Für Telefónica lief es 2016 in Europa katastrophal: UK-Verkauf geblockt, Netzfusion in Deutschland stockt und in Spanien verlieren sie gerade die Marktführerschaft, nur Lateinamerika hält sie noch am Leben.
Natürlich muss es auch ein Billignetz geben, drei Premiumnetze können sich nicht halten. Dieses Günstigmodell ist aber in Deutschland traditionell durch MVNOs abgedeckt worden. Der MNO verkauft das Netz z.B. mit LTE teurer und die Reseller ohne einige Privilegien günstiger. Ob sich jetzt ein teure Marke im Billignetz trägt, ist die Frage. Warum sollen dann Kunden noch zur Premiummarke O2 gehen und nicht gleich zu AldiTalk oder Drillisch?
Auch ein Billignetz kann relativ gut sein wie Sunrise in der Schweiz (LTE-Abdeckung: 97%) oder Three in Österreich (LTE-Abdeckung: 98%, Werte, die hierzulande nur die Telekom erreicht). Hat man ein Billignetz mit weniger Leistung wie in Deutschland, kann man aber nicht Marktführer nach Kunden bleiben. Nur wenn das Netz, der Service und das Angebot mithalten kann, wird es weiter eine annähernde Drittelung des Mobilfunkmarktes in Deutschland geben.
Ich halte inzwischen den "italienischen Weg" für besser: dort fusionieren 2017 Wind und Tre (nr. 3 und 4) wie in Deutschland und müssen dafür Spektrum an einen neuen Billiganbieter abgeben, der neu starten wird. Das wird die Illiad Gruppe mit der Free mobile Marke sein, die Frankreich seit 10 Jahren mit Billigpreisen und einem schlechteren Netz aufrollt. Diesen Weg ist man aber in Deutschland genau nicht gegangen. Es wird auch keinen Markteintritt eines neuen Anbieters geben, so lange sich Telefónica ganz unten im Markt positioniert (ähnlich wie in den UK). Fragt sich nur, ob sie das eigentlich wollen?