Interessante Diskussion.
Erstmal muss man Service definieren, was ist Service ?
Service bedeutet dass ich Unterstützung bei einer „Sache“ bekomme. Ob das nun der Handwerker oder der Verkäufer im Supermarkt ist, ist vernachlässigbar.
Als Beispiel: Ich will mir einen Fernseher anschaffen. Nun habe ich zwei Möglichkeiten: Ich investiere meine Freizeit und Geld um mit Hilfe von Zeitschriften, Internet und Erfahrungen von Freunden mein für mich passenden Fernseher zu finden der auch entsprechende Qualität aufweist. Kaufen tue ich ihn dann im Internet weils da günstig ist. Das ist die zeitintensivste Version. Oder aber ich gehe in den nächsten Elektromarkt und lasse mir von einem Verkäufer den für mich passenden Fernseher raussuchen indem ich ihm sage was ich mir vorstelle. Das dauert weniger als die erste Variante und kostet mich persönlich auch weniger. Der Unterschied: ich habe andere „Leute“ für mich arbeiten lassen. Das ist Service. Dadurch dass ich selbst weniger tun mußte, muß ich für diese Arbeit bezahlen. Das ist der höhere Preis als gegenüber einer Internetbestellung. Service ist nicht gleich kostenlose Leistung, Service ist wie jede andere Tätigkeit eine Arbeit die bezahlt werden muß !
Was ich sagen will ist dass Service nichts anderes ist als mir Arbeit abzunehmen und das muß bezahlt werden. Beim oben genannten Beispiel könnte ein Elektrofachmarkt auch ganz ohne Verkäufer auskommen und somit Waren günstiger anbieten. Vorausgesetzt er stellt Informationsquellen in Form von Katalogen in seine Verkäufsräumen zu Verfügung. Ähnlich macht dass die Kaufland Warengesellschaft in Ihren Supermärkten. An den Elektroartikeln sind Kataloge und Infoflyer angebracht womit man die Artikel untereinander vergleichen kann. Ich bekomme die Artikel günstiger, muss mich aber selbst informieren und tätig werden.
Nun zu der Geiz ist geil Mentalität:
Leider ist es so dass es immer mehr Familien gibt deren Einkommen im unteren Bereich liegt. Diese Klientel kann es sich einfach nicht leisten einen Fernseher für 900 Euro zu kaufen, weil das Geld einfach nicht da ist. Diese müssen zwangsläufig 300.- auf den Tisch legen und der Fernseher ist in drei Jahren kaputt, was mit dem teuren nicht gewesen wäre. Das ist aber egal, denn diese Käuferschicht hat nicht die Möglichkeit diese Geld anzusparen oder aufzubringen. Auf genau solche Käufer zielen die großen Ketten und Märkte.
Familien die sich teure Anschaffungen leisten können, machen dies auch. Man trifft in den Großmärkten selten Leute „die mit Geld umsichschmeißen“. Beobachtet dass mal beim nächsten Einkauf.
Wie bekommt man den Karren aus dem Dreck ? Das schafft weder der Erzeuger noch der Verbraucher alleine. Nur zusammen ist es möglich. Leider jedoch unterliegt die freie Marktwirtschaft der Dynamik des Marktes, es ist nahezu unmöglich das zu Steuern.
Billig-Arbeiter aus dem Osten:
Auch hier hat man nahezu keine Möglichkeit dies zu steuern. Solange ein Dachdecker aus dem Osten von Europa sich für die gleiche Arbeit eines deutschen Dachdeckers mit weniger Gehalt zu frieden gibt, wird es auch hier weiter Arbeitsplatzabbau und Lohnrückgang geben. Das liegt schlicht und ergreifend an der Mentalität. Man ist halt in solchen Ländern auch mit weniger zufrieden. Ich frage mich immer wieder wie manche Polen es schaffen über die Runden zu kommen. Man muß mal sehen dass die 48 Stunden nach Stuttgart fahren und dort für 900 Euro einen ledierten BMW abholen, diesen in Polen wieder richten und dann für gutes Geld verkaufen. Wie soll diese Rechnung aufgehen, wenn nicht so dass man sich eben mit weniger zufrieden gibt.
Just my 2 Cent