So nun zu meinen Sosh-Abenteuer. Ich habe das in verschiedenen Variationen mit unterschiedlichen Leuten in den letzten Tagen durchgespielt und wir sind zu leider sehr unterschiedlichen Ergebnissen gekommen. Darüber lässt sich wenig verallgemeinern, weil es schwer zu sagen ist, woran es konkret lag, dass es bei einigen scheiterte. Man kann aber sagen, dass Sosh das günstigste und schwierigste Angebot im Wiki bleiben wird. Es empfehlen sich auch grundlegende Französischkenntnisse.
Es ist halt kein Prepaid- sondern ein echter Laufzeitvertrag und normalerweise lassen die Betreiber Kunden aus anderen Ländern gar nicht rein. Das Angebot ist auch auf Bewohner von France Metropole begrenzt und als Deutscher muss man da etwas rumtricksen. Darum soll das kein Vorwurf gegen Orange sein. Ihre Politik ist aber etwas schwer zu durchschauen. Ich beschränke hier mich auf unsere neuen Erkenntnisse, die so noch nicht im Wiki stehen.
Ich hatte mir eigentlich die schwierigste Aufgabe ausgesucht, die franz. IBAN zu umgehen und damit Erfolg, während andere mit geborgter IBAN und anderen Koordinaten Probleme bekamen, die zur Stornierung des Auftrags führten. Man kann innerhalb der erste 21 Tage einfach grundlos online stornieren.
Drei verschiedene Hindernisse sind dabei aufgetreten:
- (1) eine Anmeldung ging wohl verschüttet und wurde erst nach vielen Tagen bearbeitet und versandt
- (2) andere Anmeldungen führten zu Nachfrage nach der Adresse und Sicherheiten, die man nicht beibringen kann
- (3) schließlich gibt es noch die Anforderung nach einem Garantiescheck bei Kreditkartenzahlung, der später beizubringen war
(1) Die Verzögerung ist äußerst blöd, wenn man die Frankreichreise zur Abholung fest terminiert hat. Zunächst muss man ja einen Zeitpunkt abpassen, zu der die Promo läuft (etwa 1/4 der Zeit) und dann die Bestellung zur Poststelle der Chronopost so terminieren, dass sie nicht nach 8 Tagen wieder zurückgeschickt wird: also im Regelfall etwa 7 Tage vor Abholung in Frankreich bestellen (mind. 4 Tage, max. 10 Tage).
(2) Bei einem Besteller kam jedoch in mehreren Varianten immer die Forderungen nach zusätzlichen Sicherheiten. Man muss ja einen Wohnsitz in Frankreich "erfinden", was i.d.R. problemlos ist, da Sosh da nichts hinschickt, aber eine Versorgerrechung zum Nachweis kann man nicht beibringen. Wir haben lange überlegt, warum der eine Tester mit richtigeren und falscheren Daten immer diese Anforderung bekam. Es könnte daran liegen, dass er erst 19 Jahre ist und sie dann zusätzliche Sicherhheiten haben wollen, wie auch z.T. bei deutschen Betreibern üblich. Jedenfalls konnte der nur stornieren.
(3) Da man zunächst Kreditkartenzahlung (auf deutsche KK) vereinbaren muss, wenn man nicht Erlaubnis hat, auf ein franz. Konto zuzugreifen, führt das gelegentlich zu Forderungen nach einem Garantiescheck von 38€, der ihnen zu schicken sei. Das konnte ein Nutzer dadurch umgehen, dass er dann auf schriftlichen Antrag (Formular gibts zum runterladen) auf ein SEPA-Konto im "Ausland" d.h. Deutschland die Zahlungsweise umgestellt hat. Ist das mal vollzogen und verifiziert, wird auch die Forderung nach einem Scheck fallen gelassen. Man könnte ihnen ggf. auch wirklich einen Scheck schicken, wenn man bei einer Bank ist, die solche noch ausstellen (z.B. Targobank). Eigentlich dürfte die Einwechslung im SEPA-Ausland zu keinen Problemen führen.
Die Methode über eine Bestellung über deutsche Kreditkarte brachte mich auf die Idee die lästige RIB-Erfordernis nebst franz. Konto zu hinterfragen. Bei der Anmeldung wird zwingend eine franz. IBAN gefordert, auch wenn die Zahlung über eine (deutsche) KK läuft. Wie überprüft Sosh dann die Richtigkeit der IBAN? Die Antwort: wohl gar nicht. Damit kann man eine frei erfundene da eingeben, muss sich aber mal damit befassen, wie franz. IBANs aufgebaut sind (Prüfziffer usw.) oder sich aus dem Internet eine echte fischen. Darauf gab es unter uns eine Diskussion, ob es sich hier ggf. um einen Betrug handelt: man gibt schließlich eine falsche IBAN an. Allerdings wird über diese IBAN keine Zahlung autorisiert, denn alles läuft über KK und Sosh darf somit gar nichts vom Konto abbuchen, egal ob es besteht oder nicht. Man kann sich ja auch mal vertippen, später taucht im Kundenbereich diese IBAN gar nicht mehr auf und von KK kann man auch frei auf seine deutsche IBAN umstellen, was spätestens die französische überschreibt. Einen Schaden entsteht somit niemanden. Ich möchte es aber ausdrücklich nicht empfehlen, nur auf die Möglichkeit hinweisen. Besser man leiht sich eine echte franz. IBAN aus, die auch auf einen anderen Namen laufen kann und fragt vorher den Kontoinhaber, obwohl er davon idR gar nichts mitkriegt.
So noch einige technische Specs zu der SIM. In Deutschland gibt es LTE Max bei Telekom und Vodafone. Ich habe bei Speedtests jeweils über 100 Mbit/s bekommen mit vernünftigen Roamingping von ca. 80-90 ms. Vodafone ist zunächst priorisiert und die SIM bucht sich da auch ein. Die Einbuchungen bei Telekom können etwas schwierig sein, denn es geht gegen Steering (es geht leichter über 3G) bei einem Netzwechsel. Aber man fällt nicht von selbst aus dem Netz, eine manuelle Netzwahl wird dauerhaft respektiert und die SIM bucht auch leichter beim Neubooten ein als nach einem Netzwechsel. Ich habe die SIM jetzt in mein Portfolio aufgenommen, werde sie im Wiki auch supporten und den Abschnitt demnächst etwas umschreiben. Danke auch an einige TT-User hier für ihre Mithilfe.