Beiträge von Berndson

    Das hast du falsch verstanden. Was ich machen würde, wäre eine Regelung, dass es fünfzehn Jahre lang keine Förderung für deinen Anschluss gibt, wenn du einen privatwirtschaftlichen Anschluss angeboten bekommen und abgelehnt hast. Wer auch immer in deinem Gebiet gefördert ausbaut, darf dich dann nur anschließen, wenn du die vollen Anschlusskosten bezahlst. Das ist bei gefördertem Ausbau keine privatwirtschaftliche Geschäftsentscheidung mehr sondern Förderbedingung: Wer in den letzten 15 Jahren die Chance nicht genutzt hat, wird nicht auf Kosten der Allgemeinheit angeschlossen. DANN habe ich kein Problem damit, dass mir jemand erzählt, das wäre eine persönliche Entscheidung. Solange das nicht so ist, habe ich keine guten Worte dafür übrig, dass persönliche Verantwortung abgelehnt wird, weil man sich auf kollektive Hilfe verlässt.

    Jaja, ist schon 10 Jahre her, da kann man alles erzählen, wenn jemand es nicht selbst erlebt hat. Die Vorwürfe über den Verdrängungswettbewerb waren nicht aus der Luft geholt und die Verteidigung war damals schon die gleiche und genauso unglaubwürdig.

    Lass jeden nach seiner Fasson (un-) glücklich werden.

    Das würde ich sofort tun, wenn das möglich wäre. Leider müssen auch andere drunter leiden und die verursachenden Trantüten jammern sich dann wieder Hilfe von der Allgemeinheit zusammen. Ich würde Förderung knallhart bei Ablehnung eines privatwirtschaftlichen Anschlussangebots in den letzten 15 Jahren individuell für den Anschluss verbieten, im Sinne von "darf nur gegen Zahlung der vollen Anschlusskosten angeschlossen werden, sonst keine Förderung für das ganze Vorhaben".

    In dem verlinkten PDF steht, dass alle Wettbewerber zusammen 17% der mit VDSL versorgten KVz ausgebaut haben, die Telekom 83%. Der geförderte Ausbau fällt zeitlich mit dem Beginn des Glasfaserausbaus zusammen und wurde aggressiv dort priorisiert, wo vorher kein VDSL-Ausbau ohne Zuschuss der Kommunen stattfinden sollte, aber dann die FTTH-Konkurrenz auf den Plan trat. Man kann das als Versuch sehen, die Förderung zu kassieren, bevor die Gebiete durch die Glasfaser ihre Förderfähigkeit für VDSL verlieren würden, oder man kann das als Verdrängungswettbewerb betrachten. Wie man das sieht, hängt wahrscheinlich davon ab, wie nah man an diesem Geschehen dran war und die Werbeaktivitäten selbst erlebt hat.


    Leider kann man nicht sagen, wer aus der Vergangenheit nicht lernt, muss eben in Zukunft draufzahlen. Netze sind keine Individualentscheidungen.

    Das ist doch Quatsch. In Förderverfahren kann sich jedes Unternehmen mit einem Angebot bewerben.

    Kann, nicht muss. Zeig mir eine Statistik, für welchen Prozentsatz der VDSL-Anschlüsse ein anderes Unternehmen als die Telekom gefördert wurde. Wenn die private Konkurrenz ihren Ausbau beendet, weil das Investitionsklima sich ändert, bekommt niemand mehr einen kostenlosen Glasfaseranschluss. Ob der Staat oder der Kunde zahlt, lasse ich dahingestellt, aber die Telekom wird kassieren, und wer nicht zahlt wird am langen Arm des Monopolisten verhungern.

    Wie gesagt, dass der VDSL-Ausbau auf dem Land erst in Fahrt kam, als sich Konkurrenz zeigte, die man so mit "gut genug" ausgebremst hat und dafür gleichzeitig noch reichlich Fördergelder kassieren konnte, gerät offenbar schnell in Vergessenheit. Die Telekom hat den Kommunen gesagt, zahl zu oder wir bauen nicht, und das wird sie auch wieder tun, wenn die Konkurrenz ihre Investitionen in einem anderen finanziellen Klima beendet. Wer dann noch nicht FTTH hat, wird warten oder zahlen müssen.


    Menschen, die sich, obwohl es sie fast nichts kostet, gegen neue Infrastruktur entscheiden, weil sie glauben, dass in einem Bereich steten Wachstums eine Technik reicht, die nicht mehr weiterentwickelt wird, sind Trottel.

    Es ist wirklich ernüchternd zu sehen, was alles gleichzeitig funktionieren muss, damit diese Anschlüsse gebaut werden können, und dann kommt der unkundige Kunde und lehnt das einfach ab. Die glauben wirklich, die Unternehmen müssen ihnen echt mal ein besseres Angebot machen. Auch hier wieder: Das Problem ist die Kommunikation des Unternehmens, nicht etwa die Trottel, die sich dagegen entscheiden. Die Städte können sich schon mal Geld auf die Seite legen (haha), damit sie der Telekom ihren Tiefbau bezahlen können, wenn die Konkurrenz absehbar ihren Ausbau für beendet erklärt. Anscheinend haben alle vergessen, wie das war, als VDSL nicht in der Fläche ausgebaut wurde, weil es keine Konkurrenz und damit auch keinen Grund dafür gab. Stadt=VDSL, Land=3Mbit/s mit Glück.