspot benutzen darf. Dies könnte darauf hinweisen, dass sie den unsäglichen Tethering-Ban aufheben.


    Quelle:https://www.threemicrosites.co.uk/euregulation/payg

    Da ist ein Fehler: - es ist immer mit drin:
    (a) telefonieren/ simsen ins Heimatland Deutschland
    (b) telefonieren/ simsen ins Gast-Roaming-Land
    (c) telefonieren / simsen in ein 3. Land der Roaming-Zone


    (c) ist noch nicht bei allen Anbietern umgesetzt, muss es aber nach der Regelung nach dem 15.6.
    Wenn der Betreiber es nicht inkludiert, kann er nur das Roaming ganz abschalten.


    Es ist NICHT dabei:
    (d) von Deutschland (oder eben dem Heimatland der SIM) ins Ausland telefonieren/simsen
    (e) Schiffs- und Flugzeugnetze auch wenn sie in der EU sind
    (f) Premium-Nummern und Services
    (g) vom Roamingbereich raus z.B. nach Übersee oder andersrum rein von Übersee telefonieren/simsen


    Ich habe für das prepaid data Wiki mal die wichtigsten Regeln und Fallstricke auf Englisch zusammengefasst:
    http://prepaid-data-sim-card.wikia.com/wiki/European_Union


    Dort konzentrieren wir uns mehr auf mobiles Internet und da müssen wir noch etwas abwarten, wie konkret die Umsetzung aussieht.

    Hallo. Du kann über eBay russische SIM-Karten beziehen. Dazu musst du die wichtigsten russischen Anbieter MegaFon, MTS oder Beeline eingeben.
    Die Händler verlangen aber einen Aufpreis dafür mit ca. 10€ mindestens.
    In Russland kann man sehr leicht für 100 Rubel SIM-Karten kaufen mit dem gleichen Guthaben.


    Ich würde dir das prepaid data Wiki empfehlen. Dort sind die Preise für Moskau angegeben. Die sind die höchsten im ganzen Land. In den abgelegenen Provinzen ist es bis zu 50% günstiger. Allerdings wird auch zwischen Datenpaketen, die nur in einer Region (exakter "Föderationssubjekt") und national gültig sind unterschieden. Deine SIM-Karte ist fest einer Region zugeordnet.


    Zum Einlesen auf englisch:
    http://prepaid-data-sim-card.wikia.com/wiki/Russia
    Ipswitch ist einer der Autoren fürs Wiki und gibt eigentlich gut Tipps: http://www.ebay.com/usr/compy_2m


    Da Russland zunehmend zensiert, könnte man bei sensiblen Seiten über ein VPN/Proxy nachdenken.

    Es gibt auch Erfolge. In Irland war Three ja auf die Idee gekommen, von den 60 GB "all you can eat" Daten, die sie im Inland für 20€ verkaufen nur einige MB im Roaming rauszurücken, indem sie einen Großteil der 60 GB zu Boni erklärten. Dies rief die EU und den Regulierer auf den Plan, nachdem sich die Presse dort drauf stürzte.


    Three hat jetzt erklärt, dass 5 GB für den 20€ -Plan im Roaming herausgegeben werden. Zwar nicht RLH, aber gemäß der FUP-Politik der Regulierung legal.
    http://www.independent.ie/busi…oaming-data-35732903.html

    Der Preis für die dreisteste legale Umgehung der EU-Roamingregelung geht an T-Mobile in Tschechien. Dort ist es nämlich üblich, Verträge mit hohen Boni oder Hardware zu verkaufen. "Gute Kunden" bekommen so die Leistungen und Technik sehr viel günstiger als den Listenpreis. Diese Boni werden nicht im Vertrag selbst, sondern in extra Rahmenverträgen zwischen Kunden und T-Mobile festgelegt. Diesen Schwachpunkt nutzt T-Mobile jetzt aus.


    Denn nun hat T-Mobile CZ die Kunden vor die Wahl gestellt: Sie müssen sich bis 14.6. entscheiden, entweder auf EU-Roaming zu verzichten oder eben auf die Boni zu verzichten. MobilMania zeigt einen Fall, bei dem der Vertrag mit 89% Bonus für 399 Kronen im Monat, statt 3630 Kronen verkauft wurde. Würde sich der Kunde nun für EU-Roaming entscheiden, müsste er auf die Boni verzichten und etwa 9x so viel im Monat bezahlen. Diese Praktik ist aber offensichtlich legal.


    http://www.mobilmania.cz/roami…ty/a-1338470/default.aspx

    Weiter sehr gemischte Nachrichten aus den verschiedenen Ländern: In Ungarn und Portugal werden wohl alle Roam like home umsetzen. Das hätte ich bei relativ teuren Preisen auch in Belgien vermutet, doch dort hat Kabelbetreiber VOO für sein MVNO auch eine Ausnahme von RLH bekommen und führt tägliche Limits ein:
    https://www.telecompaper.com/n…u-roam-like-home--1196720

    In Frankreich wollen einige Betreiber sogar ohne FUP auskommen: Die Orange-Marke Sosh (nur postpaid) will die gesamten 40GB (für 25€) auch im Roaming freigeben. Sosh-Verträge gibts aber nur für Franzosen. Hier wird wohl darauf kalkuliert, dass Franzosen relativ wenig ins Ausland fahren.


    Lycamobile, die ja in vielen Ländern Europas vertreten sind, haben sich wohl entschlossen die EU-Regeln nicht zu beachten. In allen EU-Ländern ist jetzt diese Seite geschaltet worden:
    http://www.lycamobile.de/de/eu-roaming-is-changing
    Lycamobile Prepaid Kunden werden während des Roamings in der EU mit den nationalen Standardtarife für Anrufe, SMS und Daten belastet. Auf der Seite stehen dann die korrekten und regelkonformen Inlands- = Roaming-Standardpreise pro min/SMS/MB. Aber auch der Satz: Prepaid bundles - Please note that you will no longer be able to use bundle allowances while roaming.. Der ist sehr missverständlich, konnte man auch bisher nicht die normalen prepaid Bundles dafür nutzen (warum also "no longer"?). Vielleicht meinen sie die Roaming-Bundles, die von ihrer Website verschwunden sind. In Zukunft dürfen sie die nationalen Pakete nicht sperren, außer sie sperren Roaming total, dann dürfte es aber keine Standardroamingraten geben. Auch die deutsche Fassung ist nicht kompatibel: Bitte beachten: während des EU Roamings (außerhalb Deutschlands) verlieren nationale Paketpauschalen ihre Gültigkeit. Es ist nicht möglich, dass Lycamobile bei allen Regulierern Ausnahmen bekommen hat. Wenn sie das so durchziehen, hätten wir den ersten klaren Verstoß, auch in Deutschland. Irgendwie konnte man es aber von denen erwarten, gab es letztes Jahr schon Probleme.

    Das ist korrekt von Vodafone. Hier sind nur die Standardraten genannt. Sie dürften identisch mit den Inlandspreisen im Tarif sein.


    Was die netzinterne Flatrate angeht, muss sie laut EU-Verordnung Vodafone nicht im Roaming anbieten. Das gilt dann als normales Gespräch, da ja ein anderes Roamingnetz beteiligt ist.
    Bisher ging aber bei CallYa die netzinterne Flat auch vom Ausland. Mal sehen, ob sich das ändert, oder ob sie es lassen und nur nicht bewerben.