ZitatOriginal geschrieben von sk8ergirl
Nur denke ich, dass der Staat in solchen Fällen sehr wohl über dem Einzelnen stehen und in äußerst seltenen Fällen auch zum äußersten Mittel greifen können sollte.
Du möchtest also wirklich in einem Land Leben, das foltert?
Das ist jetzt eine ganz banale Ja/Nein Frage, ohne auf vermeintliche Abstufungen, auf die ja immer wieder durch die Befürworter in diesem Thread hingewiesen wird ("dringender Verdacht", "[vage]Chance, jemanden dadurch retten zu können", "nur bei abscheulichen Verbrechen"), um eine Rechtfertigung zu zimmern, einzugehen.
ZitatGestern oder vorgestern kam da was zu in den Nachrichten: In den USA wurde ein vor 20 Jahren wegen Vergewaltigung und Mordes zum Tode Verurteilter endlich von jeglicher Tatbeteiligung entlastet und auf freien Fuß gesetzt, weil sich mittels wiederholter DNS-Tests ergeben hatte, daß er nicht der Täter gewesen sein konnte.
Das ist meiner Meinung nach der zweite Schritt vor dem ersten. Diese tragischen Fälle sind die rationalen Argumente gegen die Todesstrafe/Folter. Der ethische Grund, warum diese beiden monströsen Mittel unter keinen Umständen in einem Rechtsstaat zur Anwendung kommen dürfen, wurde schon ein zwei Seiten vorher in der Frage an BigBlue genannt: "Was versprichst Du Dir von der Todesstrafe?"
Ja genau, was versprechen sich die vehementen Befürworter davon. Die traurige Wahrheit ist weder "Schutz der Gesellschaft", denn die Gesellschaft ist auch durch lebenslangen Freiheitsentzug ausreichend geschützt. Noch ist sie "Abschreckung", denn sämtliche Studien und Ländervergleiche kommen stets zum selben Ergebnis: keine signifikante Reduktion durch härtere/fatale Strafen.
Wenn man nun aber einfach mal den ganzen b/s weglässt und der tatsächlichen Wahrheit ganz ohne Schminke und schöne Worte in's Gesicht sieht, denn ist Grund ein ganz primitiver und trivialer: es geht einzig und allein um das wonnige Bauchgefühl der Rache, gepaart mit dem Gefühl des Anständigen, das richtige getan zu haben.
und wohin das führt, sollte die Geschichte leider zur Genüge getan haben, wie man aber zwischen den Zeilen leider herausliest, hat sie es nicht.