Ich glaub bei diesen Hochwassern hatte Wittenberge bis jetzt immer noch halbwegs Glueck das es so glimpflich wie auf den Fotos endete.
Kleinere Hochwasserschaeden die sich durch Aussenwaende reinigen, innen feucht durchwischen, fuer ein paar Tage ins Hotel ziehen und einen Bautrockner aufstellen beheben lassen, waeren verschmerzbar.
Aber es bleibt natuerlich das Restrisiko das es mal noch schlimmer kommen koennte. Und wenn mal wirklich das Wasser 50cm in der Wohnung stehen wuerde waeren das natuerlich ganz andere Schaeden.
"Ich glaub bei diesen Hochwassern hatte Wittenberge bis jetzt immer noch halbwegs Glueck" - Glaube gehört in die Kirche, Moschee, Synagoge bzw. den Tempel. ABER NICHT IN DEN IMMOBILIENMARKT!
Wenn am Oberlauf der Fluss verbaut wird, bekommt der Unterlauf mehr Wasser ab, weil oben der Platz fehlt, breit zu laufen. Brauchst du eine Skizze??? Der Sachverhalt ist eigentlich eindeutig. Nur kann man natürlich aus einer statistischen Eintrittswahrscheinlichkeit, die auf relativ kurzen Beobachtungszeiträumen beruht und ein klimatechnisch mehr oder weniger statisches = verlässliches System unterstellt, sehr sehr schwierig sein eigenes persönliches Risiko abschätzen. 2013 war auf dem Papier ein HQ50. 2002 lag einen guten halben Meter über einem HQ100. Das Auftreten dieser beiden kurz hintereinander lässt aber nicht den Rückschluss zu, dass beispielsweise das nächste HQ200 oder HQ500 erst gaaaanz gaaaanz weit in der Zukunft auftritt.
Wer am Fluss baute, hatte früher wirtschaftliche Interessen (Warentransport etc.). Wer heute an einem zu Hochwässern neigendem Fluss wohnt hat in Statistik nicht aufgepasst. Mit der Statistik kann man sich alles gesund beten, tritt dann aber der Tag X ein, wird ganz laut gejammert und versucht, dem Staat = seinen Mitbürgern die Kosten überzuhelfen.
Um einer Wohnung einen kapitalen Schaden zu verpassen reicht Wasser 5 cm unter Fußbodenoberkante, denn dann sind Dämmungen/Schüttungen etc. im Arsch und wenn man Holz verbaut hat, ist das auch im Eimer. Das macht dann inkl. Entsorgung abhängig von der Schadstoffbelastung mindestens 100 - 150 €/m2. Wenn das Wasser eine Weile bleibt, so dass es kapillar aufsteigen kann, reichen bei Altbauten oft schon 0,30 - 0,50 m unter GOK, um das EG platt zu machen.
Ich hoffe nur, du rechnest zumindest bei Immobilien die Vollkosten und nicht die gefühlten Kosten wie beim Auto. Wenn nicht, versuche bitte beim ersten Kauf einen kleinen Happen zu schnappen, um nicht direkt daran zu ersticken. Aktuell ist nach meiner Meinung eh nicht die Zeit Häuser zu kaufen. Diese Zeit ist zumindest bei uns in Sachsen um das Jahr 2010 abgelaufen. Damals zahlte man Faktor 8 - 12, maximal 15. Heute zahlt man in Dresden locker Faktor 30 und da stehen die hirnverbrannten Interessenten immer noch Schlange. Ergo ist jetzt eher die zeit zu verkaufen, wobei ich mir die Frage stelle, was ich mit dem Geld tun werde, das ich für die Häuser bekommen werde, die ich 2008 - 2009 billigst kaufen konnte.
Ich verkaufe übrigens, weil ich davon ausgehe, dass im Falle einer Währungskrise auf Immobilien durchgegriffen werden wird. Diese Gesetze liegen ja in den Archiven und stammen aus 1928 und nach 1945. Ein weiterer Grund ist, dass in meinem Umfeld aktuell alle ein 2. Haus oder die 3. - 5. Wohnung kaufen/bauen. Wer bitte soll diese Hütten beziehen? Die die kommen, haben leichtes Gepäck und keine verwertbare Qualifikation, ergo werden die in Sozialkasernen vergammeln. Außerdem zieht es die in die großen Städte im Westen, weil man dort unter Seinesgleichen leben kann, um nicht von Ghettos zu sprechen. Der dritte Grund ist das Desinteresse meiner Kinder. Die sind eher nicht sesshaft und werden, wenn es hier schwierig werden sollte, eher das Land verlassen. Da macht es sich schlecht, Immobilienballast zu haben.
Kauft man zur richtigen Zeit, bracht man immer noch Glück. Wer hat schon mit dem drastischen Abstieg beispielsweise im Ruhrgebiet gerechnet? Andererseits hat auch kaum jemand den Aufstieg Leipzigs oder Berlin-Kreuzbergs auf dem Radar gehabt. Ein Bekannter hat in den 1990ern in Leipzig Mehrfamilienhäuser zu Spottpreisen gekauft. Abrissreife Hütten. Die hat er für 5 DM bzw. 3 € als "Selbstbauwohnungen" vermietet aber irgendwie doch das Potenzial gesehen. Heute, nach Porschen, BMW und DHL ist er Multimillionär und lebt von Mieten und Dividenden ganz gut.
Summa summarum ist es ein deutliches Zeichen, dass es Zeit ist auszusteigen bzw. zumindest nicht zu kaufen, wenn in einem Telefon-Treff-Forum über Immobilien zur Altersvorsorge diskutiert wird. ALARMGLOCKE.
Ab 2008 habe ich teilweise von Aktien in Immobilien umgeschichtet. Damals waren Mehrfamilienhäuser < 10 Jahre alt für < 500 €/m2 zu bekommen. Voll vermietet. Aber es gab keine Finanzierungen, weil die Banken scheintot waren. Also musste man liquide sein. Hätte mir damals jemand gesagt, in Dresden könne man eine 10 Jahre später bis zu 10 € Kaltmiete nehmen. Im Umland mindestens 6,50 € - ich hätte versuch diese Person einweisen zu lassen! Heute ist es, wie es ist. Warum? Keine Ahnung. Die Demografie sagt eigentlich trotz Flutung seit 2015, dass die Bevölkerungszahlen bestenfalls konstant bleiben oder leicht steigen. Gebaut wird auf Teufel komm raus, gekauft wird noch irrer. Mal sehen, wie lange das gut geht. Der letzte Boom im Osten endete 1995/1996 abrupt, mehr oder weniger von heute auf morgen. Ich denke, das wird diesmal ähnlich werden, nur größer.
Solange die Musik spielt, werden wir als Firma aber gern mit tanzen. Warum auch nicht, da wir in der Kette ganz weit vorn sitzen und somit erstens als Indikator dienen und zweitens tätig sind, solange noch Geld da ist. Heizungsbauer und Elektriker werden dagegen spannende Zeiten erleben.