Beiträge von wolfbln

    @ Wuppertal
    Deutschland ist verpflichtet auch Ausländer zu registrieren. Dies gilt zumindest für EU-Bürger. Darum ist die belgische Methode auch so fragwürdig. Wir würden dann etwa auf das Niveau von Kuba oder Nord-Korea kommen, wo es nicht geht. Selbst in weniger demokratischen Ländern bekommt man als Ausländer eine prepaid SIM-Karte. Das gilt für etwa 200 Länder. Wäre für Deutschland schon peinlich, aber es ist auch nicht gesagt, dass Ausländer alle Wege (und damit auch Marken) bekommen müssen. Postpaid geht z.B. überhaupt nicht.


    Soweit ich aber dies verstehe, wird es zumindest ein duales System geben:
    - in den Betreiberläden (T-Punkt, Vodafone, O2 etc.) kann direkt registriert werden (heute schon)
    - online soll es wohl über ein Video-Ident laufen (und für manche Reseller der einzige Weg)


    Daneben könnte ich mir aber auch noch Registrierungen in Postfillialen etc. vorstellen, wo SIMs verkauft werden, als Mischung zwischen beiden. Nur die Discounter wehren sich mit Händen und Füßen in Aldi/Lidl-Fillialen zu registrieren, obwohl sie das in der Schweiz (Aldi, Migros) auch machen.


    @ Anja
    Das funktioniert nicht. SEPA/IBAN gibts nur in 34 Ländern, in über 170 nicht. Außerdem ist es immer noch möglich, im Ausland anonyme SEPA/IBAN-Konten zu haben, oder zumindest weniger gut personifizierte. Man wäre dann auch von der Datenweitergabe aus dem Ausland abhängig. Aus Datenschutzgründen muss die Datenbank im Inland angelegt sein. Hier wäre dies aber nur teilweise der Fall. Außerdem ist es sehr unpraktisch mehrere Bankarbeitstage auf die Freischaltung einer SIM-Karte zu warten. Wäre also maximal für Inländer mit viel Zeit eine Option.


    Frank
    Ich bin ja bei Dir mit Deiner Kritik, glaube aber nicht an deine "Verschwörungstheorie". Wenn das primäre Ziel nicht erreicht wird, kann es das sekundäre auch nicht. Ein "Überwachung" der Bevölkerung ist jetzt schon möglich und wenn genügend User wie Du und ich wissen dies zu umgehen, klappts damit auch nicht. Da steckt der Widerspruch in deiner Theorie. Einerseits wirfst du dem Staat Überwachung vor, andererseits sagst du, dass es "Alternativen" gibt. Das passt nicht zueinander. Vielleicht gehts auch nur um ein "tertiäres Ziel" -> schlicht die Leute zu beruhigen. Denn die meisten meinen, dass dies zu "ihrer Sicherheit" gut sei und "sie nichts zu verbergen hätten" und machen mit. Auch ich raffe mich jetzt nicht auf und kaufe noch einen Satz "anonymer" SIM-Karten.

    Genau, eine ungarische Prepaid, wenn man denn so lange bleiben will.


    Es gibt dort drei Anbieter: Telekom, Vodafone und Telenor. Ist ganz easy eine prepaid SIM zu bekommen. Musst nur mit Ausweis in einen Laden der Betreiber. Vielleicht lernt deine Frau auch nette Ungarn kennen in den 2 Jahren. Die müssen sonst teure Auslandsgespräche auf die deutsche SIM führen.


    Daneben eine deutsche Prepaid für die Familie und die Anrufer aus Deutschland in 2 Handys oder einem Dual-SIM-Gerät. Ab Juni 2017 soll es keinen Unterschied mehr machen, welchen Betreiber man nimmt, da alle eingehenden Gespräche kostenlos sind und alle ausgehenden nach dem EU-Tarif abgerechnet werden.


    Es können einige Betreiber eine FUP etablieren, die stabile Bindungen zum Heimatland erfordern. So stehts in der Bestimmung. Die deutschen Anbieter haben sie allerdings bisher noch nie angewendet und jemanden abgeschaltet. Daher ist das sehr unwahrscheinlich.


    Zur Frage Vodafone CallYA oder O2 Prepaid: Das ist zur Zeit kein großer Unterschied im Ausland. Bei Vodafone geht nur das ungarische Vodafone-Netz, O2 hat mehr Roamingpartner. Allerdings hat Vodafone fast überall 4G/LTE-Roaming, zumindest in die Eigennetze und in Ungarn ist 92% 4G Abdeckung von Vodafone. O2 hat weniger 4G-Roaming bisher. Die Tarife CallYa Smartphone Special und O2 Prepaid Smart 1GB sind ansonsten praktisch ziemlich gleich und unterscheiden sich nur in Aufbuchvarianten. Darum ist das eher Geschmackssache und von der konkreten vor-Ort-Versorgung in Deutschland und Ungarn abhängig.

    Wobei zur Aldi-Tagesflat unbedingt die Bemerkung müsste, dass sie nur über den Aldi Stick buchbar ist oder man sie dann ganz rausnimmt, weil sie kein "bedingungsloses" Datenpaket ist nunmehr, sondern man den Stick braucht, also eigentlich ein Koppelgeschäft ist.

    Das klärt aber immer noch nicht die beiden Probleme:


    - wie soll ein Kunde z.B. der Discounter AldiTalk, LidlConnect, etc. konkret die Registrierung dann machen? Braucht er ein schnelles WLAN dafür für die Video-ID. Also erst zu Lidl/Aldi, dann zu McDoof? Oder wird es dann bald WLAN an Kiosken oder Tanken geben, wo dann man sofort online gehen kann zur Registrierung? Sinnvoll wäre das ja, wenn die paar Internetläden, die es noch gibt und die z.B. Lycamobile verklicken, gleich die online Registrierung anböten. Für Kioske sicher nach dem Fall der WLAN-Haftung ein möglicher Vertriebsweg: Sie verkaufen SIM-Karte und WLAN-Zugang zum Registrieren.


    - wie kann die Video-ID-Firma wirklich Hunderte von Ausweisen und Pässen verlässlich verifizieren? In Belgien lief es darauf hinaus, dass sie nur noch Inländer online registrieren. Als Deutscher bekommt dort man keine Registrierung mehr für AldiTalk Belgien. Das soll ja in Deutschland ausdrücklich ausgeschlossen sein. Dann müssten aber Pässe und Ausweise aus über 200 Ländern gelten. Wie soll denn der Mitarbeiter per Video ID einen Pass aus XY verifizieren? Das schafft doch kaum der "Grenzschützer", wenn er ihn in der Hand hält?


    und es bringt uns zur neuen Frage: Wer zahlt den Preis für die Video-ID? Sind also SIM-Karten in Zukunft dann nicht mehr "kostenlos"? Jedenfalls geht Deutschland nicht den "polnischen Weg": dort gibts inziwschen Tausende von Registrierungsstellen vor Ort, weil auch die Bestandskarten registriert werden müssen, was auch klappt. Deutschland wäre somit das erste Land weltweit, wo eine verifizierte Online-Registrierung auch funktioniert. In Belgien klappts jedenfalls nicht. Dort gelang es einem Fernsehteam von VTM gerade eine SIM-Karte online auf eine Packung Kaugummi zu registrieren :-)


    Die Bertelsmann-Firma Arvato, die als Video-ID Anbieter im Artikel genannt wird, soll übrigens auch im Auftrag von Facebook alle Hasskommentare löschen. Klappt ja toll :-) 600 Leute sitzen in Berlin-Siemensstadt und löschen im Akkord Hass für 1500€ brutto. Wäre ja mal eine Abwechslung für die Mitarbeiter, Ausweise zu kontrollieren. Ich halte das Ganze weiter für Schwachsinn, weil es so leicht umgangen werden kann. Aber wenn wir den nun schon machen, sollte es wenigstens in sich sinnvoll sein und auch funktionieren und nicht nur Arvato mehr Jobs bringen.

    Die BEREC (also der europ. Regulierer) hat nun die "Guidelines" für die Roamingnovellierung für die nationalen Regulierer veröffentlicht:
    http://berec.europa.eu/eng/doc…egulation-eu-no-531_0.pdf Leider liegt der Text nur auf englisch vor.


    Auf 39 Seiten werden den nationalen Regulierern genau die Vorschriften erklärt. Ich habe darin nichts richtig Neues finden können. Die Regeln werden aber an vielen Beispielen erläutert.
    Es gibt wohl 3 FUPs für die Betreiber, wenn man das so zusammenfassen kann:
    - die "normal residence and stable links", die nach ein paar Monaten zu Aufpreisen führen kann, wenn man keine stabilen Bindungen zum Roamingland nachweisen kann.
    - die "offenen Datenpakete", die bei billigen Tarifen im Roamingvolumen zu Inlandspreisen begrenzt werden dürfen.
    - und eine allgemeine "Befreiung" (= derogation) für Betreiber, die zeigen können, dass Roam like at home für sie nicht wirtschaftlich ist.


    An einer Stelle wird aber gesagt, dass ein Provider nur eine FUP, nicht verschiedene anwenden darf. Da wohl viele in den Billigländern auf die Volumenbegrenzung gehen, halte ich die "stable Links"-Regelung weiter für sehr aufwändig und wenig praktikabel. Wie viele eine komplette "Derogation" beantragen, bin ich auch gespannt.
    Es wird auch noch mal klar gesagt, dass man Roaming nicht anbieten muss. Mal sehen, wie viel Roam like at home für den Konsumenten dann übrig bleibt....


    Ich habe jetzt zum ersten Mal die "Strafen" bei "Missbrauch" verstanden:
    - der Betreiber darf einen Aufpreis bis zum max. Großhandelspreis + Steuern nehmen.
    - aber da darf ein nationaler Tarif darunter liegen
    - der Gesamtpreis (von Aufpreis und nationalen Tarif) darf die Obergrenzen von 2015 nicht überschreiten

    na, nicht so ganz einfach....
    Die Standardrate für eingehendes Roaming in Deutschland (also angerufen werden) ist 0,06 CHF pro min bei Lyca.


    Die Standardrate wird auch gezogen, wenn Du deren Bedingungen für "kostenloses Roaming" nicht erfüllst:
    - du musst ein laufendes schweizer Paket (Gespräch, SMS oder Daten) gebucht haben, nicht im Standardtarif sein (für die Schweiz)
    - du musst Guthaben auf der Karte haben - also nicht bei Null sein für Roaming
    - du darftst bisher nicht länger als 100 min/Monat angerufen worden sein im Roaming (= Deutschland)
    - du musst eine Aufladung oder ein sonstiges Gespräch/SMS mind. alle 30 Tage gemacht haben.
    ---> dann kostet dir der eingehende Anruf in Deutschland nichts, sonst eben 6 Rappen pro min.


    Das alles sollte aber machbar sein, denn der Standardtarif (ohne Paket) für ein Inlandsgespräch in der Schweiz kostet 45 rp./ min + 24 rp. für den Gesprächsaufbau, d.h. 1 min kostet happige 69 rp also 0,64 €. Für das Geld könntest du in Deutschland 7 min im Inland sprechen bei einem üblichen 9 Cent-Tarif. Also lohnt sich schon irgendein Paket von denen. Der Standardtarif wäre nur etwas für extreme Wenignutzer.


    Lyca ist eigentlich nur günstig in der Schweiz für Datennutzer (ohne VoIP und WiFi-Nutzung) und bei bestimmten Auslandsanwendungen wie möglicherweise Deiner.

    Die Leute fallen immer auf diesen Spruch rein:
    "Keine Roaming-Gebühren für die Nutzung von Lycamobile in 18 Ländern"
    hier auf der Website


    Das ist sicher die irreführendste Werbung, die momentan läuft.
    Denn ganz klein steht da:
    "[I]Keine Roaming-Promotion gilt nicht für Daten. Kunden müssen eine spezielle Datenbündel durch kauf hinzufügen. Die Promotion ist bis 1000 Minuten begrenzt, 1000 SMS und 100 Minuten zwischen Lyca zu Lyca pro Bündel bei anrufen im Roaming. Alles, was über diesen Mengen liegt, wird mit Standardtarif berechnet." [I]


    - also keine Daten. Sie verkaufen ein 1 GB Paket für Roamingdaten in Deutschland für CHF 12
    - gilt nur für Anrufe und SMS
    - "Obergrenzen" beachten
    - Kunden müssen einen nationales Packet buchen, damit keine Kosten für Roaming und Anrufe entstehen und das geht davon ab.
    - das no Roaming ist auf max. 30 Tage beschränkt


    Man kann Lycamobile nur empfehlen, wenn man:
    - nicht tethern will - das wird of LTE geblockt bzw. Apple-User bekommen kein Profil
    - kein VoIP-Gespräche führen will - das wird in der Schweiz auch geblockt.
    Ansonsten nutzen sie das gute Swisscom-Netz mit 4G/LTE-Freigabe.
    Und sie sind die günstigsten der Reseller zur Zeit.

    Zitat

    Original geschrieben von tobias777
    Also wohl am besten einfach erst mal einen Vertrag ohne lange Laufzeit wählen und schauen, wie sich das entwickelt...


    Nochmal klar: auch in Laufzeitverträgen muss Dein Provider dich zum Sommer (15.6.) umstellen. D.h. eigentlich müsste er dies automatisch in den EU-Tarif machen, oder zumindest Dir die Wahlmöglichkeit zwischen bisherigen und EU-regulierten Tarif geben. Dies betrifft nur EU-Roaming, alle Inlandstarife bleiben gleich.


    Lange Laufzeiten sind immer dann schlecht, wenn Du einen massiven Preisverfall erwartest. Die neue EU-Roamingregelung bekommst Du aber unabhängig von der Laufzeit deines Vertrags als eine Option ab 15.6.

    Zitat

    Original geschrieben von xeno6
    Was mich interessieren würde wie werden Gespräche zwischen EU-Aufenthaltsland und EU-Drittland bepreist laut Regulierung?


    Hi.
    Die EU-Regulierung gilt (wie schon bisher) für ALLE ROAMINGGESPRÄCHE und -SMS innerhalb der EU/EWR mit einer SIM-Karte aus diesem Raum.


    Nach der Definition der EU heißt Roaming eine Nutzung der SIM im Gastland für:
    - Gespräche/SMS ins Heimatland der SIM
    - Gespräche/SMS innerhalb des Gastlandes
    - Gespräche/SMS in Drittländer innerhalb der Roamingzone
    - mobiles Internet


    Das gilt natürlich auch für eingehende Gespräche/SMS aus all den Ländern, die dann kostenlos werden. (SMS sind es ja schon lange).


    Sie gilt NICHT für:
    - Gespräche/SMS vom Heimatland der SIM ins Ausland. Das sind "Auslandsgespräche".
    - Gespräche/SMS/Daten in Flugzeug- oder Schiffsnetzen auch innerhalb der EU


    Bisher hat nur Vodafone Prepaid in Deutschland das so komplett umgesetzt und alle Gespräche innerhalb der Roamingzone zu Inlandstarifen in den Paketen freigegeben. Bei Telekom und O2 gelten noch unterschiedliche Preise, die unter die alten Obergrenzen fallen. Sie müssten zum Sommer noch etwas nachbessern, um mit der Regelung voll kompatibel zu sein.

    Hallo Tobias.


    Dafür gibt es schon 2 Threads hier:


    für alle:
    http://www.telefon-treff.de/sh…ad.php?s=&threadid=585736


    für Prepaid:
    http://www.telefon-treff.de/sh…ad.php?s=&threadid=293576


    Ich fasse mal kurz zusammen. Die Regeln sind klar, die Umsetzung durch die einzelnen Provider aber noch nicht und werden sich konkret dann erst im Sommer zeigen.


    Eigentlich gilt "Roam like at home" also Roaming zu Inlandspreisen für Gespräche, SMS und Daten ab 15.6.17. Alle Tarife sollen dann umgestellt werden. Es kann aber Ausnahmen für billige Datenpakete geben und dein Provider darf als Wahloption auch andere Tarife anbieten.


    Die Provider mögen die Regelung nicht so sehr und manche versuchen sie zu umgehen: Sie schalten Roaming ab, erhöhen die Preise oder setzen eine FUP ein. Diese FUP ist legal, gilt aber nur für billige Datenpakete bei denen das GB rechnerisch unter 5€ kostet. In diesen Fällen könnte ein Betreiber nur einen Teil des Datenpaketes ohne Aufpreise im EU-Roaming rausgeben müssen, nicht alles. Er muss es aber vorher sagen und kann auch Alternativen vorschlagen.


    Welche Betreiber nun welche Lösung ab Juni einsetzen werden, ist noch nicht ganz klar. Wegen der relativ hohen Datenpreise in Deutschland kann man aber bei fast allen deutschen Prepaid- und meisten Postpaidangeboten davon ausgehen, dass das gesamte Datenkontingent ohne Aufpreise im EU-Ausland genutzt werden kann.


    Ob zusätzlich noch technische Hürden wie kein LTE-Roaming, lahme Geschwindigkeiten, Bindung an Heimatland der SIM, lange Latenzzeiten etc.... eingesetzt werden, weiß heute hier keiner und wird sich dann erst zeigen.