Jetzt lachen wir mal drüber und schauen uns die Realität an. Ich kenne genügend Gastrokollegen die noch keinen Cent bekommen haben, und auch nicht mehr damit rechnen. Bis evtl. Geld fliessen wird sind die nämlich Insolvent.
Ich sehe in dem Zusammenhang schon jede Menge Meinung statt Ahnung von der Realität, solche Statements finde ich ehrlich gesagt zu kotzen.
Dass in der zweiten Welle endgültige Auszahlungen ausstehen, keine Frage. Es liegt nicht nur am Staat, sondern auch an den Steuerberatern, die überfordert sind, da sie nun die Anträge stellen müssen, und viele Steuerberater lehnen die Antragsstellung ab, da sie in Haftung genommen werden können. Ich habe hier auch schon geschrieben, dass die Länder als Ansprechpartner verwässern. Nichts desto trotz gibt es diese geltenden Zusagen des Staates!
Zur Überbrückung wurden schon in der ersten Welle Kreditlinien über die KfW mit Haftung des Staates geschaffen. Und die Gastronomen, die da dann schon vorausschauend Kredite aufgenommen haben, die bis ins Frühjahr reichen, stehen nun sehr gut da. Dafür ist man eben Unternehmer, man muss kalkulieren und Entscheidungen treffen!
Ich habe nicht geschrieben, dass das ein Spaziergang ist!
Einmal davon abgesehen! Statt zu kotzen, mache mal einen Lösungsvorschlag! Ich stehe jeden Tag an der Front, hafte mit meinem Privatvermögen, darf meinen Laden öffnen, dadurch habe ich wenn überhaupt, nur einen geringen Anspruch auf Hilfen, damit habe ich vor Wochen meine Steuerberatungsgesellschaft beauftrag, kein kleiner Laden, mit viel Manpower - bis heute habe ich keinen Rückruf erhalten, ob ein Antrag überhaupt möglich ist, geschweige denn gestellt werden kann!
Und ICH kann Dir sagen - ich habe meinen Laden geöffnet - und es tut sich GAR NICHTS! Siehe Post vorher! Bei einer schlecht laufenden Kundenfrequenz habe ich 1500 Kunden pro Monat, bei gut laufender Kundenfrequenz habe ich 2500 Kunden, im Januar 2021 habe ich bis jetzt 250 Kunden!
Was nützt es also dem von Dir verteidigten Gastronom wenn er geöffnet hat, aber es kommt keiner?
Keine Ausgangssperre bei uns, nur das minimale Übliche!
Dann hilf mir mal aufs Pferd, bitte! Ist es besser für den Unternehmer zu öffnen und Miese zu machen, oder zu schließen und wenigstens die Hoffnung zu haben, dass Geld vom Staat kommt - und da auch noch viel zu viel - weil der UMSATZ, nicht der GEWINN, mindestens für November 2020 aus 2019 gezahlt wird!?! Das hätte ch auch gerne!
Die kleine Selbstständigen in meinem Umfeld, die dicht haben, lassen ihr Personal von der Arbeitsagentur mit Null Stunden Kurzarbeit bezahlen, und haben schon mindestens eine Abschlagszahlung erhalten, die reicht zum Leben leicht, und überlegen ob sie sich von dem Rest, der für November UMSATZBASIERT ist, ein neues Motorrad kaufen! Im UMSATZ sind auch die Kosten für Löhne und Materialeinsatz enthalten! Und das ist z.B. hier im Norden bei einem Fischrestaurant eine erhebliche Menge Geld!
Die allergrößten Probleme, haben die, und das sind die Lautesten, die natürlich - die Verlockung ist riesig - einen erheblichen Teil ihres Umsatzes nicht über die Papiere haben laufen lassen - die gucken in die Röhre, klar!
Gruß, Obelix65!