Beiträge von wolfbln

    In Frankreich ist jetzt der Roamingkrieg ausgebrochen. Das Free-Angebot wurde Stunden später vom Mitbewerber SFR unterboten. Dort haben sich die Betreiber eben nicht so lieb wie hierzulande.


    SFR bietet jetzt 15Go 100% Roaming d.h. die gesamten 15GB des RED-Vertrags (den Deutsche nicht bekommen) für 15€ pro Monat im Roaming dauerhaft an (EU, Schweiz, Andorra, USA, Canada).


    SFR ist lokaler Vodafone-Partner in Frankreich. Daraus wird sichtbar, dass es Vodafone & Co. wohl problemlos jetzt schon möglich ist (unter Verwendung der Eigen- und Partnernetze) Tarife von 1€ pro GB zu realisieren. Die Ankündigung ab 15.6. alle Roaminggebühren in allen Vodafone-Märkten komplett abzuschaffen scheint also möglich zu sein.


    Quelle: http://www.sfr.com/presse/comm…ming-100-amerique-du-nord

    Es trudeln langsam die ersten Tarife ein für den Sommer...


    Free mobile in Frankreich hat jetzt die Hosen runtergelassen. Sie verkaufen dort bekanntlich 50GB 4G oder 3GB 3G Daten für 19,99€ im Monat in Verträgen, die man auch als Ausländer bekommt. Dies ist ja so ein Billigtarif, wo sich viele fragen, was dann im Sommer sein wird.


    Sie haben jetzt beim Pass Destination - wie ihr Roaming heißt - ab 15.3. ihre Beschränkung auf 35 Tage im Jahr fallengelassen und die Daten auf 5GB pro Monat hochgesetzt. Also Free in Frankreich verkauft 5GB in der EU, USA, Canada usw. plus Telefon- und SMS-Flat für 19,99€/Monat dauerhaft oder "tout l'année".


    Quellen: https://www.telecompaper.com/n…on-top-tier-plan--1187864 und http://mobile.free.fr/


    Damit haben wir schon mal zwei Strategien: (1) Roaming ganz oder für Daten abschalten oder
    (2) die FUP-Nachhaltigkeitsklausel ziehen. Free hat keine Allianz im Rücken und wäre so ein kleinerer Anbieter mit Billigtarif. 7,70€ +20% Mwst in Frankreich = 9,24€ pro GB. Dann müssen sie die doppelte Menge freigeben für 20€ - 5GB kommen da hin.


    Bisher kein Betreiber kommt mit "stabilen Bindungen" oder Zeitbeschränkungen. Mal sehen.....

    Ja, das ist richtig, aber es wird dabei viel getrickst werden, um möglichst wenig Volumen in der EU rausgeben zu müssen.


    Diese Beschreibung der EU ist auch völlig bescheuert. Nehmen wir mal das aufgeladene Guthaben von Beispiel 1. Kein vernünftiger Mensch surft auf der Standardrate irgendeines deutschen Anbieters. Auch kann ja das prepaid Guthaben jederzeit vom Ausland nachgeladen werden. Der Provider müsste also einen Check machen, wieviel Guthaben gerade beim Grenzübertritt vorhanden war und es "einfrieren". Da aber die deutschen Standardraten bei Telefonica noch bei 23 oder 24 ct/MB liegen, ist hier sicher keine Missbrauchsgefahr und Telefonica gibt gerne diese Rate "unbegrenzt" in der EU heraus.


    Es ist richtig, dass in "billigen" Datenpaketen, das Volumen, das im Ausland ohne Zuschläge herausgegeben werden darf, begrenzt werden darf. In etwa so wie vorgerechnet. Dies muss aber für jedes Paket vorher klar kommuniziert werden. Da wird Telefónica wohl tricksen. Indem man z.B. das Kernguthaben von Paketen herunter setzt und Boni herausgibt wie die "Datensnacks". Die EU hat schon gesagt, dass diese mitgezählt werden müssen, aber die BNetAG ist da manchmal ziemlich harmlos, wenn es um die Umsetzung geht.


    Über die EU-Pakete in den Bestandstarifen würde ich mir keine Sorgen machen. Telefónica wird sie heftig bewerben als die "bessere Alternative" zum EU-Tarif. Eigentlich müssten sie auf den EU-Tarif umstellen und ein Opt-Out in ihren Tarif machen, praktisch werden sie nicht umstellen und eher ein Opt-Out in den EU-Tarif anbieten. Damit sind sie auch letztes Jahr durchgekommen. Für manche ist auch das EU-Zusatzguthaben besser als der regulierte Tarif, bei dem die Roamingvolumen vom Inlandskontingent abgehen.


    Was mit der Schweiz passiert, werden wir erleben. Die neuen Prepaid-Tarife gruppieren sie aus der EU-Zone aus (genauer: berechnen die schweizer Zone nicht mehr wie die EU). Daraus schließen viele, dass sie beim zuschlagfreien EU-Roaming nicht mehr dabei sein wird.

    Diese Diskussion zeigt ja das Dilemma der Anbieter. Während die meisten User in Deutschland 1 oder 2 GB im Monat nutzen und dann auch mal im Ausland und davon die Betreiber sicher nicht umkommen, gibt es halt auch Intensivnutzer wie Darkhalf und die können ihnen schon Probleme machen.


    Wenn ich 100 oder 200 GB im Monat ziehe, komme ich leicht auch in Deutschland auf niedrigere pro-GB-Preise. Die kann ich doch nicht als Maßstab nehmen, weil sie z.Zt. nur Promille der User ausmachen. 200 GB über eine österreichische Flat zu 25€ wären auch nur 12,5ct/GB. Dass dies im Roaming nicht gehen wird, muss man ja einsehen. Dennoch können diese User (oder die Angst der Betreiber davor) nicht Maßstab der Preisgestaltung werden. Irgendeinen "Schutz" vor ihnen im Ausland ist aber für mich schon legitim.


    Die EU hat - ohne es vielleicht eigentlich entscheiden zu wollen - eigentlich einen Preissturz für Datenpreise Deutschland verordnet oder nimmt alternativ das Scheitern ihrer ganzen Roamingregulierung in Kauf. Die Großhandelspreise sollen ja in den nächsten 5 Jahren auf 2,50€/GB runter. Dem einen ist (z.B. Darkhalf) das zu langsam, aber im Endeffekt müssen auch deutsche Anbieter in dieser Zeit die Preise durchschnittlich in den gebräuchlichsten Paketen deutlich unter dieses Niveau senken oder sie werden dauerhaft von billigeren Auslandskarten auf EU-Regelungsniveau "kannibalisiert" werden, weil es vor "Durchschnittsusern" eben keinen echten Schutz geben kann.

    Zitat

    Original geschrieben von peterdoo
    Die Verluste wären bei HoT mit den österreichischen Kunden sicherlich verkraftbar. Wenn aber die SIMs in großem Stil in Deutschland verwendet werden, wird es schwierig.


    Da bin ich bei Dir. Aber "Grenzkontrollen für SIM-Karten" sind auch etwas schwierig, selbst für die bayerische Polizei :-) Und dass einige austesten was geht (natürlich keiner hier von Forum LOL) ist ja nicht ganz unwahrscheinlich. Ist ja nicht mal illegal, sondern höchstens ein Verstoss gegen die AGBs.


    Momentan stehen wir Deutschland bei 8-10€ für ein 1GB-Paket im Prepaid und in z.B. Österreich bei 3-4€. Bei Zigaretten und Benzin führen solche Preisdifferenzen schon zu Schmuggel, aber vielleicht noch beherrschbar, wenn dann in Deutschland die Preise fallen oder in Österreich steigen. Dazu kommt noch das Problem, dass große Pakete in Österreich massiv billiger werden, wie eben z.B. unbegrenzte Daten-Flatrates für 25-30€, die es so bei uns im Prepaid gar nicht gibt und im Postpaid noch ein Vermögen kosten.


    Warten wir mal ab, was passiert. Ich tippe mal, die betreffenden Betreiber werden alle 3 Optionen, die ich oben genannt habe durchspielen und ausprobieren.

    Ja, aber das ist normal in Österreich bis zum 15.6. EU-Roamingdaten sind auf prepaid irre teuer so um 50€ pro GB. Darum kommt "Roam like home" dort einer Revolution gleich. Yesss! hat z.B. eine unlimitierte prepaid LTE-Datenflat in Österreich für 25€ und jetzt ein Problem. Dir ist bekannt, was sowas in Deutschland kostet, wenn es überhaupt angeboten wird.


    Sie haben ab 15.6. da eigentlich nur 3 Möglichkeiten: (1) den Tarif einstellen oder massiv erhöhen, (2) beim Regulierer eine Begrenzung dieser "unbegrenzten" Datenmenge im EU-Roaming beantragen von wegen "Tragfähigkeitsklausel" oder (3) EU-Roaming im Tarif ganz abschalten. Irgendetwas muss davon passieren.


    Wenn sie auf (2) gehen, müssen sie aber nach den FUP-Regeln immer noch mindestens den doppelten Gegenwert von 25€ in Daten zum Großhandelspreis (7,70€/GB) für EU-Roaming freigeben, also mindestens 7GB und können nur oberhalb begrenzen.

    Während hier Drillisch weitere Tarife ohne Roaming auflegt, lohnt es sich weiter in die Billigländer zu schauen, wie die zurecht kommen werden, denn dort ist es ja noch schwerer.


    In Österreich hat ja T-Mobile Austria alles Datenroaming in ihren neuen prepaid Tarifen geblockt. Die anderen Betreiber gehen da wohl nicht mit. Marktführer A1 hat nun betont, dass bei all ihren Tarifen (inklusive des Discounters Bob etwa) Datenroaming inkludiert ist - auch über den Sommer hinaus. A1 ist lokaler Vodafone-'Partner' und profitiert ja auch vom Vodafone-Roaming, da in Österreich Vodafone kein Eigennetz hat.


    Der erste Diskonter (österr. für Discounter) hat sich jetzt mit HoT (Billigmarke von Hofer=Aldi) erklärt: Im Schnitt würde HoT 7-25 Euro, bei maximaler Ausnutzung der erlaubten Datenmengen bis zu 40 Euro pro Kunde Verlust machen. Allerdings nur wenn die Kunden roamen. Üblicherweise sei die Hälfte der HoT-Kunden zumindest einmal jährlich für durchschnittlich 8 Tage im Ausland. "Die Einkaufspreise sind höher als die Verkaufspreise. Das ist in Wahrheit absurd." HoT verkauft in Österreich das GB in prepaid Paketen für durchschnittlich 2 Euro.


    Ob HoT eine Tragfähigkeitsklausel (FUP) [beim Regulierer] beantragen werde, sei noch unklar: "Wir werden uns das genau ansehen." Wie diese Tragfähigkeitsklausel konkret aussehen werde, stehe auch noch nicht endgültig fest. In den EU-Gremien sei dazu Mitte März ein Treffen anberaumt. HoT strebe jedenfalls eine klare, transparente Regelung an. Tarife ohne Roaming, wie sie von manchen [österreichischen] Anbietern angedacht seien, werde es bei HoT jedenfalls nicht geben.


    Es bleibt spannend bis zur letzten Minute und wahrscheinlich auch noch über den Juni hinaus.....

    Vodafones "Partnernetz" in Frankreich ist SFR. D.h. deine SIM-Karte hat eine eingebaute Präferenz für SFR in der Regel. Mit etwas Geduld und manueller Netzwahl könntest du auch Orange und Bouygues bekommen, wohl nicht free. Für den Preis macht es keinen Unterschied, allerdings ist die LTE-Abdeckung von Orange besser. Häufig hat aber Vodafone nur LTE-Roaming bei Partnernetzen und nicht bei anderen Betreibern.

    So weit ich die EU und T-Mobile Austria verstehe, muss wohl der Tarif immer gleich behandelt werden. D.h. es ist offenbar nicht gestattet, Datenroaming nur in bestimmten optionalen d.h. aufbuchbaren Paketen zu verbieten, die dann auf dem gleichen Tarif basieren, der dieses Roaming doch irgendwie z.B. zum Basispreis per MB ermöglicht. https://futurezone.at/b2b/t-mo…r-alle-tarife/249.467.189


    Es muss wohl schon so sein, dass - wenn Datenroaming im Tarif oder Tarifbaustein abgeschaltet ist - das dann auch unveränderlich so bleibt und nicht durch das EU-Zusatzpaket XY zum Aufpreis oder im Grundtarif wieder aktiviert werden kann, also höchstens ein kompletter Tarifwechsel, dann erst Roaming ermöglicht. Dann bleibt immer noch die Idee dem Kunden einen sofortigen Tarifwechsel über USSD Code zu ermöglichen zu einem teureren Tarif mit Roaming - mal sehen, ob einer darauf kommt. Ist aber wieder rechtlich in manchen Ländern heikel, wegen Informationspflicht usw...


    Bin mal gespannt, ob alle Anbieter das in Österreich so machen werden und Datenroaming einfach abschalten. Denke aber, dass es für "Wertkarte" (= prepaid) in diese Richtung läuft. Es geht aber z.B. nicht bei den Tarifen, die jetzt schon ähnlich wie bei vielen hierzulande einen EU-Kontingent zusätzlich haben, denn da ist ja EU-Roaming explizite Vertragsbestandteil und darf auch bei einem Wechsel in den regulierten Tarif nicht abgeschaltet werden.


    Jetzt werden viele Provider durchrechnen und bei den Tarifen mit Bestandteilen, die im Roaming sie was kosten können, was ja eigentlich nur Daten sein dürften, einfach das Datenroaming von vorneherein abschalten, falls es nicht als Tarifbestandteil vorher beworben wurde. Und das ist ja bei Prepaid im Gegensatz zu Postpaid ganz selten der Fall. Also wird in 1/2 Europa dann das Datenroaming abgeschaltet? Das kann ja nicht im Sinne der EU sein. Immerhin wäre es dann die Klarheit, die wir immer gefordert haben: entweder gehts zum Inlandspreis oder es geht zumindest für Daten überhaupt nicht.
    P.S. Deutsche Betreiber betrifft das im Prepaid wohl nicht. Aufgrund der hohen Inlandspreise können sie das auffangen und alle 3 Netzbetreiber haben jetzt schon EU-Roaming im Prepaid inkludiert (ab vorgestern auch O2).


    In Irland versucht Three das anders zu umgehen und es kam zum ersten Clash über die neuen Regeln:
    http://www.independent.ie/busi…ology/article35491608.ece
    Sie wollen nur 1GB aus einem 60GB "all-you-can-eat" Paket zum EU-Roaming freigeben, indem sie 7GB zum "core plan" erklären und die restliche 53GB zum einem "service benefit".
    Die EU hat aber für ihre Verhältnisse sehr schnell reagiert: "There is no loophole by which part of the domestic data allowance could be regarded as gift or side benefit and would therefore not count when travelling abroad. Doing so would appear like a clear case of circumvention, for which there is no basis in the Roaming Regulation. Thus, under the new rules, operators will not be allowed to offer only half a roaming experience to clients."
    http://www.independent.ie/busi…aming-rules-35494887.html


    Wir werden da wohl noch so einige Tricksereien sehen....

    na ja, "Missbrauch" ist in diesem Sinn ein Industrie-Schlagwort wie Fair Use Policy (FUP) usw. Zunächst wird nun ein Produkt gebraucht, sogar im Sinne des Produkts, aber entgegen den Regeln, die sich Provider oder die EU so vorstellen.


    Von mündigen EU-Bürgern kann auch erwartet werden, dass sie ein Produkt eines Landes in einem anderen Land benutzen. Bei Datenpreisen in Polen von 5% oder Österreich von 10% ggü. Deutschland ist der "Missbrauchsdruck" halt hoch hierzulande. Ist es denn schon "Missbrauch", wenn ich mir Zigaretten oder Benzin in Polen innerhalb der Freigrenzen zu den dort niedrigeren Steuersätzen hole? Oder ein Unternehmen in Irland führe?


    Ich stimme dir aber zu, so lange in der EU/EWR 28+3 unterschiedliche Regularieren existieren, wird es zu unterschiedlichen Preisen kommen. Ob er allerdings zu solch hohen Unterschieden führen muss, sei mal dahingestellt. Der Import eines Billigprodukts in ein teures Land kann nicht die Lösung der hohen Preise hierzulande sein.


    Dennoch werden wir genau dies sicher hier im Forum Betreiber-spezifisch anschauen. Was machen die Polen, Österreicher, Balten, Skandinavier, Rumänen, Free in Frankreich usw.? T-Mobile Austria hat gerade nur das Datenroaming für alle seiner neuen "Wie ich will"-Tarife gesperrt. Es wird also möglich sein, Voice-, SMS- und Datenroaming unterschiedlich freizugeben. D.h. Provider können die Tarife für Daten-Roaming sperren, wo sie jetzt noch draufzahlen müssten (siehe FUP-Thread), anderes Roaming aber ermöglichen. Das ist viel einfacher als irgendwelche Mengen- oder Zeitgrenzen, die sie dann überwachen müssten.


    Ich denke, wir werden in diesem Sommer noch viel darüber zu diskutieren haben. Happy summer :-)