Beiträge von KnightOfCydonia

    Warum tun die sich keinen Gefallen und lassen B1 einfach komplett aus. Warum sie teilweise wieder zurückrudern zeugt nicht von einem Rückgrat. Vor allem wenn dann B1 eine Mikrowellen artige Sendeleistung/Reichweite hat, dann kannst du es auch ganz sein lassen.

    Ich habe es mir jetzt in meinen CellMapper-Logdaten angeschaut: In und um Kiel haben sie die Sendeleistung nicht noch weiter heruntergedreht, da lag mein Gefühl falsch... sorry!

    In Kiel hat man in den vergangenen 2 Wochen 6 der ursprünglich verbliebenen Standorte "normalisiert", sprich B1 zugunsten von n1 komplett deaktiviert. Die lagen alle um den Ostuferhafen herum. Ein Standort mit B1 in Kiel hat nur noch G900, ein Standort im östlichen Umland hat neben GSM900 nur B8 und einen Sektor B20 drunter. Da kann ich es verstehen. Die anderen beiden in bzw. um Kiel haben wenigstens den Standard (700/800/900/1500/1800/2100), da verstehe ich es auch überhaupt nicht.

    Okay, ich hätte zunächst rechnen und erst dann den Mund aufmachen sollen: Ich habe die Mittagspause genutzt, um mal kurz mit Python über meine CellMapper-Log-Dateien der vergangenen Jahre zu rechnen: Bei dem einen Immer-noch-B1-Standort im Kieler Umland gab es seit 2024 keine signifikanten Änderungen beim Signalempfang in meinen Log-Daten. Ich habe das Gebiet grob in Quadrate mit 10 Meter Seitenlänge aufgeteilt und diese jeweils tageweise verglichen. Die Schwankungen pro Quadrat waren erstaunlich gering (< 1dB), daher ist für mich meine Wahrnehmung widerlegt, dass die Telekom bei B1 die Sendeleistung noch weiter reduziert hat. Die Analyse der übrigen 4 verbliebenen Noch-B1-Standorten in und um Kiel stützt das "nix geändert", allerdings habe ich dort jeweils weit weniger als 50.000 Messpunkte.

    Ja, die Telekom verfolgt halt einen "Interferenz-reduzierenden" Ansatz. ;) Gefühlt haben sie jetzt B1 an den wenigen mir bekannten Standorten noch weiter runtergedreht. Ich muss mal schauen, ob ich am Wochenende aus meinen CellMapper-Logdateien einen Vergleich basteln kann.

    Nur aus Interesse: was bringt so ein SRAN Umbau auf Bestandsantennen? Werden ja genau dieselben Frequenzen wie vorher ausgestrahlt.

    Wie STE92 bereits ausgeführt hat, liegen die direkten Vorteile weniger beim Kunden. Eine Motivation für o2 könnte auch eine End-of-life-Problematik sein: irgendwelche Komponenten laufen demnächst aus dem Service und müssen bundesweit ausgetauscht werden. Es gibt Anbieter, die diese Umstellung auf SRAN auch (fast) überall für einen Antennentausch nutzen, dort Hexa- oder gar Heptaband-Antennen hinsetzen und dann auch nur n28+B20+B8 aktivieren. Da kommt man manchmal auch ins Grübeln. ;)

    Seltsam, ich konnte für 15 Minuten im Band 1 surfen mit der eNB 11463 Cell 13. Bemerkt hatte ich dies, als ich mit dem Cellmapper unterwegs war (Bandlock 1 und 8) und plötzlich LTE+ im Display zu sehen war. Hat noch jemand sowas bemerkt? Paar Minuten später auf der Bundesstraße und sogar mit Sichtkontakt, konnte ich nördlich von dem Sender (in etwa 200 Meter Entfernung) keinerlei Band 1 mehr empfangen.

    Bei uns in Kiel ist an 6 Nachzügler-Standorten erst in den vergangenen 14 Tagen B1 deaktiviert worden. Damit sehe ich nur noch 3 Standorte auf dem Stadtgebiet und zwei Standorte im östlichen Umland, an denen noch B1 läuft... und das mit gefühlt stark reduzierter Sendeleistung und teilweise auch nur mit reduzierter Sektoranzahl. Das passt nicht so wirklich zu deiner Beobachtung, hilft dir aber vielleicht trotzdem.

    gts Man sollte das Interview, das ja im Grunde genommen auch nichts anderes als PR ist, natürlich nicht für sich allein analysieren, sondern schon immer auch in den Kontext einordnen, sprich: Ökonomische Gesetze gelten auch für Herrn Pichler. Ich nehme ihm ab, dass er druckärmer agieren kann, weil es eben keine Aktionäre gibt, aber ich bin mir sehr sicher, dass er als erfahrener Geschäftsmann auch bei diesem Unternehmen "red lines" gesetzt, bei denen er die Reißleine ziehen wird. Ein Knackpunkt könnte das Abkommen mit Vodafone sein, sofern es gewisse Mindestabnahmen vorsieht (aka Mengenrabatt). Wenn die Bude nicht in x Monaten in die Gewinnzone kommt oder wenn die kumulierten Verluste y Euro übersteigen, dürfte auch er den Stecker ziehen. Diese Grenzwerte sind möglicherweise wirklich "entspannter" als bei börsenorientierten Unternehmen, aber es wird sie auch bei ihm ganz sicher geben. Die Wahrheit liegt - wie so oft - irgendwo dazwischen, denn es gibt nicht nur Weiß und Schwarz, sondern auch jede Menge Grautöne.