Eine staatliche Netzgesellschaft wäre aus Sicht der Grünen und anderer Staatsgläubiger sicher perfekt. Einerseits hätte man dann alles in einer Hand, könnte also teilen und herrschen. Andererseits hätte man auch eine perfekte Struktur, um in regionalen Gesellschaften und/oder Verwaltungen Parteigänger abzuparken. Dies gelingt wegen der mässigen Ertragslage ja bei Stadtwerken und Sparkassen zunehmend schlechter.
Man muss nur mal googeln, wer wo Land- oder Bundestag verlassen musste und nun seinen Gnadenhof in irgendwelchen halbstaatlichen Gesellschaften gefunden hat.
Eine staatliche Netzgesellschaft wäre der perfekte Einstieg in einen Sozialismus 2.0. Ist erst einmal eine solche Struktur geschaffen, lässt sich deren Arbeitsfeld leicht erweitern und so die Struktur im Sinne aller Mitlaufenden aufblasen. Kosten spiele ja keine wirkliche Rolle, da man alternativlos wäre und die "Gebühren" auf den Endnutzer umgelegt würden.
Wäre eine staatliche Netzgesellschaft schon heute vorhanden, könnte man die Unterschicht und alle Zugezogenen gleich direkt und kostenlos mit Kommunikation versorgen und die Kosten auf den dummen Rest umlegen.
Denke ich z.B. an die Wasser- und Abwasserzweckverbände in unserer Gegend, so war es nach der Wende so, dass die einen gut wirtschafteten und die anderen sehr sehr schlecht. Am Ende, als die Gefahr von Insolvenzen im Raum stand, weil ja die Gebühren aus sozialen Gründen gedeckelt wurden, wurden von den Regierungspräsidien Zwangsfusionen angeordnet. Wer war der Angeschissene? Nicht der, der gut wirtschaftete... Logisch.
Das sehe ich, kurz zusammengefasst als die Gefahren, die aus einer schrittweisen Ausdehnung der bereits heute extremen sozialistischen Ansätze entstehen.
Wir sehen in Portugal, Griechenland, Spanien, Bulgarien trotz deutlich geringere Bevölkerungsdichte und deutlich niedrigerem Wohlstandsniveau flächendeckend ausgebaute LTE-Netze. Gleichzeitig tun wir in Deutschland, als ob man derartiges bei uns nicht wirtschaftlich betreiben könnte. Und, komisch, alle plappern diese Mär nach und rufen am Ende dann nach einer staatlichen Gesellschaft, die als Retter auftritt. Wie dumm bzw. naiv ist das denn? Ich glaube übrigens nicht, dass die Netzausrüster in Bulgarien mit ihren Preisen Rücksicht auf das dortige Wohlstandsniveau nehmen. Ebenso wenig wie im Kongo werden die Bulgaren für Netzkomponenten weniger zahlen als bei uns. Man muss nur Bilanzen lesen können/wollen, um zu sehen, dass das Geld für den Netzausbau da ist, nur anderweitig ausgegeben oder an Konzernmütter und Eigentümer abgeführt wird. Die Bundesregierung als Großaktionär melkt die Telekom ab (Zeitweise wurden Dividenden aus der Substanz gezahlt!) und jammert gleichzeitig, dass ein Netzausbau flächendeckend nicht möglich ist. Und das Beste ist, die kommen mit dieser Lüge durch. Und die Leute auf der Straße haben trotz andersartiger Erfahrungen im Ausland auch noch Verständnis für diese Lügen und Halbwahrheiten! Krank.
Auch die Frequenzauktionen und die Zahlbeträge sind kein Argument. Erstens muss man die Summen auf die Nutzerzahlen umlegen und zweitens ist es im Moment des Zuschlags vielleicht ein Problem des Cashabflusses, aber letztlich finanziert man die Lizenzgebühr langfristig, schreibt die Kosten dafür (Zins und Abschreibungen) von der Steuer ab und den Rest legt man auf die Telefongebühren um. Unter dem Strich kommt man dann trotz bejammerter hoher Lizenzkosten immer noch auf Umsatzrenditen von 45 % und damit in einen Bereich, den mittel- und langfristig kaum ein Wirtschaftssegment erreicht, außer Pablo Escobar und seinen Mannen. Dies wiederum war der Grund, warum Monopolisten in diese Märkte gingen. Man wollte abkassieren. Und als es schwerer wurde, schickte man die Töchter an die Börsen.