Beiträge von Hans_Vader

    So dann mal. Ihr müsst den Unterschied IP-Backbone und Richtfunkbackbone verstehen. IP-Backbone ist das was die Daten ins Internet ablädt. Der von E-Plus war simpel gestrickt. E-Plus hing an einiges IXs (https://de.wikipedia.org/wiki/Internet-Knoten) und hatte einen oder mehrere KPN-Transits (+ einen von mir nie beobachteten GTT-Transit, der Wahrscheinlich nur eine Absicherung war), wo der Rest abgeladen wurde, z.B. ins Ausland oder zur Telekom. E-Plus hatte eine offene Peering-Policy, sie haben sie zu so gut wie allem direkt verbunden per IX. Sie hatten ein paar Standorte (wahrscheinlich gemietet in den einschlägigen Carrier Hotels) und von dort aus haben sie sich dann in Glasfaserstrecken eingemietet. Ich war bei einem ISP/Carrier, der E-Plus eine Verbindung von teilweise Standort zu Standort und teilweise nach Frankfurt vermietet hat (bis 202X oder sogar 203X). Ich weiß leider nicht, ob Dark Fibre, aber ich schätze sogar einfach günstig per IP, also Transport genannt. Vermutlichen mussten sie für den KPN-Transit nach der Fusion einiges zahlen, deswegen kommt das jetzt an den o2/Mediaways Backbone der auch relativ viel frei peert, aber auch durch bezahlte Verträge geht (z.B. Peering mit der Telekom, was sie nicht verschenkt) und natürlich am weltweiten Telefonica-Backbone hängt, also keine Kosten dafür anfallen. (Siehe oben): Wenn der IP-Backbone vernünftig läuft, macht er kaum etwas aus. Irgendwann werden die damaligen E-Plus IPs auch zu Telefonica transferiert (IPv4-Adressmangel) und das E-Plus AS (https://radar.qrator.net/as12638/) irgendwann ganz abgeschaltet wird. Das komische ist, es gibt weiter neue Peering-Partner, entweder geht das vollautomatisch, was sein könnte bei der Peering-Policy, aber wahrscheinlich sitzen noch irgendwo Netztechniker für E-Plus und kümmern sich drum.


    Ich bin kein Profi zum Thema, aber ich habe viel darüber gelesen, praktisch jedes halbwegs wichtig AS des Planeten und seine Verbindungen angeschaut, Traceroutes ohne Ende gemacht, so ziemlich jedes Looking Glass verwendet und selber mit der Materie viel experimentiert.


    Ich muss sagen, E-Plus IP-Backbone war durchaus sehr gut, nur nicht so außergewöhnlich, dass man ihm nachtrauern sollte, da der von o2 gleiches leistet.

    Oder es wird vernünftig auf moderne Technik modernisiert! TEF hat genug Richtfunkfrequenzen, die Lösungen die nach der Modernisierung 2014 im E-Plus Netz verwendet werden waren und sind doch absolut top, oder!? Es fehlt Geld, dass ist das Grundprobelem und wenn man ZTE-Zeug rauswerfen will, das viel besser läuft als ein Größteil der jetzigen o2-Technik braucht man es massenweise.

    Zitat

    Original geschrieben von antennenmann
    Was ist denn aus dem eigentlichen eplus Richtfunknetz geworden ? Hat telefonica das weiter verwendet oder auf eigene Anbindungen gesetzt beim LTE Ausbau vorhandener eplus Standorte ?


    Darum wird sich soweit ich weiß erst beim konsolidieren gekümmert. Ich bin nach wie vor gespannt wie die Konsoldierung in den ersten Top-50 Städten läuft.

    Hier ist der IP-Backbone gemeint, der bei E-Plus aus IX-Anbindung und einem KPN-Transit bestand. Sie jagen jetzt alles durch den o2/Mediaways Backbone, um Kosten zu sparen. Der Mediaways Backbone ist mit das beste am ganzen o2-Netz. Irgendwelche Nachteile gemerkt?. Ist schrittweise passiert und hat kaum jemand gemerkt. Das hat auf den Ping kaum Auswirkungen, da o2 eine vernünftige Peeringpolitik fährt. Negativbeispiele sind LGI mit ihrer aorta.net und natürlich DTAG.