Viele wählen AfD aus Protest. Früher haben sie aus Protest die PDS / Die LINKE gewählt.
Die Linke wurde nicht nur aus Protest gewählt sondern zumindest schon auch als Überzeugung, den egal ob es PDS Politiker wie Lothar Bisky, Gregor Gysi, Sahra Wagenknecht und Gesine Lötzsch oder WASG Politiker wie Oskar Lafontaine, Klaus Ernst und Bernd Riexinger waren, waren alles Politiker mit denen sich viele Wähler schon identifizieren konnten.
Gleiches gilt übrigens auch für SPD Politiker wie Franz Müntefering, Renate Schmidt, Gerhard Schröder, Sigmar Gabriel, Wolfgang Tiefensee und Ludwig Stiegler.
Aber wenn ich an heutige Politiker beider Parteien wie Janine Wissler, Katja Kipping, Karl Lauterbach, Kevin Kühnert und Svenja Schulze denke sind die abseits der Grossstädte und Ballungsräumen vielen Wählern zu woke und zu grün das sie als Grüne 2.0 angesehen werden. Und das geht dann soweit das man sich nicht nur abwendet, sondern ganz bewusst ihre grössten Gegner wählt, um ein Zeichen zu setzen.
Jedoch finde ich es etwas albern, wie der Herr Sesselmann seinen Wahlkampf bestritten hat mit bundespolitischen, europapoltischen und landespolitischen Themen. Davon kann er doch nichts umsetzen.
Das stimmt natürlich.
Anderseits ist er damit aber nicht allein, sondern das wird in vielen Kleinstädten und ländlichen Regionen so praktiziert.
In den Grossstädten und Ballungsräumen hat man natürlich eine ganze Menge an lokalpolitischen Themen: Welche Ausrichtung sollten Theater bekommen? soll die Therme nach dem Umbau eher auf Wellness & Tourismus oder eher auf Familien & Afterwork ausgerichtet werden? Verlängert man lieber eine Trambahnlinie oder führt man eine neue Buslinie ein?
Aber solche Gestaltungsmöglichkeiten hat man in kleinstädtischen und ländlichen Landkreisen kaum, da man diese Infrastruktur entweder garnicht hat, von dem was ansatzweise da ist, das Geld so knapp ist dases eh nur für das Pflichtprogramm reicht.
Da kann man bestenfalls entscheiden wo man Tempo 30 Zonen macht. Ob man beim Trinkwasser und Abwasser lieber den Grundpreis oder Kubikmeterpreis erhöht. Ob man lieber die Kita-Gebühren oder die Friedhofsgebühren erhöht. Aber damit kann man kaum jemanden mobilisieren. Und mit Themen ob man lieber die eine oder die andere Grundschule schliesst zieht man nur Hass auf sich.
Also bleibt eigentlich garkeine andere Möglichkeit als mit den potentiellen Wählern über Bundespolitik, Europapolitik, EZB-Währungspolitik und Aussenpolitik zu reden und darüber Stimmung zu machen. Das man dann als Bürgermeister, Oberbürgermeister oder Landrat auch nichts ändern kann, ist natürlich die andere Sache.
Und beim Fall der Steuerklasse 5 wo die Diskussion ja mit angefangen hat ist es halt so dass die mehrheitlich zu Lasten arbeitender Ehefrauen geht, von daher bin ich dafür die zu streichen, für Ehepartner ohne steuerpflichtiges Einkommen könnte das Finazamt dem Anderen ja trotzdem den bisherigen Steuersatz der Klasse 3 einräumen.
Wobei der hohe Lohnsteuerabzug in Steuerklasse 5 nicht immer ungerecht ist, sondern duchaus gerechtfertigt sein kann, wenn es z.B. in einer Familie so aussieht:
Mann verdient ca. 3.800€ brutto wovon er dann mit Steuerklasse 3 und zwei Kinderfreibeträgen ca. 2.795€ netto rausbekommt, von denen er 500€ als Taschengeld behalten darf und 2.295€ für den Familieunterhalt verplant werden.
Frau verdient mit ihrem Teilzeitjob ca. 1.040€ brutto wovon sie mit Steuerklasse 5 ca. 795€ netto rausbekommt die sie komplett als Taschengeld behalten darf.
Da ist dann die Steuerklasse 3/5 Aufteilung garnicht so ungerecht.