Seh ich etwas anders. Das Produkt o2 läuft sehr gut - man lässt jetzt ohne eigenes zutun vermutlich einen Geschäftspartner ziehen, der nur durch Zwang der Regulierungsbehörde sein Produkt in dem Maße via o2 realisieren konnte. Bisher dachte man eher, dass Vodafone sich gesundschrumpft, nun ist es o2.
O2 und E+ waren beide Preiswertanbieter. Nach der Fusion war das Ergebnis der nach Nutzern größte Netzbetreiber. Würde o2 als Produkt wirklich gut laufen, hätte man zumindest diese Position gehalten. Hat man aber nicht. https://www.bundesnetzagentur.…nkteilnehmer/artikel.html
Ergo baut man nun also an einem Netz, das die Qualität von Vodafone wenigstens erreichen sollte, kann es dann aber spätestens in einem Jahr verbreitet kaum mehr auslasten. Das beschert Kostennachteile.
Ich versuche es nochmal mit den PKW-OEM: Wer macht die höchste Marge pro Kunde? Der Premiumanbieter. Was läuft auch? Billig, fokussiert auf schlanke Strukturen und halbwegs passable Qualität. Was gerät dabei zwischen die Fronten? Mittelklasse.
Das ist im Mobilfunk nicht anders. 1&1 hat in Kombination mit Vodafone nun die Chance, ein eigenes Netz dort zu bauen, wo es sich lohnt. Anderswo kann man Vodafone nutzen. Dafür bekommt Vodafone Deckungsbeiträge eines Untermieters mit 11 mio Kunden, wobei jeder Euro nahezu freier Cashflow ist. Das verschafft Beinfreiheit für beide Seiten. Der Verlierer ist o2, da denen die Deckungsbeiträge flöten gehen.
Klar können die nun neue Untermieter akquirieren. Aber die operieren von unten, sind also Nische oder kommen ausschließlich über den Preis. Wobei es schwierig werden dürfte, effizientere Strukturen, als die von Drillisch aufzuziehen, die ihre ja mit 11 mio Kunden gut auslasten.
Konsequent wäre, würde o2 nun radikal den Wasserkopf ausdünnen und einen eigenen Discounter auf Drillisch-Niveau auf den Markt werfen. Der müsste aber, wie seinerzeit Blau oder simyo extern arbeiten, da ansonsten die Papierschieber allein wegen der Wahrung der Pfründe Sand ins Getriebe streuen würden, siehe das frühe Congstar.
Am besten für Telefonica wäre ein Aufkäufer von außen. Kandidat wäre Iliad, die z.B. Italien in den letzten 4 Jahren gehörig umgerührt haben. Es fragt sich aber, was wohl Verdi zu SIM-Boxen anstelle von Shopmitarbeitern sagen würde.
Jedenfalls wird es spannend werden. Und das ist gut, besonders, weil ja Geld nun wieder Zinsen kostet und so die Narren geerdet werden.