Ob eine Zeitung unabhängig, neutral und lesenswert erscheint liegt „im Auge des Betrachters“. Es ist ein reines psychologisches Kriterium:
Schon vor dem lesen eines Berichtes habe ich mir durch z.B. die Überschrift, eine Meinung zu diesem Thema im Unterbewußtsein gebildet.
Mal als Beispiel: Überschrift „Hilfe für US-Truppen, BND mischte im Irak mit“ Im Unterbewußtsein werde ich vermutlich denken: „Ich wußte ja von Anfang an daß der BND dort seine Finger mit im Spiel hat“. Nun steht aber im Bericht lediglich drin daß der BND Irakische Polizisten in Afganistan ausgebildet hat. Durch Berichte im ÖR-TV weiß ich daß (seit Beginn des Irakkrieges) immer mal wieder die Polizistenausbildung gemeldet wird. Durch mein Unterbewußtsein, welches denkt daß der BND anscheinend wirklich direkt im Irak arbeitet, werde ich dazu geleitet den Artikel als „unwahr“ zu klassifizieren. Ob er schlußendlich dies ist, werde ich wohl nie erfahren können.
Ich hoffe Ihr versteht was ich meine: Ich halte ein Medium im Nachrichtensektor für neutral und unabhängig wenn dieses Medium so berichtet wie ich es für wahrscheinlich wahr halte.
Daher schlage ich folgende Lösung vor: Wenn die FAZ schreibt „Rechts“ und die SZ schreibt zum gleichen Thema „Links“, wird die Wahrheit wohl in der „Mitte“ liegen ![]()
Zusatz:
Noch ein Auswahlkriterium wäre: Wähle die Zeitung welche am wenigsten durch Politik, die Öffentlichkeit und Institutionen, oder den Menschen über den Berichtet wird, kritisiert wird. Anders wie im waren Leben gilt nicht der Leitspruch „Betroffene Hunde bellen“. Wenn in einer Zeitung ein Bericht z.B. über das Rathaus Stuttgart steht und dieser etwas negativ angehaucht ist, dann wird der Artikel seitens des Rathaus nur dann Kritisiert wenn die Unwahrheit geschrieben wurde. Denn wenn die Wahrheit wirklich negativ ist, hält man besser die „Schnautze“ um nicht noch mehr auf das Thema zu lenken ![]()