Beiträge von VFBler

    alpha:


    Das ist genau das was ich meinte: Wer bei Fernsehfilmen wie Luftbrücke, Dresden, Sturmflut etc. Geschichte im Detail erwartet hat die falschen Anforderungen an derartigen „Fernsehfilmen“ die ausschließlich der Unterhaltung dienen. Wer historisches sucht ist auf anderen Programmen und Kanälen besser aufgehoben.


    Aber Hauptsache man kein gleich mal wieder eine deutsche „Leistung“ kaputtreden als mal darüber nachzudenken was der Sinn eines solchen Filmes war :rolleyes:

    Luzy:


    Das ist nicht möglich, es muß eine klare Grenze geben. Man kann nicht sagen daß 10 kmh zu schnell sind und bei 11 spürst Du die ganze Härte des Gesetztes. Da wird einer der mit 11 zu schnell geblitz wurde sagen: „das war doch blos 1 kmh über der Grenze“.


    Die Grenze ist ganz klar die angezeigte Geschwindigkeit der Beschilderung. Wer diese übersieht, mißachtet oder überschreitet gehört zur Rechenschaft gezogen.


    @alle die mit Geschwindigkeitsbegrenzungen „ihre persönlichen Probleme“ haben:


    Ich sag das so hart da ich Vater einer kleinen Tochter bin und jeden Tag Angst habe daß Sie von einem Raser erfasst werden kann wenn Sie bei uns im Hof spielt. Hier hält sich fast keiner an die 30 kmh. Ebenso wurde ein sehr guter Schulfreund auf der Autobahn überfahren weil er bei einem Unfall helfen wollte. Ein Idiot von Benzfahrer war auf dieser Strecke satte 30 kmh zu schnell und knallte in den Unfall rein. Mein Freund wurde hierbei zwischen den Autos zerquetscht ! Die Unfallstelle war gut einsehbar und laut Gutachten hätte er eine Chanche gehabt wenn der andere angepasst gefahren wäre.


    Ich rate jedem sich an die Begrenzungen zu halten, egal ob man davon überzeugt ist oder nicht ! Ich habe aus meinen früheren Fehlern gelernt und versuche mich ebenso daran zu halten !



    Merke:


    BUNDES - autobahnen und LAND – straßen werden vom zuständigen Landratsamt kontrolliert oder beauftragt.


    KREIS - und STADT – straßen von der örtlichen Komune.


    Quelle: unsere Zeitung http://www.stimme.de

    Zitat

    Original geschrieben von Lobo


    Private und RTL hin oder her - ich hatte mir viel mehr vom Film erwartet. Das er ca alle 15 Minuten für 10 Minuten von Werbung unterbrochen wurde machte die Sache nicht erträglicher. :flop:


    Gruss, Lobo

    Falsch. Die ersten 40 Minuten von jedem Teil liefen komplett ohne Werbeunterbrechnung.


    Saturn:


    Wie schon im Bericht der FAZ und das Interview mit Nico Hofmann beschreibt ist es nahezu unmöglich Details der Geschehnisse (Luftbrücke, Sturmflut, Dresden) so zu verpacken daß es ein zeitlich vertretbarer Film wird. Somit werden historische Ereignisse auf das wichtigste gekürzt. Wer historische Filme und Dokus sehen möchte, der schalte auf Premiere in den Kanale „Geschichte“. Dort werden mit Zeitaufnahmen nahezu alle Geschehnisse aus der Vergangenheit aufwendig dargestellt ohne zusätzliche Geschichten.


    Und darum soll es ja in einem Fernsehfilm gehen: Vor historischen Hintergrund wird eine Geschichte erzählt, nicht mehr und nicht weniger.

    Erik Meijer:


    Ich stimme die voll und ganz zu. Die Ansicht von Autotelefon ist reiner Populismus. Fakt ist daß es Geschwindigkeitsbegrenzungen gibt. Wenn diese Überschritten wird, ist es legitim wen hierzu ein Bußgeld oder Fahrverbot aufgelegt wird. Dabei ist es egal wo geblitzt wird und ob eine Beschränkung sinnvoll ist. Das entscheidet immer noch die legislative und exekutive hier in der BRD und nicht wir !


    In diesem Fall ist die Strafe sogar gerecht, da der Fahrer auch selbst weis daß er zu schnell war. Hier noch anfangen etwas anzuzweifeln halte ich für eine (entschuldigung) bodenlose Frechheit.


    Anders wäre der Fall wenn der Tacho genau die erlaubte Geschwindigkeit anzeigt und dann würde ein Blitz auslösen. Hier würde ich den Dialog suchen, da ein Fehler in de Messung sein muß.


    Ich schlage, wie nahezu alle, in die gleiche Kerbe: Zahl die Strafe und lerne daraus immer höchstens das zu fahren was erlaubt ist, egal ob Du es für passend findest.


    PS: Bevor jemand mit dem Finger auf mich zeigt: Habe gerade meine Sammlung an Strafzetteln gezählt (ja ich sammel diese für meine Kinder um zu zeigen wie wichtig es ist angepasst zu fahren): Stolze 15 Stück (zu schnell, rote Ampel, Falschparken etc). Ich will damit sagen daß ich auch nicht perfekt bin, aber nicht heule wenn ich das Gesetzt überschreite.

    Wie ich schon mal geschrieben habe bin ich mit Armin Veh auch nicht zwingend glücklich. Allerdings ist der VfB dafür bekannt das ein Trainer als „Nobody“ kommt und als 1a Trainer wieder geht. Daum und Magath sind nur ein Beispiel hierzu. Weiter in der Vergangenheit kennt man noch: Baric und Entenmann (1986). Mit diesen Trainern erreichte man zum dritten mal hintereinander das DFB Pokal Finale.

    autares


    Ich biete Dir 2,5 Millionen Euro Jahresgehalt bei einem 2 Jahresvertrag. Ausstiegsklausel bei Abstieg, festgeschrieben Ablöse von 10 Millionen. 10% Beteiligung beim Trikotverkauf, Option für den Verein für 1 weiteres Jahr. Das Handgeld habe ich Dir per PN mitgeteilt.


    Das blöde ist nur: Es fehlen noch 10 weitere :D

    Zitat

    Original geschrieben von andi2511
    Jetzt aber immer mit der Ruhe, der VfB hat gerade mit Mühe und Not sein erstes Spiel in der Rückrunde gewonnen. :D


    Platz 5 ist natürlich drin, aber um den streiten sich nicht weniger als sechs Mannschaften - Platz 4 ist 12 Punkte weg, da muß man sich jetzt keinen utopischen Gedankenspielen hingeben, nur weil man gerade mal wieder ein Spiel gewonnen hat. ;)


    Utopischen Gedankenspiele sind das keine. Schalke und HSV haben schon oft bewiesen daß Sie immer mal wieder für einige Spiele einbrechen können. Im Gegenteil ist der VfB derzeit für seine Kontinuität bekannt (ich sage nur: Unentschieden :) ). Ich sehe Platz 4 noch nocht ganz verloren. Erst dann wenn der VfB sein kommendes Spiel verliert und Schalke gleichzeitig gewinnt. Wobei ich ehrlich sagen muß dass mir Platz 4 oder 5 eigentlich Egal sind. Ich will international spielen und da reicht Platz 5. Wenns sein muß über den UI Cup. Es geht mir einzig und allein darum daß wir die Spieler halten können die wir gekauft haben. Ich glaube an deren Leistung und potentzial.

    Zitat

    Original geschrieben von D-Love
    VfB hat die positiven Ansätze aus der 1.HZ gegen Boro bestätigt und den Umständen entsprechend ein wirklich ordentliches Spiel abgeliefert. Mainz, wie auswärts immer in dieser Saison, gut mitgespielt, aber keine Punkte geholt.


    Warum haben Sie gute Ansätze gehabt ?


    Weil der VfB endlich mal wieder mit einer Raute im Mittelfeld gespielt hat. Das ist dass was ich schon seit Ewigkeiten sage und im UEFA Cup Tread schon geschrieben habe: Der VfB ist eine Mannschaft die 4-4-2 mit Raute seit Jahren spielt. Hat man gestern gegen Mainz gesehen. Das war endlich mal ansehnlicher (aber leider noch kein spitzen-) Fußball. Wenn es so weiter geht ist Platz 5 drin, vielleicht sogar noch Platz 4 wenn Die da oben straucheln. Und was hat Tiffert zum Spiel gesagt; „Wir brauchten mal wieder einen dreckigen Sieg, und ich glaube das war einer !“ :)


    Apropos UEFA Cup. S. Soldo wird seine Karriere mit 38 Jahren an den Nagel hängen wenn die Mannschaft einen UEFA Cup Platz nicht erreicht, denn sonst fehlt ihm der Reiz. Ich finde daß Soldo, egal wann er seine Karriere an den Nagel hängt, von seiner Einstellung und Leistung auf dem Platz, einer der vorbildlichsten Profis in der BL seit Jahren ist. Ich werde Befürworter für ein Abschiedsspiel sein !!

    Zitat

    Original geschrieben von bambi05
    Das ist das erste Spiel, das Du vom VfB siehst/hörst oder? :D


    Den Typen gibt es schon ziemlich lange und der singt bei jedem Heimspiel vor und A- und B-Block (Stehblöcke) singen nach.
    Und: Ja, der hat ein festes Mikrofon mit festen Lautsprechern. Scheint vom Verein also authorisiert bzw. sogar gewollt zu sein.


    Erstens:


    Das GD-Stadion hat um sein Fußballfeld herum eine Lauffläche für Leichtathletik. Zusätzlich hat es über den Spielfeld auch kein Dach. Daraus ergibt sich zwangsläufig die Situation daß die Stimmung, und vorallem die Fangesänge, sich im „weiten Rund“ des Stadions verlieren.


    Zweitens:


    Aus diesem Grund hat der Vorsinger des Fanblocks früher ein Megaphon gehabt, welches durch eine Lautsprecheranlage für den Fanblock ersetzt wurde.


    Drittens:


    Das Stadion war gestern abend nicht wirklich gefüllt, daraus ergibt sich eben daß man diesen Vorsinger sehr stark hört. Wenn das Stadion komplett ausverkauft ist, und alle Fans machen mit (auch die auf den Sitzplätzen), dann hört man den Vorsinger fast nicht.


    Viertens:


    Trabatoni hat das Stuttgarter Spielsystem kaputt gemacht. Der VfB war schon immer eine Mannschaft welche 4-4-2 mit Spielmacher spielt (Raute im Mittelfeld). Für sein klassischen 4-4-2 defensiv hatte er die falschen Spieler. Tomasson und Lubjoa muß man direkt mit flachen Pässen bedienen, mit Flügelspiel können die nicht wirklich was anfangen.


    Ergo: Trap war der falsche für den Verein und die Spieler waren die falschen für Trapattoni. Hier gibt es eigentlich nur einen Schuldigen: Nämlich den der diese Situation hat so kommen lassen. Die Manschaft wie auch ein Trapattoni ist erstklassig.


    Fünftens:


    Armin Veh hat derzeit keine andere andere Wahl als das (fälschlicherweise) 4-4-2 System über die Flügel spielen zu lassen. Daher stagniert der VfB weiter. Armin Veh muß jetzt in der kurzen Zeit den VfB wieder an sein bekanntes und erfolgreiches 4-4-2 mit Raute (also Spielmacher) zurückführen. Wenn das klappt dann schießen Thomasson und Lubjo aus allen Winkeln des 16erns auf den gegnerischen Kasten. Mann muß nur mal ansehen wo und wie diese beiden in Ihren alten Vereinen gespielt haben. Ich hoffe das noch erleben zu dürfen, denn wenn der UEFA Cup für kommende Saison verpasst wird, dann können wir diese Spieler nicht halten.


    Sechstens:


    Gestern abend hat man leichte Ansätze erkennen können was die Manschaft wirklich kann wenn Sie so darf wie sie will.

    Zitat

    Original geschrieben von D-Love
    Neulich wurde hier doch ein interessantes Interview mit dem Vorstandsvorsitzenden einer Drogeriemarkt-Kette verlinkt.


    Was der Mann gesagt hat, und er hatte vollkommen recht, passt auch gut in dieses Thema.


    Für alle Interessierten ist hier das Interview: Wenn mir jemand per PN erklären kann wie ich hierzu einen Link setzen kann, dann bitte machen. Ich bin nämlich fast verzweifelt. Vielleicht kann ein Admin das ja dann editieren ;)


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    Da in den letzten Beiträgen wieder öfters zu lesen war dass die Wirtschaft Arbeitsplätze schaffen soll, möchte ich folgendes Interview noch mal auflisten, da es mittlerweile (aufgrund der Größe) in diesem Tread untergeht:


    Folgendes Interview will ich Euch nicht vorenthalten und werde es auch nicht kommentieren. Es kann jeder selbst sein Urteil daraus schließen:



    "Die Wirtschaft befreit die Menschen von der Arbeit"


    Götz Werner, der Chef der Drogeriemarktkette DM: Deutschland braucht ein Bürgergeld und nur noch eine Steuer


    Alle Politiker sind sich einig: Das wichtigste in Deutschland ist die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Die Drogeriemarktkette DM ist ein Unternehmen, bei dem seit Jahren neue Stellen geschaffen werden. Doch im Gespräch mit Sönke Iwersen überrascht der Gründer Götz Werner mit ungewohnten Ansichten.


    Herr Werner, wie wichtig ist Ihnen die Schaffung neuer Arbeitsplätze?


    Überhaupt nicht wichtig. Sonst wäre ich ja ein schlechter Unternehmer. Als solcher habe ich meine Aufgaben zu erfüllen.


    Wäre es nicht Ihre vornehmste Aufgabe, Arbeitsplätze zu schaffen?


    Ich muss wirklich sagen, dass ich dieses Gerede von der Schaffung neuer Arbeitsplätze langsam nicht mehr hören kann. Warum wird dem so wenig widersprochen? Die Wirtschaft hat nicht die Aufgabe, Arbeitsplätze zu schaffen. Im Gegenteil. Die Aufgabe der Wirtschaft ist es, die Menschen von der Arbeit zu befreien. Und das ist uns in den letzten 50 Jahren ja auch grandios gelungen.


    Sie finden Arbeitslosigkeit grandios?


    Moment. Noch keine Generation in Deutschland musste jemals so wenig arbeiten und hatte gleichzeitig einen solchen Lebensstandard wie wir heute. Als ich ins Gymnasium ging, hatten zwei Kinder in der Klasse einen Fernseher und bei zwei Kindern in der Klasse hatten die Eltern ein Auto. Bei meinen Kindern heute gibt es wahrscheinlich zwei Elternhäuser, die keine zwei Autos haben. Und vielleicht zwei Elternhäuser, die keine zwei Fernseher haben.


    Aber der Wohlstand kommt doch von Arbeit, nicht von Arbeitslosigkeit. Wie schaffen wir es, dass wieder mehr Arbeitsplätze entstehen?


    Das ist nicht die Frage, die sich ein Unternehmer stellt. Kein Unternehmer überlegt sich morgens, wenn er in den Laden kommt: Wie kann ich heute möglichst viele Menschen beschäftigen? Allein die Vorstellung ist schon absurd. Die Frage lautet umgekehrt: Wie kann ich mit einem möglichst geringen Aufwand an Zeit und Ressourcen möglichst viel für meine Kunden erreichen? Wie kann ich den Laden besser organisieren? Und besser organisieren heißt immer, Arbeit einzusparen. Das ist ein absolutes unternehmerisches Prinzip.


    Aber Herr Werner. Sie haben bei DM in den letzten Jahren doch selbst tausende von Arbeitsplätzen geschaffen.


    Ja schon. Aber unser Unternehmen ist deswegen erfolgreich, weil es produktiver ist als andere. Weil es produktiver ist, wächst es. Weil es wächst, schafft es Arbeitsplätze. Aber die gehen zu Lasten der Arbeitsplätze bei den Unternehmen, die weniger produktiv sind. Volkswirtschaftlich gesehen führt Erfolg bei gesättigten Märkten immer zum Abbau von Arbeitsplätzen.


    Sie halten fünf Millionen Arbeitslose also für einen Beweis der Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft?


    Zumindest ist es ein Ausdruck der Produktivitätsentwicklung. Und eine Produktivitätsentwicklung ist immer ein Fortschritt. Ich erinnere mich daran, dass meine Mutter 1959 einen VW-Käfer bestellt hat. Da betrug die Lieferzeit 13 Monate. Können Sie sich das heute noch vorstellen?


    Kaum.


    Sehen Sie. Und Anfang der 70er Jahre warb die Post mit dem Motto: Fasse dich kurz. Der Grund war, dass ständig die Leitungen belegt waren und die Leute sich die Finger wund wählten. Stellen Sie sich mal vor, die Telekom oder Vodafone würden heute mit solchen Werbesprüchen kommen. Das ist gar nicht denkbar.


    Sie wollen sagen, dass es uns heute besser geht als früher.


    Wir leben quasi in paradiesischen Zuständen. Denn wir sind heute in der Lage, weit mehr zu produzieren, als wir sinnvoll verbrauchen können. Ein Beispiel: Wäre die Wiedervereinigung 20 Jahre früher gekommen, hätte es in Deutschland riesige Mangelerscheinungen gegeben. 1970 war die Wirtschaft noch nicht so weit, mal eben 17 Millionen Menschen mitzuversorgen. 1990 funktionierte das doch erstaunlich glatt. Niemand im Westen musste einen Mangel erleben.


    Dafür sind heute im Osten 20 Prozent der Menschen arbeitslos.


    Ja, schlimm genug. Aber diese ganze Diskussion um die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit führt ins Nichts. Und jeder, der etwas von Wirtschaft versteht, weiß doch eines: Die Zeit der Massenarbeit ist vorbei. Ich war gerade in Island. Doch hat mir ein Fischer erzählt, dass die Isländer heute dank Fabrikschiffen mit einem Viertel der Arbeiter vier mal so viel Fisch produzieren wie vor 30 Jahren. Verstehen Sie? 75 Prozent der Leute werden einfach nicht mehr gebraucht. Solche Beispiele gibt es überall. Unsere Fähigkeit, Dinge zu produzieren, übersteigt unseren Bedarf, Dinge zu konsumieren. Das ist eine ganz einfache Tatsache, und keine Arbeitsmarktreform kann daran etwas ändern.


    Trotzdem fordern Politiker, Wirtschaftsverbände und Gewerkschaften ständig bessere Rahmenbedingungen, damit mehr Arbeitsplätze entstehen können.


    Ich weiß. Aber wir müssen uns doch fragen: Was ist eigentlich die Aufgabe der Wirtschaft? Es gibt zwei Aufgaben. Die erste: Sie muss die Menschen mit Gütern und Dienstleistungen versorgen. Und nie in der Geschichte hat die Wirtschaft diese Aufgabe so gut erfüllt wie heute. Wir sehen doch den totalen Überfluss. Obwohl die meisten Fabriken längst nicht ausgelastet sind, wird alles produziert, was man sich wünschen kann.


    Produziert schon. Aber die Leute haben nicht genug Geld, es zu kaufen.


    Aha! Jetzt kommen wir zur zweiten Aufgabe: Die Wirtschaft muss die Güter nicht nur produzieren. Sie muss die Menschen auch mit ausreichend Geld ausstatten, um zu konsumieren.


    Ausstatten? Für Geld muss man arbeiten.


    Ja, ja. Und wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen, nicht wahr? Dieses Denken sitzt immer noch tief in den Köpfen. Aber damit kommen wir heute nicht mehr weiter.


    Also wollen Sie das Geld einfach verteilen? Das ist doch naiv.


    Meinen Sie? Lassen Sie mich bitte auf folgendes Phänomen hinweisen: Warum gehen in Deutschland Baufirmen zu Grunde, obwohl es im Straßenbau dringenden Bedarf gibt und wir die Leistung erbringen könnten?


    Weil der Staat kein Geld hat, die Firmen zu bezahlen.


    Ja. Aber dieser Irrtum kommt zu Stande, weil alles immer durch den Geldschleier gesehen wird. Der Lebensstandard einer Gesellschaft hängt doch davon ab, wie viele Güter sie produzieren kann. Nicht davon, wie viele sie finanzieren kann.


    Nicht?


    Nein. Nehmen Sie die frühere DDR. Dort gab es Geld im Überfluss, aber man konnte sich nur sehr wenig kaufen. Also was ist wichtiger: Das Geld? Oder die Güter?


    Was also schlagen Sie vor? Die Maschinen arbeiten, und der Staat verteilt das Geld, damit die Bürger konsumieren können?


    So ähnlich. Wir brauchen das bedingungslose Bürgergeld. Eine Lebensrente für jeden Bürger. Selbstverständlich können solche Veränderungen nur schrittweise über einen längeren Zeitraum eingeführt werden.


    Wie hoch soll dieses Bürgergeld denn sein?


    Hoch genug, um die Grundbedürfnisse zu decken. 1300 bis 1500 Euro.


    Schöne Idee. Und wie wird das finanziert? Sagen Sie jetzt bitte nicht, wir brauchen mehr Steuern.


    Keine Angst. Ich bin dafür, alle Steuern abzuschaffen. Bis auf eine: die Mehrwertsteuer.


    Und wie hoch soll die dann sein?


    Das könnten bis zu 48 Prozent sein.


    Sie machen Witze.


    Nein. Zählen Sie doch mal alle Steuern und Sozialleistungen zusammen. Da haben wir doch schon eine Staatsquote von rund 48 Prozent. Wenn die nur noch über die Mehrwertsteuer zu finanzieren wäre, hätte das riesige Vorteile.


    Welche denn?


    Die Mehrwertsteuer ist die einzige Steuer, die den Wertschöpfungsvorgang nicht behindert, nicht bremst, nicht verzerrt. Das heißt: die ganze Produktion wird steuerfrei gehalten und es kann unbehindert investiert werden.


    Also noch mehr Entlastung für die Unternehmen und noch mehr Belastung für die Verbraucher?


    Nein. Einfach mehr Klarheit und mehr Fairness. Ich weiß, dass Politiker unterschiedlichster Couleur fordern: Wir müssen die Reichen besteuern, die Unternehmen müssen wir besteuern und damit den kleinen Mann entlasten. Das ist eigentlich eine Lüge. Warum? Weil Unternehmer und Unternehmen faktisch keine Steuern bezahlen.


    Da werden Ihnen einige Unternehmerkollegen widersprechen.


    Jammern gehört zum Handwerk. Aber jeder Unternehmer weiß, was man mit Steuern macht: Man muss sie einkalkulieren. Alle Steuern, die die Unternehmen zahlen, fließen in die Preise für die Produkte ein. Letzten Endes zahlt immer der Verbraucher.


    Was wäre also der Vorteil, alle Steuern in der Mehrwertsteuer zusammenzufassen?


    Na, der ganze gewaltige Verwaltungsapparat des Staates würde zusammenschnurren. Denken Sie mal daran, wie viele Beamte ihre Zeit damit verschwenden, die Steuern zu erheben, auszurechnen und zu überprüfen. Das wäre alles überflüssig.


    Welche anderen Vorteile hätte Ihr Plan?


    Dass die Importe endlich mal richtig besteuert werden. Die billigen Textilien aus China oder Rumänien kommen doch nur so billig hier an, weil sie nur mit einer Mehrwertsteuer von 16 Prozent belastet sind. In jedem Produkt stecken Infrastrukturkosten. Aber die Infrastruktur in Deutschland ist natürlich teurer als die in China. Anders herum würden die deutschen Exporte extrem attraktiv, weil sie von Steuern völlig unbelastet wären. Außerdem würden die Arbeitskosten extrem sinken, weil ja das Bürgergeld auf die Einkommen angerechnet würde.


    Wie soll das funktionieren?


    Nehmen wir an, eine Krankenschwester verdient 2500 Euro. Nach Abzug des Bürgergeldes von 1300 Euro müsste das Krankenhaus ihr noch 1200 Euro bezahlen. Sie hätte danach gleich viel, aber ihre Arbeitsleistung wäre für das Krankenhaus viel leichter zu finanzieren. Das Bürgergeld würde die arbeitsintensiven Güter und Dienstleistungen entlasten und dadurch den Arbeitsmarkt enorm beleben. Insgesamt würden die Preise dadurch gleich bleiben, denn der Staat müsste ja das zu zahlende Bürgergeld über die Mehrwertsteuer wieder refinanzieren.


    Aber wer wird denn in Zukunft noch arbeiten, wenn er für 1500 Euro auch zu Hause bleiben kann?


    Sie unterschätzen den immateriellen Wert der Arbeit. Viele Menschen haben sehr viel Spaß an ihrer Aufgabe. Denken Sie auch an alle sozialen Berufe und die ganze Kulturarbeit. Da gibt es einen riesigen Bedarf in der Gesellschaft, der endlich finanzierbar wäre.


    Und die langweiligen, die unangenehmen Jobs?


    Die müssten dann eben höher entlohnt werden, wenn wir sie benötigen. Natürlich wird es dann zukünftig Berufe und auch Unternehmen geben, denen es schwer fallen wird, Menschen zu finden. Warum? Weil ja die Menschen dann nicht mehr arbeiten werden, weil sie müssen, sondern weil sie in ihrer Arbeit eine Sinnerfüllung erleben. Und auch, weil es ihnen Spaß macht.


    Herr Werner, alle sprechen von der Krise. Wer Ihnen zuhört, könnte denken, es geht Deutschland ausgezeichnet.


    Das stimmt ja auch. Unser Land hat noch nie so viel Wohlstand produziert wie heute. Wir haben nur Schwierigkeiten, den Wohlstand zu verteilen. Das sind wir einfach nicht gewohnt.


    Also keine Krise?


    Jedenfalls keine Wirtschaftskrise. Die Frage, die mich wirklich umtreibt, ist eine andere. Wir steuern auf eine Gesellschaft zu, in der die Arbeit verschwindet. Und die Frage ist nur, was die Menschen dann alle mit ihrer Zeit anfangen. Das ist eine Kulturfrage. Das Problem, das wir haben, liegt nicht auf dem Arbeitsmarkt sondern eigentlich in der Kultur. Leider ist dieses Thema im Bewusstsein der Gesellschaft kaum vorhanden. Aber genau hier müssen wir ansetzen.


    Aktualisiert: 02.07.2005, 06:19 Uhr