Beiträge von wolfbln

    Es ist vollbracht. Roaming wird in der EU/EWR ab Juni 2017 weitgehend abgeschafft.
    Laut Malta hat man sich auf neue Großhandelspreise geeinigt:
    - Bei Daten: 1 GB für 7,70 €
    - Bei Anrufen (ausgehend): 3,2 ct/min
    - Bei SMS (ausgehend): 1ct


    Quelle: http://www.spiegel.de/netzwelt…bgeschafft-a-1132612.html


    Was das für die FUP anbelangt: Wenn man sich an den getroffenen Regelungen orientiert (und ich sie richtig verstehe), müssten ja doppelt so viel Daten in Paketen ohne Einschränkungen für Roaming freigegeben werden, wie der Preis hergibt. 7,70 € (gehe von Nettopreisen aus) ergeben also etwa 8,85 € (einschl. 19% Steuern). Demnach würden alle Pakete, deren Datenpreis bis etwa 4,40 € pro GB liegt, unbeschränkt EU-weit rausgegeben werden. Unter diesem rechnerischen Preis dürften die Provider dann Roaming-Volumen beschränken.


    Damit werden wohl alle Prepaid-Tarife und viele Postpaid-Tarife in Deutschland unbeschränkt sein. Allerdings wird es viele Tarife in Österreich, Polen, Rumänien, Baltikum usw. treffen. Bin mal gespannt, ob es eine neue Roaming-Queen mit laxer FUP geben wird :-)

    @ Anja und Geos
    Im Alter von zwölf Jahren erhalten Belgier automatisch einen elektronischen Personalausweis (eID). Dafür sorgt das Einwohnermeldeamt Ihres Hauptwohnsitzes. Dagegen kannst Du dich auch gar nicht wehren.


    Ist so ähnlich wie der deutsche Personalausweis mit den elektronischen Funktionen, die die meisten hierzulande abwählen.Beschreibung eID
    Für Kids gibts den kids ID und für Ausländer, die in Belgien wohnen, die elektronische Ausländerkarte Beschreibung Ausländerkarte.
    Damit sind alle Bewohner komplett elektronisch erfasst. Damit ergibt der Beschränkungstext von Aldi Belgien auch einen Sinn wegen "Bewohnern". Ob jeder Belgier jetzt ein Lesegerät zu Hause hat, bin ich aber überfragt. Die sind aber sicher nicht personengebunden.


    surfmobile
    In fast 200 Ländern kannst du mit oder ohne Registrierung eine SIM-Karte legal kaufen. Allerdings nur prepaid. Bei Verträgen dagegen wird fast immer nur an Inländer ggf. mit Bankverbindung verkauft. Das machen allerdings die Telkos so wegen dem Kreditausfallrisiko. Es gibt einige wenige Länder, wo MVNOs Registrierung nur für Inländer erlauben (z.B. Argentinien). Neu ist, dass dies jetzt auch ein EU-Land so macht ggü. anderen EU-Bürgern.

    Ich habe da eher Sorge, was die Neuregelung in Deutschland ab dem Sommer angeht. Hier soll ja auch die Online-Registrierung erhalten bleiben. Nur frage ich mich, wie sie die sicher machen wollen.


    Aldi in Belgien zeigt es ja, dass sie möglichst in den Filialen nicht registrieren. In der Schweiz müssen sie, da gibts keinen Online-Weg. Auch wäre ja online Registrierung für alle reinen Online-Anbieter, die über Post verschicken der einzige Weg.


    Man kann es sich jetzt einfach machen wie in Belgien und lässt nur die e-ID-Ausweise dort zu. Nur diesen Perso lehnen die meisten Deutschen ab. Bleibt das Problem, wie man 100erte Ausweise online verifizieren will. Alle online Verifizierungsmethoden sind teuer oder dauern sehr lange bis zur Aktivierung.


    Man muss sich aber klar sein, wenn man so wie in Belgien Ausländer ausschließt, bekäme z.B. Aldi hierzulande Probleme. Die kaufen erst die SIM und merken dann, dass sie die gar nicht aktivieren können. Da wäre ich auch sauer. Ich meine, das geht gar nicht und steht sicher gegen EU-Recht, insbesondere was die Bestandskarten in Belgien betrifft.


    @ Anja: ich habe Userrückmeldungen aus Belgien, dass es nicht geht. Die Kasse bei Aldi sagt: nur Online. Online geht nur e-ID-Kart. Support sagt geht nicht (mehr) als Ausländer. Natürlich verkauft dir Aldi dort eine SIM. Um die Freischaltung sich zu kümmern, ist aber dein Problem, wie hierzulande auch. Auf ihrer deutschen belgischen Homepage ist das auch schön versteckt, aber angesichts der Rechtslage sogar deutlich formuliert: "Aldi-Talk nur für Belgier"!


    Q: Kann ich mich auch mit Wohnsitz im Ausland bei Ihnen registrieren?
    A: Unser Angebot gilt ausschließlich für den belgischen Markt, d.h. für Kunden mit einem Wohnsitz in Belgien
    (= Das ist für mich ein klares NEIN!)
    Die Registrierung Ihrer SIM-Karte ist einfach und nur online möglich.
    Gehen Sie auf http://www.alditalk.be Nutzen Sie Ihren belgischen elektronischen Ausweis und den dazugehörigen Kartenleser .


    Q: Wie kann ich meine SIM-Karte registrieren?
    A: Registrierung ist nur online auf http://www.alditalk.be möglich. Registrierungen in den ALDI Filialen sind nicht möglich.


    Q: In welchem Zeitraum muss ich meine SIM-Karte registrieren?
    A: Sind Sie bereits ALDI TALK Kunde? Dann haben Sie nach Veröffentlichung des königlichen Dekretes sechs Monate Zeit um sich zu registrieren.
    Sie möchten ALDI TALK Kunde werden? Als neuer Kunde sind Sie rechtlich dazu verpflichtet, Ihre neue ALDI TALK SIM-Karte vor der Nutzung zu registrieren.


    Q: Was passiert, wenn ich meine SIM-Karte nicht registriere?
    A: Sollten Sie sich nicht rechtzeitig registrieren, ist Ihr Anbieter verpflichtet, die SIM-Karte zu sperren .


    siehe unter FAQ - Registrierung

    Warnung vom data WIKI: Vorsicht beim Kauf einer belgischen prepaid SIM-Karte von bestimmten MVNOs.


    Neue SIM-Karten müssen in Belgien seit 17.12.16 registriert werden, sonst werden sie gar nicht aktiviert. De Registrierungspflicht gilt auch für Bestandskarten, die bis 7.6.17 registriert sein müssen. Belgien lässt als einziges Land (neben Deutschland) mit Registrierungspflicht eine sehr beschränkte Online-Registrierung zu, auf die einige Provider wohl ausschließlich bauen.


    Die 3 großen Netzbetreiber Proximus, Base und Orange registrieren weiter in den Läden auch Ausländer. Für die meisten MVNOs gilt aber nun Onlineregistrierung. D.h. man braucht einen belgischen Ausweis (E-ID-Karte). Ausländische z.B. deutsche Ausweise werden bei den Anbietern online nicht akzeptiert. Alternativ geht auch eine belgische Bankkarte (Debitkarte), da diese sicher registriert ist.


    Da dies Ausländer alles nicht haben, bleiben damit die Reseller größtenteils unzugänglich. Schlimmer noch, bestehende SIM-Karten können nicht mehr registriert werden und werden dann bald abgeschaltet.


    Diese Praxis ist bestätigt für folgende Prepaidkarten:
    - Aldi Talk Belgien - Aldi-Filialen registrieren nicht, online nur mit belgischer E-ID-Karte: siehe hier
    - Scarlet -> belgische Bankkarte erforderlich
    - Mobile Vikings -> sogar wohl jetzt belgisches Konto erforderlich


    bei diesen Resellern gehts noch:
    Allo RTL und Jim Mobile: mit Perso oder Pass im Base Shop registrieren. Von Lycamobile nehme ich es auch an.


    Daher in Belgien in Zukunft die SIM-Karten immer da kaufen, wo sie auch registriert werden können.


    Ob dass mit EU-Recht in Einklang zu bringen ist, steht auf einen anderen Stern. Ein deutscher Inhaber z.B. einer belgischen Aldi Talk SIM hat damit keine Möglichkeit mehr sie gegenwärtig zu registrieren. Ab Juli 2017 sollen nicht registrierte SIM-Karten abgeschaltet werden.

    Eigentlich gehört dieser Thread in den Prepaid-Bereich verschoben.


    Bei Play in Polen muss man differenzieren. Sie haben als 4. Netzbetreiber die schlechteste LTE-Abdeckung mit nur 5000 Antennen ggü. 10000 von Orange/T-Mobile, schaffen aber immerhin damit 89% der Bevölkerung aus eigener Kraft - also weit mehr als O2 hierzulande.


    Für den Rest haben sie Roamingverträge mit allen 3 anderen Betreibern. Orange als Marktführer dort liegt inzwischen bei 99% Bevölkerungsabdeckung und baut das LTE gemeinsam mit T-Mobile.


    Die billigsten Play-Prepaidtarife, die heißen "Play Internet na Kartę" roamen aber nicht, weder in Polen, noch im Ausland. Die sind aufs eigene Netz beschränkt, was aber durchaus akzeptabel ist, insbesondere bei den Preisen.


    Und da sind Leckerlis versteckt, die jenseits von Gut und Böse sind: sog. "unbegrenzte" Pakete: z.B. 100 GB im Monat als FUP für 49 PLN. Ich rechne das jetzt aus Neidgründen mal nicht um. Wenn jetzt wieder einer hellhörig geworden ist: nein, diese Karte funktioniert nicht im Roaming z.B. in Deutschland ab Sommer, sondern nur bei Play.

    Man kann sich ja über den unfertigen BER, den Pfusch oder die Korruption ärgern, aber die Nicht-Abdeckung vom SXF gleich daneben durch 4G/LTE von Vodafone ist genauso skandalös. Insbesondere wenn ich so eine Erfolgsmeldung von Vodafone lese platzt mir der Hut. Wo leben wir denn 2017?


    SXF hatte 2016 11,6 Mio. Fluggäste, ist damit der 7. größte Flughafen Deutschlands und man bietet von Vodafone aktuell nur 3G an, während ja am (unbenutzten) BER daneben alles 4G topp sein soll. Toll, das ist mal eine eklatante Fehlleistung für die sogar Berlin nichts kann. Für die Nicht-Berliner: der Flughafen Köln-Bonn (CGN) hat etwa gleich hohe Passagierzahlen - dort würden die sich das nie erlauben. SXF wird übrigens nicht geschlossen werden, sollte der BER mal wirklich in Betrieb gehen (außer er fällt zusammen). Also sie müssten die Zellen nicht mal wieder abbauen. Und mit den Billigfliegern in SXF fliegt die Generation 18-45, die besonders daten-affin ist. Ich verstehs nicht. Selbst in den ärmsten Ländern der Welt, schalten sie LTE mit als erstes am Flughafen an, in Berlin vielleicht dann zur Eröffnung vom BER auch am alten DDR-Zentralflughafen :-)

    Ja typisch Vodafone. Die indoor Kommunikation am BER läuft hervorragend. Wahrscheinlich, dass sich die Bauarbeiter untereinander besser koodinieren können. Die Zellen muss man doch erst einschalten, wenn der Flughafen mal in Betrieb geht.


    Hier zeigt sich, dass die private Industrie auch nicht besser ist als die staatlich gelenkte. Zumindest in Berlin:


    Einige hundert Meter weiter ist Berlins Billigflughafen SXF Schönefeld-Alt. Ein etwas aufgehübschter DDR-Airport. Dort gibt es einen Gang mit Gates von denen aus die Billigflieger Easyjet und Ryanair die Passagiere zu ihren Fliegern watscheln lassen. Da man regelmäßig vor Eintreffen der Maschine schon ankommen muss, habe ich dort sicher schon Tage verbracht.


    Das freie WLAN der Telekom Hotspots funktioniert nur richtig in der Haupthalle und ist auf 60 min begrenzt. Vodafone hat an den Gates kein LTE wie sonst überall ganz gut in Berlin ausgebaut (außer in der U-Bahn) und das 3G ist dort dementsprechend überlastet. Dieser Zustand ist seit mind. 5 Jahren so. Sicher, das ist ein Betonbau und dieser Passagierbereich liegt im Erdgeschoss etwas ungünstig.


    Aber irgendwie erinnert einen das ans fehlende (da völlig überlastete) LTE von Telefónica am Hauptbahnhof oder ans Fehlen schneller Netze von Telekom und Vodafone in der U-Bahn.


    Wenn ich nur wenig Stationen bauen würde, weil ich die Gelder bestmöglich ausgeben dürfte, dann haben doch Flughäfen und Bahnhöfe Priorität. Das Wildschwein im Grunewald braucht wirklich kein LTE.


    Vielleicht fängt mal auch jemand bei Vodafone a
    n, dort für ausreichend Kapazitäten zu sorgen, wo sie dann auch gebraucht werden. Aber wahrscheinlich nutzen die Techniker von VF keine Billigflieger. Sonst finde ich solche Erfolgsmeldungen genauso zynisch und peinlich wie bei staatlichen Versagen.

    Zitat

    Original geschrieben von flensi
    Die Beschränkung der Anzahl von SIM Karten und mit oder ohne Registrierung ist absoluter Unfug.
    Es gibt genug Möglichkeiten "unerkannt" zu kommunizieren.


    Und dann kommen wir zu Scheinlösungen, die natürlich die Überwacher auch auf dem Schirm haben. Für VPN brauchst du ja erstmal einen Datenzugang, den jemand registriert haben muss. Manche VoIP-Programme haben Backdoors für die Behörden usw. Von vielen ist das auch bekannt.


    Den Aufwand, der inzwischen ja betrieben wird: für jedes Gespräch ein neues Wegwerf-Handy und eine Wegwerf-SIM ist ja schon beachtlich. Jetzt nicht nur vom finanziellen, sondern auch vom logistischen. Denn man muss als Terrorist nicht nur ein paar SIM-Karten, sondern auch Handys mit sich führen.


    Offenbar wird in den einschlägigen Kreisen es nur noch für sicher gehalten, wenn IMEI und SIM-Karte mit jeden Anruf wechseln und nie ein 2.Mal gebraucht werden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die technisch so unbedarft sind, keine der anderen Lösungen wie von Dir vorgeschlagen zu suchen, wenn sie dann den gleich hohen Schutz durch Anonymität bedeuten würden.


    Wir diskutieren aber auch immer: Registrierung ist Schwachsinn, daher sind auch SIM-Limits Schwachsinn. Unsere Regierung meint aber Registrierung ist sinnvoll. In dieser Denke können aber neue Zwänge entstehen. Dieses Limit ist daraus ja nicht unplausibel. Interessant ist der Gedanke, ob Registrierung oder SIM-Limits gegen Grundrechte verstoßen. Nur gibt es ein Grundrecht auf Anonymität im Netz bzw. in der Telekommunikation - und wollen wir das? Auf diese Frage läufts eigentlich immer raus.

    Ich möchte Euch mal loben. Im Gegensatz zu vielen Internetdiskussionen hat das hier Niveau. Zwar sind wir wieder auf die Diskussion zurückgefallen, pro oder contra Registrierung. Aber viele sehen ein, dass die Entscheidung schwer ist.
    Ich denke Deutschland hat sich für Registrierung entschieden, auch wenn ich anderer Meinung bin.
    Damit ergeben sich aber viele Probleme:
    - Karten im Roaming. Soll wirklich das Roaming für alle nicht-registrierten SIMs abgeschaltet werden? Also für alle aus den USA, UK, Österreich etc.?
    - Online-Registrierung: wie die sicher machen? Ident-Verfahren sind teuer oder dauern lange.
    - Ausländer: Soll ein Aldi-Mitarbeiter wirklich 100 Ausweise in Zukunft kennen?
    - Bestandskarten: ohne die zu registrieren oder neu zu registrieren ist das Murks.
    Je mehr Ausnahmen man von der Regel SIM gegen Ausweis im Laden macht, desto mehr Schwachstellen bekommt man.


    Ich bin wirklich gespannt, wie sie das Online-Identverfahren ab Sommer hinkriegen wollen. Als einziges Land hat es Belgien eingeführt. Dort gibts aber einen elektronischen Perso, den hier niemand haben will. Im Endeffekt schließt es aber damit alle Deutschen dort aus (die müssen vor Ort registrieren).


    Langsam meine ich, dass diese halbherzige Registrierung in Deutschland beabsichtigt ist, weil man weiß, dass sie wenig bringt.


    Wie wäre denn das Gegenmodell: SimKarten nicht kostenlos machen, sondern sehr teuer z.b. 50€ wie in Andorra. Das könnte man als Guthaben erstatten und hätte so noch eine Kundenbindung. Sonst handelt doch auch die Industrie als Kartell. Denn irgendjemand muss ja auch die Mehrkosten, die dann ab Sommer entstehen tragen.


    Erst wenn die SIM-Registrierung wirklich verlässlich mal klappt wie in der Schweiz, Italien oder Frankreich (da ist auch der Sekundärmarkt tot, nur der Schwarzmarkt boomt), sollte man auch über Limits sprechen. Sonst melden die Leute auf ihre tote Oma an und das nutzt auch niemanden.