kein WLAN …
Nachdem seit letzter Woche auch die grün-goldene Variante erhältlich ist, konnte ich nicht widerstehen. Ja, die Farbe hatten wir damals bei Nokia 6130 schon einmal, also das 1800 MHz-Single-Band-Gerät für E-Plus, das Schwesterchen vom Nokia 6110 für 900 MHz. Warum HMD auf das drei Jahre jüngere Nokia 6310 verweist … keine Ahnung. Bluetooth? Im Vergleich zu damals ist der Grün-Ton etwas dunkler, aber nicht so grau wie beim Nokia 7110. Das Gelbgoldige für Tasten und die Bildschirm-Umrandung muss man mögen. Ansonsten fehlt wieder – wie bei HMD schon üblich – an den Seiten eine Lautstärke-Wippe. Von der Form ist es erheblich dünner und passt dank fehlender Aussparungen auch in keine der Freisprech-Kits von damals. Selbst wenn, es fehlt der Antennen-Ausgang und geladen wird „inzwischen“ mit Micro-USB. Es ist sogar breiter als damals. Es wirkt auf mich, als wäre jemand drüber gefahren, aber nicht richtig; denn im Vergleich zu einem modernen Smartphone ist es einfach nur dick.
Zurück zu WLAN: HMD hat inzwischen seine falsche Webseite geändert: Archiv, Aktuell. Nix mehr von WiFi. Auch die SIM-Größe stimmt jetzt, denn beide Slots wollen Mini-SIM. Tja, und nun ist das Internet ist voll von falschen Tatsachen; selbst ein beschenkter/gekaufter/bezahlter (?) YouTube-Unboxer hat es nicht gemerkt. Das Nokia 6310 (2021) kann somit definitiv keine WLAN-Telefonie (VoWiFi).
Insgesamt ist das Menü den alten MediaTeks nachempfunden, man könnte glatt sagen, HMD hat sich selbst kopiert. Wer ein Nokia 230 oder Nokia 216 in der Hand hielt, findet quasi das selbe Menü vor. Bis auf die Menü-Übersicht. Die ist vom Mokor5 basierten Nokia 225 4G kopiert. Und auch hier und dort sind einige deutsche Übersetzungen etwas anders. Fühlt sich wirklich wie ein schlechter China-Fake an. Auch anders aber ähnlich zum Nokia 225 4G: Man muss ewig die An-Taste drücken, bis etwas passiert … wirklich ewig.
Und dann begrüßt Einen ein Menü … in MediaTek hatte sich damals Nokia Mobile Phones entschieden, dass die Schrift keine Kantenglättung haben darf. Die Schrift ist genau ein Farbe, keine Graustufen oder sonst etwas. Wer nur irgendwas mit Druck- oder Screen-Erzeugnissen zu tun hat, fällt aus den Latschen. Sowas hat man zuletzt Anfang der 90er gesehen. Und was macht HMD nach der Einführung von MediaTek fast acht Jahre später: Es nimmt eine Schrift und schaltet die Kantenglättung aus. Dadurch sind lauter Löcher in den Buchstaben … also noch schlimmer. Wie unfähig kann man sein? Richtig schlimm ist das Ganze, weil HMD diesem Modell nicht einen 2,4 Zoll sondern ganze 2,8 Zoll großen Bildschirm verpasst hat. Weil die 240×320 aber beibehalten wurden, hat man eine Pixeldichte … die große Uhr im Standby hat eine Kantenglättung erfahren.
Noch etwas Positives: Es hat Bluetooth-Audio (Handfree; angeblich sogar mit Wideband) mit Stereo-Musik (A2DP). Das UKW-Radio funktioniert auch ohne Headset und das ganz ordentlich. Und schon wieder Negatives: Kein RDS um den Sendernamen anzuzeigen oder automatisch zur Alternativ-Frequenz zu springen. Und in Bluetooth fehlt auch das ganz alte Profil Bluetooth-Headset. Selbst die MediaTeks von Nokia Mobile Phones konnten das noch.
Ansonsten Opera Mini 4.4. Ein Facebook-Icon das Opera Mini 4.4 öffnet. Ein paar Spiele. In den Telefon-Einstellungen bzw. beim ersten-Start-Assistenten, findet sich auch ein Barrierefreiheitsmodus (Englisch: Accessibility mode). Irgendwie verstehe ich den Witz nicht. Es schaltet das Menü von Gitter auf Listenanzeige, stellt das Profil von Allgemein auf Laut … und das war es?
Was mich am meisten nervt: Für mein Nokia 216 bezahlte ich im Abverkauf im Ladengeschäft keine 20€. Das ist 3½ Jahre her. Dieses Teil kostet aktuell um die 60€. Warum? Und bitte nicht mit dem Nokia 6310 mit i aus dem Jahr 2003 vergleichen. Bei dem konnte man Apps installieren. Das konnte man mit nach Amerika nehmen. Das Nokia 6310 (2021) kann man zwar auch mitnehmen, aber dank Dualband nicht wirklich nutzen.
Akku: BL-4W, laut Aufdruck 1150 mAh, also dasselbe Modell wie beim Nokia 225 4G bzw. Nokia 215 4G. Das Ladegerät ist wieder das äußerste kompakte AC-18E, das aber immer noch lediglich 550 mA bietet und mit Micro-USB fest verkabelt ist.