Die Antriebstechnik ist natürlich die Gleiche, aber das Konzept ist komplett anders.
Die VW ID Modelle sind typische Elektroautos für Elektro-Enthusiasten und Ökohipster mit den typischen Kennzeichen: Nahezu komplett geschlossene Front, grosse reingebastelt wirkende Touchscreens und Fokus auf Assistenzsysteme statt auf Fahrspass.
Die Audi Elektromodelle hingegen versuchen trotz gleicher Antriebstechnik weiterhin soviel Audi wie möglich zu sein, sowohl was das Aussendesign als auch das Cockpit betrifft.
Womit dann also deiner Meinung nach Außendesign und Cockpit entscheidend für den Fahrspaß sind? Ist bei mir vollkommen anders und überwiegend sogar nicht vom Auto selbst beeinflusst. Habe ich auf langen Fahrten keinen Stau, habe ich Fahrspaß. Ergo braucht’s den Luxus der Flexibilität des Fahrtbeginns und ein halbwegs schlaues Navi. Letzteres ist bei mir Waze, das besonders in Ost- und Südeuropa sehr prognosesicher ist.
Meine Meinung zu eAutos: Ich fahre mit dem eigenen Auto keine 25tkm p.a. und lege zu viel Wert auf sehr günstige Kosten pro Kilometer. Also wird es der geerbte Golf mit seinen bisher 10 Jahren und 180tkm noch ein Weilchen machen dürfen. Nahziel: 250tkm = noch 2.5 Jahre. Danach? Keine Ahnung! Ich kann weder in der Firma noch zu Hause laden. In der Firma müsste ich relativ stark elektrisch umbauen, um verwertbare Querschnitte quer durchs Haus verlegen zu können. Zu Hause? Blockrandbebauung, ergo ausgeschlossen, da Laternenparker. Sollte also der Golf plötzlich ableben, wäre es wieder ein Verbrenner. Mindestens 5 Jahre alt. Ggf. einer mit Restgarantie aus Korea, um nicht die Katze im Sack zu kaufen. Sollte ein Wunder geschehen und meine 18000-Einwohner-Heimat irgendwann mehr als 5 Ladesäulen beheimaten, würde ich im ersten Schritt per Langzeitmiete einen Elektrischen für 6-12 Monate testen.
Jedenfalls bleibe ich gespannt, wie man der breiten Masse das Verbrennerfahren mit eAutos weit jenseits der 25000€ austreiben will. Bzw. darf man irgendwann dann gespannt sein, wie die Krankenschwester vom Dorf in die Stadt zur Nachtschicht anreist oder ob sie sich nicht einen Job auf dem Dorf z.B. in der Pflege sucht, der per Fahrrad abwickelbar ist. Man sollte nicht vergessen, dass Autos in D im Schnitt 11,3 Jahre alt sind und somit ein riesiger Gebrauchtmarkt deutlich unter 10000€ existiert, den Elektrische absehbar nicht bedienen können.
Über Wirkungsgradketten müssen wir nicht diskutieren. Am Ende wird sich immer das Effizientere durchsetzen. Fraglich bleibt nur, wie man die Verwerfungen auf dem Weg dahin glättet ohne die Gesellschaft zu sprengen.
Freunde, die Werkstätten betreiben, berichten: Die Leute lassen aktuell ihre alten Karren instand setzen, koste es, was es wolle. Viele wollen/können nicht elektrisch, wollen aber auch mit einem neuen oder jüngeren Verbrenner nicht in die Sackgasse hinein kaufen. In der Firma haben wir im Juni einen LT28 nach 21 Jahren wieder einmal durch den TÜV gebracht. Keine Augenweide, aber fährt. Und ein neuer/anderer Transporter hätte deutlich mehr Wertverlust als die für den TÜV „investierten“ 2500€ im ersten Jahr an Wertverlust generiert.