Du naiver Träumer: die deutsche Faulheit wird die restliche Welt, insbesondere Asien, sicher nicht aufgreifen.
“Einige Jobs“ ist auch gut. Richtig gut. Allein Banken und Versicherer werden 10000e Jobs abbauen. Ebenso die Digitalisierung des öffentlichen Dienstes, die allein aus Geldmangel kommen wird.
Über Elektroautos, deren Auswirkung auf die Produzenten und die Werkstätten und die 100000en Jobs, die da dran hängen, müssen wir nicht nachdenken. Von was leben ATU und Co? Sind es nicht Bremsen, Ölwechsel, Auspuff und andere einfache Reparaturen, die es bei Elektroautos gar nicht gibt?
Ich bin diesbezüglich relativ skeptisch, weil in der Vergangenheit mitt jedem Fortschritt auch die Märkte expandierten. Das geht nun nicht mehr, weil bereits global agiert wird.
Dein Kommentar ist letztlich nur Hochgewürgtes, was der Mainstream den Leuten einflötet. Wäre es tatsächlich so, dass neue Jobs entstünden, müsste man nicht seit x Jahren die Statistik immer mehr frisieren. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...a-1133354.html
Gerechtigkeit wäre in deinem Sinn doch, dass du für Arbeiten bis mittags 5000€ willst, ich aber gern weiter bis 18 Uhr arbeiten darf, dann aber eben für weniger Geld. Gerecht ist es nicht, wenn Leute gezielt auf Kosten anderer leben. Das ist hochgradig ungerecht.
Ich sehe das Elektroauto als eine. Technologie, die das deutsche System industrieller Fertigung in seinem Fundament erschüttern kann. Deshalb wird hierzulande auch radikal gebremst.
Der eigentliche Todesstoss wird aber durch die autonomen Autos kommen, denn dann gehen auch die erforderlichen Stückzahlen in die Knie, wenn nicht gar die „Marken“, wie beim Benzin, Zucker, DSL, der Festnetztelefonie etc.
Der Fahrzeugbau liegt bei 4,5% des BIP. Seit 2005 von 3,4% gestiegen. Wir setzen also zunehmend auf ein sterbendes Pferd. https://www.destatis.de/DE/PresseSer...ublicationFile
In der Rechnung bleibt jedoch die Wartung der Fahrzeuge und der Anteil des Maschinenbaus, der den Autoherstellern zuliefert unberücksichtigt. Somit ist dieser Sektor die Achillesferse Deutschlands, da der gesamte tertiärer Sektor nur leben kann, wenn andere das Geld erstmal erwirtschaften. Deshalb sage ich ja immer: spannende Zeiten. Hochspannend.
Und das eAuto geht ebenso wie die Computer nicht mehr weg. Und es ist regelrecht primitiv im Vergleich zum modernen Verbrenner. In Dresden gibt es einen Lehrstuhl „Verbrennungskraftmaschinen“. Anderswo sicher auch. Lehrstühle für Elektromotoren gibt es dagegen nicht mehr. Ausentwickelt.
Und die Batterien als einen wesentlichen Anteil am eAuto überlassen wir generös den Asiaten, weil wir gar keine Elektrochemiker haben, die sich da auskennen.
Und die Genschere dürfen wir nun in Europa auch nicht mehr anwenden. Das führte dazu, dass ein Sack voller Bekannter meiner großen Tochter diesen Sommer quasi nach Amerika vertrieben wurde.
Deine gerechte Verteilung von Arbeit kannst du dir, mit Verlaub, in die Haare schmieren. Solange ein Uhrmacher frisch ausgelernt in Glashütte bei den Luxusuhrenherstellern mit 10€ abgespeist wird und man im Kaufland an der Kasse ungelernt 14,50€ verdient, ist klar, dass die Spirale sich einfach nur immer weiter dreht. Gleichzeitig beklagen die Uhrenmanufakturen lauthals Fachkräftemangel und das 30% der Leute AfD wählen. Sowas kommt von sowas...
Bei manchen wirkt es noch, mit der Hasenattrappe oder der Audi zu wedeln, damit das Hündchen nicht an Tempo verliert. Andere sind aber eben schon aufgewacht. Dream on Martyn, in Bayern wird das auch noch ein Weilchen länger funktionieren als in Sachsen, da mehr Speck zum abschneiden da ist, während bei uns seit Jahren ins Fleisch geschnitten wird.
Aber, wie gesagt, das autonome eAuto wird den Westen killen, weil die Auto-Monokultur in Bayern, BaWü und Niedersachsen zu einer Abart der holländischen Krankheit geführt hat, bei der alle, die halbwegs geradeaus denken können, in dieser Industrie und ihren Zulieferern schaffen gehen. Monokultur war aber noch nie gut, besonders schlecht ist sie aber in Zeiten von Disruption. Dazu könnte ich dir Erfahrungen von 1990-1995 schreiben, als 100000e im Osten glaubten, es ginge sich irgendwie aus... Der Glaube stirbt zuletzt. Auch in Bayern.
Meine Prognose ist, dass die Industrie weitgehend gekillt/roboterisiert wird. The machine is builds the machine... Dafür werden emphatische Berufe reüssieren. Aber eher Krankenschwestern als Ärzte, weil letztere durch Big Data auch digitalisiert werden. Das dauert sicher noch ein Weilchen, aber wenn es beginnt, sind die Gewinne schnell dahin, da man nur bei hoher Auslastung Geld verdient. Bereits 10% weniger Autos können die ganze Industrie killen.
Aber erstmal wird Ford Deutschland verlassen, wie es Dudenhöffer ja schon vor 2 Jahren aufgeschrieben hat. Wird spannend für Köln und das Saarland.
Warum zerren wohl Essen und Köln um Karstadt/Kaufhof? Warum ist die Politik in Niedersachsen vor Hohmann eingeknickt? Was sind denn bitte 1000 Arbeitsplätze bei einem Salateinrührer, wo doch VW um die Ecke ist? Die sehen auch was kommt und kämpfen mit allen Mitteln.