Zitat
Original geschrieben von Hamburger
Manchmal könnte man der Meinung sein, das Mobilfunkbetreiber Wohltätigkeitsorganisationen sind. So jedenfalls kommt mir hier so manche Argumentation vor.
Seltsam finde ich nur mir welcher Selbstverständlichkeit argumentiert wird, dass bei einem Zahlungsverzug auf Nachsicht des Gläubigers zu hoffen sei.
Warum? Damit man munter weiter telefonieren kann und der Gläubiger noch mehr Geld hinterherlaufen muss?
Aber um bei o.a. Zitat zu bleiben.....
Wo ist die Selbstverständlichkeit des Kunden eine Rechnung pünktlich zu zahlen?
Wo ist der gute Umgangston des Kunden? Siehe Threadtitel!
Aber solche Fragen zu stellen, wäre ja zu einfach oder wer sagt schon von sich selber......"Es ist meine schuld."
Im übrigen wird von heute auf morgen kein Anschluss abgeschaltet.
In der Regel hat man mind. 1 Woche Zeit zwischen Rechnungstellung und Einzug der Rechnung. Wenn man dann Unregelmäßigkeiten feststellt, z.B. eine falsche Bankverbindung oder merkt, dass der Betrag vielleicht nicht abgebucht werden kann und dann untätig herumsitzt und abwartet, dann habe ich wenig Mitleid.
Und wenn der Anbieter auch noch ein Weg aufzeigt, wie man mit ihm Kontakt aufnehmen soll und ihm dann bescheinigt wird, dass der Service "nicht ganz dicht" ist, ist mein Mitleid mit solchen Kunden ganz dahin.
Es wundert mich also nicht, wenn man einen Anschluss sofort sperrt und im übrigen finde ich es auch richtig und nachvollziehbar.
Wer Probleme hat sollte von sich aus Kontakt aufnehmen und nicht warten, bis das Kind in den Brunnen gefallen ist.
Aber es ist ja einfacher hinterher zu meckern.
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Es bedarf Nachsicht und Vertrauen auf [b]beiden Seiten[b]!
Fall 1: Der Kunde läßt eine Lastschrift platzen. Ausversehen und ohne Absicht. Entweder war die Kontonummer falsch übermittelt, der Kunde befand sich zum Zeitpunkt der Rechnungszustellung und Abbuchung im Urlaub und die Rechnung war höher als erwartet, etc. ist ja auch egal.
Ein "guter" Netzbetreiber / Lieferant, vertraut darauf, daß es sich um ein versehen handelt. Er schickt eine Mahnung mit der Floskel "... wahrscheinlich haben sie übersehen, daß eine Rechnung fällig war..." Der Kunde zahlt, paßt das nächtemal besser auf auf und alles ist wieder im Lot.
Ein "böser" Netzbetreiber / Lieferant vermutet eine Veschwörung, denkt, daß ist alles Absicht, der will mich ruinieren, wahrscheinlich ist der Kunde längst Pleite und ich sehen mein Geld nie wieder. Er sperrt die Karte, verkauft die Forderung an ein Inkasso-Unternehmen (um wenigstenes etwas Geld zu erhalten). Das Inkasso Unternehmen erwirkt gleich einen Mahnbescheid etc. Hier werden unnötige Kosten verursacht und der Kunde ist verärgert weil er nicht mehr telefonieren kann und eine Menge Zeit investieren muß um die Angelegenheit aus der Welt zu schaffen. Auch hier wird der Kunde zahlen, und der Lerneffekt wird auch eintreten, aber ob der Kunde an einer Fortsetzung des Vertrages interessiert ist, die Wahrscheinlichkeit ist wohl gesunken.
Fall 2: Der Netzbetreiber macht einen Abrechnungsfehler.
Hier erwartet der Netzbetreiber, daß man Vertrauen hat, denn die Netzbetreiber werden die Rechnung korrigieren und mit der nächsten Abrechnung verrechnen. Der "gute" Kunde wird das akzeptieren und der Netzbetreiber wird lernen, seine Abrechnungssoftware vorher besser zu testen (Wunschtraum, aber egal).
Hm. Der "böse" Kunde? Der enzieht dem Netzbetreiber die Einzugsermächtigung übergibt die Sache seinem Anwalt und forder Schadenersatz. Und schon kommt der "böse" Netzbetreiber zum Zug. Das wird alles nicht sehr schön...
Fazit: Das gegenseitige Vertrauen der Vertragspartner ist verloren gegangen. Jeder ist nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht und daran wird die Welt zugrunde gehen.
Ein kurzes Beispiel aus eigener Erfahung. Ich habe eine neue Bankverbindung, die ich auch allen meinen Vertragspartnern mitteilte, so dachte ich. Zwei Versicherungen, die ihre Beträge jährlich im Laufe des Kalenderjahres hatte ich übersehen, die Lastschriften platzten.
Versicherung 1: "... wahrscheinlich haben sie übersehen, daß eine Rechnung fällig war... Evtl. hat sich ihre Bankverbindung geändert, bitte überprüfen sie diese. Bitte teilen sie uns Ihre neue Bankverbindung auf der beiliegenden Postkarte (Portofrei!) mit. Sollte es andere Gründe geben, rufen Sie uns bitte an, damit wir gemeinsam eine Lösung finden."
--> Postkarte sofort ausgefüllt, die Versicherung buchte den Betrag erst drei Wochen später ab. Ohne Mahngebühren etc.
Versicherung 2: "... leider mußten wir feststellen, daß die Lastschrift nicht eingelöst werden konnte. Bitte überweisen Sie den o.g. Gesamtbetrag (Beitrag zzgl. 10,-- Euro Mahngebühr) innerhalt von zwei Wochen".
Welche der Versicherungen ist mir wohl sympatischer?
PS: Versicherung 2 schickte mir mal meine Versicherungsunterlagen ohne Freimachung zu und ich habe. 2,-- Euro Nachporto bezahlt. Falls soetwas nochmal vorkommen sollte, werde ich die Annahme verweigern.