Beiträge von autares

    Re: Europäische Schuldenunion - ist der Politik überhaupt noch zu trauen?


    Zitat

    Original geschrieben von Mephisto
    und damit frage ich mich ebenfalls ernsthaft, ob der deutsche Michel nicht irgendwann einmal doch genug hat, und die Faust nicht nur in der Tasche ballt. Was meint ihr?


    Solange die Leute sich so etwas in einem Telefonforum fragen: Noch sehr lange.

    Das sehe ich nicht grds so. In meinen Augen darf jeder soviel spekulieren, wie er lustig ist, sofern er nicht systemisch ist. Aus Geld Geld machen stimmt nicht ganz, denn was der eine gewinnt, muss der andere verlieren. Für mich wird das ganze nur problematisch, wenn Institutionen anfangen zu spekulieren, obwohl es nicht zu ihrem Geschäftsmodell gehört - sei es eine Bank oder Kommune.


    Insofern Folge ich eher Roubini und halte eine Zwangsabgabe der Banken zur Einlagensicherung effizienter. Es muss auch bei der Einführung einer Finanztransaktionssteuer eine eindeutige Unterscheidung der Unternehmen und dem dahinter stehenden Sinn solcher Transaktionen geben.

    Zitat

    Original geschrieben von thomasGr
    Aha, da kommen wir also zu des Pudels Kern. Vergemeinschaftung von Schulden. Verletzung des Art. 125 AEU-Vertrag. Ist lt. EU-Vertrag nicht möglich (Bailout-Verbot). Diese Klausel wurde aus gutem Grunde eingeführt, warum verstehen das die Gutachter nicht?
    Die Alternative ist immer noch, in den Ländern, wo massiver Kapitalbedarf besteht, bspw. alle Vermögen über 10 Mio. zu enteignen.


    Naja, ganz so einfach und stringent ist der Art 125 aber nicht ausgelegt:


    Zitat

    Diese weitgehende Interpretation der Norm - als ein grundsätzliches Verbot finanzieller Unterstützung der Euro-Staaten untereinander - würde jedoch den Rahmen von Art. 125 AEUV sprengen. Der Sinn dieser Vorschrift besteht darin, alle Formen des finanziellen Einstehenmüssens der Euro-Mitglieder füreinander auszuschließen. Die Betonung dabei liegt aber auf dem Wort "müssen". Gläubiger von Euro-Staaten sollen wissen, dass sie im Falle eines Forderungsausfalls keinen anderen Staat der Eurozone haftbar machen können. Freiwillige Beistandsleistungen werden dadurch nicht ausgeschlossen. Alles andere würde zu dem sinnwidrigen Ergebnis führen, dass etwa Deutschland jedem Staat der Welt nach freiem politischem Ermessen Kredite und andere finanzielle Hilfen gewähren könnte – nur nicht denjenigen Partnern, mit denen es am engsten verbunden ist und von deren Wohlergehen es am meisten abhängt.


    http://www.lto.de/recht/hinter…ht-das-recht-der-politik/


    Art 122 findet übrigens in diesem Fall Anwendung. Noch einmal: Mir gefällt das auch nicht, aber die Artikel können halt weit ausgelegt werden und verstossen bei Anwendung eben nicht gegen Art 125.


    Zitat

    Original geschrieben von thomasGr
    *Prust* Ok, so weit sind wir also schon. Hoffen wir mal, dass der politische Wille in den Schuldnerländern existiert - vor allem auch beim Volk - diese Forderungen auch zu begleichen.


    Naja, Deutschlands "Reichtum" basiert eben auf genau diesem Ungleichgewicht.



    Zitat

    Original geschrieben von thomasGr Zieht endlich in den nationalen Bevölkerungen die reichsten zur Verantwortung und enteignet deren Vermögen.


    Ich finde es weiterhin problematisch, wenn es um Enteignungen geht. Es gibt auch Menschen, die hart für ihr Vermögen gearbeitet haben und dieses vollkommen zurecht erworben habe. Für mich entsteht inzwischen immer der Eindruck, dass jedweder Reichtum illegal erworben worden sein muss. Ich würde stattdessen Zwangsanleihen auf Immobilien vorschlagen o.ä. passive Belastungen von Vermögen.

    Zitat

    Original geschrieben von Timba69
      autares:


    MEINE mangelnde Fachkenntnis? Dann lies mal deine Posting genauer, incl. die Stellen, wo du auf ThomasGr antwortest....


    Ja, deine mangelnde Fachkenntnis. Denn ausser Stammtischparolen kommt von dir sehr wenig substantielles zum eigentlichen Thema. Und deine mangelnde Fachkenntnis erkenn man nicht nur an dem Wechselkurs-Thema, sondern auch bei dem Einlagenzins, dem wirtschaftlichen Gleichgewicht, usw.


    Zitat

    Original geschrieben von Timba69 Auch hier: Genau lesen!


    Ich sage: Es werden Leute schon merken, das der Euro weich wird, wenn der Wechselkurs ungünstig wird.


    Lies dir diesen Satz bitte noch einmal selbst durch. Die Logik dieses Satzes erschliesst sich in keinster Weise. Für einen Reisenden ist es immer von Nachteil, wenn der Euro weich wird - das impliziert einen ungünstigen Wechselkurs. Allerdings hast du auch hier etwas nicht bedacht: Ein Grossteil des Urlaubs verbringt der Deutsche entweder im Inland oder im Euro-Raum. Demnach kann ihm ein schwacher Euro egal sein.


    Zitat

    Original geschrieben von Timba69
    Dazu passt der Ausspruch vom Modeonkel "Glööckler" bei Lets Dance!:
    "Ihr solltet lieber vor mir Angst haben, das ich mal nicht 9 oder ne 10 gebe, dann seit ihr nämlich alle unten durch, die zwei Punkte vom strengen Lambi habt ihr eh sicher!"
    Wahre Worte!


    Da kann ich mir ein leichtes Schmunzeln nicht verkneifen. Ich hätte ziehmlich viele Leute hier in diesem Zusammenhang zitiert, aber den Typen? Aber gut, ich schaue solche Sendungen auch nicht...


    Zitat

    Original geschrieben von Timba69
    Aber das du täglich mit den "GS" Leuten zu tun hast, lässt vermuten, was deine berufliche Tätigkeit angeht; oder liege ich da falsch? :-)


    Hit me! Was mache ich denn wohl beruflich?


    Zitat

    Original geschrieben von Timba69
    Kein Wunder, das du die Banker hier verteidigst.


    Sag mal, liest du überhaupt richtig? Ich habe EXTRA gesagt, dass ich Banker nicht leiden kann!

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    Original geschrieben von Timba69
    @ autares:


    Du warst doch aber bis jetzt der Meinung, das wir die Ungleichheiten ausgleichen sollten, oder? Und zwar quasi für alle, oder?


    Daran erkennt man deine mangelnde Fachkenntnis. Ich habe nie geschrieben, dass "wir" diese Ungleichheiten ausgleichen sollen - du siehst das als aktiven Part, dass Geld von A nach B fliesst. Habe ich nie behauptet. Stattdessen habe ich behauptet, dass sich ohne aktive Einwirkung irgendwann wieder ein Gleichgewicht herstellen muss. Sei es über Target2, sei es über Abwertung, sei es über Währungsreform.


    Und versuch nicht, dich da jetzt rausreden zu wollen:

    Zitat

    Reisen ins Ausland quasi aufgrund des Wechselkurses teurer werden


    Damit stellst du eindeutig fest, dass Reisen aufgrund des Wechselkurses teurer wird. Dies kann nur passieren, wenn die neue Währung abwertet. Und genau das hast du vorher abgestritten, dass das passieren wird (wie ich übrigens auch).


    Wenn man sich irrt, kann man es ruhig zugeben :rolleyes:


    Zitat

    Original geschrieben von Timba69
    Und ICH habe gesagt, das die deutsche Währung nicht den Wert hat, wie sie als DM gehabt hat und haben würde, hätten wir sie noch....und das steht nicht im Gegensatz zu Aussage der Wechselkurse.....


    Ja, was denn nun? Wertet die Währung ab ( so wie oben beschrieben) - dann wird Reisen teurer. Oder wertet sie doch auf:

    Zitat

    Original geschrieben von Timba69
    Denn auch dieser Herr geht mit keiner einzigen Silbe darauf ein, das bei einem Anzug der D-Mark auch die Wechselkurse sprunghaft ansteigen (so, wie seine Argumentation liegt) und somit Rohstoffe wie Öl, Stahl, Metalle generell, seltene Erden, quasi alles, was in anderen Leitwährungen gehandelt wird, auch deutlich (!) billiger werden.
    .


    Zitat

    Original geschrieben von Timba69
      saintsimon:




    Ohohohohohoh. Klar, aber du hast den Durchblick. Beweist du auch mit diesem Posting.


    Naja, Ihr könnt ihm aber auch nicht das Gegenteil beweisen. Und in diesem Fall gilt immer noch "im Zweifel für den Angeklagten" - und nein, ich bin wahrlich kein GS Fan und habe im Gegensatz zu Euch allen fast täglich mit denen zu tun. Ich kann dienTypen wie alle Banker nicht leiden. Trotzdem gilt hier weiterhin die Unschuldsvermutung.