Diese Rechnung geht aber nur auf wenn ein Unternehmen viel Gewinn macht und nicht schon anderweitig Steuersparmöglichkeiten nutzt.
Wenn ein Unternehmen schon etliche Steuersparmöglichkeiten anwendet oder wirklich nicht sonderlich viel Gewinn abwirft, und deshalb ohnehin einen recht niedrigen Steuersatz hat, dann funktioniert das nicht mehr.
Ich sag es nochmal und entschuldige mich vorab prophylaktisch: typische Angestelltendenke
Wenn Ikea 0,4 % Steuern zahlt und nun kostenlos Strom anbietet, reduziert sich der Steuersatz vielleicht auf 0,39 % (nur mal so fiktiv). Wenn ein Unternehmen "nicht sonderlich viel Gewinn abwirft", ist es kein wirkliches Unternehmen, sondern verkapptes Hobby oder sterbendes Unternehmen. Ist es in dieser Situation, wird es keine eTankstellen aufstellen, weil es in Zukunft eh tot ist.
Unternehmen sind gegenüber ihren Aktionären verpflichtet, jede legale Steuersparmöglichkeit zu nutzen. Alles Andere wäre bei Aktiengesellschaften eine Veruntreuung betrieblicher Mittel!
Meine Firmen haben einen Rahmenvertrag mit einem Energielieferanten. Wir verbrauchen um die 550 MWh pro Jahr, sind also im Prinzip ein kleiner Fisch im Gegensatz zu Aldi und Co. mit tausenden Filialen voller Beleuchtung, Klimaanlagen und Kühltruhen. Trotzdem zahlen wir im Gegensatz zum Haushaltskunden keine 15 ct/kWh (Zum genauen Preis ist vertraglich leider Stillschweigen vereinbart), während der Haushaltskunde schnittige 25 ct/kWh löhnt. Davon kommen, wie gesagt noch 19 % Umsatzsteuer runter und dann die Körperschaftssteuern und die Gewerbesteuern und und und, da am Betriebsgewinn auch einige andere, wenn auch marginale Abgaben hängen.
Warum denkst du, setzen Aldi & Co. zunehmend auf Solar im Eigenverbrauch? Das sind bei denen nicht ganz so marginale Kosten. Blöd nur, dass der hohe Eigenverbrauch dazu führt, dass die durch die sozialistische Regierung in Berlin garantierte Rendite der Übertragungsnetzbetreiber dann auf immer weniger Nutzer umgelegt wird, der Strompreis insbesondere für Mieter somit immer weiter steigen wird. Nicht nur Aldi, auch McDonald, Lidl, Kaufland & Co., alle mit großen Dachflächen denken über Solar nach bzw. bauen schon fleissig.
Wir haben auch ein paar, natürlich kleine PV-Anlagen. Die nutzen wir auch überwiegend für den Eigenverbrauch. An einem Standort testen wir einen "eigenen" Akku von E3DC. An einem zweiten Standort nascht nun der Nissan mehr oder weniger regelmäßig Strom. Spätestens 2019, eher Ende 2018 werden wir noch 2 Standorte mit Akkus ausstatten, um den Eigenverbrauch zu maximieren.
Kleiner Spaß am Rande: Der für meine Firmen vereinbarte Preis gilt auch für die Privathaushalte von allen meinen Angestellten. Dies gilt nicht als geldwerter Vorteil, da es kein geldwerter Vorteil sondern nur eine Preisreduktion auf Grund einer Vertragsbündelung ist. Einzige Bedingung war, dass wir als Firma die Zahlung vorstrecken und das Inkasso bei den eigenen Leuten selbst übernehmen. Gerne doch!