Beiträge von area58653

    Und jetzt noch einmal zum Thema der von o2 seit einem Jahr gefahrenen Kündigungsstrategie von Unlimited Tarifen: Das wesentliche Kriterium für eine anbieterseitige Kündigung ist nach meinen Recherchen EBEN NICHT das verbratene Volumen, sondern in erster Linie das verwendete Endgerät sowie der hauptsächliche Nutzungsstandort und letztlich auch die jeweilige Monatsgrundgebühr. Da ich zu meiner aktiven Zeit sehr viele Menschen mit (überdurchschnittlich günstigen) Unlimited Tarifen versorgt habe, sind davon natürlich inzwischen auch relativ viele davon von der "Kündigungswelle" betroffen, wie sie mir jeweils berichtet hatten.


    Und was verbindet all diese Menschen? Nicht alle verbrauchen etwa sehr viel Datenvolumen und gelten damit als Poweruser. Nein, manche verbrauchen sogar nur einigermaßen niedrige 3-stellige Gigabytes. Was aber ausnahmslos alle gemeinsam haben ist der Umstand, dass die Hauptnutzung der SIM Karte in einem Ballungszentrum ("Großstadt") erfolgt, und zwar bei gut 97% der Fälle in einem stationären Routergerät ohne Akku. Hinzu kommt am Ende, wie erwähnt, der monatliche Grund Preis von meist deutlich <30€.


    Was die Entscheidungsträger in München also umtreibt beim Thema Unlimited, kann man sich leicht ausmalen.

    Gerade bei o2 müsste man sich aber schon darüber klar sein das fast alle Kunden die einen Mobile Unlimited Tarif abgeschlossen haben oder eine Unlimited Option auf ihren Mobile Tarift gebucht haben, ihn wahrscheinlich auch in irgendeiner Art und Weise als Festnetzersatz nutzen werden.

    Ob sie dann direkt einen LTE/5G Router verwenden oder eine Konstruktion aus Tethering-Smartphone und WLAN-Repeater macht im Endeffekt keinen Unterschied.

    o2 bietet ja inzwischen auch 70GB / 140GB / 280GB an und für Kunden die den Tarif wirklich nur auf Smartphone, Smartwatch und Tablet nutzen wollen, und allenfalls gelegentlich auf Reisen kurz Tethering machen wollen, reicht das locker. Warum sollten die dann Unlimited buchen?

    Bei der Telekom ist es etwas anders. Da haben die normalen MagentaMobil Tarife ja nur 5GB / 10GB / 20GB / 40GB und so fällt dann auch die ganze Nutzerschaft die mit moderaten 55GB - 125GB auskommt schon in den Unlimited Bereich.

    Das sich die meisten Kunden in den Grossstädten und Ballungsräumen finden, wundert mich auch nicht, sondern ist ebenfalls logisch:

    Einerseits hat ja o2 nur in den Grossstädten und Ballungsräumen soviele Bänder laufen das man attraktive Datenraten erreicht, im ländlichen und kleinstädtischen Bereich wo o2 nur reines Low-Band lauen hat wäre es eh nicht so attraktiv, vorallem wenn man VDSL100 oder VDSL175 als Alternativen hat.

    Und anderseits ist eine mobile Lösung vorallem für Studendenwohnungen, Pendlerwohnungen, etc. besonders attraktiv und die sind nunmal auch überwiegend in den Grossstädten und Ballungsräumen.

    In Österreich (!) habe ich diesen merkwürdigen Menüpunkt "Info zu WLAN-Anrufen mit 1&1" angezeigt bekommen. Im Text wird dann Bezug auf Frankreich genommen, hat wahrscheinlich mit dem Orange-Roaming zu tun.


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    Die Anzeige finde ich insofern merkwürdig, weil einerseits Frankreich genannt ist, aber die Meldung doch deutsch und nicht französisch ist.


    Das ist doch relativ klar und wurde hier vielfach besprochen. 1&1 muss mit jedem Roamingnetz Konditionen aushandeln, was bei hunderten Netzen einerseits ein sehr hoher Aufwand ist, andererseits könnte es schwierig sein gute Konditionen auszuhandeln, wenn man kaum ein eigenes Netz vorzuweisen hat.


    Ich finde die Lösung unter diesen Umständen relativ clever.

    Man muss auch bei "normalen" Roaming nicht mit allen Roamingpartnern direkte Roamingabkommen schliessen.

    Ich würde mal davon ausgehen das selbst grössere Netzbetreiber nicht mit allen ~289 Roamingpartnern in ~166 Ländern wo sie Roaming anbieten, direkte Roamingabkommen haben, sondern eher mit so ~104 Roamingpartnern in ~55 Ländern.

    Das Roaming in exotischeren Ländern läuft auch dort über Wholesale-Anbieter wie eben orange, Telefonica, Epic (Monaco Telecom), Yettel (Telenor), etc.

    Aber man setzt da eben auf keine Bastenlösung das der Wholesale-Anbieter eine IMSI von sich benutzt, sondern der Wholesale-Anbieter informiert seine Roamingpartner das der Netzcode xxx.xx(x) eben auch über ihn abzurechnen ist und gibt dann die Abrechnung an seine Kunden durch.

    Der Kunde bekommt davon nichts mit, ob ein direktes Roamingabkommen besteht oder es über einen Wholesale-Anbieter läuft.

    Das ist der grosse Unterschied zwischen einer vernünftigen Wholesale-Lösung und der 1&1 Bastellösung.

    Da wird nichts passieren, die schreiben jedem 1-3 Tage GG gut und das war es. Die hoffen das die Kunden damit zufrieden sind und sich in einem Monat niemand mehr daran erinnert.

    Ich glaub wenn man jemand mit 7,99€ handyvertrag.de Tarif an anteilig für zwei Tage 53ct oder für drei Tage 80ct gutschreibt, dann führt das nur zu Frust, weil es die Kunden nur nochmal an den Ausfall erinnert, aber man für 53ct oder 80ct heute ja nichtmal mehr ne Kugel Eis bekommt.

    Einfach für drei Monate das Datenvolumen verdoppelt kostet garkein Geld, und nichtmal nennenswert Traffic. Weil ja nur die paar Kunden auf der neuen 1&1 Plattform betroffen sind. Und die meisten Kunden die z.B. nichtmal ihre 17GB ausnutzen würden dann meist die zeitweise 34GB auch nicht ausnutzen.

    Aber trotzdem wäre es eine schöne Geste.

    Selbiges habe ich mit Aldi Talk auch schon erlebt. Aldi Talk blieb deutlich unterhalb der damalige Maximalrate von 25 MBit/s, während eine O2-Datacard meines Vertrages am selben Standort und mit der selben Hardware 70-80 MBit/s lieferte.

    War damals einen Tag so, am nächsten Tag war auch Freenet FUNK wieder normal.

    Ich könnte mir vorstellen das man den betroffenen Kunden auf der neuen Plattform eh ein attraktiveres Entschädigungsangebot macht.


    3x doppeltes Datenvolumen für Juli, August und September dürfte sowohl für die Kunden attraktiver sein als auch für 1&1.

    Denn die 5€ gesetzliche Entschädigung bringen dem einzelnen Kunden ja fast nichts, in der Summe würde es aber 1&1 doch 2 Mio. Euro kosten.

    Die doppelte Menge an Daten über nur 70% der Basisstationen also, kein Wunder dass sie es nötig haben Kunden zu kündigen. Bei der Telekom ist von so einem geschäftsschädigendes Verhalten noch nichts bekannt.

    Der Unterschied ist eigentlich noch krasser weil die Telekom auch viel mehr Frequenzbänder laufen hat als o2.
    Die Telekom wollte damals im FESTNETZ eine Drosselung nach z.B. 30GB einführen, weil das dem Normalnutzer ja ausreiche.


    So wollte man sich den teuren Ausbau sparen bzw. hinauszögern.

    Kommt drauf an was für eine Zeit das war, in den frühen 00ern wären 30GB schon eine ganze Menge Traffic.

    Ich finde generell muss es kein echtes Unlimited geben, wenn o2 einach sagen würde ab 25GB Tagesvolumen oder 750GB Monatsvolumen wird auf 384 KBit/s wie bei den Prepaidtarifen gedrosselt, dann wäre das voll in Ordnung.

    Oder auch wenn man unbedingt echtes Unlimited bewerben will, könnte man an Kunden die deutlich zuviel Tarif erzeugen wenigstens vorab in SMS erklären was man erwartet, so nach dem Motto "Lieber Kunde, im letzten Abrechnungszeitraumg vom xx.xx.xxxx bis xx.xx.xxxx betrug ihr Datenvolumen x,xx TB. Bitte beachten Sie das unsere o2 Mobile Unlimited Tarife Shared Medium und auf ein Datenvolumen bis 750GB optimiert sind. Gerne informieren wir Sie über unsere Festnetzprodukte über VDSL, DOCSIS und Glasfaser."


    Dann würde ein Kunde alleine in einer Zelle mit 300Mbit/s diese nicht vollständig auslasten, weil er nur 25 von 300 Mbit/s nutzen kann.

    Ob 25 MBit/s oder 300 MBit/s spielt kaum eine Rolle, denn wenn man eine Datei mit 15GB herunterladen will dann müssen diese 15GB auch durchs Netz. Mit 25 MBit/s dauert es dann einfach entsprechend länger.

    Eine Reduktion des Datenverbrauchs erreicht man nur wenn man soweit drosselt, das es nicht mehr für Full HD Streaming reicht und die Server dann auf einem Stream mit geringerer Bandbreite wechseln müssen. Aber das wirkt dann erst wenn man unter 10 MBit/s drosselt.

    Inzwischen wird zumindest mir auch eine v4 Adresse bei den üblichen Testseiten angezeigt (Aggregator wäre 61.8.138.225)

    Nur eine einzige IPv4 Adresse nach aussen für alle Kunden?

    Das wäre ja dann wie es damals bei E-Plus beim I-Mode APN portalmmm.de war, da gab es auch nur eine einzige IPv4 Adresse nach aussen. Über den WAP und WEB APN gab es aber schon damals einen grösseren IP-Pool.

    Was aber heißt dass der Verbrauch vom E-Auto im Wesentlichen vom Fahrer abhängt.

    Am Verbrauch im Stadtverkehr kann ich bei meinem Verbrenner außer über rote Ampeln zu fahren allzuviel nicht viel ändern, ob ich aber 100, 120, 140 oder 160+ auf der Autobanhn fahre liegt ganz bei mir (und natürlich den Verkehrserhältnissen).

    Wenn man in einer Kleinstadt oder auf dem Dorf wohnt und nur selten in Grossstädte und Ballungsräume fährt ist aber der Verbrauch im Stadtverkehr nicht wirklich relevant, aber eben schnelle Überland- und Autobahnfahrten schon.


    Wie aussagekräftig eine fast 30 Jahre Studie bei der aktuellen Motoren- und Abgasbehandlungstechnik ist, kann ich nicht beurteilen. Wie man lesen kann hing es damals davon ab, welche Emissionen einem wichtiger sind. Der Verbrauch, CO2 und NOx waren gesunken, anderes war erhöht. Pauschal gesagt "funktioniert nicht", haben die Macher der Studie daher eben auch nicht.

    Es ist ja kein Geheimnis, das man nicht gleichzeitige alle Abgasparameter optimieren kann, sondern nur entweder in die eine oder andere Richtung optimieren kann, oder aber einen Kompromiss eingehen muss.

    Und es ist schon immer bekannt das ein möglichst magerer Betrieb (relativ hoher Ladedruck, bei Direkteinspritzern evtl. auch Schichtladebetrieb, etc.) den Kraftstoffverbrauch und damit den CO2-Aussstoss und auch Partikelausstoss reduziert, dafür dann aber die Stickoxide deutlich ansteigen. Versucht man es durch höhere Abgasrückführungsrate und NOx-Speicherkatalysatoren zu reduzieren, muss man wieder mehr Kraftstoff einspritzen um erstmal den Leistungsverlust auszugleichen und zweitens den NOx-Speicherkatalysator zu regenerieren, dann steigt wieder der Kraftstoffverbrauch und der CO2-Ausstoss.


    Viel anderes wirst Du nicht finden, weil keiner wirklich Lust hat, schlafende Hunde zu wecken. Bei den hochentwickelten (nennen wir's) Ärgervermeidungsstrategien im Verbrennungs- und Abgasreinigungssystem, sieht das heute eher viel schlechter aus. Genau, wie bei dem löchrigen Anforderungskatalog, wann ein ordentliches Abgas überhaupt vorkommen muss. Also fast nie im Alltagsbetrieb. (Bis Euro6 und auch bei Euro7 haben sie die Maschen im Sieb wieder riesengroß gemacht, weil die Lobby lautstark rum gejammert hat, dass man so ja auf keinen Fall weiter attraktive Verbrennungsmotoren bauen könne)


    Bei den Dieseln wird mit Wissen der Behörden ja auch viel zu wenig Harnstoff eingespritzt, weil bei der richtigen Menge die Dieselmotoren nicht langlebig wären und man bei jedem Tanken auch den Harnstofftank füllen müsste.

    Das will ich garnicht abstreiten, sondern da ist schon was dran, und man könnte es durchaus so ausdrücken.

    Aber bei Elektroautos ist das nicht viel anders. Da gibt es genauso ähnliche Zielkonflikte.

    Da fängt es schon bei der Akkugrösse an. Elektrautos mit kleinem Akku wären am umweltfreundlichsten weil sie mit am wenigsten Lithium auskommen, um der Abbau von Lithium in grossen Mengen auch nicht gerade umweltfreundlich ist.

    Und es geht mit der genauen Zellchemie und und den Softwareaparametern für das Ladeverhalten vorallem bei kaltem oder heissem Akku und vorallem die Ladegeschwindigkeit im 60-100% weiter.

    Am besten für die Umwelt wäre auch da ein möglichst kleiner Akku, eine möglichst einfache Zellchemie ohne Metalle und Salze die irgendwie giftig sind oder deren Gewinnung Umweltschäden verursacht, und ziemlich konservative Softwareparameter die dafür sorgen das der Akku wirklich das ganze Autoleben lang hält und nicht zwischendurch mal gewechselt werden muss.

    Aber ein Elektroauto das so eingeschränkt ist will eben niemand haben.

    Und ein Elektroautos mit einem grossen Akku, der noch dazu eine Zellchemie hat die Metalle oder Salze enthält die entweder giftig sind oder wo der Abbau ziemlich umweltschädlich ist, und ein Ladeverhalten das schnelle Ladung auch under widrigen Bedingungen zulässt, aber wo dann im Gegenzug der Akku gerademal so 6-10 Jahre oder 90-150 tdkm schafft und dann recyclet werden muss, wäre auch nicht umweldfreundlicher als ein Verbrenner.