Beiträge von VFBler

    Struck Außenminister ?


    Der Außenminister
    Pfeife, Glatze und Schnauzbart gehören zu seinen Markenzeichen - doch hinter dem gemütlichen Äußeren steckt ein eisernes Durchhaltevermögen. Nun soll Peter Struck, bislang Verteidigungsminister, das Außenministerium übernehmen. Wird er also auch Vizekanzler und der neue starke Mann in der SPD?
    Struck arbeitete trotz zweier Herzinfarkte Ende der 80er Jahre und eines Schlaganfalls 2004 emsig weiter. Er trat vor über 40 Jahren der SPD bei. Nach klassischer Ochsentour zog der passionierte Finanzpolitiker 1980 in den Bundestag ein und war dort unter anderem als SPD-Obmann im Flick-Ausschuss tätig. Als parlamentarischer Geschäftsführer (1990 bis 1998) erwarb sich der 62-Jährige Respekt als Strippenzieher


    Quelle: http://www.t-online.de

    Zitat

    Original geschrieben von Boogieman
    Das sehe ich auch so. Dieser Unterschied zwischen einem Schulabschluß in Bayern/Ba-Wü und Bremen, etc. darf nicht sein. Das Schulsystem muß in ganz Deutschland einheitlich sein und auf gleichem Niveau. Nicht zuletzt auch deswegen, weil von Arbeitnehmern immer mehr Mobilität verlangt wird. Das heißt, daß ein Familienvater mit seiner ganzen Familie auch mal umziehen muß. Und die Kinder haben es dann richtig schwer, wenn sie von Bremen nach München ziehen, dann könenn sie gleich eine Klasse tiefer angfangen...


    Endlich mal einer der die Bildungspolitik genauso sehen will wie ich. Wir brauchen ein einheitliches Bildungssystem. Die Gründe die Du aufführst hätte ich nicht besser aufzeigen können.

    Zitat

    Original geschrieben von Boogieman
    Beckstein wär da auch ne Idee, ist IMHO noch etwas härter, was unserer Justiz zu Gute käme. Außedem wäre Schily dann fürs Innere frei ;)


    Der Schilly. Den kann man halt leider nicht dreiteilen: Justiz, Inneres, Bundestagspräsident. Aber Klonen würde auch schon reichen, denn Beckstein tut vermutlich nicht gut. Der schilly ist derzeit einer der wenigen Politiker die Ihre Arbeit (IMHO) richtig machen.

    Zitat

    Original geschrieben von Boogieman
    Mir persönlich relativ wurscht, weil meiner Meinung nach die beste Idee eine Europaarmee ist und keine einzelnen Landesarmeen. Über kurz oder lang wird sich Europa zu so etwas wie den USA - den Vereinigten Staaten Amerikas - entwickeln. Was IMHO auch in der verschiedenen Bereichen auch gut ist. So könnte man auch einzelne Arschkriechereien bei den Amis vermeiden, denn dann muß eine gemeinsame Entscheidung aus Europa erfolgen.
    Wenn Beckstein Justiz übernimmt (s.o.) dann schon ;)


    Eine Europaarmee halte ich auch für die Zukunft. Es sollte jedoch noch nationale Streitkräfte geben. Ähnlich wie in den USA mit der Nationalgarde.

    Zitat

    Original geschrieben von Boogieman
    Kürzungen sind definitv falsch. Die Politiker wollen mehr Kinder - also müssen sie auch die Rahmenbedingungen schaffen. Lockerung des Kündigungsschutzes geht nicht - der Familienvater muß geschützt sein! Der Wegfall des zweiten Gehalts während des Erziehungsurlaubs muß irgendwie aufgefangen werden. Das Recht auf einen Kindergartenplatz ist toll, aber wenns keinen gibt? Da muß mehr gemacht werden. Die einjährige Fortzahlung des Gehalts der Frau fand ich klasse - war aber IMHO keine CDU Idee (oder irre ich mich da?).


    Der Gedanke kam aus der SPD und sollte folgendes aufzeigen: Eine Frau erhält ein sogenanntes Elterngeld, welches maximal 1500 Netto darstellt. Dieses wird ein Jahr nach der Geburt monatlich gezahlt. Sie erhält kein Kindergeld und kein Erziehungsgeld. Dann hat das Kind mit dem 1. Geburtstag an einen Anspruch auf Ganztagsbetreuung damit die Frau wieder arbeiten kann und Sie bekommt Kindergeld.

    Beckstein als Innenminister, das kann heiter werden.


    Das Schröder sich komplett zurückzieht muss man vermutlich leider akzeptieren. Das Amt für den Außenminister hätte man mit Ihm nicht besser bestücken können.


    Martyn: Stimme dir voll zu: Ein Stoiber als Außenminister wurde das Bild einer Krauts leider in der Welt nur bestätigen *schauder*

    Zur Verteilung der Ministerien


    Nachdem ersten Nachdenken habe ich mir jetzt mal Gedanken über die Verteilung der Ministerien gemacht und vermutlich was dort in den nächsten 4 Jahren passiert:


    Auswärtiges Amt -> wenn die SPD schlau ist bekommt dieser Posten Gerhard Schröder. Keiner kennt „das Ausland“ und die Regierungschefs besser und ist höher angesehen als er. Das ist ein nicht von der Hand zu weisender Fakt.


    Finanzen -> Eichel wird gehen müssen und der Nachfolger kann mir jetzt schon leid tun. Der kann auch nicht mehr verteilen als da ist bzw. benötigt wird.


    Entwicklung -> In der Hand der SPD in sehr guten Händen. Hier ist soziale Politik notwendig. Allerdings bevorzuge ich eine Reform der Bildung. Diese sollte nicht mehr Ländersache sein sondern einheitlich für ganz Deutschland gesteuert werden.


    Justiz -> Sollte Schilly bekommen. Er ist kantig und gradlinig.


    Gesundheit -> Sehr gut für die SPD. Auch hier zählt ein sozialer Grundgedanke.


    Umwelt -> Ich glaube da hat keiner der beiden „viel Ahnung“ davon. In den Händen der Grünen war dies sehr gut. Förderung der Hochtechnologie im Bereich der alternativen Technologien. Hatte zur folgende das wir in diesem Bereich stark gewachsen sind und Geld investiert wurde.


    Verkehr -> Da bin ich der Meinung daß dies die CDU besser kann.


    Arbeit & Soziales -> SPD ist da gut aufgehoben, da der Kündigungsschutz dann vermutlich nicht angerührt wird.


    Verteidigung -> Hier gehört einer hin der auch von der Armee kommt. Da tendiere ich eher zu der CDU denn auch Rüstung ist für uns wichtig. Wir sind zwar zentral in Europa aber trotzdem „verletzbar“.


    Innen -> leider kann man den Schilly nicht aufteilen.


    Wirtschaft (soll anscheinend Stoiber erhalten) & Zukunftstechnologie -> In Bayern sind zwar mehr Firmen gegründet worden, aber zeitgleich ist auch die Arbeitslosigkeit gestiegen. Die Firmen benötigen nicht mehr so viele Mitarbeiter. Ich traue aber Stoiber zu eine Veränderung herbeizuführen. Ich traue ihm aber nicht zu die Zukunfsttechnologie zu führen. Stoiber ist einer der gerne auf das „gemachte“ zeigt und auf die Vergangenheit verweist. Ich glaube nicht daß er „in die Zukunft“ sehen kann.


    Verbraucherschutz und Agrar -> In Händen der CDU gut aufgehoben. Wobei ich eher Verbraucherschutz der SPD überlassen würde.


    Bildung , Forschung und Familie -> Bei der CDU sicher falsch, denn es werden vermutlich Kürzungen vorgenommen. Und das ist hier definitiv falsch. (Ich denke in diesem Fall als Familienvater)

    So sieht die Verteilung der Ministerien aus:


    http://www.n-tv.de/588743.html


    Auszug:


    SPD bekommt


    Auswärtiges Amt
    Finanzen
    Entwicklung
    Justiz
    Gesundheit
    Umwelt
    Verkehr
    Arbeit & Soziales


    Union erhält


    Verteidigung
    Innen
    Wirtschaft (soll anscheinend Stoiber erhalten) & Zukunftstechnologie
    Verbraucherschutz und Agrar
    Bildung und Forschung (Oh Gott, dann wird nich weniger investiert!)
    Familie (Ade du schönes Erziehungsgeld und Kindergeld, oder zumindest können wir Familien mit weniger rechnen).


    Meine Meinung:


    Familie und Wirtschaft gehört in SPD Hand, dafür die Finanzen und Verkehr rüber zur Union

    Überdeutlische Antwort


    Zitat

    Mittwoch, 5. Oktober 2005
    "Überdeutliche Antwort"
    Merz greift an


    Kurz vor dem entscheidenden Treffen zwischen Union und SPD am Mittwochnachmittag, bei dem es um die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen geht, hat der CDU-Spitzenpolitiker Friedrich Merz seine Partei- und Fraktionschefin Angela Merkel öffentlich angegriffen.
    [...]


    Quelle: http://www.n-tv.de/587352.html


    Dem stimme ich voll und ganz zu !!!!!!!!!!!!!!!!!


    Edit:
    Gekürzt.
    Bitte keine Vollzitate.
    CM

    Auslosung Gruppenphase


    Die Gruppen im Überblick:


    Gruppe A:
    AS Monaco, Slavia Prag, Hamburger SV, ZSKA Sofia, Viking Stavanger
    Gruppe B:
    Lokomotive Moskau, Espanyol Barcelona, US Palermo, Börndby IF, Maccabi Petah Tikva
    Gruppe C:
    Hertha BSC, RC Lens, Sampdoria Genua, Steaua Bukarest, Halmstads BK
    Gruppe D:
    AZ Alkmaar, FC Middlesbrough, Dnjepr Dnjepropetrovsk, Grasshopper Zürich, Litex Lovetsch
    Gruppe E:
    AS Rom, FC Basel, Roter Stern Belgrad, Racing Straßburg, Tromsö IL
    Gruppe F:
    ZSKA Moskau, Olympique Marseille, SC Heerenveen, Levski Sofia, Dinamo Bukarest
    Gruppe G:
    VfB Stuttgart, PAOK Saloniki, Schachtjor Donezk, Stades Rennes, Rapid Bukarest
    Gruppe H:
    Besiktas Istanbul, FC Sevilla, Bolton Wanderers, Zenit St. Petersburg, Vitoria Guimaraes

    Hallo Boogieman,


    ich hab das Interview ein paar mal gelesen um es zu verstehen. In einigen Punkten stimme ich dem Herrn so ziemlich zu: Dass wir eine Wohlstandsgesellschaft geworden sind, dass wir viel mehr produzieren können als wir verbrauchen und daß hierzu weniger arbeiten müssen als früher.


    Ich denke jedoch nicht daß wir eine „Nehme-anstatt-Gebe Mentalität“ haben. Diese Bild wird gerne von diversen Zeitungen, Fernsehsendern wiedergegeben. Wenn man im Vergleich zu der Gesamtbevölkerung diese Personengruppe sieht, ist das fast vernachlässigbar (IMHO). Auch durch das Bürgergeld werden das vermutlich nicht mehr Personen werden. Denn es fehlt einfach eine Arbeit. Jedem knallt mal der Deckel auf den Kopf wenn er länger nichts mehr arbeitet. Und dann fängt er irgendwas an zu machen, z.B. im Garten arbeiten. Also warum nicht dann bei einem Gärtner sich anstellen lassen, dazu 1500.- Netto kassieren und lediglich 20 Stunden arbeiten ?


    Versteht mich nicht falsch, ich habe keine Ahnung ob das wirklich so funktionieren sollte, aber der Gedanke daran gefällt mir.

    Da in den letzten Beiträgen wieder öfters zu lesen war dass die Wirtschaft Arbeitsplätze schaffen soll, möchte ich folgendes Interview noch mal auflisten, da es mittlerweile (aufgrund der Größe) in diesem Tread untergeht:


    Folgendes Interview will ich Euch nicht vorenthalten und werde es auch nicht kommentieren. Es kann jeder selbst sein Urteil daraus schließen:



    "Die Wirtschaft befreit die Menschen von der Arbeit"


    Götz Werner, der Chef der Drogeriemarktkette DM: Deutschland braucht ein Bürgergeld und nur noch eine Steuer


    Alle Politiker sind sich einig: Das wichtigste in Deutschland ist die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Die Drogeriemarktkette DM ist ein Unternehmen, bei dem seit Jahren neue Stellen geschaffen werden. Doch im Gespräch mit Sönke Iwersen überrascht der Gründer Götz Werner mit ungewohnten Ansichten.


    Herr Werner, wie wichtig ist Ihnen die Schaffung neuer Arbeitsplätze?


    Überhaupt nicht wichtig. Sonst wäre ich ja ein schlechter Unternehmer. Als solcher habe ich meine Aufgaben zu erfüllen.


    Wäre es nicht Ihre vornehmste Aufgabe, Arbeitsplätze zu schaffen?


    Ich muss wirklich sagen, dass ich dieses Gerede von der Schaffung neuer Arbeitsplätze langsam nicht mehr hören kann. Warum wird dem so wenig widersprochen? Die Wirtschaft hat nicht die Aufgabe, Arbeitsplätze zu schaffen. Im Gegenteil. Die Aufgabe der Wirtschaft ist es, die Menschen von der Arbeit zu befreien. Und das ist uns in den letzten 50 Jahren ja auch grandios gelungen.


    Sie finden Arbeitslosigkeit grandios?


    Moment. Noch keine Generation in Deutschland musste jemals so wenig arbeiten und hatte gleichzeitig einen solchen Lebensstandard wie wir heute. Als ich ins Gymnasium ging, hatten zwei Kinder in der Klasse einen Fernseher und bei zwei Kindern in der Klasse hatten die Eltern ein Auto. Bei meinen Kindern heute gibt es wahrscheinlich zwei Elternhäuser, die keine zwei Autos haben. Und vielleicht zwei Elternhäuser, die keine zwei Fernseher haben.


    Aber der Wohlstand kommt doch von Arbeit, nicht von Arbeitslosigkeit. Wie schaffen wir es, dass wieder mehr Arbeitsplätze entstehen?


    Das ist nicht die Frage, die sich ein Unternehmer stellt. Kein Unternehmer überlegt sich morgens, wenn er in den Laden kommt: Wie kann ich heute möglichst viele Menschen beschäftigen? Allein die Vorstellung ist schon absurd. Die Frage lautet umgekehrt: Wie kann ich mit einem möglichst geringen Aufwand an Zeit und Ressourcen möglichst viel für meine Kunden erreichen? Wie kann ich den Laden besser organisieren? Und besser organisieren heißt immer, Arbeit einzusparen. Das ist ein absolutes unternehmerisches Prinzip.


    Aber Herr Werner. Sie haben bei DM in den letzten Jahren doch selbst tausende von Arbeitsplätzen geschaffen.


    Ja schon. Aber unser Unternehmen ist deswegen erfolgreich, weil es produktiver ist als andere. Weil es produktiver ist, wächst es. Weil es wächst, schafft es Arbeitsplätze. Aber die gehen zu Lasten der Arbeitsplätze bei den Unternehmen, die weniger produktiv sind. Volkswirtschaftlich gesehen führt Erfolg bei gesättigten Märkten immer zum Abbau von Arbeitsplätzen.


    Sie halten fünf Millionen Arbeitslose also für einen Beweis der Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft?


    Zumindest ist es ein Ausdruck der Produktivitätsentwicklung. Und eine Produktivitätsentwicklung ist immer ein Fortschritt. Ich erinnere mich daran, dass meine Mutter 1959 einen VW-Käfer bestellt hat. Da betrug die Lieferzeit 13 Monate. Können Sie sich das heute noch vorstellen?


    Kaum.


    Sehen Sie. Und Anfang der 70er Jahre warb die Post mit dem Motto: Fasse dich kurz. Der Grund war, dass ständig die Leitungen belegt waren und die Leute sich die Finger wund wählten. Stellen Sie sich mal vor, die Telekom oder Vodafone würden heute mit solchen Werbesprüchen kommen. Das ist gar nicht denkbar.


    Sie wollen sagen, dass es uns heute besser geht als früher.


    Wir leben quasi in paradiesischen Zuständen. Denn wir sind heute in der Lage, weit mehr zu produzieren, als wir sinnvoll verbrauchen können. Ein Beispiel: Wäre die Wiedervereinigung 20 Jahre früher gekommen, hätte es in Deutschland riesige Mangelerscheinungen gegeben. 1970 war die Wirtschaft noch nicht so weit, mal eben 17 Millionen Menschen mitzuversorgen. 1990 funktionierte das doch erstaunlich glatt. Niemand im Westen musste einen Mangel erleben.


    Dafür sind heute im Osten 20 Prozent der Menschen arbeitslos.


    Ja, schlimm genug. Aber diese ganze Diskussion um die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit führt ins Nichts. Und jeder, der etwas von Wirtschaft versteht, weiß doch eines: Die Zeit der Massenarbeit ist vorbei. Ich war gerade in Island. Doch hat mir ein Fischer erzählt, dass die Isländer heute dank Fabrikschiffen mit einem Viertel der Arbeiter vier mal so viel Fisch produzieren wie vor 30 Jahren. Verstehen Sie? 75 Prozent der Leute werden einfach nicht mehr gebraucht. Solche Beispiele gibt es überall. Unsere Fähigkeit, Dinge zu produzieren, übersteigt unseren Bedarf, Dinge zu konsumieren. Das ist eine ganz einfache Tatsache, und keine Arbeitsmarktreform kann daran etwas ändern.


    Trotzdem fordern Politiker, Wirtschaftsverbände und Gewerkschaften ständig bessere Rahmenbedingungen, damit mehr Arbeitsplätze entstehen können.


    Ich weiß. Aber wir müssen uns doch fragen: Was ist eigentlich die Aufgabe der Wirtschaft? Es gibt zwei Aufgaben. Die erste: Sie muss die Menschen mit Gütern und Dienstleistungen versorgen. Und nie in der Geschichte hat die Wirtschaft diese Aufgabe so gut erfüllt wie heute. Wir sehen doch den totalen Überfluss. Obwohl die meisten Fabriken längst nicht ausgelastet sind, wird alles produziert, was man sich wünschen kann.


    Produziert schon. Aber die Leute haben nicht genug Geld, es zu kaufen.


    Aha! Jetzt kommen wir zur zweiten Aufgabe: Die Wirtschaft muss die Güter nicht nur produzieren. Sie muss die Menschen auch mit ausreichend Geld ausstatten, um zu konsumieren.


    Ausstatten? Für Geld muss man arbeiten.


    Ja, ja. Und wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen, nicht wahr? Dieses Denken sitzt immer noch tief in den Köpfen. Aber damit kommen wir heute nicht mehr weiter.


    Also wollen Sie das Geld einfach verteilen? Das ist doch naiv.


    Meinen Sie? Lassen Sie mich bitte auf folgendes Phänomen hinweisen: Warum gehen in Deutschland Baufirmen zu Grunde, obwohl es im Straßenbau dringenden Bedarf gibt und wir die Leistung erbringen könnten?


    Weil der Staat kein Geld hat, die Firmen zu bezahlen.


    Ja. Aber dieser Irrtum kommt zu Stande, weil alles immer durch den Geldschleier gesehen wird. Der Lebensstandard einer Gesellschaft hängt doch davon ab, wie viele Güter sie produzieren kann. Nicht davon, wie viele sie finanzieren kann.


    Nicht?


    Nein. Nehmen Sie die frühere DDR. Dort gab es Geld im Überfluss, aber man konnte sich nur sehr wenig kaufen. Also was ist wichtiger: Das Geld? Oder die Güter?


    Was also schlagen Sie vor? Die Maschinen arbeiten, und der Staat verteilt das Geld, damit die Bürger konsumieren können?


    So ähnlich. Wir brauchen das bedingungslose Bürgergeld. Eine Lebensrente für jeden Bürger. Selbstverständlich können solche Veränderungen nur schrittweise über einen längeren Zeitraum eingeführt werden.


    Wie hoch soll dieses Bürgergeld denn sein?


    Hoch genug, um die Grundbedürfnisse zu decken. 1300 bis 1500 Euro.


    Schöne Idee. Und wie wird das finanziert? Sagen Sie jetzt bitte nicht, wir brauchen mehr Steuern.


    Keine Angst. Ich bin dafür, alle Steuern abzuschaffen. Bis auf eine: die Mehrwertsteuer.


    Und wie hoch soll die dann sein?


    Das könnten bis zu 48 Prozent sein.


    Sie machen Witze.


    Nein. Zählen Sie doch mal alle Steuern und Sozialleistungen zusammen. Da haben wir doch schon eine Staatsquote von rund 48 Prozent. Wenn die nur noch über die Mehrwertsteuer zu finanzieren wäre, hätte das riesige Vorteile.


    Welche denn?


    Die Mehrwertsteuer ist die einzige Steuer, die den Wertschöpfungsvorgang nicht behindert, nicht bremst, nicht verzerrt. Das heißt: die ganze Produktion wird steuerfrei gehalten und es kann unbehindert investiert werden.


    Also noch mehr Entlastung für die Unternehmen und noch mehr Belastung für die Verbraucher?


    Nein. Einfach mehr Klarheit und mehr Fairness. Ich weiß, dass Politiker unterschiedlichster Couleur fordern: Wir müssen die Reichen besteuern, die Unternehmen müssen wir besteuern und damit den kleinen Mann entlasten. Das ist eigentlich eine Lüge. Warum? Weil Unternehmer und Unternehmen faktisch keine Steuern bezahlen.


    Da werden Ihnen einige Unternehmerkollegen widersprechen.


    Jammern gehört zum Handwerk. Aber jeder Unternehmer weiß, was man mit Steuern macht: Man muss sie einkalkulieren. Alle Steuern, die die Unternehmen zahlen, fließen in die Preise für die Produkte ein. Letzten Endes zahlt immer der Verbraucher.


    Was wäre also der Vorteil, alle Steuern in der Mehrwertsteuer zusammenzufassen?


    Na, der ganze gewaltige Verwaltungsapparat des Staates würde zusammenschnurren. Denken Sie mal daran, wie viele Beamte ihre Zeit damit verschwenden, die Steuern zu erheben, auszurechnen und zu überprüfen. Das wäre alles überflüssig.


    Welche anderen Vorteile hätte Ihr Plan?


    Dass die Importe endlich mal richtig besteuert werden. Die billigen Textilien aus China oder Rumänien kommen doch nur so billig hier an, weil sie nur mit einer Mehrwertsteuer von 16 Prozent belastet sind. In jedem Produkt stecken Infrastrukturkosten. Aber die Infrastruktur in Deutschland ist natürlich teurer als die in China. Anders herum würden die deutschen Exporte extrem attraktiv, weil sie von Steuern völlig unbelastet wären. Außerdem würden die Arbeitskosten extrem sinken, weil ja das Bürgergeld auf die Einkommen angerechnet würde.


    Wie soll das funktionieren?


    Nehmen wir an, eine Krankenschwester verdient 2500 Euro. Nach Abzug des Bürgergeldes von 1300 Euro müsste das Krankenhaus ihr noch 1200 Euro bezahlen. Sie hätte danach gleich viel, aber ihre Arbeitsleistung wäre für das Krankenhaus viel leichter zu finanzieren. Das Bürgergeld würde die arbeitsintensiven Güter und Dienstleistungen entlasten und dadurch den Arbeitsmarkt enorm beleben. Insgesamt würden die Preise dadurch gleich bleiben, denn der Staat müsste ja das zu zahlende Bürgergeld über die Mehrwertsteuer wieder refinanzieren.


    Aber wer wird denn in Zukunft noch arbeiten, wenn er für 1500 Euro auch zu Hause bleiben kann?


    Sie unterschätzen den immateriellen Wert der Arbeit. Viele Menschen haben sehr viel Spaß an ihrer Aufgabe. Denken Sie auch an alle sozialen Berufe und die ganze Kulturarbeit. Da gibt es einen riesigen Bedarf in der Gesellschaft, der endlich finanzierbar wäre.


    Und die langweiligen, die unangenehmen Jobs?


    Die müssten dann eben höher entlohnt werden, wenn wir sie benötigen. Natürlich wird es dann zukünftig Berufe und auch Unternehmen geben, denen es schwer fallen wird, Menschen zu finden. Warum? Weil ja die Menschen dann nicht mehr arbeiten werden, weil sie müssen, sondern weil sie in ihrer Arbeit eine Sinnerfüllung erleben. Und auch, weil es ihnen Spaß macht.


    Herr Werner, alle sprechen von der Krise. Wer Ihnen zuhört, könnte denken, es geht Deutschland ausgezeichnet.


    Das stimmt ja auch. Unser Land hat noch nie so viel Wohlstand produziert wie heute. Wir haben nur Schwierigkeiten, den Wohlstand zu verteilen. Das sind wir einfach nicht gewohnt.


    Also keine Krise?


    Jedenfalls keine Wirtschaftskrise. Die Frage, die mich wirklich umtreibt, ist eine andere. Wir steuern auf eine Gesellschaft zu, in der die Arbeit verschwindet. Und die Frage ist nur, was die Menschen dann alle mit ihrer Zeit anfangen. Das ist eine Kulturfrage. Das Problem, das wir haben, liegt nicht auf dem Arbeitsmarkt sondern eigentlich in der Kultur. Leider ist dieses Thema im Bewusstsein der Gesellschaft kaum vorhanden. Aber genau hier müssen wir ansetzen.


    Aktualisiert: 02.07.2005, 06:19 Uhr


    Ich betone daß ich damit nicht zwingend einer Meinung bin. Aber ruhig mal das Interview mehrmals lesen und man kann verstehen was der meint.

    Aktuelels Interview mit den Vorständen aus Heilbronn


    „Unser öffentlicher Auftrag ist nicht, der billige Jakob zu sein”

    Für gehöriges Aufsehen in der regionalen Bankenszene sorgen die Änderungen der Gebührenordnung bei der Kreissparkasse Heilbronn. Vor allem Online-Kunden sind über die neuen Preise empört. Über Reaktionen und Beweggründe sprach Heiko Fritze mit den beiden Kreissparkassen-Vorständen Hans Hambücher und Bernhard Steck.


    Herr Hambücher, haben Sie die Reaktion Ihrer Kunden überrascht?


    Hans Hambücher: Nein. Wir haben bei 150\x0f000 Briefen an unsere Kunden mit Reaktionen gerechnet .


    Wie fielen die Reaktionen aus?


    Hambücher: Intensiv. Viele Reaktionen sind da, in hohem Maße telefonische Reaktionen, auch viele schriftliche. Dass der eine oder andere emotional reagiert, akzeptieren wir. Wir sind dankbar für jede Reaktion, weil die eine Brücke baut. Wir beantworten alle Anfragen und reagieren sehr aktiv in den Filialen.


    Bernhard Steck: Wir haben auch viele positive Reaktionen, weil das bisherige Comfort-Konto ja auch billiger geworden ist.


    Mit wie viel Kontokündigungen rechnen Sie?


    Hambücher: Wir haben einige Kündigungen schon im Haus, aber es werden auch viele Konten bloß zusammengelegt; teilweise wurden 18 Konten von einem Kunden unterhalten.


    Steck: Da wurde dann teilweise nur für Ebay abgewickelt.


    Hambücher: Wir wären naiv, wenn wir nicht mit Kündigungen gerechnet hätten. Aber wir nehmen diese leichter, wenn es Kunden sind, die nur Giro-Online bei uns hatten.


    Angesichts von jeweils 13 bis 15 Millionen Euro Jahresüberschuss bei der Kreissparkasse in den vergangenen fünf Jahren stellt sich die Frage: War dieser Schritt wirtschaftlich notwendig?


    Hambücher: Die Sparkasse muss seit 150 Jahren ihr Eigenkapital selbst erwirtschaften. Aber das ist eine schwierige Frage. Gerechterweise sollten wir Dinge, die Geld kosten, nicht durch andere quersubventionieren. Das ist heute bei einem Teil der Konten der Fall. Wir haben da erhebliche Kosten.


    Steck: Wir bieten ja auch noch kostenlose Konten für Schüler und Studenten.


    Sie haben aber auch mehr als 100 Stellen abgebaut, Filialen geschlossen, weniger Auszubildende eingestellt, Aufgaben outgesourct...


    Hambücher: Ja, die Sparkasse konzentriert sich seit Jahren auf ihr Kerngeschäft _ ohne Kündigungen. Wir sind als Unternehmen wie ein Rallyefahrer: Wir müssen Gas geben und gleichzeitig bremsen. Mit Sparen alleine ist es nicht getan; wir müssen sowohl investieren als auch Kosten senken; das sind wir auch unseren Trägern schuldig.
    Andererseits können Sie sich Millionen Euro teure Neubauten und Sanierungen leisten...


    Steck: Wir investieren seit Jahren in Technik und moderne Filialen. Unsere Kunden wollen in einem modernen Ambiente bedient werden, aber nicht in einem Prachtbau.


    Die Kreissparkasse hat auch viel Geld verloren, etwa bei Insolvenzen wie Luithle, Hefi oder Palmbräu.


    Hambücher: Wir sind mit 70 bis 80 Prozent der Unternehmen in Kontakt, da gehören Insolvenzen dazu. Wir haben aber dabei auch schwierige Fälle bewältigt und sind mitgegangen, wo es vertretbar schien.


    Steck: Dass Geld verloren wird, liegt in der Natur des Kreditgeschäfts.


    Wie gesund ist die Kreissparkasse also wirklich?


    Hambücher: Wir sind gesund.


    Gerade deshalb: War die Preisänderung wirtschaftlich notwendig?


    Hambücher: Unser öffentlicher Auftrag ist nicht, der billige Jakob zu sein. Der Auftrag hat mit Preisen nichts zu tun. Wir wollen auch keine Quersubventionierung. Es handelt sich natürlich um eine Preiserhöhung, je nachdem, wie intensiv der Kunde uns nutzt. Wir halten unsere Preise aber für marktgerecht. Die Börsenzeitung hat vor wenigen Tagen den Durchschnittspreis eines deutschen Girokontos mit 228 Euro pro Jahr angegeben.


    Steck: Wir liegen mit 96 Euro sogar noch unter dem europäischen Schnitt, der bei 108 Euro liegt.


    Hambücher: Wir treten ja auch mit dem Versprechen an, in jeder Gemeinde einen Standort zu erhalten. Und wir sind ein Vollsortimenter.


    Steck: Es gibt auch schon Kunden, die von Billigbanken zurück kamen, weil sie dort keine Zusatzgeschäfte machen können.


    Ist Ihnen nicht Wortbruch vorzuwerfen, wenn Sie jahrelang für kostenloses Onlinbanking warben und dafür jetzt Gebühren erheben?


    Hambücher: Nein, wir haben das ja schon im Januar eingestellt. Da gab es dennoch keinen Einbruch.


    Gibt es eine Schmerzgrenze, jenseits der Sie die Änderungen zurücknehmen werden?


    Hambücher: Es gibt keine Schmerzgrenze.


    Steck: Wir werden mit Sicherheit nicht viele Kündigungen bekommen. Wir haben viele Gespräche, aber die enden in aller Regel positiv; die Kunden haben dafür Verständnis. Wir haben keine Kundenflucht.


    Gehört kostenloses Onlinebanking bald der Vergangenheit an?


    Steck: Wir glauben, dass viele Institute in diese Richtung gehen werden, weil die Kosten enorm sind

    http://www.stimme.de/nachricht…bronn/art1925,628575.html