Dann melde ich mich auch mal und geben meinen Kommentar zum Thema ab. Eins vorweg: Ich hab 92-95 meine Ausbildung bei der Telekom als Kommunikationselektroniker gemacht, allerdings bin ich danach, wie jeder Azubi, gegangen worden. Wir sind halt voll in die Privatisierung reingekommen. Ich bin also zu lang weg um mir aktuell ein Bild „intern“ machen zu können.
Warum verliert die Telekom Kunden ?
Das hat weniger mit dem Service zu tun, sonder ist eher politisch so gewollt. Der Regulierer hat bewusst Regeln für den Wettbewerb eingeführt um Mitbewerber zu „fördern“. Die Telekom soll einerseits Infrastrukturanbieter und andererseits Provider sein. Das klappt nicht. Die Kunden wechseln zum Mitbewerb weil dieser i.d.R. günstiger ist. Da wird auch eine misserable Hotline (Arcor) in Kauf genommen, „hauptsache billig“. Daher wird man auch mit besserem Service sicher nicht bei der Telekom bleiben. Warum sonst ist Arcor so ein großer Player aber jeder beschwert sich über die Hotline ?
Warum braucht die Telekom weniger Personal ?
Ebenso zum Kundenschwund und Personalschwund dazu beigetragen haben neue Techniken wie die Internettelefonie (VoIP). Um VoIP Kunden zu betreuen bedarf es nicht viel. Da steht ein Rechenzentrum (Backbone) wo ein Mitarbeiter den Anschluß des Kunden einträgt und mehr nicht. Der Rest geht von alleine, der Kunde kann sogar Fehlermeldungen von zu Hause aus online melden. Und wer VoIP nutzt der macht in der Regel nahezu alles online von zu Hause aus. Hier braucht man einfach die Menge an Personal die derzeit vorhanden ist nicht. Ebenso ist es hier dem Kunde einfach gemacht zu wechseln. Einfach online ein Formular beim gewünschten Anbieter ausfüllen und absenden. Die Umschaltung erfolgt dann nahezu automatisiert. Auch hier sind viele Mitarbeiter überflüssig.
Warum schadet dieser Streik den Angestellten mehr als dass er nützt ?
Großkunden wie Daimler, die Deutsche Bank etc. werden sich künftig überlegen ob sie sich an eine Firma wenden bei der man fast jährlich mit einem Streik und somit verbunden Ausfällen rechnen muß, ergo gehen diese Großkunden, ergo wieder weniger Kunden die betreut werden müssen, ergo noch weniger Personal notwendig.
Alles in allem wird die Telekom Arbeitsplätze abbauen müssen. Nicht weil die Vorstände mehr verdienen wollen, sondern weil viele Arbeitsplätze schlicht und ergreifend nicht mehr notwendig sind.